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Aktien

USA: Fannie Mae und Freddie Mac vor dem Aus

Markus Fugmann

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In den USA stehen zwei traditionsreiche Institutionen vor dem aus: die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac dürften das Opfer einer Reform werden, auf die sich die amerikanische Regierung und die Opposition geeinigt haben. Ziel der Reform ist, dass private Versicherungsunternehmen im Falle von Verlusten von Hypothekenpapieren haften – und nicht mehr der amerikanische Staat. Die Aktien beider Unternehmen brachen daraufhin massiv ein und verloren jeweils knapp ein Drittel ihres Wertes.

Fannie Mae und Freddie Mac waren maßgeblich beteiligt an der Entstehung der US-Immobilienblase – und mussten nach deren Platzen vom amerikanischen Staat gerettet werden. Beide Unternehmen galten einst aufgrund ihrer staatlich privilegierten Sonderstellung als sicheres Investment und konnten sich daher zumeist extrem günstig refinanzieren. Derzeit sind noch einige Hedgefunds in die Aktien beider Unternehmen investiert – und naturgemäß „not amused“ über die neuen Pläne..

Fannie Mae wurde 1938 im Rahmen des von Präsident Roosevelt initiierten New Deals gegründet und 1968 privatisiert. Im selben Jahr entstand das von Anfang an private Unternehmen Freddie Mac, um dem dominanten Platzhirsch Fannie Mae Konkurrenz zu machen. Die beiden Unternehmen dominieren seitdem den amerikanischen Hypothekenmarkt und bürgen für 60% aller vergebenen Immobilienkredite.

Im Zuge der Erholung des US-Immobilienmarktes fuhren beide Unternehmen wieder kräftige Gewinne ein – die dem Staat ausgeschüttet werden.

freddie mac

 

 

 

 

 

 

 

fannie mae3

 

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Enno

    13. März 2014 15:30 at 15:30

    In diesem Zusammenhang vielleicht interessant zu lesen:
    http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/it-is-informed-optimism-to-wait-for-the-rain/
    „There is no painless monetary fix that will shift the allocation of capital toward productive investment and away from distortive speculation. Instead, one must wait for the rain. Impatient, crowd-following investors are all too willing to wastefully scatter seeds onto this parched desert, thinking that this is their only chance to sow. To wait patiently in the expectation of fertile soil and rain is not an act of pessimism, but an act of optimism and informed experience.”
    In dem Blog ist ein Link zum kompletten Text zu finden.

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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