Gold

Zeit für eine Gold-Korrektur? Warum der Goldpreis trotz der Eskalation im Nahen Osten fällt

Goldbarren. Foto: Meshcube-Freepik.com

Der Goldrausch hat sich auch in der vergangenen Woche fortgesetzt. Am Freitag stieg Spot Gold (XAU/USD) auf 2.431 USD, nachdem die Wahrscheinlichkeit zugenommen hatte, dass es am Wochenende zu einem Vergeltungsschlag des Iran gegen Israel kommen würde. Der Goldpreis ist aber inzwischen wieder deutlich zurückgekommen und handelt bei rund 2.350 USD je Feinunze. Die rasante Rally der letzten Wochen hat viele Anleger überrascht, da die Renditen angesichts nachlassender Zinssenkungserwartungen deutlich gestiegen sind.

Eskalation zwischen dem Iran und Israel

Mit einem Angriff von über 300 Raketen und Drohnen reagierte der Iran auf die Tötung mehrerer ranghoher Militärs in einer Botschaft in Damaskus, allerdings richteten die Flugkörper kaum Schaden an. Wie Israel bestätigte, konnten 99 Prozent abgefangen werden. Der militärische Schlag des Iran ist zwar ein Statement, mehr aber auch nicht. Das Risiko eines Flächenbrands in der Nahost-Region und einer weiteren Eskalation scheint demnach begrenzt zu sein. Dies ist auch ein möglicher Grund, warum der Goldpreis nicht stärker auf den Angriff reagiert hat.

Trotz der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und den damit verbundenen geopolitischen Risiken kann der Goldpreis seine Rekordjagd nicht fortsetzen. Angesichts der angespannte geopolitische Lage ist jedoch nicht mit einer großen Gold-Korrektur zu rechnen. Im Gegenteil, die Befürchtung vor einem Vergeltungsschlag Israels könnte den Goldpreis vor kräftigen Rückschlägen stützen. Sollte die Situation im Nahen Osten doch noch weiter eskalieren, dürfte die Flucht in sichere Häfen weitergehen.

Gold steigt trotz hohen Zinsen

Der Goldpreis ist seit Mitte Februar um fast 20 % gestiegen. Die fulminante Rally hat viele Anleger überrascht, vor allem, weil die Renditen und der Dollar zuletzt deutlich gestiegen sind. Tendenziell sind steigende Anleiherenditen und ein starker Dollar wegen der negativen Korrelation zum Gold, eher schlecht für den Goldpreis. Die Swap-Märkte zeigen, dass die US-Märkte ihre Erwartungen hinsichtlich des Umfangs und des Tempos der Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr deutlich gesenkt haben.

Statt einer Zinswende im Juni erwarten sie eine erste Zinssenkung jetzt erst im Juli oder sogar erst im September. Zudem rechnen sie nur noch mit einer bis zwei Zinsschritten. Dies sollte normalerweise für Gegenwind für den Goldpreis sorgen, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft. Doch die Gold-Händler ignorieren den Anstieg der Renditen. Seit Anfang März laufen der Goldpreis und die 10-jährige US-Anleiherendite sogar parallel zueinander, wie im beigefügten Chart von TradingView zu sehen ist. Die 10-jährige US-Benchmark-Rendite notiert aktuell bei 4,57%, nachdem sie im Januar noch bei 3,78% gelegen hatte. Die geopolitischen Spannungen und die massiven Käufe der globalen Zentralbanken, allen voran in China, stützen derzeit der Goldpreis.

Gold: Goldpreis und Renditen steigen - Geopolitische Risiken Iran-Israel
Goldpreis und die 10-jährige US-Rendite laufen seit März parallel

Goldpreis: Technische Einschätzung

Das Edelmetall durchbrach am Freitag erstmals die Marke von 2.400 USD, konnte das hohe Niveau aber nicht halten und schloss niedriger. Die technischen Indikatoren deuten auf eine stark überkaufte Marktlage hin, nachdem der Goldpreis in den letzten Wochen eine Reihe von neuen Rekorden erreicht hat. Bei den kurzfristig orientierten Gold-Händlern sollten daher die Alarmglocken klingeln. Es besteht durchaus die Gefahr, dass es nach der heiß gelaufenen Rally erst einmal zu Gewinnmitnahmen kommt.

