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Tesla, DoorDash, Airbnb – jetzt saugt sich jeder schnell mit Geld voll

Tesla, Airbnb und DoorDash nehmen an der Börse viel Geld auf

Im diesem Artikel schauen wir auf die Aktien von Tesla, DoorDash sowie Airbnb. Die drei haben eines gemeinsam. Sie nutzen die Gunst der Stunde. Die Notenbanken fluten alles mit Geld, und verdrängen mit ihren Anleihekäufen und Nullzinsen die Investoren in Richtung riskanterer Geldanlagen, wo noch Renditen zu erwirtschaften sind. Mangels Zinserträgen kaufen Anleger Aktien und Immobilien. Und jetzt dank Impfstoff-Hoffnungen, immer neuen Rettungsprogrammen der Regierungen und Millionen neuer Kleinstaktionäre vor allem in den USA, die dieses Jahr dank Corona hinzu kamen, boomt die Börse. Geld ist im Überfluss vorhanden. Da lässt man sich nicht zwei Mal bitten.

Tesla

Schließlich weiß man ja nicht, wie lange die Party noch läuft. Niemand weiß, wann die Musik ausgeht. Bei einem plötzlichen Börsencrash, der jederzeit kommen kann, wäre die Euphorie womöglich erstmal für Monate vorbei, und die Anleger würden ihr Geld zusammenhalten. Aber jetzt wo alles rosa-rot erscheint für Anleger, da langt vor allem Elon Musk zu. Schon wieder holt sich Tesla frisches Anlegergeld über eine Kapitalerhöhung. Damit werden die Firmenanteile von Alteigentümern verwässert. Was ein Graus bei anderen Aktien wäre, interessiert die „Jünger“ von Elon Musk offenkundig gar nicht.

Die Tesla-Wachstumsstory ist in vollem Gange, und so hat das Unternehmen gestern verkündet, dass man Aktien für 5 Milliarden Dollar ausgibt. Das Market-Verkaufsverfahren zeigt, dass Elon Musk sich vor allem an die kleinen, gierigen Privatanleger richtet. Sie sollen die neuen Aktien wohl vor allem kaufen. Und kein Zweifel, Tesla wird das Geld bekommen. Die Expansion in neue Werke (siehe Brandenburg) kann volle Pulle weiter laufen. Wie gierig und leichtfüßig die Tradergemeinde bei Tesla ist, zeigt folgender Umstand.

Wie üblich nach einer Meldung über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung, notierte die Tesla-Aktie gestern vor Börsenstart in New York mit einem Verlust von 40 Dollar (wir berichteten). Denn wie gesagt, jede einzelne Aktie hat nach der Ausgabe neuer Aktien einen geringeren Anspruch auf die Unternehmensgewinne, da ja mehr Aktien vorhanden sind. Das schwächt daher den Wert jeder einzelnen Aktie. Aber siehe da, gestern im Laufe des Tages konnte die Tesla-Aktie bis zum Handelsschluss sogar wieder ins Plus drehen! 5 Milliarden Dollar am Markt aufnehmen, und die Aktie steigt sogar noch. Was für eine verrückte Robinhooder-Liquiditäts-Hausse-Welt!

Airbnb

Zuletzt berichteten wir am 17. November über den anstehenden Börsengang von Airbnb, dem globalen Plattform-Giganten, wenn es um die Vermittlung von Privatwohnungen als kurzfristige Ferienwohnung geht. Morgen ist es soweit. Airbnb geht an die Börse. Wir hatten schon die Frage aufgeworfen, ob der Zeitpunkt des IPO (Coronakrise, globale Lockdowns) nicht der blanke Wahnsinn sei. Denn wer fliegt derzeit irgendwohin und mietet für Kurztrips Wohnungen? Aber der kluge Börsianer handelt natürlich auch mit dem Blick in die Zukunft. Und wäre es nicht schlau gerade jetzt das zu kaufen, was nach der Coronakrise extrem stark gefragt sein könnte? Möglich ist es, dass dann mehr denn je viele Menschen ein Nachholbedürfnis in Sachen Urlaub und Städtetrips haben, und Airbnb wieder floriert.

