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Solo-Selbständige: Das programmierte Desaster nimmt seinen Lauf

Claudio Kummerfeld

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am

Musiker sind oft klassische Solo-Selbständige

Hunderttausende Solo-Selbständige haben in der Coronakrise den Kürzeren gezogen. Sie stehen im Regen, aber so richtig. Gerettet werden Lufthansa und Co mit Milliarden, sogar als Eigenkapitalbeitrag. Aber halt. Haben die Selbständigen nicht auch Zuschüsse bekommen? Mehrere tausend Euro gab es doch sogar sehr schnell und unbürokratisch. Das stimmt. Nur kommt so langsam die Quittung für die (verständliche) Naivität bei vielen Selbständigen, dass der Staat unbürokratisch helfen würde. Sehr viele Solo-Selbständige arbeiten von zuhause aus, oder arbeiten mit dem, was sie mit Hände Arbeit tun können (Masseure, Sänger, Tontechniker, sonstige Künstler uvm). Wir reden nicht über ein paar Leute, sondern über hunderttausende Menschen, die unsere Dienstleistungsindustrie und den gesamten Kulturbereich zu guten Teilen am Leben halten – bis jetzt zumindest.

Zuschüsse und Überbrückungshilfen eine Farce für viele Solo-Selbständige

Aber so wie es derzeit läuft, werden für sehr viele Solo-Selbständige die Lichter in den nächsten Wochen oder Monaten ausgehen. Denn, was viele Nicht-Betroffene gar nicht wissen: Selbständige dürfen die erhaltenen staatlichen Zuschüsse nur für ihre Betriebskosten aufwenden. Lebenshaltungskosten und private Mietkosten, die für sehr viele der Betroffenen einen Großteil ihrer Gesamtkosten ausmachen, zählen nicht dazu. Sie werden oft von Behörden daran erinnert, dass Rückzahlungen getätigt werden müssen für gezahlte Zuschüsse, die nicht verwendet werden können. Wer also ohne genau hinzuschauen (aus der Not heraus) in den letzten Monaten die staatlichen Zuschüsse für Essen und Miete verfeuert hat, darf demnächst womöglich Privatinsolvenz anmelden, oder irgendwo versuchen einen Kredit zu bekommen, damit er dem Staat Geld zurück überweisen kann.

Es kommt aber noch besser. Wo in der Politik diese Problematik längst angekommen sein dürfte, tritt Besserung ein? Mitnichten. Es gibt neue Hilfsprogramme des Bundes (siehe hier die Details). Neue Anträge für die 1. Phase der Überbrückungshilfe (Fördermonate Juni bis August 2020) sind bis zum 30. September 2020 zu stellen. Die 2. Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Und auch hier weist das Bundeswirtschaftsministerium explizit darauf hin, dass Solo-Selbständige wie auch sonstige Selbständige solche Hilfen nicht für ihre wichtigsten Ausgabenblöcke nutzen dürfen (hier exakte Details, was geht und was nicht). Zitat Bundeswirtschaftsministerium:

Kosten des privaten Lebensunterhalts wie die Miete oder Zinszahlungen für die Privatwohnung (mit Ausnahme von anteiligen Kosten für ein Arbeitszimmer, falls dieses 2019 bereits steuerlich geltend gemacht wurde), Krankenversicherungsbeiträge sowie Beiträge zur privaten Altersvorsorge werden nicht durch die Überbrückungshilfe abgedeckt. Damit auch insofern die Existenz von Unternehmensinhaberinnen und -inhabern, Freiberuflern und -beruflerinnen sowie Soloselbstständigen nicht bedroht ist, wurde der Zugang zur Grundsicherung (SGB II), vereinfacht. Diese Regelung wurde bis zum 30. September 2020 verlängert.

