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Sind Bauarbeiter bald überflüssig? Dieser Roboter hat an einem Tag ein Haus gebaut, ganz ohne Menschen

FMW-Redaktion

Viele Menschen glauben sie seien dank ihres Jobs oder der Industrie, in der sie tätig sind, sicher vor Rationalisierung und Automatisierung. Das glaubten noch vor Kurzem wohl auch viele Angestellte in ganz normalen Bürojobs, da der große Trend der letzten Jahrzehnte darin bestand in großen Fabriken Menschen durch Roboter zu ersetzen. Seit Kurzem ersetzen Computerprogramme ganze Abteilungen, ob nun bei Banken oder Versicherungen. Was noch übrig bleibt, wird oft Richtung Osteuropa oder Indien verlagert wegen der niedrigeren Lohnkosten.


Der 3D-Druckroboter von Apis Cor. Foto: Apis Cor

Da hat man es zum Beispiel als Bauarbeiter doch richtig gut, oder? Denn der Bau von Häusern in Deutschland, der muss auch von fachkundigen Menschen vor Ort hier in Deutschland ausgeführt werden. Dachte man bisher. Aber auch hier scheint nun eine beängstigende Entwicklung Fahrt aufzunehmen. Das Thema 3D-Drucker ist den meisten Menschen ja schon geläufig. In einem Druckverfahren werden bislang oft nur kleine Statuen, Spielzeug oder Ähnliches nach und nach „gedruckt“. Sie sind später genau so verwendbar wie normal hergestellte Waren.

Dieses Video macht gerade im Netz die Runde. Die russisch-amerikanische Firma „Apis Cor“ hat anscheinend einen gigantischen 3D-Drucker für den Hausbau entwickelt, der drehbar und ausfahrbar ist. Er ist in der Lage ein kleines Haus an nur einem Tag fertigzubauen. Das Video zeigt dies sehr gut. Auch wenn es hier noch ein sehr kleines einstöckiges Haus ist: Derjenige, der bisher im Hausbau tätig war, dürfte wenig begeistert sein über das, was man hier zu sehen bekommt. Wie immer bei solchen Entwicklungen freuen sich die Erfinder der jeweiligen Innovation wie kleine Kinder, dass sie etwas tolles Neues erfunden haben.

Das Haus wurde mit dem im Video zu sehenden mobilen 3D-Drucker in nur 24 Stunden „gedruckt“. Die kreisrunde Bauweise soll die variable Verwendbarkeit des Druckers aufzeigen. Das 38 Quadratmeter kleine Haus inklusive Türen und Fenster kostet 9.500 Euro und ist eine Art Prototyp. Auf der Messe „CES 2017“ wurde schon das erste komplett von einem 3D-Drucker hergestellte Auto präsentiert. Jetzt dieser Meilenstein beim Hausbau, wo nicht einzelne Wände, sonder das ganze Haus quasi in einem Guss an nur einem Tag gebaut wird!

Der riesige Vorteil einer solchen Entwicklung liegt auf der Hand: Familien mit extrem niedrigen Einkommen könnten sich bald solche Häuser leisten. Werden die Drucker größer, und werden die Verfahren verbessert, kann man sich dann ein halbwegs anständiges neu „gedrucktes“ Haus für vielleicht sagen wir mal 30.000 Euro leisten, wo es bisher vielleicht 200.000 Euro kostet? Und wie immer bleibt die Frage: Wohin mit den Menschen, die am Ende so einer Innovations-Entwicklung keine Arbeit mehr auf der Baustelle haben? Durch „jede Menge Fortbildung“ wird man nicht alle entlassenen Bauarbeiter zu Roboteringenieuren umschulen können. Das ist illusorisch, denn so viele Millionen Ingenieure zum Warten der 3D-Drucker braucht man bestimmt nicht.

Wohin mit den Menschen? Darauf gibt es wie immer keine Antwort. Ob dieser schwenkbare und ausfahrbare 3D-Drucker wirklich die Bauindustrie revolutionieren und Millionen Bauarbeiter weltweit arbeitslos machen wird, vermögen wir in keinster Weise einzuschätzen. Aber bewahrheitet sich, dass man mit diesem Roboter wirklich so bauen kann, werden Konkurrenten nicht lange auf sich warten lassen. Größere und noch leistungsfähigere 3D-Drucker werden dann für den Hausbau folgen, so wie es bei allen Technologien geschieht. Finanzkräftige Konzerne greifen gute Ideen auf und entwickeln sie ständig weiter.



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15 Kommentare

  1. Erschreckend und faszinierend zugleich! Erschreckend weil es überhaupt noch keine Antworten gibt, was dann mit den Menschen geschieht die dann ihre Arbeit verlieren. Faszinierend, was alles möglich wird.
    Und wer soll die ganzen schönen Dinge dann kaufen, wenn die Menschen keine Arbeit mehr haben?
    Ich hoffe die Verantwortlichen machen sich schon jetzt über Lösungen Gedanken, sonst „knallts“ wirklich gewaltigt wie in ihrem anderen Artikel “ Industrie 4.0 – Unqualifizierte werden nicht mehr gebraucht“ beschrieben.
    Und noch ein großes Lob für Ihre Website, solche guten interessanten Artikel findet man selten. Ihre Seite hebt sich wohltuend von der Masse der Finanzberichterstattung ab.
    Viele Grüße aus Niederbayern!

    1. gibt ja noch einige andere Stellen wo Bauarbeiter tätig werden müssen als Gebäude

  2. …keine gute Perspektive für ein menschliches Leben….sind da vielleicht die Aliens (Satire) am Werk?

    Und nochwas zum Nachdenken: Überall hören wir, dass gute Qualifikation und höhere Bildung das beste Mittel gegen Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit seien. Was geschieht, wenn (noch) mehr Menschen immer mehr können und wissen?
    Dann ist das Ganze noch weniger wert…in dieser unser kapitalistischen und neoliberalen Arbeitswelt.
    Internet und Smartphones wecken schon heute unerfüllbare Wünsche und generieren kapitalistische Wünsche……im letzten Kaff von Namibia.
    Das Internet wirds immer geben, vermutlich aber in 100 Jahren genauso illegal wie Heroin und Kokain, das man vor gut 100 Jahren noch in jeder gut sortierten Apotheke legal erwerben koñnte….schönes analoges Wochenende!

  3. lch brauch den Drucker,denn am Land liegt es nicht…
    Ich bin baff….never saw it,geil!

  4. Ich biin Maurer und vor solchen Spielzeughäusern und ihren Käufern habe ich keine Angst! Im Gegenteil, Maurer sterben gerade aus bzw gehen zum größten Teil in den nächsten 15 Jahren in Rente, da werde ich mir in den kommenden Jahren mein Wissen natürlich immer teurer bezahlen lassen.
    Bauwerksanierung und Instandsetzung sowie Massivbau und Spezialbau wird wohl nicht so schnell aus dem Drucker kommen.

  5. Und vor Migranten auf dem Bau habe ich auch keine Angst, denn die Firma Papenburg hat 100 Migrüchtlingen einen Job aufm Bau gegeben und genau alle hatten keinen Bock! Von 100 eingestellten Migranten ist lediglich einer in der Firma geblieben, der wird allerdings auch im Büro zum Kaufman ausgebildet.

  6. Für derartige Erfindungen brauchen wir so etwas wie eine Sozialabgabe, damit wir die Arbeitslosen bezahlen können.

    1. Genau!Und das erste Land,das diese Abgabe einführt,verliert so gut wie alle Hochqualifizierten, die die Industrie 4.0 am Laufen halten und entwickelt sich zurück zu….. Ja,ganz genau: zu einem Entwicklungsland.

      Die Idee, die Abgabe weltweit einzuführen, kann nur in einem linkspopulistisch gestörten deutschen Kopf gedeihen und bis dahin sind die Deutschen auch im eigenen Land in der Minderheit. Jeder,der in einer Geburtsklinik war, weiß, was ich meine.

      Deutschland mit seinen Millionen Pseudo-Flüchtlingen aus den rückständigsten, dafür aber aggressivsten Kulturkreisen wird natürlich erneut ein Negativexempel statuieren.

      Es ist auch heute so, dass überraschend viele Firmen in der Tat den Flüchtlingen eine Chance geben. Und selbstverständlich nutzen sie einige Wenige. 75% der „Flüchtlinge“ in meinem Bundesland brechen jedoch ihre Ausbildung ab oder provozieren ihren Rausschmiss. Warum auch sollten sie sich anstrengen? Die Sozialleistungen ermöglichen bedingungslos ein erheblich besseres Leben als in den Heimatländern. Dann lieber doch gleich die ganze Zeit durch die Parks ziehen und sich deutsche Mädchen zum Spielen suchen.

