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Die Fed und die Dollarstärke Wall Street ist sich sicher: Es ist zu früh gegen den Dollar zu wetten

Wall Street ist sich sicher: Es ist zu früh gegen den Dollar zu wetten

Die Dollarstärke in diesem Jahr ist unverkennbar. Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert der Dollarindex seit Jahresbeginn immer noch fast 15 Prozent im Plus. Die gesamte Aufwärtsbewegung ausgehend von dem Tief am 4. Januar 2021 hat dem Dollar in der Spitze ein Plus von knapp 29 Prozent beschert. Die vielen Gründe für den rasanten Anstieg sind schnell ausgemacht. Zum einen die restriktive Geldpolitik der Fed im Kampf gegen die hohe Inflation mit dem schnellsten Zinsanstieg der jüngsten Historie. Dazu kommen noch die Schwäche anderer Währungen sowie die globalen geopolitischen und konjunkturellen Risiken, die Anleger in den sicheren Hafen flüchten lassen.

Der Dollar hatte zuletzt einen deutlichen Zinsvorteil gegenüber anderen Währungen, wie zum Beispiel dem Euro und Yen. Sollte die Fed jedoch eine langsamere Gangart bei ihrem Zinsanhebungszyklus einlegen, dann könnte der Zinsvorteil schwinden, was das Ende der Dollarstärke einleitet. Investoren wetten derzeit genau auf dieses Szenario, weshalb der Dollar zuletzt deutlich zurückgekommen ist. Laut den Strategen der US-Großbanken ist es allerdings zu früh gegen den King der Währungen zu wetten, da der US-Zinserhöhungszyklus möglicherweise noch nicht an seinem Höhepunkt angelangt ist.

Dollarstärke: Fed treibt den Dollar nach oben & schwächt andere Währungen

Es ist zu früh auf den Untergang des Dollars zu setzen

Wie Bloomberg berichtet, sind die Vermögensverwalter von JPMorgan und Fivestar Asset Management fest davon überzeugt, dass es zu früh ist gegen den Dollar zu wetten, selbst nachdem der Dollarindex am Donnerstag ein Einmonatstief erreicht hatte. Anzeichen dafür, dass die aggressive Straffung der US-Notenbank allmählich ihren Tribut fordert, nähren Wetten auf eine langsamere Erhöhung der Zinssätze.

Doch die Dollar-Bullen lassen sich nicht entmutigen: Eine aggressive Haltung der Fed, die Angst vor einer weltweiten Rezession und die zunehmenden geopolitischen Spannungen in Europa dürften die Nachfrage nach der US-Währung nur noch verstärken, meinen die Investoren. „Im Moment ist es schwierig zu erkennen, was den Dollar im Moment schwächen könnte“, sagte Iain Stealey, International Chief Investment Officer für Fixed Income bei JPMorgan. „Die US-Notenbank hat den Peak der Zinserhöhungen noch nicht erreicht, und die US-Wirtschaft scheint etwas widerstandsfähiger zu sein als einige andere Volkswirtschaften da draußen. Das zeigt sich vor allem am weiterhin robusten Arbeitsmarkt in den USA.

Die Anleger machen sich Gedanken über die Richtung des Dollars, nachdem eine geringer als erwartet ausgefallene Zinserhöhung der Bank of Canada Spekulationen über einen dovishen Schwenk der US-Notenbank weiter befeuert hat. Die Auswirkungen der seit vier Monaten andauernde Rallye des Dollars sind auf der ganzen Welt zu erkennen. Eine Reihe von Währungen fielen infolgedessen auf Mehrjahrestiefs und die Importkosten in den Entwicklungsländern schossen in die Höhe.

Die Stärke der US-Währung hat die Währungshüter zum Eingreifen veranlasst, wobei die politischen Entscheidungsträger von Japan bis Chile interveniert haben, um ihre Währungen zu schützen, auch wenn die Maßnahmen nur begrenzte Ergebnisse gebracht haben.

Höchststand erreicht?

Einige Analysten sehen inzwischen erste Anzeichen dafür, dass der US-Dollar seinen Höhepunkt erreicht hat. Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank Ltd. ist der Meinung, dass die Stärke des Dollars bald zu Ende sein könnte. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich bestätigt, ob der Dollar seinen Höhepunkt erreicht hat, aber die Bedingungen haben begonnen, sich so auszurichten, dass der Dollar seinen Höchststand erreichen könnte“, sagte sie. Andere sind wiederum anderer Meinung. Während der Dollar vor der Fed-Sitzung in der nächsten Woche konsolidieren könnte, bleibt der fundamentale Hintergrund für den Dollar positiv“, schrieb Win Thin, Leiter der Währungsstrategie bei Brown Brothers Harriman & Co. in New York, in einer Notiz.

Fed-Vertreter scheinen sich über das Tempo der weiteren Straffung uneins zu sein. Der Präsident der Philadelphia Fed, Patrick Harker, sagte, dass die Währungshüter die Zinssätze in diesem Jahr wahrscheinlich auf „weit über“ 4 Prozent anheben werden, während sein Chicagoer Amtskollege Charles Evans sagte, dass ein Überschießen kostspielig sein kann „und dass große Unsicherheit darüber besteht, wie restriktiv die Politik tatsächlich werden muss“.

Hideo Shimomura von Fivestar Asset Management ist ebenfalls noch nicht bereit, die Rallye des Dollars zu beenden. „Ich glaube nicht, dass wir den Wendepunkt für den Dollar schon gesehen haben“, sagte Shimomura, Senior Portfolio Manager in Tokio. „Er wird wahrscheinlich erst dann eintreten, wenn wir eine klarere Vorstellung davon haben, wie weit die Fed die Zinsen anheben wird.

FMW/Bloomberg

Dollarindex mit Rücksetzer auf eine Unterstützung

Chart Dollarindex von TradingView



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