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Tag der Zinsentscheidungen – sieben Notenbanken haben entschieden, eine steht noch aus

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Erst hat gestern die Fed den Leitzins um 0,25% gesenkt. Und heute hagelt es geradezu Zinsentscheidungen diverser Notenbanken. Heute früh hat die Bank of Japan verkündet ihren Leitzins bei -0,10% zu belassen. Damit klebt er nun seit drei Jahren auf genau diesem Niveau.

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source: tradingeconomics.com

Brasilien hat heute Nacht den Leitzins um 0,50% auf 5,50% gesenkt. Vorher war das schon ein historisches Tief. Und so gibt es jetzt ein weiteres historisches Tief bei Zinsen in Brasilien.


source: tradingeconomics.com

Indonesien hat heute um 0,25% auf 5,25% gesenkt. Südafrika hat gestern Abend den Zinssatz (relativ unbemerkt im Schatten der Fed) um 0,25% auf 6,50% gesenkt. Taiwan hat heute früh beschlossen den Leitzins unverändert zu belassen. Tja, und Norwegen? Dort lebt man ja dank des Öl- und Gas-Reichtums und einer relativ kleinen Bevölkerungszahl in einer kleinen Käseglocke. Dort hat die Notenbank heute früh den Leitzins sogar erhöht, um 0,25% auf 1,50%. Die Notenbanker in Oslo begründen dies damit, dass das Inflationsziel fast erreicht ist, und dass die norwegische Wirtschaft weiter solide laufe. In den letzten 12 Monaten hat Norwegen damit den Leitzins von 0,5% auf 1,5% angehoben!


source: tradingeconomics.com

Die Schweizerische Nationalbank verkündete heute früh den Leitzins unverändert bei -0,75% zu belassen. Damit hat sich die Zinsdifferenz zur Eurozone dank der jüngsten Zinssenkung der EZB um 0,10% verringert.

Heute um 13 Uhr deutscher Zeit verkündet die Bank of England den Leitzins für Großbritannien. Die Erwartungen liegen bei einer Beibehaltung des aktuellen Niveaus von +0,75%.

Was sagt uns diese Auflistung von Entscheidungen? Vor allem Schwellenländer senken ihre Zinsen spürbar.

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Leonhard Fischer: “Die Märkte sind abgeschafft”! Interview mit Markus Fugmann

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Leonhard Fischer war Vorstand bei der Dresdner Bank und bei der Allianz – derzeit ist er Vorsitzender des Anlageausschusses beim “Zukunftsfonds“. Fischer ist ein Freund klarer Worte – und das stellt er in dem folgendem Interview mit Markus Fugmann eindrucksvoll unter Beweis!

“Es gibt keine Märkte mehr”, sagt Leonhard Fischer – eine Preisfindung über Angebot und Nachfrage finde auch an den Aktienmärkten nicht mehr statt. Da alle anderen Mätkte durch die Notenbanken manipuliert seien, würden die Investoren geradezu in die Aktienmärkte gezwungen. Aufgrund dieses Zwangs wiederum spielten Bewertungen an den Aktienmärkten im Grunde gar keine Rolle mehr.

Die Zinsen sind nun unter der Inflation – wodurch sich die Kreditaufnahme rentiere. Priveligiert sei, so Fischer, wer Zugang zu Krediten habe, ob auf staatlicher Ebene (Deutschland mit unbegrenztem Kreditzugang), oder auf persönlicher Ebene (Beamte, Vermögende etc.). Die anderen, die diesen Zugang nicht hätten (kleine Unternehmen; Geringverdiener), würden dagegen die Zeche bezahlen. Das habe aber nichts mit Leistung zu tun, so Leonhard Fischer.