Aus technischer Sicht könnte die Gold-Rekordjagd zunächst eine Pause einlegen, ehe es später weiter aufwärts gehen kann. Ausgehend vom neuen Rekordhoch bei 2.431 USD kam es am Freitag zu einem dynamischen Rücksetzer von knapp 100 US-Dollar bis auf 2.333 USD. Nach einer Zwischenerholung könnte sich die Korrektur noch bis in den Bereich von 2.306 (127,2 Extension einer ABC-Korrektur) beziehungsweise 2.273 USD (161,8 Extension) ausdehnen. Weiteres Aufwärtspotenzial ergibt sich dagegen erst, wenn der Goldpreis das Hoch bei 2.431 USD per Tagesschluss überwindet.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich a. uch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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12 Kommentare

  1. Das OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran wird in seiner Eigenschaft als BRICS-Mitgliedsland die Preisentwicklung des Rohstoffs Gold im Auge behalten.

  2. In der Bewertung der Goldkäufer hat der Iran nicht eskaliert, sondern insgesamt deeskaliert (zuerst tödlicher Angriff auf Iran, danach Antwort mit „Feuerwerk“). Deswegen fällt Gold jetzt zunächst. Wenn Israel es schafft, jetzt nicht erneut zu eskalieren, sind wir über den Berg. Wie gesagt: Sicht der Goldkäufer.

  3. Ich glaube, dass die Notenbanken der Länder durch ihre Käufe den Preis treiben, die in der Zukunft damit rechnen, dass sie auch auf Sanktionslisten landen könnten, weil ihre wirtschaftliche Ausrichtungen den USA nicht in den Kram passen. Und das werden wohlvorzugsweise die Länder sein, die in den BRICS nicht nur mit Russland, Iran, China usw, zusammen dieser Organisation angehören, sondern auch mit Russland Handel betreiben, was unvermeidbar ist.

    1. Nicht ihre wirtschaftliche Ausrichtung ist Grund für Sanktionen. Es ist das schwerkriminelle Handeln von Russland, Iran, China und Nordkorea. Im Team wollen sie nach alter Rudeltaktik die freie Welt schlagen. Ihre Goldkäufe sind nur logische Handlungsweisen im Gesamtkontext: Spionage, cyberangriffe, (Corona??), Propaganda, realer Krieg, Lügen etc. Aber ja, sie haben Recht. Gold wird zur Waffe und bekommt somit eine ganz andere Würze für uns Privatanleger.

      1. Naja, alle diese genannten „schwerkrimminellen“ Staaten müssen sich aber noch sehr anstrengen, wenn sie auch nur annähernd so viele Kriegsverbrechen begehen wollen, wie die USA nach dem 2. Weltkrieg begangen haben.
        Wenn die USA es z. B. als „angemessen“ ansehen, dass durch Sanktionen gegen den Irak 500.000 Kinder unter 5 Jahren verhungert sind, wird lieber weggeschaut.
        Plus einer ganzen Latte von völkerrechtswidrigen Angriffskriegen.
        Menschen ohne Anklage und Verurteilung in Foltergefängnissen einsperren, und mit fliegenden Schafotts tausende von Menschen töten, und die danebenstehenden Familienangehörigen gleich mit.
        Und da sollte man sich nicht wundern, dass Staaten lieber Gold als Dollar in ihrer Nationalbank lagern.
        Wissen Sie das alles nicht Fred Vogler, oder ist es Ihnen egal?

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

        1. @helmut,
          na ja, der anführer der kriminellen helotentruppe bekommt jetzt mit seinen vasallen nun der ukraine wieder den arsch versohlt. zum wievielten male eigentlich? die sind wahrlich lernresistent.

          in der ukraine und dem iran trift die aussage eines herrn nicolo machiavelli 1469 – 1527 aktuell uneingeschränkt zu:
          nicht der, der zur waffe greift, ist ist am unheil schuld, sondern der, der ihn dazu zwingt.

