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Türkei: Leistungsbilanzsaldo mit bestem Lauf seit 17 Jahren

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Die Türkei hat im Monat November einen Leistungsbilanzüberschuss (Außenhandel mit Waren, Geldströme etc) von 986 Millionen Dollar erzielt. Dies ist der vierte Überschuss in Folge, und damit der am längsten anhaltende Überschuss für die Türkei seit dem Jahr 2002! Die folgende Grafik (seit 1999) zeigt den jüngsten Verlauf ins Plus, während der Außenhandel all die Jahre strukturell im Minus lag. Also floss seit gut 20 Jahren fast immer nur Geld netto aus der Türkei ab.

Die grundsätzlich sehr schwache türkische Lira pusht vor allem die türkischen Warenexporte, weil die Waren für ausländische Käufer mit ihren Euros und Dollars sehr günstig sind. So lag der Warenhandelsüberschuss der Türkei im November bei 523 Millionen Dollar, und machte damit einen Großteil des Überschusses aus. Im November 2017 brachte der Warenhandel noch ein Defizit von 4,7 Milliarden Dollar. Was für ein Unterschied innerhalb nur eines Jahres!

Der aktuelle Gesamtüberschuss von 986 Millionen US-Dollar im November lag im Oktober noch bei +2,77 Milliarden Dollar. Also ist die Sache mit dem Überschuss aktuell noch eine wacklige Kiste. Nur wenn der Außenhandel eine lang anhaltende Zeit Überschüsse bringt, fließt auch unterm Strich viel Geld netto ins Land, was der Volkswirtschaft dann auch wirklich hilft. Aktuell sind dazu jedenfalls erste Signale vorhanden.

Der Leistungsbilanzsaldo der Türkei für die letzten 12 Monate als Addition liegt immer noch bei -33,93 Milliarden Dollar. Also ist noch viel aufzuholen! Übrigens: Neben dem Warenhandel brachte auch der Tourismus dank der günstigen Lira deutlich mehr Geld ins Land. Nach 201 Millionen Dollar Überschuss aus dem Tourismus im November 2017 waren es im November 2018 +1,22 Milliarden Dollar. Negativ für die Türkei waren Investment-Zahlungsflüsse, die 1,16 Milliarden Dollar im November aus der Türkei hinaus beförderten (158 Millionen Dollar mehr als vor einem Jahr).

Schaut man auf den Langfrist-Chart von Euro vs Türkischer Lira, dann sieht man den starken Anstieg (Lira-Abwertung). Kostete 1 Euro im November 2017 noch 4,50 Lira, so waren es im November 2018 schon 6,30 Lira. Diese Lira-Schwäche hat den Exportüberschuss der Türkei sowie den Tourismusboom wohl maßgeblich angefeuert. So eine schwache Währung hat eben nicht nur Nachteile (explodierende Verbraucherpreise für die türkische Bevölkerung), sondern eben auch Vorteile in Form guter Exporte und guter Tourismus-Umsätze.

Türkei: Euro vs Lira
Euro vs Türkische Lira seit 2015.

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Videoausblick und Marktgeflüster entfallen bis auf weiteres

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Aufgrund eines Fahrrad-Unfalls entfallen Videoausblick und Marktgeflüster in der gewohnten Form bis auf weiteres (mindestens in dieser Woche). Mehr Infos im Video..

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Pläne von Merkel, Macron, EZB: “Brandgefährlich” für unser Geld

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Thomas Mayer war ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank und ist heute für Flossbach von Storch tätig. Aktuell hat er Mission Money ein Interview gegeben, in dem die neuen Vorschläge von Angela Merkel und Emmanuelle Macron besprochen werden. Sie wären eine neue Ära der Eurozone in Sachen Verschuldung, so Thomas Meyer. Wie schon nach der Gründung des Euro werde es auch diesmal keine Anpassungsprozesse in den Südländern der Eurozone geben, sondern es gebe halt nur neue Schuldentöpfe, die aufgemacht und angezapft werden (unsere Wortkreation). Es brauche laut Thomas Mayer Punkte wie Deregulierung und flexiblere Arbeitsmärkte in diesen Ländern. Warum Macron auf dem Schuldentrip sei? Thomas Mayer ist der Meinung, dass Frankreich sich nach der Coronakrise nun den Südländern zugehörig fühle, weil die Krise das Land wirtschaftlich viel härter treffe als Deutschland. Auch nennt Meyer Gründe, warum Angela Merkel wohl beim Plan für EU-Schulden und quasi Geschenke Richtung Südländer mitmacht. Aber schauen Sie selbst!

Merkel und Macron
Merkel und Macron. Foto: Kremlin.ru CC BY 4.0

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EZB-Bilanz explodiert immer weiter – zu großer Hunger auf deutsche Papiere

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Seit gestern liegt die EZB-Bilanz für den Stichtag 29. Mai vor. Am Ende dieses Artikels drucken wir die Übersicht der Aktiva ab, woraus auch die gigantischen Anleihekäufe der EZB ersichtlich sind. Die gesamte Bilanzsumme wuchs binnen einer Woche um 40,8 Milliarden auf 5,596 Billionen Euro! Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. Tja, das Geld für all die aufzukaufenden Staatsschulden und für die Kredite an die Banken muss irgendwo her kommen. Euros aus dem Nichts erschaffen, das bläht die Bilanzsumme auf! Die zu “geldpolitischen Zwecken gehaltene Wertpapiere” (Anleihekaufprogramme) haben jetzt ein Volumen von 3,019 Billionen Euro erreicht – ein Plus von 24 Milliarden Euro in nur sieben Tagen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Kredite an Banken) wuchsen um 18 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorwoche. Die EZB-Bilanz macht nun 47 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Abgesehen von der Summe ist auch diese prozentuale Relation ein Rekord! Interessant ist auch, dass die EZB derzeit offenbar mehr deutsche Staatsanleihen aufkauft, als es nach dem Kapitalschlüssel angedacht wäre. Schon mal vorsichtshalber viele deutsche Papiere aufkaufen, bevor es der Bundesbank nach dem Urteil aus Karlsruhe endgültig verboten wird an den Anleihekäufen der EZB mitzuwirken? Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf der EZB-Bilanz seit der Entstehung der Zentralbank.


source: tradingeconomics.com

EZB-Bilanz mit Stand 29. Mai

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