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Auf Rücksetzer warten, wenn Sie noch einsteigen möchten Dax: Erstmals im Jahr 2022 haben Anleger gute Laune

Dax Optimismus 2022

In der dritten Woche in Folge konnte der DAX zulegen. Das gab es noch nie im laufenden Jahr. Quartalszahlen haben für Fakten gesorgt: die Situation ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Und das hat bereits gereicht, um die seit sieben  Monaten niedergeprügelten Aktien vieler Unternehmen ein wenig nach oben zu treiben.

DAX: Anleger werden optimistisch – aber haben Absicherungen

Das Anlegersentiment ist auf einen Wert von +1,4 gestiegen. Nachdem wir in der Vorwoche mit +0,1 erstmals den Pessimismus ablegen konnten, können wir diese Woche endlich gute Laune gegenüber dem DAX verzeichnen.

Allerdings bleiben Anleger verunsichert (-0,9). Ich habe den Eindruck, man traut dem Braten noch nicht. Wie kann vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, der Energiekrise und der Inflation, drohender Rezession und bei einer Zuspitzung des Konflikts um Taiwan die Aktienbörse ansteigen, werden sich viele Anleger fragen.

Immerhin sind inzwischen die meisten Anleger positiv für die künftige Aktienmarktentwicklung gestimmt. Die Zukunftserwartung ist auf +1,2 gestiegen. Weiterhin wollen Anleger in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, die Investitionsbereitschaft ist jedoch auf einen Wert von 2,0 zurück gegangen (Vorwoche 2,9).

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf -12 gerutscht. Es ist der niedrigste Stand seit zwölf Monaten. Privatanleger sichern die erzielten Kursgewinne der vergangenen drei Wochen gegen eventuelle Kursverluste ab.

Ganz anders verhalten sich die institutionellen Anleger, die sich über die Eurex absichern: Das Put/Call-Verhältnis ist auf 0,8% abgerutscht und zeigt an, dass extrem viele Calls gekauft werden, mit denen auf weiter steigende Kurse spekuliert wird.

Das Put/Call-Verhältnis der CBOE ist ebenfalls auf einem niedrigen Stand, auch in den USA spekuliert man offensichtlich auf eine Fortsetzung der Rallye.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote um 8%-Punkte auf 55% angehoben, liegen damit jedoch noch immer deutlich unter der durchschnittlichen Investitionsquote von 80%.

US-Privatanleger haben ein Bulle/Bär-Verhältnis von -8%, Bären dominieren auch bei den Privaten in den USA die Stimmung. Allerdings geht die Bärenquote kontinuierlich weiter zurück.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 notiert mit einem Wert von 47% im neutralen Bereich.

Interpretation der Stimmung im DAX

Die extrem negative Stimmungslage der vergangenen Monate hat sich endlich gedreht. Nach drei Wochen mit Kursgewinnen beim DAX ist die Laune der Anleger deutlich gestiegen. Profis spekulieren auf weitere Kursanstiege, während Private skeptisch bleiben. Im Vergleich zum Korrekturtief von vor vier Wochen hat der DAX bereits 10% zugelegt.

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Wie so häufig gab es in den ersten Tagen des Kursanstiegs kaum Lösungen für die vordringlichsten Probleme. Allerdings war die Stimmung parallel zu den immer neuen Katastrophen so weit in den Keller gerutscht, dass weitere Hiobsbotschaften irgendwann keinen zusätzlichen Verkaufsdruck mehr auslösten. „Schlimmer kann’s nimmer“, schreibe ich zu einer solchen Situation gerne.

Auch nach den ersten Kursgewinnen bleibt die Skepsis groß. Der Ukrainekrieg scheint ausweglos, die Energiekrise rollt im Winter erst auf uns zu und die rückläufigen Rohstoffpreise werden nun als Vorbote einer Rezession gedeutet. Ganz gleich, welche Meldung auf Anleger trifft, es gibt stets eine negative Interpretationsmöglichkeit.

Wenn wir einmal von dem Coronacrash absehen, der in vielerlei Hinsicht eine Ausnahmesituation darstellte, so verlaufen Erholungen niemals linear. Nach 10% Kursgewinn ist mit einer Verschnaufpause zu rechnen. Vielleicht läuft die Rally noch ein paar Tage weiter, doch ohne wirklich positive Entwicklungen dürfte der Rally bald – wenn auch nur vorübergehend – die Luft ausgehen.

Deutlicher Indikator dafür ist die hohe Investitionsquote der Privatanleger im DAX, die ich meinen vorläufigen animusX-Daten entnehme. Entsprechend ist die Cashquote sehr niedrig. Es gibt also seitens der heimischen Privatanleger kaum noch liquide Mittel, die für eine Fortsetzung der Rally sorgen könnten.

Nach den vielen Monaten der negativen Stimmung muss damit die Rallye nicht enden. Doch nach +10% im DAX sollte man den Kurse nicht mehr hinterher laufen, sondern auf Rücksetzer warten, wenn Sie noch einsteigen möchten.

Rohstoffmarkt

Sowohl Goldanleger als auch Ölanleger haben extrem schlechte Laune. Die Rohstoffrally endete vor einigen Wochen und erwischte viele Anleger auf dem falschen Fuß. Insbesondere am Goldmarkt ist die Stimmung extrem negativ, aber auch am Ölmarkt dominieren die Bären. Aus Sicht der Sentiment-Theorie ist das eine gute Ausgangslage für steigende Notierungen in den kommenden Wochen.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.



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