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Märkte

Warum der Ölpreis jetzt weiter kräftig ansteigt

Claudio Kummerfeld

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am

Öl-Pumpe

Der Ölpreis haussiert heute weiter, und das aus zwei ganz bestimmten Gründen! Von Dienstag letzter Woche bis Dienstag dieser Woche legte der WTI-Ölpreis einen Anstieg von 16 Dollar hin, von 10 auf 26 Dollar! Wow, atemberaubend! Aber dann kam der Rückfall um mehr als 3 Dollar bis gestern Mittag. Jetzt aktuell sehen wir, dass dieser Rückfall nur ein kleiner Durchschnaufer auf dem Weg hin zu einem noch höheren Ölpreis war. Denn aktuell notiert WTI bei 26,49 Dollar. Damit überläuft man den Höchstkurs von Dienstag Abend. Auch im Vergleich zu heute früh ist es „mal eben“ ein Plus von mehr als 2 Dollar!

China-Daten und Saudi-Preise helfen dem Ölpreis beim weiteren Anstieg

Gestern gab es bereits eine Unterstützung für den steigenden Ölpreis durch die Vermeldung der staatlich ermittelten Lagerbestände für Rohöl in den USA. Sie stiegen „nur“ um 4,6 Millionen Barrels, bei einer Erwartung von +8,8 Millionen. Wie wir gestern schon sagten – die Öl-Bullen klammern sich derzeit an jede Begründung um höhere Kurse zu bekommen! Aber dann, heute früh. Da vermeldete China erfreulich überraschende Außenhandelsdaten. Die Exporte im Monat April stiegen im Jahresvergleich um 3,5 Prozent, wobei ein dickes Minus erwartet wurde. Das gibt natürlich Hoffnung auf ein globales Wiederanspringen der wirtschaftlichen Aktivität und damit mehr Nachfrage nach Öl – und das schneller als gedacht. Diese Zahl sorgt heute für den Anschluss-Schub im Ölpreis, mit dem der Markt seine jüngste Pause auf dem Weg nach oben überwunden hat (zumindest in diesem Augenblick).

Und da wären noch aktuelle Berichte, wonach der gigantische Produzent Saudi-Aramco, der für die gesamte Öl-Förderung in Saudi-Arabien steht, seine Lieferpreise alle Regionen erhöht hat (hier mehr Details). Dies deutet darauf hin, dass auch die Förderer denken, dass es konjunkturell aufwärts geht, und dass man bei steigender Nachfrage nun wieder einen etwas höheren Ölpreis verlangen kann? Vor wenigen Minuten wurden in den USA die aktuellsten Erstanträge für Arbeitslosenhilfe mit +3,169 Millionen veröffentlicht. Damit wurden die Erwartungen relativ gut getroffen. Die Zahlen zeigen, dass die Coronakrise am US-Arbeitsmarkt weiter geht, wenn auch nicht mehr ganz so dramatisch wie noch vor wenigen Wochen. Der Ölpreis wurde bis jetzt von diesem Ereignis gar nicht beeinflusst.

Super Contango derzeit nicht mehr existent

Ein Indiz (aber noch kein endgültiger Fakt), dass sich der Terminmarkt für Öl derzeit etwas zu beruhigen scheint nach den brutalen Abstürzen im Mai-Kontrakt vor einigen Tagen, ist das Super Contango. Damit bezeichnet man extrem große Preisunterschiede zwischen dem aktuellen und den folgenden Kontraktmonaten. Aktuell (siehe hier) beträgt der Preisunterschied vom Front-Monat Juni zu Juli und August „nur“ 1,20 und 2,40 Dollar. Das ist ja fast schon halbwegs normal? Das Super Contango ist erstmal kein Thema mehr. Kommt es wieder auf, wenn der Juni-Kontrakt in zwei Wochen ausläuft?

Und sonst?

Positiv im Sinne der Öl-Bullen darf man derzeit auch anmerken, dass laut gestrigen Daten aus den USA die Öl-Produktion weiter gesunken ist von 12,1 auf 11,9 Millionen Barrels pro Tag im Wochenvergleich. Negativ für den Ölpreis sollte man immer im Hinterkopf behalten: 16 Dollar Anstieg, von 10 auf 26 Dollar, und das in nur wenigen Tagen… je schneller und größer der Anstieg, desto höher auch die Fallhöhe. Der kleine Durchschnaufer von Anfang dieser Woche nach unten war da wohl nur eine kleine unwichtige Bewegung. Es kann aber jederzeit zu schlechten Konjunkturdaten kommen, oder zu bösen Überraschungen, und der Ölpreis stürzt ab. Zum Beispiel könnten die Lagerbestände (wir sprachen schon gestern darüber) nächste Woche unverhofft deutliche Anstiege zeigen, weil dieser Tage zahlreiche riesige Tanker aus Saudi-Arabien eintreffen, die dort Ende März/Anfang April ablegten? Aber die Wette heißt aktuell: Immer vollere Lager vs steigende Nachfrage, weil die Corona-Beschränkungen gelockert werden. Aktuell spielt der Ölpreis die Hoffnungskarte der Konjunkturerholung.