Auf gehts Richtung Hartz4

Es bleibt also knallhart dabei. Staatliche Hilfen sind in der Realität für Konzerne, große und mittelgroße Unternehmen reserviert. Solo-Selbständige dürfen sich, wenn sie bei totalen Verdienstausfällen nicht verhungern wollen, Richtung Jobcenter begeben und Hartz4 beantragen. Und auch hier gilt (wie sollte es anders sein): Wer mit einem Lebenspartner zusammen wohnt, wird wohl gar kein Hartz4 erhalten, weil der Partner ja Geld verdient. Der soziale Abstieg ist vorprogrammiert. Hunderttausende Spezialisten, Künstler und angesehene Experten in ihren Fachgebieten könnten vom Markt dauerhaft verschwinden, weil sie nun anderweitig ihr Geld verdienen müssen. Bleibt von Kunst, Kultur und einigen sonstigen Dienstleistungen nach der Krise nicht mehr viel übrig? Auf jeden Fall könnten sehr große Löcher übrig bleiben, wenn Solo-Selbständige sich beruflich völlig umorientieren müssen – weil der Staat quasi alles rettet, außer diese Personengruppe, die auch ein wichtiger Teil der Volkswirtschaft ist – nur offenbar ohne jegliche Lobbygruppe in Berlin! Sehr anschaulich wird die aktuelle Lage für viele Selbständige auch im folgenden aktuellen Video von Spiegel TV aufgezeigt.

Wichtig für Solo-Selbständige ist, dass sie am besten bei ihren zuständigen Behörden auf Länderebene nachfragen sollten, ob und wie viel ihrer schon erhaltenen Zuschüsse sie eventuell zurückzahlen müssen, wenn sie extrem geringe Betriebskosten haben! Laut Bundesagentur für Arbeit ist im zweiten Quartal übrigens die Zahl der Selbständigen (einschließlich mithelfender Familienangehöriger) gegenüber dem Vorjahr um 140.000 gesunken. Man darf vermuten, dass diese Zahl im dritten und vierten Quartal ansteigt, aufgrund dieser grandiosen (Satire) Hilfsregelung der Bundesregierung.

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    asisi1

    11. September 2020 16:38 at 16:38

    Selbstständigkeit ist in diesem Staat nicht so wie es eigentlich sein sollte!
    Man wird von allen Seiten gegängelt. Es ist der Staat mit vielen Steuern und Abgaben, die man zwangsweise leisten muss. Dann kommen noch die anderen Zwangseintreiber, wie Krankenkassen, Berufsgenossenschaften , Handwerksrolle hier und da , Versicherungen aller Arten etc.
    Da bleibt einem nicht viel Spielraum. Und das schlimmste dabei ist, man würde auch ohne diese Parasiten arbeiten können, nur diese Parasiten würden nicht überleben!

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      RICKY Trapp

      16. Oktober 2020 07:05 at 07:05

      Sehr sehr geiler Kommentar…ich hoffe einer von diesen Vollofosten da oben liest ihn…

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    Axel

    11. September 2020 19:14 at 19:14

    Seit 2015 gibt es doch kulturelle Bereicherung völlig Gratis, daß macht doch unsere Soloselbsständigen überflüßig.
    Waren die Künstler nicht die Ersten, die nach humanitärer Hilfe und sich für unbegrenzte Aufnahme von Migranten eingesetzt haben?
    Sollen die doch jetzt von Hartz IV leben, während für jeden unbegleiten Minderjährigen Flüchtling 5.000,-+ locker gemacht werden.
    Sorry für den bitteren Zynismus, aber es macht mich fassungslos, wie selbstverleugnerisch und unterwürfig sich unsere Gesellschft gegenüber der Staatsmacht gebahrt…

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      zacki

      13. September 2020 02:17 at 02:17

      Solange Deutschland Menschen in Not aufnimmt, lebe ich lieber von Hartz IV oder mache irgendeinen Job. Uns geht es immer noch verdammt gut und wir können absolut nichts dafür, in Deutschland geboren zu sein. Das war reiner Zufall. Sein Sie mal ein bisschen Empathisch und versuchen Sie sich in die Lage Schutzsuchender zu versetzen.
      Außerdem denke ich nicht, dass das eine mit dem anderen was zu tun hat.

