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Ein erstaunliches Erklärungs-Muster - stehen wir kurz vor Jahrhundert-Crash? Warum passieren Crashs so häufig im Herbst – stehen wir kurz davor?

Crash Herbst

Der Oktober ist bekanntlich ein Monat, in dem es immer wieder zu einem Crash kommt. Aber warum gerade im Oktober? Und stehen wir vor einem Jahrhundert-Crash? Auf der Suche nach Antworten findet man auf YouTube so einiges interessantes, manches vollkommen irrelevantes – und ab und zu auch manches wirklich völlig unglaubliches. Eine sehr interessantes und völlig aus dem gängigen Rahmen fallendes Video kommt von Frank Schuh, der den Kanal Elliottwaver Live betreibt.

Jahrhundert-Crash? Ein erstaunliches Video..

Frank Schuh, der Betreiber des YouTube Kanals Elliottwaver Live, ist Jahrgang 1965 und bereits seit 1988 im Finanzbereich tätig. Von 1990 bis 1995 war er Account Executive und Händler für ein britisches Börsenhaus im Handel mit Commodities. Seine ersten Erfahrungen mit der Elliott-Wellen-Methode machte Frank Schuh in den späteren 90er Jahren, animiert durch den wichtigsten und leider kürzlich verstorbenen Elliottwaver in Deutschland, Rüdiger Maaß. Seit ein paar Wochen betreibt Frank Schuh den YouTube-Kanal Elliottwaver Live. Neben computergestützten Elliott-Wellen-Analysen erstellt er eigene Analysen zu verschiedenen Märkten und veröffentlicht diese täglich kostenlos auf YouTube. Börsentäglich erscheint ein meist 12-minütiger YouTube-Livestream, der den Zuschauern vertiefte Kenntnisse der Marktanalyse mit Hilfe der Elliott-Wellen vermittelt.

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Am 16. Oktober veröffentliche Frank Schuh ein Video

target="_blank" rel="noopener">mit dem Titel „Die Mutter aller Crashs“. Dort analysiert er objektiv die Voraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, um einen Crash wie 1929, 1987, 2008 und 2020 auszulösen. Dabei bezieht er sich unter anderem auf eine achtseitige Studie von Christopher Carolan mit dem Titel „Autumn Panics: A Calendar Phenomenon“ (Übersetzung: Herbst-Paniken: Ein kalendarisches Phänomen). Statistisch ist es nämlich besonders auffällig, dass nahezu alle großen Crashs im Oktober stattgefunden haben. Christopher Carolan ist ein Aktienhändler aus Chicago und Zeitzeuge des 1987er Crashs gewesen und zugleich Autor des Buches „The Spiral Calendar and its effects on financial markets and human events“. Die zugrunde liegende Studie bezieht sich auf das erste Kapitel seines Buches.

Was ist der Mondkalender und wie unterscheidet er sich von unserem bekannten Kalendermodell?

Der Spiral Calendar oder auch Mond-Kalender findet seinen Ursprung in dem babylonischen Kalender, der zugleich Modell für den späteren jüdischen Kalender ist. Ausgangspunkt der Zählung ist das Frühlings-Äquinoktium (Äquinoktium oder Tagundnachtgleiche werden die beiden Kalendertage eines Jahres genannt, an denen lichter Tag und Nacht etwa gleich lang sind). Der darauffolgende erste Neumond wird als erster Monat bezeichnet, die Zählweise lautet dann 1-1 (Erster Monat, erster Tag). Der darauffolgende Tag wird 1-2 bezeichnet und so fort. Der zweite Neumond nach dem Frühlings-Äquinoktium wird als 2-1 bezeichnet, und so setzt sich die Zählweise fort. Dieses Kalendermodell hat sich langfristig nicht durchgesetzt, weil der Mondkalender nicht immer die gleiche Anzahl Monate hat (manchmal 12, manchmal 13 Monate).

Alle großen Crashs der Vergangenheit fanden an den gleichen Tagen des Mondkalenders statt

Vergleicht man nun den „schwarzen Donnerstag“ am 29. Oktober 1929, den „schwarzen Montag“ am 19. Oktober 1987 und den 28. Oktober 1997 (Crash im Hang Seng Index) miteinander, fällt auf, dass alle drei Ereignisse am gleichen Tag des Mondkalenders stattfanden, nämlich am Datum 7-28. Noch verblüffender die Auffälligkeit, dass die jeweiligen Frühlingstiefs, das Sommerhoch und das Zwischenhoch im Herbst jeweils auch auf den gleichen Tag des Mondkalenders fielen. Der Originalartikel zu dieser Studie zeigt eine Grafik, die diese Gemeinsamkeit belegt und veranschaulicht. Dort werden die Tage 7-27 und 7-28 des Mondkalenders als „dunkle Tage“ bezeichnet.

Was können wir als Anleger aus dieser Studie für den Handel an der Börse lernen?

Ohne das Thema hier noch weiter zu vertiefen, stellt sich die Frage, was man als Anleger mit diesen Informationen anfangen kann. Zuerst steht die Frage im Raum, falls es zu einer Wiederholung der „Herbst-Panik“ kommt, an welchem Tag denn genau in diesem Jahr die Panik oder gar ein Crash stattfinden könnte. Nimmt man die vergangenen Crashs als Basis, fällt das Datum der sogenannten „dunklen Tage“ im Mondkalender immer auf die Tage 7-27 und 7-28. Das Frühjahrs-Äquinoktium war 2022 am 20. März, der erste darauf folgende Neumond am 1. April (1-1). Damit wären die „dunklen Tage“ dieses Jahr der 22. und der 23. Oktober. Da es sich bei diesem Datum um ein Wochenende handelt, an dem die Börsen geschlossen sind, wären die Auswirkungen erst am Montag spürbar gewesen.

