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Aktien

Was Sie über die Blase am US-Aktienmarkt wissen sollten..

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Blickt man auf die Kurse der US-Aktienindizes könnte man denken, es müsse sehr gut bestellt sein um die Wirtschaft der USA. Aber ist das wirklich so? Dagegen spricht schon einmal das ganz schwache 1.Quartal in den USA, das mit +0,1% kaum Wachstum brachte. Morgen steht die Revision der BIP-Daten aus den USA an – man rechnet mit einer Abwärtsrevision auf -0,6%. Zieht man davon noch die (kurzfristige) Wirkung von Obamacare ab (ca. +1,0%), wäre das faktisch ein Minus von 1,6%.

Aber natürlich geht es bei den Aktienmärkte nicht mehr wirklich um Wirtschaft. Vielmehr haben die Aktienmärkte ein Eigenleben entwickelt, dessen Ausgangspunkt die Liquiditätsgeschenke der Notenbanken sind – besonders in den USA.

Und wie diese Eigenleben funktioniert, zeigen die neuesten Daten von CapitalIQ (der Firma S&P). Im ersten Quartal 2014 waren nicht etwa Fonds, Hedgefunds oder gar Privatinvestoren die größten Käufer von Aktien – nein, es waren die Firmen selbst, die ihre eigenen Aktien gekauft haben. Alleine im 1.Quartal 2014 im Gegenwert von 160 Milliarden US-Dollar.

Warum kaufen börsengehandelte Firmen ihre eigenen Aktien auf? Erstens, weil durch die Politik der Fed reichlich Liquidität vorhanden ist – man kann es sich also leisten. Der zweite Grund ist wichtiger: kaufen börsengehandelte Firmen ihre eigenen Aktien zurück, reduziert das den im freien Umlauf vorhanden Bestand an Aktien der Firma. Und das hat Auswirkungen auf die Ergebnisse der Firma, die ja quartalsweise ihre Zahlen vorlegen. Die wichtigste Größe ist hierbei das EPS, die earnings per share – also der Gewinn der Firma pro einzelner Aktie. Macht eine Firma, sagen wir 500 Millionen Dollar Gewinn in einem Quartal, so wird der Gewinn pro Aktie größer, wenn weniger freigehandelte Aktien am Markt sind. Die Zahlen sehen faktisch also einfach besser aus.

Nun wird das Management der allermeisten Firmen in den USA auch angesichts der Höhe des Aktienkurses entlohnt – und wenn das EPS höher ist, steigert das in der Regel den Aktienkurs. Das Management der Firmen hat also durchaus ein Eigeninteresse am Rückkauf eigener Aktien.

Häufig werden zur Finanzierung des Aktienrückkaufs – allein das Vorhaben sorgt meist schon für Freudensprünge der börsengehandelten Aktien – Unternehmensanleihen begeben. Somit finanzieren dann die Käufer der Unternehmensanleihe (auf der verzweifelten Suche nach Rendite in einem Nullzinsumfeld) den Rückkauf der eigenen Aktien der jeweiligen Firmen – und sie sind es auch, die das eigentliche Risiko des ganzen Manövers tragen. Nicht zufällig ist daher die Verschuldung der US-Unternehmen (u.a. durch ausgegebene Unternehmensanleihen) so hoch wie noch nie – höher auch als 2007, also unmittelbar vor der Finanzkrise.

Aber es gibt nun leider keinen „free lunch“. Das oben dargestellte System sorgt praktisch für ein Eigenleben der US-Aktien, ist ein Schneeballsystem zur Steigerung optischer Werte. Während der Aktienkurs immer weiter steigt, hat das keine Auswirkungen auf die wirkliche Lage im operativen Geschäft. Die Firmen verdienen also nicht mehr (lediglich pro frei handelbarer Aktie), während ihr Kurs steigt. In der Realität entsteht so eine Luftnummer, deren „erster Beweger“ die Fed ist.

Das kann noch eine ganze Weile gut gehen. Aber wie es so ist bei Blasen: sie dehnen sich so weit aus, bis ihre Statik kollabiert. Und dann wird man die offenen Rechnungen bezahlen müssen – vor allem diejenigen, die Unternehmensanleihen der US-Firmen gekauft haben, dann aber auch die „normalen“ Aktionäre..