Ölpreis WTI seit dem 27. April

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    7. Mai 2020 15:47 at 15:47

    Ein höherer Ölpreis wird letztendlich auch wieder gut für die Fracker sein, weil sich dann das Geschäft wieder lohnt wodurch es zwangsläufig auch wieder mehr Angebot auf dem Markt geben wird. Zudem wird Trump alles tun um die Arbeitsplätze in der Öl Industrie zu schützen, da wichtige Wählerklientel.

    Von daher war die Strategie der Saudis und der Opec+ Connection (wieder mal) ein Schuss ins Knie.

  2. Avatar

    Marko

    7. Mai 2020 19:05 at 19:05

    Nein, Herr Kummerfeld aktuell, in dieser Corona-Krise, hat der Öl-Preis überhaupt nix mit dem „Markt“ zu tun.

    die Lager sind voll, die Öl-Förderungen sind zu hoch, dazu kommt noch Corona…. deshalb fällt der ganze Kram. und zudem sinkt die Öl-nachfrage, wöchentlich !

    O.k. man könnte beim WTI dosiert einsteigen, weil die beim Wti übertrieben haben und zwar nach unten…

    Und die sogenannten „Fracker“ sind raus ! Da kann Häuptling-Schmalzlocke, seine ach so tollen US-Öl-Standorte verteidigen wie er will. Die Amis sind raus bei deren Förderkosten !

    Und Corona wird „se Donald“ sowieso in die Bredouille bringen (New York usw)..

    Und : das ist richtig so !!! :D

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Märkte

Ölpreis – wird er trotz Coronakrise demnächst expodieren?

Philipp Hopf

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Öl Pumpe

Der Ölpreis hat am Donnerstag im frühen Handel erst einmal wieder etwas abgegeben, bewegen sich jedoch weiterhin in der Nähe seines höchsten Stände seit März, bevor die erste Corona-Welle einen drastischen Preissturz verursacht hatte.

Die Hoffnung auf einen zeitnah verfügbaren Corona-Impfstoff, von der sich eine konjunkturelle Erholung erhofft wird, bleibt einer der hauptsächlichen Antriebe für den Ölpreis. Exxon Mobil sorgte jedoch für eine Dämpfung der Stimmung, änderte seine Prognose für den Ölpreis in den nächsten zehn Jahren und versicherte, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie zumindest in den kommenden sieben Jahren stark zu spüren sein werden.

Ölpreis: Brent Öl

Der Ölpreis der Sorte Brent läuft das anvisierte Ziel zwischen $48.61 – $50.79 an und zeigt eine erste deutliche Reaktion. Wir schrieben hierzu im gestrigen Update: „Wir gehen hier im Bereich von $48.61 – $50.79 von einem Zwischenhoch aus, in dessen Anschluss der Markt noch einmal nach Süden abdreht, um in Welle 4 in Grün noch einmal tiefere Notierungen im Bereich von $46.50 – $45.00 anzulaufen.“ Solange sich der Markt nun unter $49.06 hält, sehen wir diesen die laufende Gegenbewegung ausbauen. Das Idealziel hierfür liegt nun jedoch im Bereich von $45.34 – $44.19. Drehen die Bullen direkt wieder nach Norden, ohne eine Gegenbewegung in Welle 4 in Grün abzuarbeiten, betrachten wir dies lediglich als Ausdehnung des laufenden Impulses bis $50.79, bevor sich dann auch hier eine Abwärtsbewegung durchsetzt, und gehen nicht von einem direkten Anlaufen von $55 aus:

Der Ölpreis der Sorte Brent

Zusammengefasst hält sich Brent an das hinterlegte Szenario. Setzt sich dieses weiter durch, werden wir hier einen weiteren Zielbereich zum Trading hinterlegen und sehen Brent anschließend weiter in Richtung Norden durchstarten.

West Texas Intermediate (WTI)

Nachdem auch die Bullen in WTI den anvisierten Bereich von $46.23 – $48.81 anlaufen, bauen auch diese eine deutliche Reaktion aus und drehen wieder nach Süden ab. Solange sich der Markt nun unter $46.26 hält, gehen wir im nächsten Schritt von einer Gegenbewegung in Richtung $42.75 – $41.66 aus, um Welle 4 in Grün abzuarbeiten.

Wir werden hier noch einmal einen Zielbereich hinterlegen, der genutzt werden kann, um Longpositionierungen aufzubauen. Unter 40.06 sollte WTI in der anstehenden Abwärtsbewegung nicht mehr fallen, um nicht deutlich tiefere Notierungen für den Ölpreis der Sorte WTI freizuschalten. Nach der hinterlegten Abwärtsbewegung sehen wir WTI dann wieder die Triebwerke starten und den Bereich von $50 und höher anlaufen.

Der Ölpreis der Sorte WTI

Zusammengefasst hat WTI das anvisierte Zwischenziel im Bereich von $46.23 – $48.41 abgearbeitet und befindet sich nun in der Gegenbewegung. Wichtig bleibt, dass sich der Markt unter $46.26 hält, um hier nicht doch noch mal einen Umweg zu starten, bevor die Abwärtsbewegung sich weiter fortsetzt. Anschließend sehen wir den Index dann auf Sicht der nächsten Wochen neue Zwischenhochs im Bereich von $50 und höher anlaufen.

Mehr von Philli Hopf unter https://hkcmanagement.de/

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