Selbst wenn die europäischen und amerikanischen Börsen keinen „schwarzen Montag“ erlebt haben, gestern gab es erdrutschartige Verluste beim Nasdaq Golden Dragon China Index, der mit 14 Prozent Verlust seinen höchsten jemals erreichten Tagesverlust verzeichnete. Man könnte hier schon fast von panikartigen Verkäufen sprechen. Interessanterweise folgen auf die „dunklen Tage“ zwei Tage mit deutlichen Kurserholungen, also eventuell wurde gestern ein langfristiges Tief beim Nasdaq Golden Dragon China Index erreicht.

Das Phänomen der „dunklen Tage“ lässt sich auch auf die Geopolitik ausweiten, und auch dort gibt es erschreckende Parallelen. Die Cuba-Krise ist so ein Beispiel, die vom 14. Bis zum 28. Oktober 1962 stattfand. Die dunklen Tage waren 1962 der 26. und 27. Oktober, der 27. Oktober ist in die Geschichte als „schwarzer Samstag“ eingegangen. Dies war aber auch zugleich der Höhepunkt der Cuba-Krise.

Ist das nun eine statistische Anomalie oder reiner Zufall? Immerhin reden wir hier von einer Auffälligkeit, die gerade mal ein Prozent des Kalenderzyklus ausmacht. Der Autor Christopher Carolan zeigt anhand statistischer Untersuchungen, dass dieses Phänomen bei allen großen Crashs der Vergangenheit aufgetreten ist, und geht dabei bis ins Jahr 1857 zurück. Somit könnte man hier schon von einem „Muster“ sprechen, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Frank Schuh, der Autor des Videos „Die Mutter aller Crashs“, erwähnt in seinem Beitrag noch weitere Kriterien, die alle vor einem der großen historischen Crashs aufgetreten sind. Insgesamt nennt er fünf Kriterien und Voraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, um einen derartigen Crash auszulösen. Die Kriterien an sich lösen zwar noch keinen Crash aus, aber alle großen Crashs erfüllen ausnahmslos diese zusammengetragenen Kriterien.

Auch wenn man von Astrologie keine Ahnung hat und manch einer diese „Wissenschaft“ sogar als problematisch ansieht – Frank Schuh distanziert sich hier auch deutlich davon und weißt explizit darauf hin, dass er kein Crash-Prophet und auch kein Astrologe sei. Seine Elliott-Wellen-Analysen deuten aber alle auf weiter fallende Kurse, so dass er sich wie es sich für einen guten Analysten gehört, auf die Suche gemacht hat, weitere Indizien zu finden, die seine Elliott-Wellen-Analysen unterstützen könnten. Der Videobeitrag „Die Mutter aller Crashs“ ist sehenswert und eine interessante Anregung, auch wenn vieles sehr abgehoben klingt. Aber die täglichen Elliott-Wellen-Analysen sind ein klarer Mehrwert für interessierte und aktive Börsianer.

Der Beitrag „Die Mutter aller Crashs“ erinnert auch, ohne es zu wollen, an das berühmte Zitat von Sir Issac Newton, einem englischen Mathematiker, Physiker und Astronom: „Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunde berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann.“ Vielleicht hätte er einfach mal den Mondkalender zur Hilfe nehmen sollen.

 



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5 Kommentare

  1. Super Artikel! Ich bin von Anfang an bei Elliottwaver Live von Frank Schuh dabei. Ab 10 Uhr geht er Live mit seinem Kanal bis die Börsen in USA schließen… Zwischen durch so ab 10:00 Uhr, 13.00 Uhr und gegen 15:00 Uhr schaltet er sich ein und analysiert er die Indizes (DAX, Nasdaq, DOW und SPX) und unter anderem Gold, Silber sowie US- Euro Charts. Er gibt die Informationen was sein Software so berechnet hat in M5, M15 und H1 an die Zuschauer weiter… Man bekommt somit einen guten Überblick über die Märkte, in welche Richtung sie laufen. Unter der Community wird auch sehr Niveauvoll gechattet.. Ich kann den Kanal an Interessierte nur weiter empfehlen.

  2. Crash im Herbst ?? von welchem Land spricht er ?
    Der Dax steigt wie verrükt.

    1. @ottonorma, seltsamer Kommentar!

      1. Hallo Herr Fugmann
        ja gut der 28. und 29. Oktober kommt ja erst noch, und der Artikel stammt anscheinend noch vom 16.10.
        Ich hatte wegen meiner Puts die immer weniger wert werden, auf die versteckte Crash-Prophezeiung frozzelnd reagiert. Es wird ständig die Rezession in vielen Medien an die Wand gemalt – ich denke die kommt bzw. haben wir schon – und der Dax schießt teils regelrecht nach oben als wenn demnächst bald Gewinne sprudeln. Dow und Nasdaq gingen ja die letzten Tage auch gut nach oben.
        Aber nichts für Ungut. Spekulativ in die Zukunft sehen darf man ja.

  3. Das Thema „Kalender und Börse“ hat Robert Rethfeld schon mehrmals aufgegriffen.

    Das Ende des Sabbatjahrs 2021/22
    Wellenreiter-Kolumne vom 25. September 2022
    https://www.wellenreiter-invest.de/wochenendkolumnen/Sabbatjahrende

    Das Sabbatjahr 2021/22
    Wellenreiter-Kolumne vom 11. Januar 2022
    https://www.wellenreiter-invest.de/wochenendkolumnen/Sabbatjahr2122

    Das Sabbatjahr 2014/15
    Wellenreiter-Kolumne vom 28. Dezember 2014
    https://www.wellenreiter-invest.de/wochenendkolumnen/sabbatjahr

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