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US-Defizit explodiert aktuell um 67% im Jahresvergleich

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Das US-Defizit (US-Regierung gibt mehr aus als sie einnimmt) lag im Mai 2017 noch bei 88 Milliarden Dollar. Jetzt im Mai 2018 liegt das Defizit schon bei 147 Milliarden Dollar, und damit 67% höher als vor einem Jahr. Das ist ein gigantischer Anstieg. Zuletzt war das US-Defizit in einem Monat Mai im Jahr 2009 größer. Dieses Desaster fällt aber nicht vom Himmel, sondern war genau so zu erwarten.

Seit Anfang 2018 gelten drastisch gesenkte Steuern in den USA. Da ist es nur verständlich, dass die Einnahmen sinken, während die Ausgaben sogar noch steigen. Die Einnahmen der US-Bundesregierung lagen im Mai bei 217 Milliarden Dollar (-10% im Jahresvergleich), während die Ausgaben mit 364 Milliarden Dollar um 11% gestiegen sind.

Das Fiskaljahr der USA beginnt stets im Oktober. Von Oktober 2017 bis Mai 2018 addiert gerechnet hatte die US-Bundesregierung 1,143 Billionen Dollar private Einkommensteuern eingenommen. Das waren sogar 56 Milliarden Dollar mehr als ein Jahr zuvor. Aber für diese acht Monate gab es ein Gesamt-Defizit von 532 Milliarden Dollar. Also auch auf einen breiteren Vergleichszeitraum sieht es katastrophal aus!

In den ersten acht Monaten des Fiskaljahres hat die US-Bundesregierung für Zinszahlungen 318 Milliarden Dollar ausgegeben. Gegenüber dem selben Zeitraum im fiskalischen Vorjahr ist das ein Kostenzuwachs von 33 Milliarden Dollar. Da sieht man mal, was so „ein wenig Bewegung“ (Zinswende) in den Renditen ausmachen kann. Die Militärausgaben stiegen um 20 auf 389 Milliarden Dollar.

Die folgenden beiden Grafiken zeigen zunächst die Einnahmeseite im Detail (rot umrandet die Einnahmen der ersten acht Monate im Vergleich zum Vorjahr), und danach die Ausgabenseite.

So sehen die Gesamtzahlen für Mai graphisch dargestellt aus. Links die Einnahmen, rechts die Ausgaben. Mittig sieht man die Säulen der Gesamtausgaben und der Mittelherkunft (Steuern und neue Schulden/Defizit).

US-Defizit

Die folgende Grafik zeigt in den einzelnen Balken pro Monat verschiedene Steuer-Einkommensarten des US-Bundeshaushalts. Die grünen Punkte zeigen alle Summen addiert. Der Monat April ist immer der jährliche Höhepunkt, weil hier die meisten Steuerzahlungen erfolgen. Daher fallen die Einnahmen in diesem Monat jedes Jahr besonders hoch aus. Man sieht gut, dass das Hoch aus April 2017 jetzt im April 2018 übertroffen werden konnte aufgrund der guten Konjunktur. Auf Dauer wird das aber nicht so bleiben bei den massiven Steuersenkungen. Richtig auswirken werden sie sich erst im nächsten Jahr.

Daten und Grafik: US-Finanzministerium

2 Kommentare

2 Comments

  1. tm

    13. Juni 2018 15:41 at 15:41

    „Dieses Desaster fällt aber nicht vom Himmel, sondern war genau so zu erwarten. Seit Anfang 2018 gelten drastisch gesenkte Steuern in den USA.“

    Exakt so ist es. Bereits zuvor lag das Defizit im US-Bundeshaushalt höher als bei Trumps Amtsübernahme, nun aber mit Wirkung der Steuerreform wird es nochmals deutlich steigen.

    “ Da sieht man mal, was so „ein wenig Bewegung“ (Zinswende) in den Renditen ausmachen kann.“

    Ne, das kann man nicht so einfach sehen, da die Staatsanleihen natürlich nicht variabel verzinst sind. Dass die Zinsausgaben gestiegen sind, kann diverese Ursachen haben, vielleicht wurden nun für fällig gewordene kurze Anleihen verstärkt langlaufende Papiere emittiert, um sich eben die noch niedrigen Zinsen lange zu sichern.

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Aktuell: Ursula von der Leyen mit hauchdünner Mehrheit neue EU-Kommissionspräsidentin

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Vor wenigen Augenblicken wurde das Abstimmungsergebnis im EU-Parlament verkündet. Ursula von der Leyen wird neue EU-Kommissionspräsidentin. Sie erhielt 383 JA-Stimmen, gerade mal 9 Stimmen mehr als benötigt. Es gab 327 NEIN-Stimmen, 23 Enthaltungen und 1 ungültige Stimmen. Die Aussagen der Parlamentarier in den letzten Stunden haben es klar gemacht. Vor allem Konservative und Liberale haben Ursula von der Leyen die Mehrheit gesichert, zusammen mit Teilen der Sozialdemokraten.