Leonhard Fischer sagt: wir haben einen Paradigmenwechsel, der sich durch folgende Punkte definiere:

1. Cash ist Trash

2. Es gibt keinen Markt mehr (Angebot und Nachfrage), auch die Börse ist das nicht mehr

3. Pleite gehen ist nur noch für kleine Unternehmen und Normalbürger erlaubt, nicht aber für große Investoren (die Fed zuckte und reagierte schon nach zwei Wochen fallender Märkte – statt Investoren, die überhebelt waren, eben pleite gehen zu lassen)

4. Die arbeitende Mittelschicht sei der große Verlierer, die Vermögenden die Gewinner, die von Transferleistung Lebenden dagegen würden sogar eher leicht profitieren

Leonhard Fischer spricht in folgendem Video auch über die Strategie des “Zukunftsfonds”, der sich nach eher schwachem Start in der Coronakrise sehr gut geschlagen hat. Fischer glaubt nicht an die klassischen Risikomodelle  der Banken (die Algorithmen stammten, so Fischer, aus dem 20.Jahrhundert) – und hat in Sachen Risikomanagement einen ganz eigenen, hochinteressanten Ansatz.

Sehen Sie hier die extrem dichten Aussagen eines der besten Denkers im deutschen Finanzspektrum:

Leonhard Fischer über die Abschaffung der Märkte

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Gleitende Durchschnitte und Moving Averages einfach erklärt

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Der Gleitende Durchschnitt (GD) – auch Moving Average genannt – ist ein Indikator der technischen Analyse. Er berechnet sich fortlaufend aus dem Durchschnitt eines Kurses über eine festgelegte Zeitperiode. Der Durchschnitt bzw. das Gleiten, kommt dadurch zustande, dass sich sein Wert mit jeder Kursveränderung der fortlaufenden Periode anpasst. In einem Candlestick-Chart (Kerzenchart) fallen immer die aktuellsten Kerzen in die vorher festgelegte Periode. Die beiden bekanntesten Gleitenden Durchschnitte sind der „einfache Gleitende Durchschnitt“ (Simple Moving Average – SMA) und der „exponentielle Gleitende Durchschnitt“ (Exponential Moving Average – EMA). Eine der Hauptaufgaben des Indikators ist es einen Trend darzustellen und das Rauschen der Preisschwankungen auszugleichen. Sollte der Kurs eines Wertpapiers über dem gewählten gleitenden Durchschnitt notieren, dann kann man das als ein bullisches Signal werten. Konträr dazu handelt es sich um ein bärisches Signal, wenn der Kurs unter dem Durchschnitt notiert. Auf den Gleitenden Durchschnitten basieren viele Handelsstrategien, insbesondere für Trendmärkte.

Eine Ausweitung der Zeitperiode hilft dabei die Kursverläufe mehr und mehr zu glätten. Dadurch erhält man ein klareres Bild, um die Trends besser zu erkennen. Die Zeitperioden können ganz unterschiedlich sein. Die am häufigsten verwendeten Periodenlängen liegen bei 20, 50 und 200. Die Perioden können sich auf Minuten, Stunden, Tage, Wochen und Monate beziehen. Es kommt ganz darauf an in welcher Zeiteinheit man handelt. Auf den größeren Zeitebenen, z.B. auf Tagesbasis, spielen der 50 und 200 (SMA50 + SMA200) Tagesdurchschnitt eine große Rolle. Viele Käufer und Verkäufer – Institutionelle wie auch Privatanleger – beobachten diese Gleitenden Durchschnitte und platzieren dort gerne ihre Orders.

Handelsstrategien auf Basis von Gleitenden Durchschnitten

Die Gleitenden Durchschnitte sind die Basis zahlreicher Handelssysteme. Sie können unterschiedliche Handelssignale ausweisen. Wie bereits erwähnt, zeigt der Moving Average zunächst einmal an, in welche Richtung sich der Trend bewegt. Umso kleiner die Periode, umso volatiler bewegt sich die GD-Linie. Ein SMA20 bewegt sich wesentlich schneller als der SMA200. In einem vereinfachten Beispiel kann der 200-Tagesdurchschnitt die Überhitzung eines Kurses andeuten, sollte sich der Kurs sehr weit von der Durchschnittslinie entfernen. Dann kann es passieren, dass der Kurs wieder an den GD-Linie zurückläuft.  Auf der anderen Seite kann er aber auch als Widerstand und Unterstützung dienen.

