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US-Dollar: warum er derzeit so unglaublich stark ist!

Der US-Dollar dominiert weiterhin die Märkte, aber es handelt sich um Intramarktkorrelationen, d.h. Korrelationen, die innerhalb des Währungsmarktes weiterhin auftreten – wobei die anderen Anlageklassen wichtige Informationen auf die aktuelle Lage geben. Der Greenback hat in der Tat gegenüber allen wichtigen Währungen deutlich an Wert gewonnen, wobei der Euro und der Yen gegenüber dem Dollar die Rolle der schwächsten Währungen spielen. Die Rohstoffwährungen folgen diesen Abwärtsbewegungen – mit Ausnahme des kanadischen Dollars, der stark mit dem Trend von Ölpreis und  Schweizer Franken (immer gegenüber dem US-Dollar) korreliert.

Dollar und Korrelationen zwischen den Märkten

Wenn wir auf der Ebene der Korrelationen zwischen den Märkten argumentieren, d.h. wenn wir uns auf Anlageklassen beziehen, die verschiedenen Märkten angehören, sind wir mit einer besonderen Situation konfrontiert.

Normalerweise, wenn der Markt nicht in einer Phase der Risiko-Aversion ist, sollten Sie, wenn Sie mit einem totalen Zentrismus des US-Dollars konfrontiert sind, sehen, dass Gold in der Regel fällt wenn der US-Dollar stark ist. Auch steigt der US-Dollar zum Yen (USD/JPY) gewöhnlich nur dann stark, wenn die Börsen ständig neue Höchststände erreichen, da die Anleger zur Finanzierung von Risikokäufen Short-Positionen im Yen eröffnen (Carry Trades). Wenn Sie jedoch mit einer erhöhten Risikoaversion konfrontiert sind, kann Gold – zusammen mit einem fallenden USD/JPY (was eine Stärkung des Yen bedeutet) – steigen. Derzeit haben wir Börsen auf den Höchstständen, Gold steigt, der Yen aber fällt – was bedeutet, dass etwas nicht den Mustern folgt, die sich in den letzten Jahren statistisch immer wieder wiederholt haben.

Was treibt die Preise für den US-Dollar?

Die Frage stellt sich natürlich. Die Kunst besteht darin, eine Antwort zu suchen, die sich an den Fakten, also an den Kapitalströmen orientiert – und nicht darin, um jeden Preis eine Rechtfertigung für die stattfindenden Marktbewegungen finden zu wollen. Unserer Meinung nach lässt sich die Situation gut interpretieren: trotz neuer Allzeithochs an den Aktienmärkten sind die Investoren derzeit durchaus alarmiert!

Seit Monaten liegt die Geldpolitik der großen Zentralbanken auf Eis (keine Zinsänderungen), dagegen sind Zinssenkungen in Australien und Großbritannien absehbar. Der US-Dollar aber hat die höchsten nominalen und realen Zinssätze – und das beginnt angesichts der Unsicherheiten immer schwerer zu wiegen und zieht daher große Kapitalströme in den Greenback.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die mit dem Coronavirus verbundenen Befürchtungen die Suche nach sicheren Häfen, die gleichzeitig auch Rendite bieten können – in dieser Welt mit überwiegend Null- oder Negativzinsen – verstärken. Darüber hinaus sind die USA konjunkturell derzeit immer noch in der besten Situation.

Dies erklärt den Anstieg des US-Dollar auf allgemeiner Ebene. Darüber hinaus steht die Frage, die die Gemüter vieler Investoren bewegt: Werden Gewinnmitnahmen bald zu einer Trendwende führen? Wenn diese Bewegungen einsetzen, dann aufgrund der Einschätzung, dass wir bereits das Top erreicht haben – zusammenhängend mit der Befürchtung, dass sich die Weltwirtschaft aufgrund dieser Epidemie, deren Kurve wir noch nicht verstehen, verlangsamen könnte.

Zu diesem Bild gehört auch folgende Überlegung: Wenn Geld aus den Aktienmärkten fließt, wo kann es dann Rendite erzielen, wenn die meisten festverzinslichen Wertpapiere lächerliche Renditen bieten? All diese Ungewissheiten führen dazu, dass sich die Anleger gegen mögliche Abschwünge an den Aktienmärkten zu schützen beginnen – aber nicht, indem sie gegen die Aktienmärkte wetten (Short-Positionen eröffnen), sondern indem sie das Risiko durch Goldkäufe absichern.

Dazu auch ein letzter Gedanke über das Niveau, das der Schweizer Franken gegenüber dem Euro (EUR/CHF) erreicht hat. Wir haben wichtige Tiefststände erreicht, die 2016 und 2017 berührt wurden – eine Bruch dieser Tiefststände nach unten dürfte der SNB  nicht gefallen und die Aufmerksamkeit auf einen potenziellen Interventionismus lenken, der versuchen könnte, eine (vorübergehende) übermäßige Aufwertung des Frankens einzudämmen.

(Hinweis: Der Autor Matteo Paganini ist chief market strategist bei dem australischen Broker Pepperstone)

Kapitalströme unterstützen den US-Dollar derzeit stark

 



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