Aktien

US-Insider so bärisch wie seit 2008 nicht mehr

Die Verkäufe von Aktien von Firmeninsidern in den USA sind auf einem Niveau, das seit dem Crash 2008 nicht mehr erreicht wurde – wie die amerikanische Finanzseite MarketWatch berichtet.

Insider sind dabei diejenigen, die in ihrer herausragenden Funktion in der jeweiligen Firma Einsicht in die Geschäftsabläufe haben (Inhaber, Direktoren etc.), oder über mindestens 10% der Firmenanteile verfügen (shareholder). Kauft oder verkauft diese Gruppe Aktien der eigenen Unternehmen, besteht eine Meldepflicht gegenüber der amerikanischen Aufsicht SEC – daher sind die Daten auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Da die Insider meist bereits über eine größere Zahl von Aktien der eigenen Unternehmen verfügen, liegt die Zahl der Verkäufe der Insider immer über der Zahl der Käufe. Normal ist ein Verhältnis von 2:1 bzw. 2,5:1 (also doppelt bzw. 2,5mal so viel Verkäufe wie Käufe). Bei extrem bullischer Einschätzung der Lage durch die Insider fällt der Wert unter die 2:1-Marke, liegt er über 2,5:1, deutet das auf eine sehr negative Sicht auf die Zukunft des eigenen Unternehmens.

Laut MarketWatch schneiden dabei – was die Prognosefähigkeit betrifft- die shareholder deutlich schlechter ab als die das operative Geschäft leitenden Personen. So waren die shareholder kurz vor der Finanzkrise 2007 deutlich optimistischer als die Insider im operativen Geschäft: Letztere verkauften bereits im Sommer 2007 großflächig Aktien der eigenen Unternehmen.

Seit Ausbruch der Finanzkrise wurde nur einmal ein ähnlicher Wert erreicht wie derzeit: im Jahre 2011. Damals korrigierten die US-Märkte 20%. Das muss nicht bedeuten, dass nun unmittelbar ein heftiger Abverkauf bevorsteht – viele Insider nutzen vermutlich die Allzeithochs an den US-Märkten zur Reduzierung der eigenen Aktienbestände. Aber ein Warnsignal ist es dennoch..



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