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        Axel

        13. September 2020 10:46 at 10:46

        @Zacki
        Das ist mir zu simpel. Menschen in Not kann man auch vor Ort helfen. Viele kommen auch aus wirtschaftlichen Gründen und reisen durch sichere Länder.
        Integrationswille und Deutschkenntnisse auch seit Jahren: mangelhaft.
        Keine Woche vergeht mehr ohne Massenschlägereien und brutale Überfälle in meiner Stadt (NRW 250.000 Einwohner). Wo ist ihre Empathie mit den Bewohnern unseres Landes???

        Ja, wir können nichts dafür, in Deutschland geboren zu sein. Aber wir sollten dieses tolle Land auch verteidigen! Eine der größten Errungenschaften war für mich die Befreiung von den Religionen, dem Aberglauben an einen „Lieben Gott“. Auch die Gleichberechtigung der Frau hat für mich einen hohen Wert. Letztens am Baggersee: Muslimische Männer genießen den Badespaß, dick vermummte Frauen bedienen den Grill…Mittelalterspiele mitten in Deutschland. Lassen Sie sich das ruhig als kulturelle Bereicherung verkaufen.
        Muslimisch geprägte Infrastruktur (Damaskus Grill, Shisha Bar, Barber Shop..) bestimmt auch immer mehr unser Stadtbild (Nur Männer als Gäste)…Für mich persönlich ein Verlust einer kulturellen Identität und liberalen, aufgeklärten Gesellschaftsordnung.

        Und die Metalität vieler Einwanderer? Lesen Sie beispielsweise das Buch von Jörg Sator (Essener Tafel) – Schicht im Schacht…Definitiv kein Rechter, sondern ein Sozi!
        Irgendwann, wenn die muslimische Gemeinde eine gewiße Anzahl erreicht hat, wird es zu sozialen Konflikten in Deutschland kommen!!! Um so homogener eine Gesellschaft, desto weniger soziale Spannungen. Ist das kein Wert, den es zu beschützen gilt?

        Mich macht es traurig, wenn die Errungenschaften der Frauenbewegung, ebenso wie die Säkularisation und vieles Andere wieder rückabgewickelt werden.
        Die Konfliktherde des Nahen Ostens und Afrikas sind allesamt ethnischer und religiöser Natur. Und genau das züchten wir uns jetzt hier.

        Und toll, daß Sie gerne von Hartz IV leben wollen. Aber wie lange hält unser Sozialsystem die Integration noch aus, oder wollen Sie mit 60% Sozialbgaben bis 75 Jahren arbeiten?

        Mir ist es egal, welche Hautfarbe jemand hat,oder aus welchem Land er kommt, aber ich lass mir nicht erzälen, daß es die „Humanität“ und die „christliche Nächstenliebe“ gebieten, hunderttausende von Menschen aufzunehmen, die ihre Pässe wegschmeißen, mehrfach Sozialbetrug begehen, sich der Arbeit verweigern oder hier sind, um mit Drogen zu dealen.
        Das ist für mich ein Umdeuten, ein Mißbrauch, ein Kapern der Begriffe, welche die Grundwerte unserer Gesellschaft sind! Seien Sie Wach und lassen sie sich nicht von der Rhetorik verführen!

        Und ja, es macht mich traurig, daß unsere Kulturschaffenden am ausgestreckten Arm hängengelassen werden und das Ausbreiten der muslimishen Kultur immer mehr protegiert wird.

        Das ein Großteil der Bevölkerung durch perfides rhetorisches Framing in eine Richtung gelenkt werden, ist ein Anderes Thema und hätte ich nach den Erfahrungen im 3 Reich so nicht für möglich gehalten.

        Aber der deutsche Michel kriecht halt immer noch mit einem befriedigendem Wohlgefühl der Obrigkeit unterwürfig in den Allerwertesten, um sich am Jahresende mit Lob für seinen Kadergehorsam von ganz Oben zu belohnen…

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      Abrantes

      14. September 2020 16:33 at 16:33

      Das würde ich auch so sehen,100% Zustimmung! Träumer werden anderer Meinung sein.

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    Uta Schmitz-Esser

    11. September 2020 21:39 at 21:39

    Der Artikel bringt es voll auf den Punkt. Eine Farce ist diese Soforthilfe. Laut FAQs war es ja anfangs ganz anders gedacht, „Natürlich sollten Soloselbstständige davon ihren Unternehmerlohn nehmen dürfen“ – dieser Satz verschwand am 2. April schnell aus der Liste des Ministeriums. So viel ich weiß gibt es in Deutschland die Pflicht, sich krankenzuversichern. Und, wie macht man das nun? Hartz 4 kann nur der beantragen, der konventionell für seine Rente vorgesorgt hat. Alle anderen, die in Fonds und Immobilien investiert haben sollen das Geld bis auf 60.000 Euro aufbrauchen. Dafür bekommt man dann im Alter noch eine Rente von geschätzten 150 Euro. Da rollt eine Welle von Altersarmut auf den Staat zu, der teurer kommen wird, als jetzt den Menschen die Krankenversicherung und Miete zuzugestehen. Politiker! Denkt mal über den Tellerrand hinaus!!!

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    Michael

    11. September 2020 23:03 at 23:03

    @Claudio Kummerfeld

    Mir erscheint es etwas verwunderlich, warum man die seit April für jedermann allseits bekannten und überall kommunizierten Tatsachen fast ein halbes Jahr später als Aufhänger für die große und nicht-betroffene, uninteressierte Masse verwendet:
    „Denn, was viele Nicht-Betroffene gar nicht wissen: Selbständige dürfen die erhaltenen staatlichen Zuschüsse nur für ihre Betriebskosten aufwenden. Lebenshaltungskosten und private Mietkosten, die für sehr viele der Betroffenen einen Großteil ihrer Gesamtkosten ausmachen, zählen nicht dazu“.

    Warum haben Sie nicht bereits im April darüber berichtet, als das Thema noch heiß war und allseits von den Betroffenen lebhaft diskutiert wurde? Übrigens auch hier auf FMW.

  5. Pingback: Meldungen, Nachrichten und aktuelle Videos vom 12.09.2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Nur so nebenbei

    12. September 2020 11:49 at 11:49

    @ Michael, wäre auch an ihnen als Unternehmer gelegen auf diese spezifischen Probleme hinzuweisen.
    FMW kann nicht über Alles in die Tiefe informieren.Meines Wissens waren sie doch kürzlich auch ein grosser Unterstützer eines berüchtigten Posters der z.B. die Insolvenzverschleppung nicht wahrhaben wollte.

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      Michael

      13. September 2020 12:24 at 12:24

      @Nur so nebenbei
      Nur mal so nebenbei, habe ich mindestens zwei Mal in der aktuellen Phase dieser Maßnahme, also von April bis Juni, auf die Fallstricke und Fehlkonstruktionen dieses „Hilfs“paketes hingewiesen.

      Die FMW findet die Zeit, etwa alle zwei Wochen mehr oder minder das Gleiche über Insolvenzverschleppung und Zombiefizierung zu schreiben, ohne in den jüngeren Artikeln wirklich neue und weiterführende Erkenntnisse anzuführen. Da hätte man mit entsprechendem Willen sicher auch einen Artikel zur Corona-Soforthilfe in dem betreffenden Quartal geschafft. Ganz sicher.

      Und um es nochmals klarzustellen: Ich finde den Artikel gut und verstehe einzig nicht, dass dieses Thema erst ein halbes Jahr später angesprochen wird. Man soll das Eisen doch schmieden, solange es heiß ist.

      Dass ich die sog. „Insolvenzverschleppung“ angezweifelt haben soll, kann ich mir nicht vorstellen. Da müssten Sie mir schon einen Beleg liefern. Ich hatte einzig einmal die Frage in den Raum gestellt, warum Soloselbständige und Kleingewerbetreibende oder Künstler ihr Gewerbe abmelden sollten, da es ihnen keine Nachteile verschafft, das Gewerbe angemeldet zu lassen und die weitere Entwicklung abzuwarten. Und dass für diese Gruppe ohnehin noch nie eine gewerbliche Insolvenzantragspflicht bestanden hat. Ganz im Gegenteil bin ich überzeugt, dass aufgrund der Pandemiemaßnahmen einige Pleiten im Tourismus- und Gastro, Kultur- und Eventgewerbe anstehen.

      Sie sollten etwas weniger Schwarz-Weiß-Malen. Ich habe Sie schon einmal darauf hingewiesen, dass man verschiedene und möglichst weit gestreute, differenzierte Blickwinkel auf ein Thema bevorzugen sollte. Ich finde diesen Artikel inhaltlich gut, aber schlecht getimt (ist das nun schwarz oder weiß?). Ich befürchte ebenfalls einiges an zukünftigen Insolvenzen in besonders betroffenen Branchen, habe den „berüchtigten Poster“ aber im besten Falle dahingehend unterstützt, dass ich ihm wie jedem ein Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit zugestanden habe, ohne dabei explizit seine Ansichten zur „Insolventverschleppung“ zu teilen (schwarz oder weiß?).

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    thinkSelf

    12. September 2020 12:11 at 12:11

    Ich muss sagen, das sich mein Mitleid da in erheblichen Grenzen hält. Gerade der Kulturbereich war es doch der seit Jahrzehnten öko-marxistische Weltbilder bejubelt hat.
    Dann folgte die Wahnwelle des Corona Hoax, bei dem auch alle schön die Regierungen bejubeln.

    In Italien und Spanien wird diesen Winter die Wirtschaft weitgehend kollabieren. Denn bei denen hängt die Wirtschaft am Tourismus. Und da fehlt dann nicht nur der Sektor selbst, sondern auch alles was daran hängt. Da wird dann nicht mehr gebaut, da werden keine Fahrzeuge mehr benötigt und selbst Kassensysteme lassen sich dann nicht mehr absetzen.

    Nach aktuellen Angaben sind in Italien bereits 60.000 Betriebe platt. Mindestens 400.000 werden den Winter nicht überleben, wenn nicht ALLE Maßnahmen aufgehoben werden. Und selbst dann wird ein Teil das nicht überleben.

    Europas Bevölkerung hat geschrien „Wir wollen wieder ins Mittelalter“ und die Politik liefert wie bestellt.

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      Columbo

      13. September 2020 12:00 at 12:00

      @Thinkself

      Und da gibt es Zeitgenossen, die von zeitnaher Inflation oder gar Hyperinflation träumen.

      • Avatar

        Quintus

        14. September 2020 10:16 at 10:16

        @Columbo
        Eine sehr interressante Sicht auf die kommende (Hyper) Inflation wurde bereits vor 3 Monaten von Prof. Dr. Rieck im Gespräch mit Dr.Sauer auf finanzmarktwelt diskutiert:
        https://finanzmarktwelt.de/inflation-was-sie-ueber-die-geldentwertung-wissen-sollten-171973/
        Dürfen wir uns dieser Sichtweise verschließen?
        Mit freundlichen Grüßen
        Quintus

        • Avatar

          Columbo

          14. September 2020 12:11 at 12:11

          @Quintus

          Ist für mich Normalsterblichen ein ewiges Dilemma: Vor zwei Wochen schrieb Claudio Kummerfeld, daß die „Inflation gar nicht erst anspringt“, heute schreibt Wolfgang Müller, daß sie „unausweichlich“ sei.
          Auch wenn man berühmteren Zeitgenossen zuhört ist es dasselbe: Hundertdreiundsechzig sagen massive Inflation voraus und hundertdreiundsechzig das Gegenteil.
          Selber denken ist natürlich die Idee. Aber auch da: 1000 Argumente für Inflation, 1000 dagegen.
          Am besten nicht beachten und gut streuen!

  8. Avatar

    Martin1

    12. September 2020 18:44 at 18:44

    Stimmiger Artikel!

    Ich denke mal, dass hunderttausende Soloselbstständige das nächste mal anders als CDU/CSU/SPD wählen werden!

    Falls nicht, wäre denen nicht mehr zu helfen.

    BTW: Grün kommt auch nicht in frage, denn die setzen auf einen aufgeblähten Staat und rekrutieren viele ihre Wähler(innen) aus dem öffentlichen Dienst und anderen staatsnahen Institutionen.

