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Vermögenssteuer & Co: Was die Parteiprogramme für Investoren bedeuten

Vermögenssteuer & Co: Was die Parteiprogramme für Investoren bedeuten

Die Bundestagswahl steht vor der Tür (26.September) – was aber wollen die großen Parteien in Sachen Vermögenssteuer und anderer Steuern, die für Investoren relevant sind?

Vermögenssteuer und Co: was die großen Parteien dazu sagen

Eines scheint klar: die massive Geldvermehrung und die auch dadurch stark anziehende Inflation ist für Arbeitnehmer (Löhne steigen langsamer als die Inflation), Sparer und Rentner ein riesiges Problem. So entstehen Wohlstands- und Kaufkraftverluste bei denjenigen, die nicht über Vermögens-Assets wie Aktien und Immobilien verfügen.
Daher scheint eine Vermögenssteuer scheinbar Sinn zu machen, die eben diejenigen belastet, die über diese Vermögen verfügen. Kann so die Schere zwischen den Profiteuren und den Benachteiligten der Geldpolitik der Notenbanken kleiner werden? Ifo-Chef Clemens Fuest hat das kürzlich bestritten: die Vermögenden würden ins Ausland abwandern, sodass der Staat de facto keine höhere Einnahmen habe, aber die Leistungsträger der Gesellschaft verliere.

Anders sieht das DIW-Präsident Fratzscher: die Einnahmen aus einer Vermögenssteuer könnte in „Zukunftsinvestitionen“ fließen und damit Arbeitsplätze schaffen – ohnehin sei die Arbeit in Deutschland im Vergleich zu Vermögen viel zu hoch besteuert.

Was aber sagen die großen Parteien zur Vermögenssteuer sowie zu anderen Steuern, die für Investoren oder Daytrader relevant sind? André Stagge hat sich die relevanten Passagen bei CDU/CSU, SPD, Grünen, FDP, AfD und Linke angesehen.

Generell gilt: vor allem liberale und konsvervative Parteien lehnen eine Vermögenssteuer und andere Steuern, die in Sachen Börse relevant sind, ab – während linke Parteien (Grüne, SPD und Linke) solche Besteuerungen befürworten.

Bedeutet das, dass etwa eine Koalition SPD, Gründe und Linke eine Katastrophe wäre für Investoren und den Dax? Nicht zwangsläufig, wie etwa Jens Raabe mit Verweis auf die vorbehaltlose Unterstützung dieser Parteien für die EZB-Politik zeigt.

Aber es lohnt sich in jedem Fall, sich die Dinge mal genauer anzusehen – und das tut André Stagge in diesem Video kompakt. Wer will was – und wie realsitisch sind die jeweiligen Pläne und Forderungen?



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12 Kommentare

  1. Moin, moin,

    naja, Mühe hat er sich gegeben.

    Aber die BRD ist pleite! Wir sind ein Fullairbag-Nanny-Staat. Das kann niemand mehr bezahlen. Ergo Pleite! Nur noch durch die Aufnahme neuer Schulden wird das Rad noch am Laufen gehalten bis zum bitteren Ende. Rien ne va plus.

    Und wo liegt nun der Kardinalfehler? Das Wahlsystem ist DER Fehler. Warum soll jemand Abstimmen dürfen, der keine Steuern zahlt? Was soll er wohl wählen ausser sehr gute finanzielle Versorgung durch die Deppen, die noch zur Arbeit gehen.

    Wahlprogramme: Wer glaubt das was da geschrieben steht? Niemand.

    Es wird mit Sicherheit nur mit 3 Parteien nach dem 26.09.2021 gehen. Wird das Rot-Rot-Grün, dann gute Nacht. Da bleibt nur das Ausland, Kapital weg, Kluge Köpfe weg, Hartz IV, Beamte und Rentner bleiben. Chapeau!
    Vorteil wäre nur, dass dann das System m.E. nach ein paar Monaten zum Erliegen kommt. Na dann viel Spass.

    Fazit: BRD ist am Ende. Nicht mehr, nicht weniger.

    1. Moin, moin, jaja, Mühe hat er sich gegeben, der @assyoulike.
      Die BRD ist pleite, sagt er, ohne zu bedenken, wie gering die Staatsverschuldungsquote im internationalen Vergleich eigentlich ist. Ohne zu bedenken, welch enormen Spielraum wir noch immer haben.
      Er malt mit düster-dunklen Farben, in denen Schwarz als strahlender Lichtblick erscheint.