  7. Eine Frage bleibt bei diesem Artikel offen. Aus welchem Material wurde das Haus von diesem Drucker gebaut. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das die heute gebräuchlichen hoch spezialiserten Materialien von einem Drucker in kürzester Zeit geschaffen und verarbeitet werden können. Es handelt sich also wahrscheinlich um ein Haus das vollständig aus Kunststoff geschaffen wurde. Wer möchte darin schon wohnen. Also wiedereinmal viel Geschrei um nichts.

    1. Wenn der Preis stmmt, sind die Materialien bei Neubauten nicht so wichtig. Früher Asbest, heute Styropor…..stört doch keinen. Wer verwendet heute schon alternative Baustoffe wie z.B. Lehm oder Hanf? Viel zu teuer, leider. Und wenn das Druckerhaus die halbe Lebenszeit eines konventionellen Passivhauses (Lebensdauer gerade mal 30 bis 50 Jahre, je nach Bauweise, hat…also bitte spät bauen, damit man im Alter nicht in einem windigen Schuppen lebt) bei einem Bruchteil der anfallenden Kosten hat….alles supi, oder?
      Bei unseren jetzigen und vom Staat geförderten VWS Styroporfassaden wird immer vorgerechnet, wie hoch doch die Heizkostenersparnis sein würde, und in welch kurzer Zeit sich diese Massnahmen remunerieren würden…..nur was den nachkommenden Generationen so an Entsorgungskosten dieser absoluten Problemstoffe entstehen werden…?
      …so gesehen hat das Druckerhaus in Zeiten wie diesen absolutes Potential, leider halt.

    2. Die Frage wird doch im Video beantwortet: „concrete mixture that is used as the ink“, bzw. „geopolymer concrete“. Durchaus „hoch spezialisiert“, aber ansonsten stinknormaler Beton, wie er auch in konventionellen Gebäuden verwendet wird.
      Wenn ich im Baugewerbe tätig wäre, würde ich mir vielleicht lieber doch Gedanken machen…

  8. Avatar
    durchschnittsmensch

    … nun ja … ~10 scheine für ne hütte (so man über die fläche verfügt) wären bei ~20 jahren nutzbarkeit ein sensationeller preis … evtl. noch einen bauähnlichen abrißroboter fürs recycling …
    zu den jobs :
    fachkräfte (instandhaltung) in geringer anzahl wird es immer geben
    UND
    sooo unbekannt ist das thema nicht (nur weil es wieder mal in MSM nicht großartig erwähnt wird) ! … schaut nach clips von
    RICHARD DAVID PRECHT

  9. Guten abend, die Tendenz der oberen Aussagen ist doch fast schockierend. Seit irgendwelchen Neanderthaler oder so das Rad erfunden hat, arbeiten wir Menschen daran uns das Leben zu vereinfachen in dem wir Schwerstarbeit mit Hilfsmitteln leichter machen. Uhr, Kompass, Segeltuch, Dampfmaschine, Elektrizität, Verbrennungsmotoren, Digitale Technik, usw. sind alle mit offenen Armen empfangen. Den Ingenieuren, Tüflter, Techniker und alle kreative Seelen sei Dank! Ich helfe fleißig mit.
    Wer eine andere Meinung hat, kann bei mir ein Bambuzweig abholen, „sein ganzes Gepäck“ abgeben (auch Smartphone) in den Wald gehen, sich sein Abendessen besorgen und über mich schimpfen da ich Ingenieur bin, mich das gut bezahlen Lasse und im Haus lebe mit intelligente Heizung und viele tolle Sachen mehr.
    Nun ist auf einmal der Hausbaurobot ein Schritt zu weit? Geht ihr morgen alle Barfuss zu Fuss zu Arbeit?
    Das ich nicht lache.

  10. Ob die Maschine ein Erfolg wird, wird die Markt entscheiden. Ob die Materialien die benützt werden gut oder schlecht sind für die Umwelt, entscheiden wir als Konsument. Vermutlich ist mit „billig“ viel zu erreichen, sonnst wären viele andere Branchen auch nicht erfolgreich mit umwelt-un-freundlichen Produkten.
    Solange der Menschheit besteht, haben Produkte die eine Zunahme der Bequemlichkeit ermöglichen, sich in der Regeln durchsetzen können.
    Sogar Beispiele satt von fragwürdigen Produkten.
    Bin immer noch erstaunt wieso der Baurobot auf einmal so eine Aufmerksamkeit kriegt.

  11. Ach wie hat man über die Roboter in der Autoindustrie geheult und gejammert…..

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