2 Kommentare

2 Comments

  1. pedrobergerac

    28. Mai 2014 16:36 at 16:36

    Man kann sich das globale Finanzsystem wie ein Kartenhaus vorstellen: Jeder falsche Wert eines Handelspapiers wird künstlich durch den falschen Kurs eines anderen Investments gestützt. Die Lunte der weltweiten Finanzmarkt-Bombe brennt! Es steht mittlerweile außer Frage, ob die Bombe hochgehen wird – es geht nur noch um das Wann und Wie. Trotzdem vegetiert die Welt in glückseliger Unkenntnis unbeirrt weiter vor sich hin.

    Die Märkte bleiben weiterhin stabil und überall auf der Welt flüchten sich Investoren in vermeintlich sichere Staatsanleihen. Da wir gerade ein Jahrhundert der künstlichen Wertschöpfung durch die Banken und Regierungen (insbesondere seit den 70-iger Jahren) erlebt haben, glauben viele Anleger, dass Aktien, Anleihen und Immobilien nur steigen können. Ein Verständnis für markt- und risikobezogenes Investieren war im Glücksspiel der Finanzwelt nicht nötig, um garantierte Gewinne abschöpfen zu können. Riesige Hebel und Derivate haben die Märkte in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zu unermesslichen Risiken mit hohen Gewinnchancen für die Mitspieler gepusht.

    Währenddessen kurbeln die Zentralbanken die Druckpressen immer weiter an.

    Aber es kann ganz klar gesagt werden: Das Schlaraffenland existiert nicht mehr lange. Das Finanzsystem liegt am Boden, viele westliche Staaten sind bankrott und die Regierungen nehmen immer mehr Schulden auf – Schulden, die niemals mit normalem Geld bezahlt werden können.

    Warum glaubt dann aber die gesamte Welt immer noch, dass unser Finanzsystem stabil ist?

  2. TMM

    29. Mai 2014 16:44 at 16:44

    Ganz einfach: weil die einzige Alternative zum derzeitigen System des billigen Geldes dermaßen ins Kontor hauen würde, dass in der westlichen (und inzwischen auch östlichen Welt) kein Stein auf dem anderen bleiben würde.
    Das derzeitige System ist, um es mit den Worten unserer Kanzlerin zu sagen: „alternativlos“, das sieht man sehr gut daran, dass sich seit der letzten Krise (die gerade mal ein paar Jahre her ist und eigentlich immer noch andauert) nichts an den Märkten geändert hat. Im Gegenteil, das Geld ist noch billiger und in einer noch größeren Menge vorhanden, sodass an den Märkten munter weitere Blasen aufgepumpt werden, bis zum nächsten Crash eben.
    Dieser wird vermutlich noch gewaltiger sein als der letzte, aber wird er auch etwas verändern? Kaum, denn die dann am Boden liegende Wirtschaft / Geldwirtschaft muss wieder aufgebaut werden, um das alternativlose System nicht zu gefährden, heißt soviel wie: Die Zentralbanken fluten weiterhin und in noch größerem Ausmaße als zuvor, die Märkte nehmen das billige Geld gerne an, um ihre Casinogeschäfte weiter zu betreiben und pumpen damit weitere und noch größere Blasen auf als zuvor… (ein ewiger Kreislauf, der erst unterbrochen wird, wenn die ersten größeren Staaten zahlungsunfähig werden und dann eine Kettenreaktion an Saatspleiten erfolgt, die unweigerlich auch eine Pleite der Unternehmen zur Folge hätte, die in diese Saatsanleihen investiert haben – vornehmlich Banken und Versicherungen).

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Aktien

Aktuell: Quartalszahlen von zwei Dow-Konzernen

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Aktuell haben mit Johnson&Johnson und Travelers zwei Dow-Konzerne ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Kennzahlen.

Johnson & Johnson

Der Umsatz liegt bei 20,4 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 20,2/erwartet 20).

Der Gewinn liegt bei 1,97 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert 1,75/erwartet 1,95).

Die Jahresprognose beim Umsatz (bisher 82,7) liegt jetzt bei 81,2 Milliarden Dollar. Die Jahresprognose beim Gewinn pro Aktie (bisher 8,60) liegt jetzt bei 8,50-8,65 Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit 0,2% im Plus.

Travelers

Der Umsatz liegt bei 6,69 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 6,42 /erwartet 7,7).

Der Gewinn liegt bei 2,32 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert 1,98/erwartet 2,20).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -0,4%.

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Aktien

Kurz und knapp: UBS zieht Europas Banken nach unten

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Ein Kurzkommentar von Wolfgang Müller

Die Schweizer Großbank UBS legt beim Gewinn zu, wird aber dennoch abgestraft!

Die UBS meldete für das 4.Quartal 2018 einen Gewinn von 4,9 Mrd.$, aber ohne die Neubewertung von Steueransprüchen wäre das Ergebnis um 275 Millionen geringer ausgefallen.

