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Wie tickt Donald Trump im Handelsstreit? Ein Interview gibt Aufschluss

Welche Grundgedanken prägen Donald Trump im Handelsstreit?

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Momentan ist es das Hauptthema an den Weltbörsen der Handelsstreit der USA mit China um Zölle und Sanktionen. Zweifelsohne auch das Thema der nächsten Jahre, der Kampf der Systeme um die wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt, für den es keine rasche Lösung geben kann.

 

Welche Grundgedanken prägen Donald Trump im Handelsstreit?

Ein Interview mit Stephen Moore, einem Wirtschaftsberater und langjährigen Wegbegleiter von US-Präsident Trump, gegeben nach einem Vortrag in Las Vegas über die Zukunft der Notenbank, gibt ein wenig Aufschluss. Der Präsident hatte Moore für das Direktorium der Federal Reserve vorgeschlagen, seine Bewerbung musste dieser wegen früherer Vorfälle aber zurückziehen. Der Präsident will ihn weiter als Berater haben, beide telefonieren (nach Aussage Moores) regelmäßig. Hier einige Passagen des Interviews:

 

  • Die Fed- Politik und der Handelskonflikt sind derzeit das größte Risiko für den Aufschwung. Entscheidend wird es sein, den Handelsstreit mit China hinzubekommen.
  • Donald Trump ist ein zutiefst überzeugter Protektionist. Er ist der erste US-Präsident, der China als Gegner behandelt – und nicht als Handelspartner.
  • Er ist kein konventioneller Republikaner. Er will einen Handels-Deal abschließen. Selbst wenn die Zölle erhöht werden, ist das nur temporär. Ich bin mir zu zwei Dritteln sicher, dass es bis Ende des Jahres einen Handels-Deal gibt.
  • Wenn ich ihn berate, sage ich ihm: Nimm jetzt den besten Deal, den du vor den Präsidentschaftswahlen bekommen kannst, damit China mehr von unseren Waren kauft. Und wenn du wiedergewählt bist, wirst du wirklich hart gegen China vorgehen. Dieser Handelsstreit wird sich über Jahre hinziehen. Die Rivalität wird der Kampf unserer Epoche.
  • Der Präsident glaubt, dass es Vorteile hat, Zölle auf chinesische Waren zu erheben. Er denkt eben nicht wie ein Freihändler. Wenn er den Import von chinesischen Produkten in die USA senkt, so seine Sichtweise, profitieren die amerikanischen Produzenten. Doch dabei sie sieht er die Gefahren der Zölle nicht – sie schaden dem Konsumenten und damit der Wirtschaft.
  • Aber wenn die Aktionkurse massiv sinken, beginnt er zu zweifeln. Er schaut alle paar Stunden auf die Finanzmärkte, er ist Geschäftsmann. Und er weiß genau: Wenn die Börse einbricht, wird er nicht wieder gewählt werden. Deswegen wird es zu einem Deal kommen.

(Persönliche Anmerkung: Trumps Versprechen an seine Stammwählerschaft war: „Am Stand des Dow Jones sollt ihr mich messen!“)

 

Meine Schlussfolgerungen

Einige der getätigten Aussagen überzeugen mich weiter in meiner Ansicht, dass es in absehbarer Zeit zu einem Deal mit China kommen wird – eventuell in der Art eines Kompromisses oder eines Waffenstillstandes.

Es gibt eben die Stellgrößen, die das Thema Handelsstreit steuern, darauf habe ich schon mehrfach hingewiesen. Die eine ist die Wall Street, Trumps größter Gegner und zugleich sein Regulativ. Die zweite ist sein unbändiger Wille 2020 als Präsident wiedergewählt zu werden, als oberste Richtschnur seines Handelns. Daraus ergibt sich für mich die naheliegende Schlussfolgerung, dass Trump in den nächsten Monaten den Handelsstreit nicht eskalieren lassen kann, wegen des Einbruchs an der Wall Street und des Vermögensverlustes für Millionen Amerikaner.

Eine größere Bewegung im Handelsstreit in Richtung eines Deals sollte es aber erst dann geben, wenn die Wall Street in stärkerem Maße korrigiert, vorher fühlt sich Präsident Trump in seinem Vorgehen in der Zollpolitik nur bestätigt.

Nichtsdestotrotz wird diese Auseinandersetzung vermutlich die Weltbörsen in den nächsten Jahren in Atem halten. China glaubt mit einer Politik der Nadelstiche Zeit gewinnen zu können, man kennt die Schwäche der US-Regierung –  die Verfassung der US-Aktienmärkte.

Man will Zeit überbrücken, um die Verhandlungen über einen Deal mit dem Nachfolger von Donald Trump durchführen zu können. Das wird vermutlich nicht gelingen, denn eine so lange Phase der Unsicherheit und der Zerrüttung von Handelsketten, wird die Weltwirtschaft in Ihrem jetzigen Zustand nicht verkraften können.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Warnsignal

    11. Juni 2019 11:22 at 11:22

    Seit der WAhl Trumps ist der DJIA über 30 Prozent im Plus und notiert nur knapp 2,4% unter ATH. Aus Sicht von Trump noch kein akuter Handlungsdruck, eher Potenzial für kurzfristige Eskalation (Erhöhung des Drucks).

    • Warnsignal

      11. Juni 2019 11:27 at 11:27

      Sogar über 40 Prozent im Plus! Sorry, Rechenfehler.

  2. