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Tradingtechnik: Price action und volumenbasiertes Trading

Über eine völlig andere Art des Tradens! Eine Gastmeinung von @Katamaransegler

Redaktion

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am

Eine Gastmeinung von @Katamaransegler

Hinweis der Redaktion: folgender Text wurde als Antwort-Kommentar von @Katamaransegler verfasst, der dabei auf einen Kommentar von @Marcus antwortet. Wir halten die in dem Antwort-Kommentar von @Katamaransegler enthaltenen Informationen für sehr werthaltig und haben daher bei ihm nachgefragt, ob er einer Veröffentlichung als eigenem Artikel hier bei FMW zustimmen würde – was er freundlicherweise tat! @Katamaransegler beschreibt in diesem Kommentar eine völlig andere Art des Tadings, die nichts mit Charttechnik zu tun hat, sondern mit dem Verhalten von Marktteilnehmern, dem Volumen bei Kursbewegungen, den Preisbewegungen und ihrer Aussagekraft sowie der Bedeutung von Orderbüchern in diesem Zusammenhang.

Hier der Text von @Katamaransegler:

Hallo Marcus,

Die Limit orders im Dax werden Sie nicht zu sehen bekommen.
Ich glaube auch nicht, dass Profis im Dax so weit entfernte Limite legen. Schon garnicht in grösserem Ausmaß.
Die grossen Jungs haben keine „Marken“, sondern Regionen rings um schwergewichtige Optionsstrikes.
Das dicke Geld läuft grösstenteils über Optionen.

Hier ein Bild zur Verteilung der Open Interest in Dax Optionen:

https://picload.org/view/rpwrlidr/openinterest_strikes_dax.jpg.html

Im hstorischen Vergleich kannst Du gern zu Lernzwecken mit dem Schieberegler spielen, und den Chart vergleichen, um einen Eindruck vom Effekt zu gewinnen.
https://www.stockstreet.de/verfallstag-diagramm#/

Näherungsweise zu üben kannst Du die Tickvolumina von Deinem Broker beziehen – aber bedenke, dass die Daten stark gefiltert sind.
Wenn der Kurs in die Nähe der grossen Open Interests läuft, müssen die Optionshändler grosse Mengen wechseln zwischen Option und Underlying, und dann siehst Du im Tape, wie die „Koffer“ durchgereicht werden und der Preis bei grossem Volumen am VWAP zappelt. (Absorption)

Dann achte bitte im Orderbuch (Level II) in welche Richtung sich das Verhältnis Bid/Ask bewegt. Sehr oft sieht man Extrema sich aufbauen.
Beispiel am S&P:
Wenn die Summe der Sell Limite sagen wir 7500 beträgt und die Summe der Buy limite ca. 4300 – dann kannst Du davon ausgehen, dass ein Ausbruch nach oben stattfinden wird (bzw.vice versa). Garantiert ist das aber nicht. Man muss immer die Volumendeltas beobachten, ob es sich deckt.
Wenn Du dann im Profil den Kurs an einer „Abbruchkante“ stehen siehst, dann hast Du ein Chance/Risiko-Verhältnis wie zu Weihnachten.
In solchen Momenten gehe ich mit 30-50 % vom Konto mit Futures in den Trade.Aber NUR dann.
Bei solchen Trades immer den Faktor „Zeit“ mit betrachten. Ich meine nicht, ob m5, oder m1, oder m10, sondern Zeit im Sinne von Tageszeitpunkt

Literaturtipp:
Jim Dalton
Mind Over Markets

und Jims Webinare hören.
https://www.jdaltontrading.com/

Aber Vorsicht !
Wenn Du das Prinzip der price action und des volumenbasierten Tradings einmal verstanden hast, schmeisst Du alles weg, was nach Charttechnik aussieht.
Wenn Du dann noch das Orderbuch mit footprint software verfolgst,
https://www.jigsawtrading.com/
dann lachst Du Dich kaputt über jene, die von Widerständen reden oder von Unterstützungen …

Ich habe mich daran gewöhnt, als arrogant, oder überheblich gebasht zu werden und dass die Masse der Charttechniker und Markttechniker Zeter und Mordio schreit, wenn ich solche Zeilen schreibe.
Mit der neuen Betrachtungsweise und Technik siehst Du ganz offensichtlich welche Marktteilnehmer aktiv sind, ob neue grosse hineinkommen, ober ob die kleinen Spieler sich gegenseitig beklauen und Du dann zwischen den Rändern Pingong spielen kannst.
Wo alle so viel von Indikatoren reden – ich benutze nur einen einzigen:
https://www.indicatorwarehouse.com/ninjatrader-indicator/volume-pressure/

Ja, die Amis haben mit dem erstarkten Euro doppelt fette Gewinne im Buch.
Klar, dass sie die gern realisieren.

