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Gaspreis kräftig gecrasht Was der Jubel-Dax mit dem Gaspreis zu tun hat

Ein Chart zeigt gut erkennbar die negative Korrelation zwischen Dax und Börsen-Gaspreis. Hier dazu eine Erläuterung.

Wow! Am Tag vor Silvester sah man den Dax noch bei 13.840 Punkten. Aktuell sind wir bei 15.094. In etwas mehr als zwei Wochen ein Plus von 9 Prozent, damit hat wohl niemand gerechnet. Und wer zum Jahresstart nicht auf steigende Kurse investiert war, musste aufgrund von FOMO (die Angst Gewinne zu verpassen) auf den fahrenden Zug aufspringen? So ein Effekt kann den Anstieg weiter anheizen. Aber da lohnt sich auch ein Blick auf Faktoren wie die bislang ausbleibende Rezession, die Inflation und den Gaspreis, der ein wichtiger Faktor für die Dax-Euphorie der letzten Tage gewesen sein dürfte.

Faktoren für Dax-Euphorie zum Jahresstart

Seit Monaten und Wochen heißt es: Die Rezession kommt, sie kommt… ja wann kommt sie denn endlich? Im dritten Quartal, und nun auch für das vierte Quartal ist der Start der Rezession ganz ausgefallen, zumindest wenn man den vorläufigen Daten der staatlichen Statistiker glaubt. Verläuft der Wirtschaftsabschwung extrem mild, ist das natürlich gut für die Wirtschaft. Und Rückgang der Inflation hierzulande hilft. Jetzt liegt sie „nur noch“ bei 8,6 % im Dezember – auch wenn dieser Rückgang zuletzt vor allem durch staatliche Eingriffe möglich wurde, siehe die Dezember-Kostenübernahme der Energiezahlungen durch den Staat. Aber die erfreuliche Entwicklung im Gaspreis scheint auch ein sehr wichtiger Faktor zu sein!

Klar erkennbare negative Korrelation zwischen Entwicklung bei Dax und Gaspreis

Schauen wir auf den folgenden Chart. Man sieht hier die Dax-Entwicklung (orange) in den letzten vier Wochen,  dazu den europäischen Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF als blaue Linie. Es ist eine klare negative Korrelation von Aktienmarkt und Gasmarkt. Der Gaspreis pro Megawattstunde notiert aktuell bei 53,30 Euro, damit sogar deutlich tiefer als kurz vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine Ende Februar 2022 (damals um die 80 Euro). Noch vor fünf Wochen kostete das europäische Gas 150 Euro, im August 2022 im Hoch 342 Euro.

Entspannung der Energiepreise positiv für Volkswirtschaft

Noch im Verlauf des letzten Jahres sagte man, gut nachvollziehbar: Der exorbitant hohe Gaspreis macht die Wirtschaft kaputt. Egal ob die Bäckerei um die Ecke, der kleine Gewerbebetrieb, oder der große Industriekonzern. Überall wo viel Gas verwendet wird, belastet der hohe Preis die Bücher, und Unternehmen gehen daran sogar kaputt. Und nun, je tiefer der Gaspreis fällt, desto positiver scheint er auf den Dax zu wirken! Die Entlastung beim Energiepreis scheint den Dax zu pushen! Nur muss man für die nächsten Monate schauen, ob dieses niedrige Preisniveau auch gehalten werden kann.

Warum der Gaspreis so stark fallen konnte? Jede Menge Flüssiggas (LNG) kommt aus Übersee. Und aufgrund des wochenlang viel zu warmen Winterwetters sind die Gaslager in Europa sehr gut gefüllt (in Deutschland 90,38 % Füllquote). Jüngste Ängste, dass bei dem so stark fallenden Gaspreis bei den Verkäufern ein Umschwenken der Lieferungen Richtung Asien einsetzet – wegen den dort höheren Preisen – war noch nicht zu beobachten. Denn offenbar sind auch in China die Gaslager gut gefüllt.

Kursverlauf von Dax und Gaspreis in den letzten vier Wochen



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1 Kommentar

  1. Interessanter Zusammenhang. Vielen Dank dafür.

    Wie ist ihre Meinung zu dem möglichen Linde Ausstieg aus dem Dax? Welche Konsequenzen hätte das für den Index im Allgemeinen? Ist der DAX kurz-, mittelfristig und langfristig nicht doch ein sehr guter Short-Kandidat?
    Ist die aktuelle Euphorie überhaupt gerechtfertigt?

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