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Upload-Filter: Internet abgeschaltet – dramatische Folgen, Detail-Erklärung, Rettungsmöglichkeit

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Das Internet wie wir es aktuell kennen wird abgeschaltet, ausgeknipst, ist im Eimer, ist kaputt. Schuld daran ist der sogenannte „Upload-Filter“. Schuld an diesem Filter wiederum sind eine kleine Hand voll EU-Parlamentarier im EU-Rechtsausschuss, die gestern mit 15:10 Stimmen dafür stimmten. Eine umfassende Beschränkung steht bevor von Texten, Videos, Bildern und Grafiken, welche überhaupt noch auf Twitter, Facebook, Instagram und YouTube hochgeladen werden dürften.

Problem Upload-Filter

Im folgenden gestern nach der Abstimmung veröffentlichten Video erklärt der Rechtsanwalt Christian Solmecke auf geniale Art und Weise (so möchte ich es meinen) den gesamten Sachverhalt. Vor allem zeigt er auf, welch abstruse Folgen der Upload-Filter im realen Leben bringen wird. Wenn Sie sich das Video angeschaut haben, wird Ihnen wohl auch klar werden: Das Internet wie wir es jetzt kennen, wird es nicht mehr geben, sondern nur noch eine Art Zensur-Internet.

Jeder (Plattform-Anbieter), Privatnutzer, Journalisten, haben alle nur noch Angst ob sie von Verlagen, Anwälten oder Abmahnvereinen verklagt werden? Den großen Teil des Problems wird der Upload-Filter beseitigen, weil viele „problematische“ oder auch völlig unproblematische Inhalte ja gar nicht erst online gehen werden. Die Plattformen werden aber dramatisch mehr Inhalte vor dem Hochladen abblocken, aus Sicherheitsgründen. Eine Chance gibt es noch. Am 4. Juli findet die endgültige Abstimmung im EU-Parlament statt. Jeder einzelne Bürger kann seinen persönlichen EU-Abgeordneten bombardieren mit Emails, Telefonanrufen, persönlichen Besuchen uvm. Möglich ist auch die Teilnahme an einer Online-Petition (dazu hier klicken, besser als gar nichts zu tun).

Leistungsschutzrecht

 

Auch das nun anstehende „Leistungsschutzrecht“ auf EU-Ebene, welches maßgeblich vom Verlag Axel Springer initiiert wurde, wird von Solmecke besprochen. Ein Irrwitz. Soll jeder, der verlinkt, zitiert und kommentiert, künftig an Springer und Co Geld zahlen? Wer dieses Gesetz befürwortet, scheint kaum etwas vom Internet zu verstehen. Die Folge dieses neuen Gesetzes wird nur sein, dass Verlage wie Springer zukünftig in anderen Online-Medien deutlich seltener zitiert und verlinkt werden, womit die Verlage rückläufige Online-Umsätze verbuchen dürften (weniger Klicks = weniger Werbeumsätze).

Europa hängt sich selbst vom Rest der Welt ab

Durch Upload-Filter und Leistungsschutzrecht werden vor allem Kreative in Europa zukünftig erstickt. Die Party läuft dann einfach weiter in Isreal, Kanada, USA etc, während europäische Künstler, Kreative, Kritiker, Satiriker etc einfach verkümmern und ausbluten? Innovation wird dann woanders stattfinden. Politiker reden immer gerne viel über Innovationen. Hierzulande müsse man digital zu den USA aufschließen, von einem europäischen Facebook wurde auch schon mal geträumt. Aber mit solchen Gesetzen passiert genau das Gegenteil.

