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Türkische Lira steigt! Finanzminister und Notenbankchef ausgetauscht

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt heute zum Handelsstart in die neue Woche deutlich. Seit Tagen und Wochen fällt die Lira von einem Rekordtief zum nächsten. Erst letzten Freitag gab es ein neues Rekordtief mit einem Wechselkurs von 8,57 Lira für 1 US-Dollar. Aber wie gesagt, jetzt zum Wochenstart steigt die türkische Lira, und man muss „nur“ noch 8,19 Lira für 1 US-Dollar hinlegen. Das ist endlich mal ein Hoffnungsschimmer für die stark gebeutelte türkische Währung. Denn noch zum Jahresanfang lag der Wechselkurs bei 5,94, und vor fünf Jahren lag er noch unter 3.

Türkische Lira mit wackligem Anstieg

Aber bevor die Euphorie für die türkische Lira zu groß wird, muss man sich fragen, ob dieser aktuelle Anstieg wirklich nachhaltig ist, oder nur eine spekulative und/oder technische Reaktion darstellt. Denn der Grund für die aktuelle Bewegung liegt nicht in fundamental neuen Daten aus der Türkei, oder in einer Zinsanhebung.

Erdogan wechselt Notenbankchef aus

Am Wochenende hat Präsident Erdogan per Präsidialerlass der Chef der türkischen Zentralbank entlassen. Der neue Chef hat in einem Statement betont (hier im Wortlaut nachzulesen), dass es das vorrangige Ziel der Zentralbank sei Preisstabilität zu erreichen und zu erhalten. Man werde alle geldpolitischen Instrumente entschlossen zur Verfolgung des Preisstabilitätsziels einsetzen. Die geldpolitische Kommunikation werde im Rahmen der Grundsätze der Transparenz, Rechenschaftspflicht und Vorhersehbarkeit verstärkt werden.

In Sachen Zentralbank gibt es ein Paradox. Präsident Erdogan fordert immer wieder sinkende Zinsen, und zwar deutlich sinkende Zinsen! Denn Wirtschaft und Verbraucher in der Türkei sollen mit günstigen Krediten versorgt werden. Aber wenn die Zentralbank dies tut, heizt dies die Inflation nur noch mehr an. Vor Kurzem hatte die Zentralbank den Zins bereits ein Mal angehoben, aber danach im Oktober den Zins nicht weiter erhöht. Präsident Erdogan entlässt jetzt den Chef der Zentralbank, weil er sich von ihm endlich Zinssenkungen erhofft? Und weil der Vorgänger Schuld ist an der fallenden türkischen Lira? Der Nachfolger macht aktuell klar, dass er wohl eher an Zinsanhebungen denkt. Könnte er dann auch bald ausgewechselt werden? Zinsen senken und bei hoher Inflation den Verfall der Währung stoppen, das geht nicht. Was für ein Paradox. Daher könnte die aktuelle kleine Lira-Euphorie eine kurze Halbwertzeit haben.

Finanzminister tritt zurück

Und dann kommen wir zum türkischen Finanzminister Berat Albayrak. Der Schwiegersohn von Staatspräsident Erdogan war fünf Jahre lang im Amt. Praktisch zeitgleich zur Entlassung des Notenbankchefs hat Albayrak am Wochenende seinen Rücktritt erklärt – angeblich aus gesundheitlichen Gründen. Ob es eher eine Entlassung war, weil man auch ihn verantwortlich macht für den brutalen Lira-Verfall? Der zeitliche Zusammenhang ist jedenfalls ziemlich auffällig. Während er im Amt war, wertete die türkische Lira satte 45 Prozent ab. Auch hier kann man fragen: Der neue Finanzminister wird auch eine Politik verfolgen müssen, die von Präsident Erdogan vorgegeben wird. Im Sinne der türkischen Lira können hier also kaum neue positive Impulse erwartet werden. Daher darf man nochmal fragen beziehungsweise andeuten, dass der aktuelle Zuwachs der Lira auf wackligen Beinen steht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 3 Monaten
Im Chart sehen wir den Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten drei Monaten. Die rote Kerze ganz rechts zeigt die heutige Aufwertung der Lira.


source: tradingeconomics.com
Türkischer Leitzins im Verlauf der letzten fünf Jahre.

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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Investieren Sie in ideen-intensive Geschäftsmodelle – Werbung

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Lieber Börsianer,

eine Frage an Sie: Welches Unternehmen würden Sie derzeit gründen? Eher einen Hersteller von Elektro-Autos oder – sagen wir – eine kleine Softwareschmiede, die Anwendungen für das Autonome Fahren entwickelt?

Eine kleine Abwägung: Für den Aufbau einer Autoproduktion dürfen Sie schon gleich zu Beginn mit Investitionen von mehreren 100 Millionen Euro kalkulieren. Daneben brauchen Sie Männer und Frauen für die Fließbänder und holen sich auf diese Art und Weise einmal einen deftigen Fixkostenblock in die Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn alles halbwegs rundläuft, haben Sie nach rund 5 oder 6 Jahren Ihre Kosten amortisiert und dürfen ab jetzt auf Gewinne hoffen.

Ihre Softwareschmiede bauen Sie im eigenen Keller auf mit einigen Kumpels (m/w/d) aus dem Informatikstudium. Kostenfaktor wenige 100.000 Euro. Im 2. Jahr dürfen Sie bereits einen mittelschweren Auftrag für BMW abwickeln und haben Ihre Startinvestitionen schon fast kompensiert.

Natürlich, ich habe stark vereinfacht. Aber im Kern zeigt dieser Vergleich, welche Geschäftsmodelle in der modernen Wirtschaft besonders gut funktionieren. Industrie- oder Hardware-Produktion ist enorm kapitalintensiv und verlangt einige spendable Finanziers an Ihrer Seite. Digitale Geschäftsmodelle hingegen verlangen zunächst einmal „nur“ eine zündende Idee. Genau so entstanden Unternehmen wie Facebook und Microsoft. Damals schwänzten Mark Zuckerberg und Bill Gates ihre Vorlesung und schrieben im Studentenwohnheim an einem Betriebssystem oder einer Social-Media-Anwendung.

Aber es geht nicht nur um die Startinvestitionen. Generell werfen Geschäftsmodelle aus den Segmenten Internet oder Software auch in der Folge ganz andere Umsatzrenditen ab als etwa die Produktion von Fahrzeugen, Maschinen oder etwa Gasturbinen. Apple oder Facebook holt aus…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Brexit: Angeblich Einigung an diesem Wochenende

Markus Fugmann

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Laut einem Insider-Bericht wird es bereits an diesem Wochenende eine Einigung auf einen Deal für den Brexit zwischen der EU und Großbritannien geben. Damit würde dann laut diesem Bericht ein „Last-Minute“-Deal erreicht.
Möglich sei, dass die EU dann am 10. oder 11.Dezmeber einen Gipfel abhalten würden, so der Insider weiter.
Zuletzt war es vor allem zwischen Frankreich und Großbritannien zu Konflikten um Fischerei-Recht in britischen Gewässern gekommen..

Der Dax mit leichten Anstiegen auf die Meldung, ebenso das britische Pfund..

Gibt es auf den letzten Drücker einen Deal zum Brexit?

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