          ( auch wenn manche hier nach zwanzig semestern schwachsinn an einer hochschule es anders sehen)

        2. @Helmut

          Einen geeigneten Kandidaten hätte ich für Sie:

          1979–1989: Militärintervention in den Afghanischen Bürgerkrieg
          1991–1992: Militärisches Eingreifen in den Georgisch-Südossetischen Krieg
          1992: Konflikt im Distrikt Ost-Prigorodny in Nordossetien
          1992: Militärintervention in den Transnistrien-Konflikt: Von moldauischer Seite wird der Vorwurf erhoben, dass sich Russland mit seiner 14. Armee aktiv an den Kriegshandlungen beteiligt habe.
          1992–1997: Militäreingriff in den Bürgerkrieg in Tadschikistan
          1992–1993: Unterstützung abchasischer Freischärler im Georgisch-Abchasischen Krieg
          1994–1996: Erster Tschetschenienkrieg
          1999–2009: Zweiter Tschetschenienkrieg
          1999: Dagestankrieg
          2008: Militäreinsatz im Kaukasuskrieg auf der Seite südossetischer Rebellen
          seit 2009: Kampf gegen das Kaukasus-Emirat
          2014: Invasion und nachfolgende Annexion der Krim
          Seit 2014: Militärische Unterstützung der prorussischen Kräfte im Krieg in der Ostukraine
          Seit 2015: Militärischer Eingriff auf Seiten der Regierung Syriens im Syrischen Bürgerkrieg
          Seit 2015: Militärische Unterstützung des Kampfes gegen den Islamischen Staat in Syrien
          Seit 2018: Militärische Unterstützung des Kampfes gegen die libysche Regierung auf Seiten Marschall Haftars mit Wagner-Söldnern der GRU
          Seit 2019: Militärische Unterstützung des Kampfes gegen die Ahlu Sunnah Wa-Jama in Mosambik mit Wagner-Söldnern der GRU
          seit 2020: Truppen in Bergkarabach, Aserbaidschan
          2022: Beteiligung russischer Truppen an der Niederschlagung der Unruhen in Kasachstan 2022
          2022: Überfall auf die Ukraine

  4. Dieser Panzer ist noch nicht vom Feld

    @Helmut,die Amis machen doch auch viel Gutes für die Welt, heute am Radio gehört, die Amis haben wieder viele Milliarden Dollars für die Ukraine gesprochen, weil sie sich verpflichtet fühlen DIE DEMOKRATIEN AUF DER WELT ZU ERHALTEN ? ? und der Ukraine Boss dankt weil dadurch tausende von Leben gerettet werden. Die Aussage von Putin,dass dies viele Leben kosten wird scheint eher wahrscheinlicher, diesmal ist Putin der Ehrliche ?
    WIE VERLOGEN IST DENN DIESE WELT !

    1. @Wechselbalg
      Jetzt denken Sie mal genau nach: Werden durch Flugabwehrsysteme, die verhindern, dass täglich hunderte von Raketen und Drohnen in Großstädte einschlagen, mehr Leben gerettet oder zerstört?
      Wie sieht es dahingehend bei Minenräumgeräten, medizinischen und anderen Hilfsgütern und der Wiederherstellung ziviler Infrastruktur aus?
      Und würde es nicht die allermeisten Leben retten, wenn sich die brutalen und menschenverachtenden Invasoren einfach wieder dahin zurückziehen, wo sie hergekommen sind: hinter die Grenzen in ihr eigenes finsteres Reich?

      Sie müssen nicht gleich antworten, das sind komplexe und sehr schwierige Fragen. Lassen Sie sich also ruhig Zeit.

  5. @ Anna-Lena, sie können auch einmal überlegen wer hinter dem Stellvertreterkrieg steht und für alles verantwortlich ist.Sie können auch die Videos von Georg Friedmann anschauen, der schon in 2015 voraussagte dass es so kommt wie es heute ist.Die Frage ist nicht komplex,sie können schnell antworten.

    1. @Wechselbalg
      Ich schau mir lieber Videos von Star Trek an, die sind ähnlich utopisch, aber wenigstens unterhaltsam.
      Sie beziehen sich mit Georg Friedmann auf einen einzelnen Hell- und Schwarzseher 😉 als Quell allen Wissens, der äußerst schlaue und zutreffende Vorhersagen traf, wie etwa:

      „Er sieht die USA nicht im Abstieg begriffen, sondern kurz vor einem grandiosen Aufstieg … Schon bis 2020 wird die EU erheblich an Bedeutung verlieren. Ein mächtigeres Deutschland wird sich langsam von der EU und den USA abwenden und dafür eine enge Kooperation mit Russland suchen.
      Friedman sieht die USA in dieser Zeit als engen Partner Polens, Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und Rumäniens.

      Russland glaube, die USA beabsichtigen die Russische Föderation zu zerschlagen. Georg Friedmann vertritt hingegen die Meinung, »wir [die USA] wollen sie [Russland] nicht töten, sondern ihnen nur ein wenig weh tun«.