Womit die vorhandene kreative Kraft in Europa explodieren und ganz neue Energien freisetzen würde, in allen Bereichen? Das wäre möglich, wenn man den gegenteiligen Weg einspringen würde mit einer „Fair Use Rule“ wie in den USA! Inhalte im Internet zu publizieren bedeutet sie mit der Netz-Community zu teilen und damit möglichst viel Aufmerksamkeit für sich selbst zu generieren. Das geht aber nur, wenn diese Inhalte für alle frei zugänglich sind, zum Kommentieren, Kritisieren, Forschen, kreativ umgestalten etc. In den USA ist diese Kreativität unbegrenzt entfaltet, und niemand hat dort damit ein Problem. Ganz im Gegenteil – dort ist es allgemein gültiges Verständnis, dass Inhalte verwendet und nicht verboten werden sollten. Innovation und Kreativität profitieren davon in einem gigantischen Ausmaß!

Könnten in unserem „Regulierungs-Europa“ Firmen entstehen wie Snapchat oder Google? Kaum vorstellbar. Die Idee der europäischen Internet-Gemeinde einfach maximal viel Freiraum zu lassen, käme einem Regulierungs-Bürokraten niemals in den Sinn. Ihm fehlt dafür schlichtweg das Verständnis. Schon bei der Kapitalsuche wären Startups wie Google wohl hierzulande gescheitert. Was, ihr wollt eine Suchmaschine aufbauen? Es gibt doch schon Webcrawler, AOL und Yahoo. So ein Quatsch, vergesst es, hätte es hierzulande geheißen.

Wenn die EU-Parlamentarier am 4. Juli dieses Gesetz (Upload-Filter und Leistungsschutzrecht) durchwinken, kann die europäische Netzgemeinde endgültig nur noch zuschauen. Innovation und Kreativität können sich dann außerhalb Europas weiterentwickeln – aber halt nicht in Europa!

Im Kampf gegen Upload-Filter: Rechtsanwalt Christian Solmecke
Im Kampf gegen Upload-Filter: Rechtsanwalt Christian Solmecke. Foto: Domdewom dw / Wikipedia (CC BY-SA 4.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

8 Kommentare

8 Comments

  1. Pit M.

    21. Juni 2018 13:19 at 13:19

    Die EU verkommt zum totalitären zentral-gesteuerten Superstaat.
    Die Interessen der Bevölkerungen interessieren immer weniger.

  2. Hans Kolpak

    21. Juni 2018 15:54 at 15:54

    Die EU-Kommission, wie wir sie aktuell kennen, wird aufgelöst, abgeschaltet, ausgeknipst, ist im Eimer, ist kaputt. Schuld daran ist der sogenannte „Upload-Filter“, der dem freien Internet eine Zwangsjacke verpassen wollte. So frisst die Brüsseler Diktatur ihre eigenen Kinder!

  3. CPS

    21. Juni 2018 16:10 at 16:10

    Ein Schritt mehr für die Abschaffung der Meinungsfreiheit durch die Hintertür. Es wird Zeit für den „Dexit“!!!

  4. Facherfahrener

    21. Juni 2018 16:32 at 16:32

    Bevor ich hier lospoltere, möchte ich gerne erfahren, WER diese 15 sind. Da zehn dagegen
    gestimmt haben, muss man von mind. zwei Lagern in der EU ausgehen.

  5. sabine

    21. Juni 2018 16:41 at 16:41

    Vielen Dank für diesen Rundum sehr guten und aufklärenden Artikel!

  6. A.R.H.

    21. Juni 2018 18:01 at 18:01

    Grüß Gott,
    wozu braucht die zukünftige Bevölkerung der BRD denn freizugängliches Internet?
    Die neuen Deutschen aka Merkills Gäste können weder lesen noch schreiben,
    also wofür sollte das Internet noch gebraucht werden?
    Ich persönlich nutze das Internet seit 20 Jahren,wenn man die Freiheit von damals mit der von heute vergleicht sieht man wie wenig schon jetzt davon noch übrig ist….

    • Hans Kolpak

      21. Juni 2018 18:16 at 18:16

      an A.R.H.
      Ich bin auch ein „Veteran“, der seit 1998 Internetseiten gestaltet und sich vorher mit Bildschirmtext herumgeschlagen hat. Parteien und Bürokraten reissen alles an sich, um es zu „regeln“. Weil dieses Verhalten aber langfristig unbezahlbar ist, kann das Problem nur durch Staaten gelöst werden, die sich heraushalten und es privaten Organisationen überlassen, wie sie miteinander umgehen.

