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Währungen Türkische Lira wertet kräftig ab – trotz großen Zentralbank-Interventionen

Die türkische Lira hat die letzten Monaten kräftig an Wert verloren - und das trotz 66 Milliarden Dollar-Intervention durch die Zentralbank.

Türkei-Flagge

Die türkische Lira hat in den letzten 12 Monaten 52 Prozent an Wert verloren. Seit Anfang des Jahres war es eine Abwertung von 27,4 Prozent. Und das trotz immenser Anstrengungen der türkischen Zentralbank. Die folgende Grafik der Expertin Selva Baziki zeigt eine Schätzung, wonach die Zentralbank in Ankara seit Jahresanfang im Volumen von 66 Milliarden Dollar interveniert hat um die türkische Lira zu stützen. Und dennoch ist sie immer weiter gefallen. Die Grafik zeigt: In 2021 waren die Interventionen äußerst gering, aber in 2022 nahmen sie wieder deutlich an Fahrt auf. Zum Zwecke der Intervention werden Devisen in den Beständen einer Zentralbank verkauft, und damit die eigene Währung gekauft, um ihren Kurs ansteigen zu lassen. Aber im Fall der Türkei sind diese Interventionen verpufft.

Die Türkei belässt seit Ende 2021 ihren Leitzins bei „nur“ 14 Prozent. Was hoch erscheinen mag, ist verschwindend gering, wenn man auf die Inflation von 79,6 Prozent in der Türkei schaut – das ist der höchste Wert seit 24 Jahren. Weil es keine klassische Bekämpfung der Inflation durch steigende Zinsen gibt, und weil der türkische Präsident Erdogan massiv Druck auf die Zentralbank ausübt (er wünscht sich weiter sinkende Zinsen), ist die türkische Lira dabei immer weiter abzuwerten. Am 18. August steht die nächste Entscheidung der Zentralbank an, und eine Zinsanhebung ist nicht in Sicht.

Der aktuelle Wechselkurs von 17,95 türkische Lira für 1 US-Dollar sah nur im Dezember 2021 schlimmer aus, als der Lira-Crash den Wechselkurs bis auf 18,21 brachte. In den letzten Monaten fällt die Lira immer weiter. Die Maßnahmen der Zentralbank verpuffen, der Leitzins bleibt tief – illustriert zeigen wir das in einem Chart. Im TradingView Chart sehen wir seit 12 Monaten, wie die türkische Lira (blaue Linie) gegenüber dem US-Dollar um 52 Prozent an Wert verloren hat. Die türkise Linie zeigt den Leitzins für die Türkei, der seit Ende 2021 unveränndert bei 14 Prozent gehalten wird. Dabei müsste er gemäß international anerkannter volkswirtschaftlicher Meinung eigentlich kräftig angehoben werden um die grassierende Inflation in der Türkei einzudämmen. Sie steigt nämlich seit Ende 2021 dramatisch schnell an von damals 21 Prozent auf aktuell 79,60 Prozent (orange Linie).

Türkische Lira im Vergleich zu Inflation und Leitzins in der Türkei



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3 Kommentare

  1. hätte ich nie gedacht, aber machen wir mal ein vergleich türkei deutschland.
    vor paar wochen gabs einen bericht „billigste urlaubsland“. da kam die türkei auf platz eins. wer in die türkei reist geniesst eine 3 fach hohe kaufkraft. okay, soweit so gut.
    d.h. ein arbeitnehmer in der tr mit 10.000 try verdienst, muss ein deutscher AN 30.000 try ( 30.000 : 18 = ca. 1700 euro ) verdienen um den gleichen standart leben zu bestreiten.

    – türkei kostet wasser 1/10 ggü brd
    – strom 1/10 ggü brd
    – gas 1/3 ggü brd

    benzin ist schon seit wochen an den tankstellen am fallen.

    also, sogar ein türkischer AN kann mit 10.000 try besser konsumieren als sein gegenüber mit 1700 euro.
    weil einfach die fixkosten, miete, strom wasser gas viel billiger sind.

    jetzt flimmern in der türkei die nachrichten aus der brd von den ministern, duscht 5 min. oder garnicht, kein gas verbrauch besser 2 pullover.
    da kommt hier sogar gesprächsstoff auf.

    im endeffekt ißt und teinkt und konsumiert ein türke mit 10 k try besser als ein brd AN mit 1700 euro.

    jetzt meine frage:
    leben die türken in der besten türkei aller zeiten, oder
    die deutschen AN in der besten brd aller zeiten.
    vg md

  2. tatsache ist doch, das die grünen seit jahrzehnten ein ziel verfolgt haben und das ja öffentlich auch gesagt haben.
    ziel ist immer die einschränkung des konsums gewesen. und an dem punkt sind wir doch.
    da sagt ein türke süffisant zu mir, dann geben wir den deutschen im winter kostenlos gas.
    habe ich geantwortet: das werden die grünen nicht annehmen, da es hier um züchtigung des volkes geht und nichts anderes.
    da wird in der spitze vom ölpreis, den gesellschaften 30 cent pro liter benzin geschenkt. und dem ganzen gibt man dann noch den namen „entlastungspaket“.
    dem volk will man mit aller gewalt kein cent bares geben. lieber den unternehmen.

    auch interessant, forbes liste der milliardäre, haben unsere reichen während corona im jahr 2020 sogar ihr reichtum vergrössert, als einzigstes land. der rest der milliardäre auf der welt gleich oder sogar eingebüsst.

    waren das corona unterstützungen oder ?

  3. Hallo md,

    das ist mal eine schlaue Betrachtung. In diktatorischen Systemen erkauft sich die Regierung das Wohlwollen ihrer Menschen durch die Aufrechterhaltung einer gesunden Lebensbasis. Wer mehr will, muss eben gehen.
    In freien Systemen läßt man die Menschen an ihrem Glück arbeiten. Dabei kommt natürlich viel mehr heraus.

    Aber dann gibt es noch die modernen, totalitären Ansätze, die sich gern auf „die Wissenschaft“ berufen. Geboren durch den „wissenschaftlichen“ Marxismus. Das führt zuverlässig zu Verarmung, Mord und Totschlag. Im Moment noch befriedet durch die Errungenschaften der Sozialen Marktwirtschaft (Erfindung der CDU, nicht der SPD – nur für die Bärbock – Jünger). Das wird aber zusammenbrechen, wenn man auch von der verdoppelten Stütze den Quark bei Aldi nicht mehr kaufen kann.

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