    • Avatar

      Han Solo

      13. September 2020 20:39 at 20:39

      @Martin1, viel bleibt da nicht mehr übrig. Nur noch die vier Li’s: Liberale, Libertäre, Linke und Lieber nichts von alledem. Das ist eine traurige Auswahl, die Sie uns da anbieten. Die Soloselbständigen werden auch letztes Mal schon kaum CDU/CSU/SPD gewählt haben, weil sie von diesen Parteien seit jeher ignoriert und an der Nase herumgeführt wurden.

      • Avatar

        W. Tell

        14. September 2020 14:18 at 14:18

        Bitte denkt mal außerhalb des Parteiensystems. Das sagt doch schon das Wort Partei, daß das Volk gespalten werden soll, damit alle von den Parteien angebotenen Lösungen innerhalb des zugelassenen Rahmens im Sinne der Herrschenden bleiben.
        Wir brauchen eine neue Verfassung, die das Parteiensystem abschafft und durch Direktwahlen ersetzt.

        Die Verfassunggebende Versammlung ist da und wartet auf das Volk.

        • Avatar

          T. Well

          15. September 2020 22:28 at 22:28

          @W. Tell, eine interessante und spannende Interpretation, die Sie uns da für das Wort Partei liefern. Vermutlich vom angelsächsischen Begriff „Partition“ abgeleitet, was allerdings in dem Zusammenhang fragwürdig bis genau genommen falsch ist. Siehe auch lateinisch partitio, zu: partiri.

          Unabhängig davon, stellen wir uns vor, 80 Millionen von West bis Ost, von Nord bis Süd wählen ihre politischen Helden direkt. Nach ein bis zwei Jahren Einarbeitung in die Materie und gleichzeitige Beackerung durch Lobbyisten stellt sich heraus, dass ein Direktkandidat aus Berlin, Hamburg, Dresden, München, Köln oder Stuttgart doch nicht der Richtige war und mit mehr Macht und weniger Kompetenz ausgestattet wurde, als ihm gut tut und seine Wähler erwartet hatten.
          Stellen wir uns weiter vor, verschiedene Ressortfürsten wie Innen- und Außen-Herzog, Wirtschafts-Graf und Arbeits-Baron machen sogar jeweils ein jeder für sich einen guten Job, blockieren und lähmen sich wegen ihrer widersprüchlichen Interessen aber ständig selbst.
          Müssen dann 80 Millionen ständig neu direkt wählen?

          Diese Art direkter Demokratie mag in einem opportunistischen, seit jeher profitierendem und neutral-flexiblen Zwergenstaat mit fast so viel Kühen, wie Bankern, im Herzen der Alpen funktionieren, wo die halbe Welt der Milliardäre ihre Schwarzgelder deponiert und für automatisierten Wohlstand sorgt. Aber bei 80 Millionen nützlichen Idioten, Linsenfressern, Dummeseln und Autonarren wird die Sache, schon rein mathematisch etwas komplizierter.

          Und wer ist übrigens die Verfassunggebende Versammlung, die da irgendwo ist und auf das Volk wartet?

    • Avatar

      Martini geschüttelt

      18. September 2020 01:08 at 01:08

      @Martin1, Hunderttausende Soloselbständige haben am Wochenende bei den Kommunalwahlen in NRW gezeigt, wohin die Reise gehen wird. Denen ist zu helfen, denn sie helfen sich selbst.

  9. Avatar

    Wirtschafts- Waiser

    13. September 2020 13:29 at 13:29

    @Martin1 , also nur links kann Wirtschaftsprobleme lösen. Linke können nur Geld verteilen,dass andere erarbeiten.

    • Avatar

      Martini gerührt

      18. September 2020 01:24 at 01:24

      @Wirtschafts- Waiser, kennen Sie den Unterschied zwischen Waisen und Weisen? Wären Sie weise, würden Sie verstehen, dass @Martin1 auf AfD oder FDP hofft. Die Hoffnung stirbt zuletzt, wurde aber leider in NRW von der Realität mal wieder grausam überrollt. Und ist mal wieder eine Waise.

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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