In den meisten Handelsstrategien werden mehrere Gleitende Durchschnitte miteinander kombiniert. Dabei gibt es keine Standard-Kombination, sondern ist es abhängig von der Zeiteinheit in der gehandelt wird und dem Handelsstil des jeweiligen Traders. Durch das kreuzen der unterschiedlichen Moving Averages kommen die Signale zustande. Kleine Perioden geben schnellere Signale, liefern dabei aber auch mehr Fehlsignale. Wobei sich große Perioden träge bewegen und weniger Signale auslösen. Die meisten Strategien der Gleitenden Durchschnitte beziehen sich auf Trendmärkte. In Seitwärtsmärkten ist die Gefahr von Fehlsignalen erhöht. Der jeweilige Händler sollte die unterschiedlichen Kombinationen auf verschiedenen Zeitebenen testen, um die für sich und seinen Handelsstil besten Signale zu erhalten.

Gleitende Durchschnitte - Moving Average: leicht erklärt

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USA: Fed-Bilanz, Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung im Vergleich

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Die Zentrale der Fed in Washington DC

Wie auch in Europa, so wird in den USA in gigantischem Ausmaß gedruckt, gepumpt und verschuldet. Hier schauen wir uns die Orgie des frischen Geldes mal in Form von Charts an, alle seit dem Jahr 2002. Im ersten Chart sehen wir die Bilanz der Federal Reserve. Sie musste in gigantischem Ausmaß jüngst Geld drucken, um damit Staatsanleihen und viele andere Instrumente aufkaufen zu können. Die Bilanz stieg seit 2002 von gerade mal 719 Milliarden Dollar auf aktuell über 7 Billionen US-Dollar! Noch Ende Februar, kurz vor dem Start der ganzen Rettungsorgien, waren es noch 4,1 Billionen US-Dollar.

Bilanz der Fed seit dem Jahr 2002

Im Vergleich zum Wachstum der Fed-Bilanz sehen wir im folgenden Chart seit dem Jahr 2002 die Entwicklung der offiziellen Arbeitslosenquote in den USA. Damals noch bei 5,7 Prozent, stieg sie in der Spitze der Finanzkrise bis auf 10 Prozent an. Dann in den Boomjahren danach die Erholung bis auf nur noch 3,5 Prozent im Februar 2020. Was für eine Vollbeschäftigung! Ein Paradies in jeder Hinsicht? Und dann der große Knall durch die Coronakrise. Binnen weniger Wochen die Explosion der Arbeitslosigkeit auf 14,7 Prozent.

Offizielle Arbeitslosenquote in den USA seit 2002

Die US-Staatsverschuldung, die entwickelt sich völlig unabhängig von Konjunkturzyklen oder Notenbank-Bilanzen! Dies sieht man im folgenden Chart, auch seit dem Jahr 2002. Egal ob während der Finanzkrise oder danach in einem jahrelangen Konjunkturboom, wo der Staat eigentlich Gelegenheit hätte Schulden abzubauen. Die Verschuldung der US-Regierung wächst konstant weiter an, von 6 Billionen US-Dollar im Jahr 2002 auf aktuell über 25 Billionen Dollar, was hier im Chart noch nicht final aktualisiert wurde. Die nächsten Monate wird diese Zahl wohl deutlich anwachsen, aufgrund der Rettungsmaßnahmen in Folge der Coronakrise.

US-Staatsverschuldung seit 2002 wächst kontinuierlich an

Aber zum Schluss nochmal zurück zur Arbeitslosigkeit in den USA. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung seit den 1950er-Jahren. So erkennt man besser die aktuelle dramatische Lage!

Arbeitslosigkeit in den USA seit den 1950er Jahren
Charts: St. Louis Fed

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