Meinung

USA: Risiko für Staatspleite fast so gering wie bei Deutschland

Man freut sich in den USA: die Wirtschaft läuft bombig – na gut, die Konjunkturdaten der letzten Wochen waren miserabel, aber das lag, natürlich, am Wetter. Zwar sind aus Texas und Regionen im Westen, die nicht winterverdächtig sind, die Konjunkturdaten sogar noch schlechter als im wirklich vom Winter erfassten Nordosten des Landes, aber sei´s drum. Wer in New York sitzt, hält das Wetter in New York für das Wetter der ganzen Welt – because New York is the capital of the world. Nur so lässt sich die erstaunliche Ignoranz gegenüber den ökonomischen Fakten erklären..

Jetzt aber kommen wieder supergute, bärenstarke Nachrichten aus den USA. Das Risiko für eine Staatspleite der USA hat sich seit Oktober 2013 fast halbiert – nimmt man die Preise für Credit Default Swaps (Kredit-Ausfallversicherungen) für die USA als Maßstab. So kostete eine Absicherung gegen eine Pleite der USA noch im Oktober letzten Jahres 46 Basispunkte (0,46% der versicherten Summe), jetzt sind es nur noch 26,5 Basispunkte. Damit liegen die Preise für Credit Default Swaps der USA noch nur knapp über denen für eine Absicherung gegen eine Staatspleite Deutschlands (25 Basispunkte).

Nun könnte man ketzerisch fragen, welche Versicherung im Falle einer echten Staatspleite der USA überhaupt noch zahlungsfähig wäre? Aber viel wichtiger ist, dass die deutlich geringeren Prämien vorwiegend in der Anhebung der US-Schuldengrenze ihre Ursache haben. Prima! Von Amerika lernen heißt immer noch siegen lernen! Wir empfehlen deshalb der Ukraine dringend, eine Schuldengrenze einzuführen und diese bei Bedarf anzuheben – und schon könnte sich das Pleiterisiko der Ukraine fast halbieren. Genial, diese Finanzmärkte..

 



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