      Immerhin sind weltweit die Staaten die kriminellen Organisationen, die der Menschheit und Erde mehr Schaden stiften als alle anderen zusammengenommen. Die Menschheit tut gut, sich von dieser Art der Ausbeutung und Bevormundung zu verabschieden.
      dzig.de/Autoritaetshoerigkeit-und-Staatsglaeubigkeit

  7. Tschurkawin

    16. Juli 2018 10:26 at 10:26

    Wertfreier Blödsinn. Wer allerdings diese US-Datenkraken braucht ist gef…….
    Einfach mal mit VK, Gab oder ähnlichen versuchen. Da kann man schreiben was man will. Filter gibt es nur für Hirnamputierte Deutsche.

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Trump liegt in neuer Schockumfrage weit hinter Top-Demokraten

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Eine Kurz-Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

 

Donald Trump glaubt ja öffentlich nicht an Meinungsumfragen – doch diese sollte ihm einen gehörigen Schreck einjagen: Laut einer Erhebung von „Fox News“, dem Trump-freundlichen News-Kanal, würden ihn alle der Top-Demokraten-Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 2020 haushoch schlagen.

Ex-Vize Joe Biden liegt mit 50 zu 38 Prozent am weitesten vorne, aber auch die Demokraten Bernie Sanders (+9%), Elizabeth Warren (+7%) und Kamala Harris (+6%) lassen den Präsidenten im Staub zurück.

 

Mies sind derzeit auch Trumps Popularitätswerte: Nach den schockierenden Fehltritten in den Tagen nach dem Doppelmassaker in El Paso und Dayton lehnen laut „Fox News“ 52 Prozent der US-Wähler Trump ab (im Schnitt der Umfragen sind es sogar 54,1 Prozent).

 

Anmerkung der Redaktion: Trump ist wenig erfreut über die Fox-Umfrage – der Sender habe sich zum Negativen verändert..

 

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street. 

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Kreditzinsen für Unternehmen sinken im Rekordtempo – historisches Allzeittief!

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Die Kreditzinsen für Unternehmenskunden in Deutschland sinken in dramatischem Tempo Richtung Null-Linie. Bei Neukrediten mit fünf Jahren Zinsbindung liegt der Zins laut „Barkow Consulting Corporate Credit Index“ jetzt nur noch bei 0,93%. Am 4. August waren es noch 1,08%, im Mai waren es noch 1,43%. Damit erreicht der Wert aktuell ein Rekordtief! Und kommt es wie allgemein erwartet im September zu Zinssenkungen der EZB, dürfte sich dieser Trend bei den Kreditzinsen für Unternehmen weiter beschleunigen. Im Rekordtempo Richtung Null?

Gerade für die Commerzbank, die stark ist bei der Finanzierung des deutschen Mittelstands, dürfte dies eine dramatische Entwicklung sein. Die Zinserträge für die CoBa dürften wohl deutlich sinken, mehr schon als sowieso geschehen in den letzten Jahren! Was das für CoBa, Deutsche Bank, Sparkassen etc bedeutet? Dramatisch schrumpfende Erträge aus dem Firmenkundengeschäft! Verbände von Volksbanken und Sparkassen warnten jüngst schon, dass beispielsweise bei Privatkunden demnächst Negativzinsen für Einlagen bei der EZB an die Endkunden weitergereicht werden dürften. Und bei den errodierenden Kreditzinsenf für Unternehmen? Da brechen weitere Ertragsbringer weg, und die Lage für die deutschen Banken wird wohl noch dramatischer werden.

Kreditzinsen für Unternehmen
Quelle: Barkow Consulting Credit News, Barkow Consulting GmbH, www.BarkowConsulting.com

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