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Devisen

Schweizer Franken und britisches Pfund hängen an der Klippe

Claudio Kummerfeld

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Das britische Pfund und der Schweizer Franken hängen in den langfristigen Charts direkt an der Klippe. Das Pfund steht vor einer weiteren Abwertung, und der Franken vor einer weiteren Aufwertung! Aber schauen wir erstmal auf das Pfund. Boris Johnson legt im parteiinternen Rennen der Tories immer weiter zu. Die Wahrscheinlichkeit, dass er der nächste britische Premier wird, steigt somit immer weiter an.

Zunächst lag sein Stimmenanteil bei 114 von 313 Mitgliedern der Tory-Faktion. Seit gestern sind es 126 von 313 Stimmen. Außerdem stellten sich seine Konkurrenten gestern in einer TV-Runde nicht besonders clever an. Oder besser gesagt: Niemand präsentierte sich als starker Gegenkandidat, auf den man sich in einem möglichen Kampf gegen Johnson einigen könnte. Der zweitstärkste Kandidat Jeremy Hunt kommt auf gerade mal 46 Stimmen. Heute Abend sollen die beiden Kandidaten für die Stichwahl bei den Konservativen bestimmt werden. Das könnte nochmal einen neuen Impuls für das Pfund bringen. Frage: Kann voraussichtlich Jeremy Hunt genug Tories hinter sich versammeln, die einfach nur den Grantler Boris Johnson verhindern wollen?

Wir haben es schon oft erwähnt. Boris Johnson als Premier wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Brexit-Chaos für Großbritannien verschlimmern. In den letzten Tagen schwächelte Pfund vs US-Dollar bereits. In genau einer Woche sank der Kurs von 1,2750 auf das Tief bei 1,2505 gestern Mittag. Aktuell hat es sich ein wenig erholt auf 1,2580. Schaut man ins größere Bild, dann hängt das Pfund an einer Abwärts-Klippe. Man schaue auf den folgenden Chart, der bis August 2018 zurückreicht. Das Pfund hängt jetzt nicht mehr weit entfernt vom Tief bei 1,25. Natürlich kann die heutige Zinsentscheidung in den USA den Kurs von GBPUSD durcheinander bringen, weil die Dollar-Seite ihn beeinflusst. Aber wir bleiben dabei. Man vergesse nicht, dass Boris Johnson über dem Pfund schwebt wie ein Damoklesschwert!

Britisches Pfund seit August 2018

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Schweizer Franken vor weiterer Aufwertung?

Bereits am 7. Juni hatten wir das selbe Szenario für den Schweizer Franken besprochen wie heute. Er steht vor einer weiteren Aufwertung. Vor allem im Chart wird dies deutlich, der bis 2015 zurückreicht. Von 7. Juni bis heute verbilligte er sich zwar etwas, kam aber dann wieder zurück. Jetzt ist EURCHF nur noch 25 Pips von dem Niveau bei 1,1150 entfernt (blaue Linie). Danach könnte Euro vs Schweizer Franken (nicht muss) einen Anlauf nehmen um weiter nach unten zu fallen. Folglich wäre dies eine Aufwertung für den Franken. Thomas Jordan (Chef der Schweizerischen Nationalbank) tut nun wirklich sehr viel um die Anleger davon abzuhalten in den Schweizer Franken zu flüchten. Nur es gelingt ihm nicht. Der Drang ist gerade in der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Weltlage nun mal vorhanden, dass man die Sicherheit des Fränkli sucht.

Die Credit Suisse spricht übrigens in einer gestrigen Veröffentlichung von der Frage, wann die Parität von Euro zu Franken kommen werde. Es gehe nicht darum ob, sondern wann sie komme! Der Schweizer Franken sei aktuell 10% gegenüber dem Euro überbewertet. Dieser Zustand könne sich noch verschärfen. Auf Sicht mehrerer Jahre sei die Parität von 1 Euro zu 1 Franken sogar ein wahrscheinliches Szenario. Der Fair Value liege derzeit aber bei 1,24 im EURCHF. Der Schweizer Franken steht wie das Pfund auch an der Klippe, nur eben auf dem Weg nach oben! Nur der Chart ist spiegelverkehrt, weil das Währungspaar Euro vs Franken lautet. Sehen wir bald deutlich tiefere Kurse, also einen steigenden Franken?

Euro vs Schweizer Franken

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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