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Frachtraten steigen immer weiter Wie die Huthi-Angriffe Aldi treffen – Maersk warnt

Lieferketten zunehmend gestört

Huthi-Angriffe belasten Aldi

Die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer zwingen Aldi, eine Werbekampagne zu verschieben. Die fortdauernde angespannte Situation treibt die Frachtpreise in die Höhe und stört den Welthandel – zumal die Situation durch die Kaperung eines von den USA beschlagnahmten Schiffes weiter eskaliert. Durch die längeren Lieferzeiten verringern sich auch die Kapazitäten – das stört die Lieferketten und schürt somit die Inflation. Der Container-Riese Maersk fürchtet, dass die Probleme im Roten Meer noch Monate lang anhalten könnten.

Huthi-Angriffe: Frachtraten steigen weiter

Die Frachtraten steigen angesichts der angespannten Situation um das Rote Meer immer weiter. Drewry notierte seinen World Container Index (WCI) heute mit 3.072 US-Dollar für einen 40-Fuß-Container, was gegenüber letzter Woche eine Steigerung von 15% darstellt. Ende November, bei Beginn der Angriffe der Huthi-Rebellen, lag er noch bei 1.382 US-Dollar pro 40-Fuß-Container. Allerdings stiegen die Preise für Transporte nach Europa um über 20%. So liegen die Frachtraten für die Route Shanghai-Rotterdam bei 4.406 US-Dollar und die für den Transit nach Genua sogar bei über 5.000. Teilweise müssen aber Raten von über 7.000 US-Dollar nach Italien gezahlt werden, was ungefähr dem Level aus der Corona-Zeit entspricht. Für Passagen nach Spanien werden teilweise Frachtraten über 10.000 US-Dollar aufgerufen.

Welthandel bricht ein

Die Fahrten werden durch den Umweg über das Kap der Guten Hoffnung nicht nur länger, sondern auch das zur Verfügung stehende Angebot an Schiffskapazitäten wird geringer. Die Anzahl der verschifften Container im Roten Meer ist im Dezember drastisch um über die Hälfte eingebrochen. Aktuell liegt das Volumen bei nur rund 200.000 Containern pro Tag, noch im November lag der Wert bei rund 500.000 Containern. Damit liegt das aktuelle Aufkommen 66 Prozent unter dem eigentlich zu erwartenden Volumen, berechnet aus dem Frachtaufkommen der Jahre 2017 bis 2019.
Händler müssen Slots auf Containerschiffen früher buchen, was zu einer weiteren Belastung der Lieferketten führt. Dies führt auch zu einem Anstieg der Lagerkosten, da die Waren länger in den Häfen oder auf den Schiffen bleiben müssen, bis sie ihre Bestimmungsorte erreichen. Zudem leidet die Planungssicherheit der Händler, die nicht wissen, wann sie ihre Waren erhalten oder liefern können. Dies kann zu Vertragsstrafen, Kundenverlusten oder Umsatzeinbußen führen.

Aldi muss Werbekampagne verschieben

Die Auswirkungen der Krise im Roten Meer sind nicht nur für die Reedereien, sondern auch für die Einzelhändler spürbar. So musste Aldi eine geplante verschieben, weil einige seiner Eigenmarken-Produkte nicht rechtzeitig aus Asien geliefert werden konnten. Doch nun muss Aldi auf die Ankunft der verspäteten Waren warten, bevor es die Kampagne starten kann.

Die Situation in der Logistik wird sich in den nächsten Monaten noch verschärfen, da in China die Fabriken wegen des Neujahrsfestes für etwa einen Monat geschlossen werden. Das chinesische Neujahrsfest steht vor der Tür. Die Fabriken schließen ab Mitte bis Ende Januar und werden für etwa einen Monat stillstehen. Daher ist mit einer weiteren Steigerung der Transportkosten und Engpässen beim Nachschub zu rechnen. Die Händler müssen sich auf längere Lieferzeiten, höhere Preise und geringere Verfügbarkeit einstellen.



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2 Kommentare

  1. Wenn die chinesischen Fabriken einen Monat geschlossen sind, dann müßte aber in China die Nachfrage nach
    Transportslots sinken, was die Transportkosten kurzzeitig entlasten sollte.

  2. @okont
    ja, in dem Monat gibt es zwar in der Tat weniger Nachfrage nach Transportkapazitäten, aber das entlastet die Logistikbranche trotzdem nicht. Denn das Problem ist, dass nichts produziert wird. Die normale Reaktion wäre ja, dass angesichts längere Transportzeiten Produktionen vorgezogen werden. Durch das Neujahrsfest ist das aber nicht möglich.Eine Entspannung kann in Europa erst etwa ab Mai eintreten.

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