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Target2-Forderungen der Bundesbank steigen wieder stark – und keiner redet darüber..

FMW-Redaktion

Es ist still geworden um die Euro-Krise. Niemand spricht mehr von Griechenland, obwohl sich dort das Wiederaufkochen der Krise aus dem Sommer abzeichnet und der Aktienmarkt crasht, die Anleihemärkte nervös werden und höhere Risikoprämien für griechische Anleihen verlangen. Niemand redet derzeit auch auch über den starken Anstieg der Target2-Forderungen der Bundesbank im November, die auf genau 592.517.644.795,19 Euro gestiegen sind, wie die Bundesbank auf ihrer Homepage vermeldet.

Das ist im Vergleich zum Vormonat Oktober einer der größten Anstiege der letzten Jahre. In den letzten Monaten schwankten die Target2-Forderungen der Bundesbank meist um den Bereich von 560 Milliarden Euro, im Oktober waren es 562 Milliarden Euro (eine gute Übersicht über die Entwicklung der Traget2-Forderungen der Bundesbank finden Sie hier). Und dann der plötzliche Sprung im November auf über 592 Milliarden Euro – was ist da los?

Um ehrlich zu sein: wir wissen es nicht. Aber man kann vermuten, dass das mit der erneuten Zuspitzung der Krise in Griechenland zusammen hängt. Fakt ist: wenn die Target2-Forderungen der Bundesbank zunehmen, ist das ein Beleg dafür, dass sich die Kapitalströme wieder in Richtung Deutschland als vermeintlich sicherem Hafen intensivieren. Es fließt also Geld ab aus der Euro-Peripherie, hin nach Deutschland. Die EZB hat immer wieder darauf hingewiesen, dass sich die Lage beruhigt habe, weil die Ungleichgewichte, die in den Target2-Salden zu Ausdruck kommen, kleiner wurden nach der Krise 2012. Wenn nun die Target2-Forderungen der Bundesbank wieder so stark zunehmen wie jetzt in den November-Zahlen sichtbar, dann ist das ein Indiz dafür, dass es unter der Oberfläche wieder brodelt. Seit dem Sommer 2014 gehen diese Target-Forderungen der Bundesbank wieder konstant nach oben – und nähern sich Schritt für Schritt dem Hoch aus der 2012-Krise. Die aktuelle Summe von 592 Milliarden Euro ist übrigens etwa das Hundertfache Volumen des Eigenkapitals der Bundesbank..

Und noch etwas: die überschüssige Liquidität im Eurosystem ist nun auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2013. Wo aber, das fragt der Kolumnist der „Welt“ Holger Zschäpitz zurecht, ist das Geld eigentlich geblieben?

https://twitter.com/Schuldensuehner/status/675231312580648960/photo/1



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2 Kommentare

  1. Aber meine lieben Leute von Finanzmarktwelt, habt ihr denn nicht gehört, was unser Oberökonom Prof. Unsinn (HWS) dazu zuletzt gesagt hat: Alles kein Problem!!!

    Und das, nachdem er, berechtigter Weise, 2012 ein riesen Faß deshalb aufgemacht hatte. Damals tourte er noch durch die Lande und hielt deswegen einen Vortrag nach dem anderen.

    Wie kam nur dieser Sinneswandel zustande??? Hat da vielleicht jemand den Prof. zurückgepfiffen. Nein, natürlich nicht, das wäre ja ne pöse Verschwörungstheorie und damit will man ja nun überhaupt nichts zu tun haben, in diesem Land, wo ja die Wahrheitsfindung an oberster Stelle steht und unsere Mainstreammedien unermüdlich für die reinste aller Wahrheiten kämpfen…

    LG und ein schönes Wochenende

    1. Vermutlich hat „Deutschlands klügster Ökonom“ (BILD) die komplette Auflage seines wachrüttelnden Werkes inzwischen vertickt und kann das Ganze daher jetzt wieder etwas entspannter sehen.

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