Marcus, Dein Posting klingt nach Erfahrung.
Wenn Du ernsthaft interessiert bist, schalte ich Dich mit Teamviewer dazu und Du kannst live den US Markt mit mir betrachten.
Und wir können diskutieren, wann und warum Du einen Trade machen würdest oder nicht und ich auch.
Nur eine Bitte habe ich:
Ich reagiere hyperallergisch auf die Worte „Hätte – könnte – vielleicht“ .. zum Beispiel das sattsam bekannte Elliott-Geseier jener, die einem am nächsten Tag berichten, dass der Index am Vortag seine Marken abgearbeitet hat.
Ja – im Ernst .. ABGEARBEITET .. und den Mumpitz erzählen sie jeden Tag aufs neue
Manche verlangen sogar Geld dafür.
Sozusagen ein börsenkommetatorisches SM-Studio

Es gibt nur: Fakten – sehen – entscheiden –> Entry – Bing – „order filled“
Über die Fakten allerdings diskutiere ich gern.

Liebe Grüsse

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    20. Juli 2017 11:37 at 11:37

    Ein sehr hohe Kunst, die Katamaransegler betreibt! Das ist wirklich das Eingemachte im Eingemachten. Mancher Commercial wird hier wahrscheinlich noch ungläubige und grosse Augen machen. Aber es funktioniert. Die Kunst bei dieser Art des Tradings ist weniger das Wissen und die Technik an sich, sondern eher, dass noch mehr Geduld und Jagdinstinkt aufgebracht werden muss als bei der Trendfolge.
    Ich persönlich werde mich auf jeden Fall tiefer mit der Materie beschäftigen.
    Vielen Dank nochmal für diesen Input lieber Katamaransegler.
    Viele Grüße aus dem Süden.
    Marcus

  2. Avatar

    Murat Dundar

    20. Juli 2017 11:45 at 11:45

    mensch meier, das ist mal interressant. wären sie so gut und würden ab und an einige weihnachtstrades hier teilen. ehrlich haben schon genug verloren und mit ihrer hilfe hättrn wir zumindest höhere erfolgschancen.
    vg

  3. Avatar

    Gixxer

    20. Juli 2017 11:47 at 11:47

    Mein Dank an Katamaransegler, aber auch an FMW, denn sie veröffentlichen diese Tradingansätze in einem eigenen Artikel, so dass einem „Untergang“ in den Weiten des Forums entgegengewirkt wird.

    • Avatar

      KSchubert

      20. Juli 2017 12:05 at 12:05

      Ganz genau…sehe ich auch so; eine echte Bereicherung für FMW. Dergleichen gehört in die Artikelsektion – viel zu schade, dass es in den Kommentaren untergeht!

  4. Avatar

    chimbuman

    20. Juli 2017 12:21 at 12:21

    Das klingt sehr, sehr interessant!
    Bitte mehr davon!!!!

  5. Avatar

    Marc

    20. Juli 2017 13:26 at 13:26

    wunderbarer Artikel! Vielen Dank dafür

  6. Avatar

    PK

    20. Juli 2017 13:40 at 13:40

    freut mich auch sehr, daß das mal eine Hall of Fame gefunden hat.
    Das hört sich alles nach echtem Trading an. Ich selber hab mit MP im Livetrading nichts erreichen können, aber das beweist ja nicht, daß es nicht geht.
    Wenn sich FMW in so eine Richtung weiterentwickeln könnte, würde ich das sehr begrüßen. Muss wie gesagt kein Livetrading sein, sondern eine Ideenbörse für sinnvolle Ansätze von Leuten mit >10 Jahren Erfahrung in Futures etc.