Der Gesamtgewinn des Jahres legte um 2% auf 6,4 Mrd.$ zu, was die Märkte aber am Vormittag dennoch mit einem Minus von 4% abstraften. Im Zuge dessen fiel auch der deutsche Konkurrent, die Deutsche Bank, um 3,5%.

Konzernchef Sergio Ermotti sprach von „historisch schwierigen Marktbedingungen“ und versprach den Aktionären eine höhere Dividende (70 Schweizer Rappen) und – sieh an – den Rückkauf eigener Aktien in Höhe von 1 Mrd.$.

Auch im laufenden Quartal sollen sich die Handelskonflikte auf das Ergebnis negativ auswirken.

Wohin man in Europa blickt, die Aktienrückkäufe werden oft als letztes Mittel gegen den Kursrutsch angekündigt. Müssen wir den Amerikanern alles nachmachen?

Der UBS-Präsident und ehemalige Bundesbankchef Axel Weber sagte vor wenigen Minuten in Davos, dass eine Konsoldierung der europäischen Bankenlandschaft notwendig sei: „Es gbt zu viele von Ihnen“. Auf globaler Eben seien die europäischen Banken zu klein. Und Weber weiter: man müsse das Geschäftsmodell europäischer Investmentbanken neu ausrichten – was impliziert, dass man derzeit nicht wirklich ein tragfähiges Geschäftsmodell hat!


The UBS Investment Bank’s Offices at 299 Park Avenue in New York City.
By Urbanrenewal – Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11109797

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Aktien

EU-Regularien wirken: Führender CFD-Broker mit schwachen Zahlen

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Die EU hat die CFD-Branche letztes Jahr stark reguliert, vor allem mit den Hebel-Beschränkungen im CFD- und Forex-Handel. Diese bewirken, dass die Brutto-Umsätze der Kunden geringer ausfallen, und somit auch die Provisionserlöse der Broker.

CFD-Handel beschränkt durch maximalen Hebel

Die IG Group (IG Markets) gilt als Marktführer in Europa im CFD-Handel für Privatkunden. Heute früh hat IG seine Halbjahreszahlen veröffentlicht für die ersten sechs Monate im Bilanzjahr 2019 (bis Ende November 2018). Der Umsatz ist im Jahresvergleich von 268,4 auf 251 Millionen Pfund gesunken. Der Umsatz in der gesamten EU (inklusive UK) sank von 176 auf 145 Millionen Pfund. In der Region „Asien und Pazifik“ (APAC) stieg der Umsatz von 66 auf 74 Millionen Pfund. In der Region „Naher Osten und Afrika“ stieg der Umsatz von 17,4 auf 20,6 Millionen Pfund. Der „Umsatz pro Kunde“ in der Festland-EU sank um 17%!

Man sieht also: Dort wo die EU-Regularien gelten, sind die Umsätze rückläufig. Außerhalb nehmen sie zu. Der Gewinn von IG im ersten Halbjahre sinkt von 108 auf 91 Millionen Pfund. Die Relation zwischen Umsatz und Gewinn ist immer noch atemberaubend hoch und zeigt, wie profitabel das CFD-Geschäft für die Broker immer noch ist!

Ausweichen

Die Anzahl der aktiven Kunden in der EU sank bei IG um 15% laut heutiger Veröffentlichung. Das mag wohl auch daran liegen, dass zahlreiche aktive Kunden ihren Status von „Privatkunde“ auf „Profikunde“ ändern ließen, womit sie nicht mehr unter die Hebel-Beschränkungen der EU fallen. Wir haben schon mal darauf hingewiesen. Treiben die Broker es zu bunt und klassifizieren zu viele Kunden um, könnte die EU auch dort einen Riegel vorschieben. Abgesehen von der Umklassifizierung dürften einige Kunden auch ihre IG-Konten in der EU gekündigt, und neue Konten bei rechtlich eigenständigen IG-Töchtern außerhalb der EU eröffnet haben.

Für die Branche brechen insgesamt härtere Zeiten an dank der Hebel-Beschränkung. Frage: Warum hat die EU eigentlich die Hebel bei Optionsscheinen und Zertifikaten nicht auch beschränkt? Haben die CFD-Broker nicht so viel Geld und Einfluss wie die Lobbyisten der Banken? Die Aktie von IG ist von gestern Abend auf heute früh übrigens von 640 auf 560 Pence gefallen. Aktuell erholt sie sich wieder etwas auf 602 Pence.

CFD-Broker IG Group

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