      Und dann der unvermeidliche Sprung zu Kardinal Kralls irrgeleiteten Ausgrenzungsfantasien:

      Rentner, die ihr Leben lang geschuftet haben, junge Erwachsene, also Auszubildende und Studenten, die ihr Berufsleben noch nicht begonnen haben, Soloselbständige, Kleinunternehmer, Hausfrauen, Mütter, geringfügig Beschäftigte, und Arbeitslose, dürfen nicht wählen. Pensionäre, also ehemalige Politiker, Beamte, ganz allgemein Empfänger von Versorgungsbezügen jedoch schon, weil die auf ihre Bezüge Steuern zahlen.

      Fazit: Mit solch asozial denkenden Menschen ist die BRD tatsächlich am Ende. Nicht mehr, nicht weniger.
      Gute Nacht, Chapeau, Rien ne va plus, @asyoulike

      P.S. Ich hoffe, Sie leben in Deutschland und zahlen auch Steuern?

    2. Mein Vorschlag: Ein Bildungstest bevor man wählen darf! Viele sind so apolitisch und ungebildet, das man nur das Grausen bekommen kann. Das Resultat davon ist die Wahl von immer unfähigeren Politikern und/oder gemeingefährlichen Populisten…

  2. Beim Gedanken an R2G kocht einigen das Arschwasser. Leute wie Koch & Co. rühren panisch und voller Inbrunst und Empörung weiter im schlammig-verkrusteten Abwasser und versuchen, weltumspannende Verschwörungen aufzudecken.

    Ein Weiter-so ist definitiv nicht mehr angesagt. Das Fluchtargument kluger Kapitalköpfe ins Ausland ist zugleich ebenfalls viel zu lange zu sehr ausgelutscht, um es auch nur ansatzweise noch ernst zu nehmen. Eben weil sie klug sind und weil Deutschland auf Mittelstand statt Börsen-Highflighern basiert. Weil sie Jahrzehnte lang entsprechende Erfahrungen im Ausland sammeln konnten und um die globale Situation Bescheid wissen. Sie haben aus Fehlern wie dem China-Goldgräber-Wahn oder missbrauchtem Vertrauen durch andere instabile grenzwertige und unzuverlässige Staaten wie der Türkei und Ungarn gelernt.

    Deutschland erhält ironischer Weise eine dritte Chance, könnte erneut ein Top-Standort bis hin zum Marktführer für grüne Zukunfts-Technologien werden, wenn es sich nicht erneut von den kontraproduktiven, historisch erfolglosen und völlig versagenden marktliberalen Fantasien reaktionärer Konservativer einlullen lässt. Wo waren die freien Märkte und ihre innovativen Selbstheilungskräfte die letzten 40 Jahre? Hoffentlich verspielen wir diese womöglich letzte Chance nicht erneut, danach dürfte es endgültig zu spät sein.

    1. Tja, zweimal 16 Jahre schaffen eben enorme Seilschaften. Deshalb meine Forderung: max. 2 Legislaturen-Perioden für die Kanzlerschaft. Gleiches gilt für die Listenplätze. Lediglich die direkt Gewählten können sooft wie das Volk es will, gewählt werden.
      Unser Problem sind die unsäglichen Abhängigkeiten (wenn du nicht folgsam bist, kommst du nicht mehr auf die Liste) und die Seilschaften, die Jahr für Jahr den Einfluss nahezu exponentiell anwachsen lassen.

      1. Ich wäre ja eher für die Zentralisierung der Seilschaften in der Person des absoluten Monarchen. Die Entmachtung der derzeitigen Eliten kann duchaus sanft erfolgen, im Stile von Ludwig XIV, der der Aristokratie den prächtigsten Palast seiner Zeit baute, sie an seinem Hof versammelte, wo man sie mit Spielen und Festen unterhielt. Das nenne ich Humanismus. Die Barbarei erfolgte erst knapp ein Jahrhundert später, unter den vor Hass triefenden Jakobinern, die wussten, wie man große Worte macht, aber keine Ahnung hatten, wie man einen Staat führt.

        1. Nach diesem vielsagenden historischen Exkurs in die französische Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts noch einmal konkret wie weiter unten nachgefragt:
          Wie sähe denn die Regierungskoalition Ihres Vertrauens aus?
          Sind Sie auch zu greifbaren Antworten fähig, oder schwelgen Sie lieber in historischen Vergleichen irgendwo auf dem Kontinent, statt sich den Problemen einer Welt zu stellen, wie es sie vergleichbar und drängender noch nie gab?

