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Varoufakis gibt Erklärung zu „Plan B Arbeitsgruppe“ und „Parallelwährung“ ab

Von Claudio Kummerfeld

Yanis Varoufakis hat vor wenigen Minuten eine offizielle Mitteilung rausgebracht um zu den Gerüchten Stellung zu nehmen er wäre Teil eines Plans für einen „Währungsputsch“ gewesen. Er schreibt er habe eine Arbeitsgruppe geleitet, auf Anweisung von Alexis Tsipras, um einen Notfallplan zu erarbeiten, falls die Eurogruppe Griechenland aus dem Euro gedrängt hätte (Anm. d. Redaktion: Opferrolle?). Alle, EU-Staaten, Banken, EZB usw hätten sich in den letzten Jahren auf einen Grexit vorbereitet. Hätte er als griechischer Finanzminister keinen Notfallplan für dieses Szenario entworfen, so wäre das nachlässig gewesen, so Varoufakis (stimmt!).

Varoufakis nimmt Stellung zu dem entscheidenden griechischen Zeitungsartikel, der erwähnt, dass es u.a. darum gegangen wäre die Steuerverwaltung zu hacken und so eine Parallelwährung einzuführen. Hierzu ein Ausschnitt aus der Gegenrede von Yanis Varoufakis:

“The General Secretariat of Information Systems had begun investigating means by which Taxisnet (Nb. the Ministry’s Tax Web Interface) could become something more than it currently is, to become a payments system for third parties, a system that improves efficiency and minimises the arrears of the state to citizens and vice versa.”

Wir finden ebenfalls: Reichlich unrealistisch, dass sich der Staat in seine eigene Steuer-Software einhackt!?? Andererseits kann man sich schon fragen, was es zu bedeuten hat, wenn die Steuerverwaltung so ausgebaut werden soll, dass das Steuersystem „ein Zahlungssystem für Drittparteien“ wird. „Zahlungssystem“ bedeutet ja definitiv Geldverkehr auf elektronischem Weg, was ja die Aufgabe einer Bank ist. Diese Aussage lässt jede Menge Spielraum für Interpretationen, wo man besser klar aufklären sollte, was das zu bedeuten hat, oder ob man sich nur missverständlich ausgedrückt hat.

Abgesehen davon kann man sagen: Dass der Finanzminister eine Arbeitsgruppe leitet, wo ein mögliches Szenario durchgespielt wird, ist etwas völlig Normales. Also alles halb so wild. Zu den Gerüchten man hätte im „Ernstfall“ den griechischen Notenbankchef verhaften wollen, um die griechische Notenbank dem Eurosystem (EZB) zu entreißen, nahm Varoufakis keine Stellung. Aber egal ob plumpes Gerücht oder ob etwas Wahres dran ist – wäre es dazu gekommen, oder würde es eines Tages zu so einer Situation kommen und Griechenland würde mit solch brachialen Methoden über Nacht eine eigene Währung einführen… es würde wohl noch nicht mal offiziell handelbare Wechselkurse für so eine Währung geben, so gering wäre das Vertrauen von ALLEN Seiten für diese Banknoten. Es gäbe dann wohl ein Schwarzmarkt für Drachmen, die vielleicht zu 80 oder 90% zum Euro abgewertet würden. Der endgültige Kollaps für Griechenland wäre perfekt.

Vor diesem Hintergrund ist die Verhaftung eines Notenbankchefs, um an die Bank heranzukommen, nicht mehr als ein Gedankenspiel.



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3 Kommentare

  1. Der vollständige Artikel von Varoufakis: auf seiner website ( z.B. googeln ).

    Vielleicht ist es nicht überflüssig, den genauen Wortlaut ( Original, englisch ) zu “ verkosten „. bon appétit.

    1. Hallo KK, in der Mitte des Artikels ist der Link zu seinem Originaltext ja bereits verlinkt. (in blau)

  2. Mittlerweile bräuchten Sie sich ohnehin der leitenden Person nicht mehr habbar machen, denn die „Substanz“ wurde ja bereits verscherbelt. Nix mehr zu holen dort.

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