Natürlich wollen wir hier niemanden zum Aktienkauf animieren, aber es ist ein interessantes Szenario, jetzt genau das zu kaufen, was aktuell gar nicht interessant zu sein scheint. Man muss eben daran glauben, dass genau dieses Konzept nach der Coronakrise voll einschlagen wird bei den reisewilligen Konsumenten. Anfangs eher eine lockere Plattform für private Vermieter, so nutzen heute überwiegend gewerbliche Vermieter hochprofessionell Airbnb als Plattform für die Vermietung von Wohnungen und Ferienobjekten. Die Plattform verdient an den Provisionen für erfolgreiche Abschlüsse. Die Masse bringt den Geldsegen in der Plattform-Ökonomie, siehe Amazon und Co.

Eine Notfall-Kapitalrunde im April (wegen Corona) bewertete Airbnb mit insgesamt „nur“ 18 Milliarden Dollar. Für den morgigen Börsengang wird das Unternehmen mit 42 Milliarden Dollar bewertet. Eigentlich war der Ausgabepreis für die Aktien für morgen vorgesehen bei 44-50 Dollar. Letztlich wurde die Spanne aber auf 56-60 Dollar festgelegt. Mit dem morgigen Verkauf von Aktien will Airbnb 2,44 Milliarden Dollar einnehmen.

Noch in 2019 machte Airbnb in den ersten neun Monaten des Jahres einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar. Aufgrund der Corona-Epidemie waren es in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 2,52 Milliarden Dollar. Der Umsatzabsturz hätte auch viel schlimmer kommen können. In den ersten neun Monaten 2020 gab es einen Verlust von 697 Millionen Dollar. Die CNBC-Legende Jim Cramer gab zum Airbnb-IPO jüngst positive Aussagen ab. Er wolle, dass die Leute diese Aktien kaufen, denn ab März 2021 werde Airbnb ein grandioses Jahr haben (nach Ende der Coronakrise?). Lesen Sie hier seine Aussagen.

DoorDash

Noch nie was von DoorDash gehört? Delivery Hero ist in Deutschland ein Begriff (obwohl man in Deutschland gar nicht tätig ist). Hierzulande kennt man Lieferando, eine Plattform für Essensauslieferungen, die einem niederländischen Konzern gehört. Aber zurück zu DoorDash. Die Firma ist vor Uber Eats Marktführer in den USA. Wie auch Airbnb, Amazon, Google uvm ist auch DoorDash eine Plattform. Man vermittelt quasi zwischen Restaurant und Endkunden. Die Fahrer dürfen ackern, die Plattform kassiert Provisionen. Dennoch machte auch DoorDash letztes Jahr noch 450 Millionen Dollar Verlust bei 900 Millionen Dollar Umsatz. Aber hey, so kritisch war man noch vor Jahren ja auch bei Amazon?

Heute Nacht hat DoorDash seine Aktien an die Erstzeichner verkauft für 102 Dollar pro Aktie, mit insgesamt 3,4 Milliarden Dollar Einnahme – mehr als erwartet. Die Bewertung lieg bei 38 Milliarden Dollar. Gleich ab 15:30 Uhr erfolgt der erste Börsenhandel der Aktie. Man sieht, Geld ist jede Menge da. Jetzt Aktien an der Börse zu verkaufen, scheint vor allem in den USA ein goldener Zeitpunkt zu sein. Und das in dieser Krisenzeit – unglaublich aber wahr.



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3 Kommentare

  1. Die Darstellung der Ereignisse bzgl. der Tesla-Aktie ist irreführend und die Schlussfolgerung fragwürdig.

    Richtig ist, dass Tesla am Tagesende minimal im Plus geschlossen hat und nach der Bekanntgabe der Kapitalerhöhung einen Dämpfer erfuhr. Dass die Aktie aber zuvor schon ca. 5% im Plus lag und somit zum Tagesende mehr als 4% ggü. dem Vormittagskurs verloren hat, lassen Sie dabei leider unerwähnt.

    Die Kapitalerhöhung hatte somit durchaus einen relevanten Einfluss auf den Kurs der Aktie. Dies lässt sich hervorragend bei Tradegate nachlesen: erst auf 550€ gestiegen, nach Bekanntgabe Kapitalerhöhung runter auf 510€ und geschlossen um die 530€.

  2. @Peter
    Die paar Mrd. hin oder her ist doch jetzt Erbsenzählerei ;-)
    Wie oft hat SpaceKaren nochmal die letzten Jahre „zum letzten Mal“ den Kapitalmarkt angezapft?

  3. Ist doch auch eine Binsenwahrheit, dass Börsengänge und Kapitalerhöhungen kurz vor dem Knall ( in der Euphorie) immer gut laufen.

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