  3. Wer zahlt schafft an.

    Ich bin durchaus dafür, dass Sozialleistungen vom Staat bezahlt werden, aber asyoulike hat Recht, dass eine Gesellschaft in Schieflage geraten muss, in der die Mehrheit der Bevölkerung Herrschaft an Politiker überträgt, die damit werben, dass sie den Teil der arbeitenden Bevölkerung ausbeuten, der Ersparnisse bilden und dieser sich dem zur Not auch durch Abwanderung ins Ausland entziehen kann. Das war bislang aus verschiedenen Gründen für viele nicht attraktiv, nicht zuletzt auch deswegen weil es in Deutschland eine industrielle Basis und noch gut bezahlte Jobs gab und gibt, aber Länder wie Spanien und Griechenland werben z.B. um Expats und bieten denen exzellente Steuerkonditionen an ( 25% Flatrate in Spanien, 50% vom dortigen Spitzensteuersatz, also etwa 22%, in Griechenland ). Wer sowieso im permanenten Home-Office ist, ist klar im Vorteil. Italien wiederum wirbt um Kapitalflüchtlinge.

    In den ’90er Jahren galt Deutschland mal als Kranker-Mann-Europas, dann kam die erste Rot-Grüne Regierung unter Schröder/Fischer mit seinen neoliberalen Reformen, die dann von der meist schläfrigen, mal sprunghaften Kanzlerin weiter-so verwaltet wurden. Am Ende ihrer sehr langen Amtszeit steht das Land schlechter da als 2005. Es würde mich nicht wundern, wenn alles von der 2-ten Rot-Grünen Regierung wieder rückgängig gemacht wird, um den Kranker-Mann Zustand vollends wieder herzustellen. Das ist so ein meta-politisches Puzzle: soll man sich für eine Fortsetzung der schleichenden Agonie entscheiden oder für Nietzsches „was fällt, das soll man auch noch stoßen“?

    Was „grüne Zukunftstechnolgien“ betrifft, so wundere ich mich, warum die Deutschen glauben, sie seien hier Avantgarde? Es war schließlich Elon Musk der Autoindustrie aufgemischt hat. Ich selbst halte Aktien von Hyzon Motors, einem US-Startup, dass derzeit LKWs mit Brennstoffzellen in den Niederlanden fertigen lässt. Welche grünen, deutschen Zukunftsaktien halten hier denn die Freunde der richtigen Gesinnung?

    1. Wer zahlt, schafft an, das haben schon Opa und Oma in Wirtschaftswunderzeiten gesagt. Der Spruch hat es sogar in den Redensarten-Index geschafft. Dort allerdings mit dem Vermerk „Wer zahlt, schafft an: Vor allem CDU, FDP und AfD erhalten großzügige Spenden aus der Wirtschaft“.

      Und wo wir schon tiefenphilosophisch bei kranken Männern im meta-politischen Puzzle stecken: Wer Schäden verursacht, muss für die Folgen aufkommen. Notfalls in Billionenhöhe. Nur einmal so rein marktliberal und nach dem Verursacherprinzip betrachtet. Denn auch Opa und Oma haben schon gesagt: Wer Mist baut, muss auch für die Folgen gerade stehen.

      1. „Wer Schäden verursacht, muss für die Folgen aufkommen. Notfalls in Billionenhöhe.“

        Ja, das steht dem Prinzip „wer zahlt schafft an“ natürlich entgegen. Ein Tätervolk kann man enteignen und gleichzeitig schuldig sprechen; das ist schon sehr bequem und verleiht dem nächsten Regime auch gleich noch zusätzliche Legitimität. Andererseits wechselt das Geld auch nur seinen Besitzer und fließt wieder in die Finanzmärkte. Der Kreis der Umverteilung schließt sich immer von Neuem.

        Ich bin auch gespannt, was aus den Prozessen wird, die jetzt gegen die Autoindustrie angestrengt werden, dieser Versuch, den Verbrennungsmotor aus der Welt zu klagen. Es ist nie einfach Macht zu beobachten, es sei denn es herrscht gerade Machtkampf. Ich tue mich allerdings schwer die Stimmung zu interpretieren, denn man hat immer noch mit dem anderen Großthema, der Pandemie zu tun, das alles überlagert.

    2. Also Rot taugt nichts, Grün taugt nichts, und Schwarz hat alles noch viel schlimmer gemacht. Wie sähe denn die Regierungskoalition Ihres Vertrauens aus? Blau-Gelb mit einer Prise PDV und einem Vetomonster, ähm… Wahlkönig als starker Mann an der Spitze?

  4. Es sollten nur die wählen, die in Deutschland Steuern zahlen wobei das Alter und die Herkunft (wenn EU) keine Rolle spielen sollten. Ein einfacher Test auf dem Wahlschein mit 3 einfache Politikfragen wäre auch kein Fehler. Statt immer mehr Steuern sollte auch Geldverschwendung durch Politiker geahndet werden.

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