      Ökonomische Belastungen und politischer Druck, gemeinsam mit der schrumpfenden Bevölkerung und der mangelhaften Infrastruktur werden zum völligen Zusammenbruch der Regierung der Russischen Föderation führen.
      – In Eurasien und besonders Zentralasien wird Russland versuchen, seine Einflusssphäre auszudehnen
      Bereits kurz nach 2020 wird jedoch das russische Militär kollabieren
      – Im Kaukasus wird es zu einem Konflikt zwischen Russland und der Türkei kommen

      Ein ähnliches Schicksal sieht Friedman auch für Festlandchina voraus. In einem ersten Szenarium sieht Friedman eine Abschottung gegen ausländische Interessen und eine autoritäre Herrschaftssicherung voraus, in einem zweiten die Fragmentierung, bei der die Zentralregierung gegenüber den Provinzen an Macht verliert. Dieses zweite Szenario hielt Friedman ursprünglich für wahrscheinlicher.

      Der Zusammenbruch Russlands und der Zerfall Chinas wird Eurasien in ein allgemeines Chaos stürzen. Nach dem Zerfall Russlands und Chinas um 2020 wird Eurasien ein Paradies für Plünderer.
      Andere Mächte werden in das Machtvakuum stoßen, um ihre Interessen durchzusetzen oder regionale Kräfte werden Sezessionen durchsetzen. Teile Russlands, wie Tschetschenien und andere islamischen Regionen sowie der pazifische Ferne Osten, werden unabhängig werden, Finnland wird Karelien annektieren, Rumänien die Republik Moldau, Tibet wird mit Hilfe Indiens unabhängig werden, Taiwan (ROC) wird seinen Einfluss auf dem Festland ausdehnen, während die USA, Europa und Japan ihre regionalen Einflusssphären in China wiederherstellen werden.

      Für die Zeit zwischen 2020 und 2040 sieht Friedman die Bildung dreier neuer Großmächte voraus: Türkei, Polen und Japan.“

      2015 veröffentlichte das Beratungsinstitut Stratfor eine revidierte Prognose für das Jahrzehnt zwischen 2015 und 2025. Ein Zusammenbruch Russlands wird nun urplötzlich für unwahrscheinlich gehalten. Man rechnet eher mit einer Aufspaltung in halb-autonome Regionen. Für China wird in dieser Studie die autoritäre Entwicklung entgegen der ursprünglichen Zerfallsprognose für wahrscheinlicher gehalten.

      USA kurz vor einem grandiosen Aufstieg?
      Deutschland, das sich vom Westen abwendet?
      Kurz nach 2020 wird das russische Militär kollabieren?
      Zerfall Russlands und Chinas um 2020?
      Bildung dreier neuer Großmächte ab 2020: Türkei, Polen und Japan?

      Bei allem Respekt, lieber @Wechselbalg, das Gebrabbel hat eine ähnliche Prognosequalität und Treffergenauigkeit, wie das von Dr. Markus Krall auf ökonomischer Ebene.
      Das übliche Problem von hellsichtigen Auguren: Sie liegen meistens komplett daneben!
      Jahre später werden sie dann von völlig anderen Visionen übermannt, was im Laufe der Zeit die Trefferwahrscheinlichkeit signifikant steigert.
      Das Problem der gläubigen Jünger: Trifft irgendwann eine von 100 Vorhersagen zu, wird überschwänglich gefeiert. „Seht Ihr, wir haben es schon immer gewusst!“ 😃

      1. @Anna Luisa
        Vielen Dank für diesen zusammenfassenden Beitrag und die investierte Zeit in die notwendige Recherche!
        Die Namen Georg Friedmann und Stratfor tauchten in den Propagandakommentaren der Kremlbots schon öfter auf. Bisher war es mir nie die Mühe wert, dem auch weiter nachzugehen. Völlig zurecht, wie sich nun an all dem widersprüchlichen und fast schon lächerlichen Blödsinn herausstellt, der von diesen wahrsagenden „Analysten“ verbreitet wird.
        Trefferquote <2% !!!
        Für die Auftraggeber dieser "Studien" kann man nur hoffen, dass sie für den Schwachsinn nicht auch noch teures Geld bezahlen mussten. Der Schaden für evtl. Konsequenzen aus solchen peinlichen Desinformationen ist auch so schon hoch genug.

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