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Märkte

Warum Aktien-Bullen auf das schauen sollten, was beim Preis für Öl und Gold passiert!

Warum Zinssenkungen nicht bullisch sind – und die divergierende Entwicklung des Goldpreises zum Ölpreis ein böses Omen ist!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Wall Street reagierte euphorisch auf das, was Jerome Powell zum Besten gab – nämlich die Öffnung der Tür in Richtung Zinssenkungen.

Großartig, nun kommt also neue Liquidität in die Aktienmärkte, es geht dauerhaft wieder bergauf – so denken wohl viele Investoren.

Ist das so? Werfen wir doch einmal einen Blick in die jüngere Geschichte, um zu sehen, was nach einer ersten Zinssenkung der Fed passierte – nämlich Januar 2001 und September 2007:

Ups – die Zinssenkungen der Fed markierten damals den Beginn eines heftigen Bären-Marktes! Warum? Weil die wirtschaftliche Lage sich immer mehr verschlechterte – und die Fed auf diese Lage mit Zinssenkungen reagieren mußte. Ergo: Zinssenkungen sind per se nicht bullisch, sondern bärisch!

Nun – noch hat die Fed die Zinsen nicht gesenkt, aber die Märkte erwarten in den nächsten 12 Monaten mehr als drei Zinssenkungen:

Dass die Märkte möglichweise vor sehr schweren Zeiten stehen, zeigt auch das, was derzeit bei Gold und Öl passiert: während der Gold-Preis dynamisch steigt, fällt der Preis für Öl – wegen der Erwartung eines heftigen Abschwungs.

Eine solche Entwicklung gab es im Laufe der letzten Jahren dreimal: beim Platzen der New Economy-Blase, in der Finanzkrise – und derzeit!

Dazu schreibt Ottavio Costa:

“Gold-to-oil ratio surging, copper prices getting annihilated, corporate spreads widening, and credit markets screaming recession ahead. The Fed’s utterly dovish comments just add to this list. Rate-cuts when late in the business cycle have never been a bullish sign. It reaffirms the many bearish macro signals we have been pointing out. Economic conditions are weakening in the face of asset bubbles everywhere.”

Zinssenkungen in einer Spätphase eines Konjunkturaufschwungs sind nie ein gutes Zeichen – bingo!

Die Aktienmärkte aber erzählen sich jede Menge „Lügen“, wie Mark Hulbert, einer der renommiertesten Analytiker in den USA, schreibt (auf den link im Tweet klicken):

Die Bewertungen vor allem am US-Aktienmarkt sind historisch gesehen nach wie vor extrem hoch – weder der eakalierende Handelskrieg noch der globale Wirtschaftsabschwung sind auch nur ansatzweise eingepreist!

 

Dass die Fed – vielleicht – die Zinsen senken will, ist also eher ein Zeichen dafür, dass die Dinge nicht gut stehen. Donald Trump aber wird sich durch die Fed bestätigt sehen, seinen Konfrontationskurs weiter zu fahren – und, wieder vielleicht, erst damit aufhören, wenn ihn die Wall Street durch stark fallende Kurse dazu zwingt.

Mögliche Zinssenkungen durch die Fed sind dann nicht mehr als ein Trostpflaster auf eine klaffende Wunde!

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    sufaap2008

    5. Juni 2019 13:55 at 13:55

    @Markus Fugmann. Super Artikel! OIL/GOLD und die „Inverse Kurve“ sind mit Abstand die besten Indikatoren für die fundamentale Analyse, die ich kenne.
    Für mich gilt, wenn kommenden Zinssenkungen nicht gekauft werden oder gar abverkauft, dann aggressiv Short in den Markt.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      6. Juni 2019 10:32 at 10:32

      Hi Arkadi, schön dass du wieder an Bord bist mit deinen Kommentaren! Würde gerne etwas mit dir besprechen – wenn das ok ist für dich, kannst du mich bitte anmailen unter fugmann@finanzmarktwelt.de und mir deine Kontaktdaten geben?

      Liebe Grüsse!

  2. Avatar

    Doris Spielberger

    5. Juni 2019 14:00 at 14:00

    Hallo Hr.Fugmann
    wissen sie warum CHINA relativ neutral zur Zeit Börsentechnisch sich verhält.
    dachte das die auch anschieben, kräftig.?
    danke für ihre antwort,
    vasari

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      5. Juni 2019 14:02 at 14:02

      @Doris, schwer zu sagen. Peking ist sicher daran interessiert, dass Chinas Aktienmärkte nicht absaufen, um den USA keinen Vorwand für Häme und Rückschlüsse auf die chinesische Konjumktzr zu geben. Andererseits ist der Handelskrieg für viele chinesische Unternehmen negativ, sodass es eben auch keinen Grund zur Euphorie gibt..