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Martin Sonneborn im EU-Parlament über „kenntnisfreie“ von der Leyen und die „verurteilte“ Christine Lagarde

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Es muß ja ein Fest sein für einen Satiriker wie Martin Sonneborn, die Dinge auf politischer Ebene der EU aus der ersten Reihe beobachten zu können. Bekanntlich gelang Sonneborn mit „Die PARTEI“ (deren Bundesvorsitzender er ist) der Wiedereinzug ins EU-Parlament – und das mit deutlich mehr Stimmen als im Jahr 2014 bei der letzten Europawahl.

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Martin Sonneborn mit ungewöhnlichem Outfit
Sonneborn in Stauffenberg-Verkleidung mit Parteikollege Nico Wehnemann auf der Frankfurter Buchmesse 2018
Von Ptolusque – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73580794

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Automatisierung: „Job-Kahlschlag konnte immer kompensiert werden“ – auch dieses Mal?

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Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Tochter der Bundesagentur für Arbeit, hat heute in einer Studie darauf hingewiesen, dass die seit den 70er-Jahren stattgefundene Automatisierung von der deutschen Volkswirtschaft gut verkraftet worden sei. Es seien in anderen Bereichen ausreichend neue Arbeitsplätze geschaffen worden, um die Arbeitslosen aus den wegbrechenden Industrien aufzufangen. Auf längere Sicht betrachtet entstanden etwa in dem Maß, wie Arbeitsplätze abgebaut wurden, auch neue, so das IAB. Technischer Fortschritt habe in Deutschland bislang nicht zu weniger Arbeit geführt, sondern zu einer Umschichtung von Arbeitsplätzen und Arbeitskräften. Aber die Automatisierung kennt doch eine Verlierer-Gruppe. Und siehe da, welche ist das? Zitat IAB:

Für Hochqualifizierte seien sogar mehr Arbeitsplätze hinzugekommen als verschwunden, so die IAB-Forscher. Für Geringqualifizierte sind den Forschern zufolge dagegen weniger Stellen entstanden als abgebaut wurden. Die technologische Entwicklung war also verbunden mit einer qualitativen Veränderung des Bedarfs an Arbeitskräften: Die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften ist gestiegen, die Nachfrage nach Geringqualifizierten hat abgenommen. Die zunehmend besser ausgebildeten Arbeitskräfte konnten vom Arbeitsmarkt aufgenommen werden. Gleichzeitig wuchs ab den 70er Jahren lange Zeit die Arbeitslosigkeit bei den Geringqualifizierten.

Bezogen auf die aktuelle Digitalisierungsdebatte („Wirtschaft 4.0“) erwarten die Forscher, dass auch dieses Mal das Beschäftigungsniveau in Deutschland unterm Strich nicht sinken werde. Man prognostiziere allerdings große Umbrüche. Durch die Digitalisierung würden rund 1,5 Millionen Stellen wegfallen, jedoch in ähnlichem Umfang auch neue entstehen. Dass neu entstehende Arbeitsplätze oft ein anderes Anforderungsniveau aufweisen als die weggefallenen Arbeitsplätze, sei mit ein Grund, dass es immer ein bestimmtes Maß an Mismatch-Arbeitslosigkeit gebe. Qualifizierung sowie professionelle Beratung und Vermittlung seien deshalb von zentraler Bedeutung, damit die Beschäftigten mit den Herausforderungen der Digitalisierung schritthalten könnten, so das IAB.

Tja, wird also alles so „rosig“ weitergehen wie bisher? Die Frage aller Fragen, die niemand im Vorhinein beantworten kann, lautet: Ist die nun beginnende Welle von Automatisierung und Digitalisierung überhaupt zu vergleichen mit dem Strukturwandel in den 70ern und 80ern? Oder werden die Kahlschläge in Unternehmen und ganzen Branchen viel schlimmer als jemals zuvor sein? Schaut man zum Beispiel auf Banken und vor allem Versicherungen, dann werden dort ganze Abteilungen platt gemacht und durch Algorithmen ersetzt, oder ins billigere Ausland verlagert. Können wirklich so viele neue Jobs für App-Entwickler, Software-Ingenieure und E-Auto-Konstrukteure entstehen, wie in „alten“ Industrien wegfallen? Da müssten auch wir raten.

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