  7. Avatar

    Der Katamaransegler

    20. Juli 2017 20:46 at 20:46

    Danke für Euer Feedback !
    Ich bin überrascht über das positive Echo. Vielfach erlebe ich Ablehnung, Unverständnis und Kopfschütteln, wenn ich von meiner Art des Börsenhandels berichte.
    Es zeigt mir, dass Interesse vorhanden ist, und gleichzeitig eine Unzufriedenheit gegenüber der „klassischen“ Chartmethode aus Euren Postings herausklingt.
    ————————————————————
    Gestern schrieb ich in einem Postig folgendes:
    „Mein Trading im Dax ist auf diese Lücke ausgerichtet, mit Tradinggrenzen bei 12440 bis 12560. Im inneren dieser Range lassen sich mit Hilfe der VWAPS und der Deltas schöne Ping Pong trades machen.
    Das sind jene, an denen die chart-Gläubigen verzweifeln
    Wollen Sie später Beispiele ? “
    ———————————————–
    Hier sind die Beispiele:
    1. Die Lücke im Wochenprofil wurde aufgefüllt
    2. Die Tradinggrenzen sind recht genau eingetroffen
    3. PingPong Effekt konnte man nutzen
    4. Chart-Trader sind schier verzeifelt

    Die Graphiken im Detail
    https://picload.org/view/rpwoalra/volumenluecke_fdax_gefuellt.jpg.html

    – Im Vergleich zu vorgestern hat sich heute diese Lücke gefüllt
    – am oberen roten Volumenberg ist die Abbruchkante zu sehen. (Pfeil)
    Unterhalb derer ist wenig Auffangvolumen, und Kurse rauschen schnell durch, wenn das Vol.Minimum am der Basis erereicht ist (Pfeilspitze)
    – mit zwei Linien habe ich die vermutete Tradingrange innerhalb der Lücke eingezeichnet
    – zwischen diesen Linien spielt man vermutlich „PingPong“, indem man oben die Longtrader abfischt und unten die Shorties ins Covering jagt
    Spannend wäre ein Vergleich zu einem reinen Charttrader zu sehen, der beim Momentum unten shortet und oben long geht. (Aua)

    In der folgenden Grafik sieht man einen 5-min Chart mit den Volumenbars und im unteren Teil die real gehandelten Long- oder short Kontrakte
    https://picload.org/view/rpwoacdi/fdax_m5_20_7_17.jpg.html

    Jetzt folgt ein detaillierteres Bild meines Trading Ansatzes
    https://picload.org/view/rpwoaccw/fdax_m5_20_7_17_2.jpg.html
    1.
    Im Lauf des Vormittags brach der Kurs aus der Initial Balance nach oben aus
    Er durchschoss die obere Standardabweichung des VWAP
    2. Im Volumen erkennt man einen Spike als exhaust Info. Die Spikes sind insbesondere dann aussagekräftig, wenn der Preis an einer Rangegrenze ist oder an einer Marke.
    Zwischenfrage: Welche Art Marktteilnehmer waren heute vor allem aktiv ??
    Man erkennt es am punktgenauen Anlaufen des High von vorgestern
    Fazit: „Kleinere bis mittlere Spieler und Hedgefonds, keine Grossen Jungs“
    Ergo: Kein Volumen mehr drin, Zusammenbruch des Momentum an der Range Grenze erwarten.
    3. Nach der Bestätigung, dass keine weiteren Käufer in den Markt eintreten, nimmt das Volumen ab, der Preis fällt und die real gehandelten Kontrakte werden überwiegend in Verkaufsrichtung getätigt.
    Fazit:
    4. Short entry und Monitoring, bis die Deltas wieder steigen, und/oder an der unteren Rangegrenze ein weiteres Exhaust zu sehen ist, oder womöglich im SL landen
    5. Exhaust Spike ist eingetreten
    6. Bestätigung des Trendwechsels –> Short exit und long trade eingehen und Monitoring

    Ich möchte es dabei bewenden lassen, sonst verwirrt es zu sehr.
    Wer über lange Zeit gewohnt ist, die Börsenwelt durch die Charttechnik-Brille zu sehen und wer gewohnt ist, einzig und allein die Historie des Preises (ständiger Blick nach Rückwärts) zu betrachten, der wird ziemlich lange brauchen, sich von gewohnten Seh- und Denkmustern zu lösen.
    Meine Kolumne hat einzig das Ziel, Appetit zu machen und Interesse zu wecken.
    Schön wenn es gelingt
    :-)

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Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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