  3. Avatar

    Prognosti

    5. Juni 2019 15:33 at 15:33

    @ Doris Spielberger,
    Es gibt meines Wissens mehrere Gründe:
    1. Der China Aktienmarkt ist volumenmässig sehr viel kleiner als der Ami- Schrottmarkt u.ich denke hauptsächlich inlandorientiert.
    2. Viele Firmen sind vom Staat kontrolliert u.der kann die Aktienkurse steuern.
    3. Sind die China Aktien in den letzten Jahren nicht um 400% gestiegen wie z.B. der Nasdaq.
    4.Haben die Chinesen immerhin schon eine schöne Korrektur hinter sich u.entgegen der US -Planwirtschaft
    können sie eine Korrektur von 20 bis 30% noch ertragen was anscheinend in den USA nicht mehr möglich ist oder sein darf.
    5. Ich glaube sogar das die Chinesen den Aktienmarkt einfrieren könnten wenn es sein müsste.

  4. Avatar

    Goldsammler

    5. Juni 2019 15:44 at 15:44

    10 Jahre Gold-Hausse. Das passt genau zu meiner Rente. Hatte kürzlich beim überfliegen der Bahamas ein nettes Gundstück gesehen, ist dann evtl. zu kaufen.

    • Avatar

      Michael

      5. Juni 2019 16:21 at 16:21

      @Goldsammler, 10 Jahre Goldhausse? Wahrnehmungsverzerrungen??
      Soweit ich weiß, eiert Gold da rum, wo es schon vor 9 Jahren war. Aber die kurzfristige Rally hat zumindest nette Chancen für kurzfristige Trades eröffnet.

      • Avatar

        Columbo

        5. Juni 2019 16:44 at 16:44

        @Michael, bitte etwas Nachsicht mit den Goldsammlern. Hab ebenfalls lang gebraucht, bis ich kapiert hatte, daß da mit Rendite nicht viel los ist und eine ganz andere Philosophie dahintersteckt.

        • Avatar

          Michael

          5. Juni 2019 17:10 at 17:10

          @Columbo, ich nutze Gold seit jeher für kurzfristige Trades in hohen Lot-Zahlen. Denn die Anstiege und Abstürze im kurzfristigen Bereich sind immer verhältnismäßig knackig. Die werden bestenfalls noch vom Austritts-Pfündchen erreicht ;)

      • Avatar

        Goldsammler

        5. Juni 2019 17:01 at 17:01

        @Michael, Gold ist für Trader vollkommen ungeeignet. Der Nachteil ist man kann es anfassen und manchmal braucht man eine stake Sonnenbrille( Blendgefahr) Rendite ab 05.14 >25%…. STEUERFREI und die Sicherheit gibt es zum Nulltarif c=Fielmann

        • Avatar

          sufaap2008

          5. Juni 2019 17:30 at 17:30

          Auch Ihnen muß ich widersprechen. Gold ist super zum Traden. Versuchen Sie die Auswertung des COT-Teports der CFTC. Funktioniert besten genau so
          wie in Silberin/Palladium/Kupfer/Zink/Eisen

        • Avatar

          Michael

          5. Juni 2019 17:40 at 17:40

          @Goldsammler, mit Gold mache ich die besten und lukrativsten Trades, seit ich an den Börsen aktiv bin (inzwischen 8 Jahre).

          Ansonsten steht in den mir vorliegenden Charts gemeißelt:
          Rendite ab 05.2014 = 0%
          Rendite ab 09.2011: -32%

          • Avatar

            Goldsammler

            5. Juni 2019 17:56 at 17:56

            @Michael
            Ihre Rechnung hat einen Fehler.
            Da ich mich im Land der Teutonen befinde, nutze ich die Papierschnipsel die Mario D. unterschrieben hat.

          • Avatar

            Michael

            5. Juni 2019 18:47 at 18:47

            @Goldsammler, wie konnte ich das nur nicht riechen?!
            Wenn Sie exakt im Mai 2014 eingestiegen sind, Glückwunsch!

            Ansonsten:
            Rendite ab 01.2015 = 1%
            Rendite ab 09.2011: -15%

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Finanznews

Aktienmärkte: Tech-Aktien wieder schwach – Zufall? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Auch heute sind es wieder die relativ schwachen Tech-Aktien, die die amerikanischen Aktienmärkte belasten. Ist das Zufall? Oder vielmehr eine Folge der Ent-Hebelung, die nun am großen Verfallstag seine Fortsetzung findet? Die große Frage ist und bleibt: wieviel der Ent-Hebelung hat bereits stattgefunden? Die Optionen auf US-Aktien verfallen heute um 22Uhr – die Folgewirkungen des Verfalls könnten dann aber vor allem Anfang nächster Woche auf die Aktienmärkte wirken. So oder so: value-Aktien laufen gegenüber growth-Aktien so gut wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr – die Rotation raus aus den Tech-Werten geht also weiter. Derzeit viel stärker – auch das wohl kein Zufall – ist im Vergleich zum Nasdaq der Dax..

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Rüdiger Born: Positionieren kurz vor dem Wochenende? Und wohin mit Gold?

Rüdiger Born

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Soll man so kurz vor dem Wochenende noch neue Positionen aufbauen? Dazu will ich mich im folgenden Video äußern in Sachen Indizes, Gold und Silber. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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