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US-Großbanken warnen Wall Street fürchtet weitere Gewinneinbrüche durch höhere Zinsen

Wall Street fürchtet Gewinneinbrüche durch höhere Zinsen

An der Wall Street geht die Angst um, dass die Fed die Zinsen noch lange auf hohem Niveau belassen wird. Die Rede von Jerome Powell auf dem Symposium in Jackson Hole hat deutlich gemacht, dass der Kampf gegen die hohe Inflation derzeit die höchste Priorität für die Währungshüter hat. Die Maßnahmen der US-Notenbank könnten durchaus die Wirtschaft schwächen, wenn es aufgrund dessen zu geringeren Investitionen und Ausgaben seitens der Unternehmen kommt. Der restriktive Kurs „wird die Inflation senken, aber er wird für Haushalte und Unternehmen schmerzhaft sein“, sagte Powell. Einige der US-Großbanken gehen nun davon aus, dass eine längere Phase höhere Zinsen anstehe. Das dürfte folglich die Gewinnmargen der amerikanischen Unternehmen weiter unter Druck bringen. Und schließlich die Aktienkurse der Konzerne bedrohen, da die Unternehmen mit erhöhten Finanzierungskosten und einer Inflation zu kämpfen haben, die die Margen auffrisst.

Die jüngst beendete Bilanzsaison ist zwar besser als befürchtet ausgefallen, sie kann aber auch trügerisch sein. Die Erwartungen für das dritte Quartal sind dadurch auf einem zu hohen Niveau. Da die erhöhten Kosten und die steigende Inflation erst nach und nach an den Margen zehren. Daher warnen die Strategen von Morgen Stanley und der Bank of America davor, dass die Gewinnprognosen für das kommende Quartal viel zu hoch sind. Sollten die Gewinne weiter einbrechen, erhöhen sich die Bewertungen, die dann deutlich über dem fairen Wert liegen.

Wall Street: Hohe Zinsen belasten die Unternehmensgewinne

Dazu sagt Bloomberg aktuell: Die Bewertungen liegen immer noch über dem fairen Wert, selbst nachdem die Aktienkurse zurückgekommen sind. „Das Geschehen an den Aktienmärkten am Freitag könnte der Beginn einer wahrscheinlich längeren Anpassungsphase an die Wachstumserwartungen sein“, so die Morgan Stanley-Strategen. Die Gewinnerwartungen werden mindestens um 5 % nach unten korrigiert, könnten aber auch um 15 bis 20 % nach unten korrigiert werden, schreiben sie.

Viele Unternehmen sind anfällig für steigende Zinsen, aber es sind besonders Technologieunternehmen gefährdet, da die Gewinnprognosen, die Jahre in der Zukunft liegen, bei vielen von ihnen die Grundlage der Bewertung darstellen. Der Gegenwartswert dieser zukünftigen Gewinne ist weniger wert, wenn die Renditen steigen. Steigende Zinssätze verteuern auch die Finanzierung, was die Risiken für junge Unternehmen erhöht, die im Streben nach schnellem Wachstum einen erhöhten Kapitalbedarf haben.

Fokus auf die Gewinne der Unternehmen, nicht auf die Fed

Bloomberg schreibt dazu, dass Morgan Stanlays Wilson, einer der lautstärksten und standhaftesten Bären in Bezug auf US-Aktien, immer wieder davor gewarnt hat, dass die jüngste Aktienrallye aufgrund der Risiken, die von der Wirtschaft, der strafferen Geldpolitik und den Aussichten für die Unternehmensgewinne ausgehen, nur vorübergehend sein wird. Am gestrigen Montag sagte er, dass die schwächeren Gewinne die größte Gefahr für die US-Aktienkurse darstellen.

„Der weitere Kursverlauf der Aktien wird von den Gewinnen bestimmt werden, bei denen wir immer noch einen erheblichen Abwärtstrend sehen“, schrieben die Morgan Stanley-Strategen. „Aktienanleger sollten sich daher auf dieses Risiko konzentrieren, nicht nur auf die Fed.“

Die Strategen von Morgan Stanley beobachten eine Reihe von Indikatoren, die den Druck auf die Gewinnspannen und das Risiko für das Ertragswachstum anzeigen: die Spanne zwischen dem Umsatzwachstum und der Änderungsrate des Erzeugerpreisindexes sowie die Spanne zwischen dem nominalen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und dem Lohnwachstum. Ihr führendes Ertragsmodell, das für die nächsten Monate einen steilen Rückgang des Gewinnwachstums je Aktie prognostiziert, bestätige ebenfalls diese Ansicht.

Wall Street und die Angst vor Gewinneinbrüchen durch die Fed-Politik

Die Stimmung sinkt – Aktien fallen aufgrund der erneuten Sorge vor einem größeren Wirtschaftsabschwung.

In der Zwischenzeit hat Marko Kolanovic von JPMorgan Chase & Co., einer der treuesten Bullen an der Wall Street, seine 2022 erhobene Forderung nach Dip-Käufen verteidigt und gleichzeitig davor gewarnt, dass die Fed eine Störung der Finanzmärkte riskieren würde, wenn sie kurz vor den US-Zwischenwahlen eine zu aggressive Haltung einnehmen würde. Sein Team hält an seinem Jahresendziel von 4.800 fest, was einem Anstieg von 18 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag entspricht.

FMW/Bloomberg



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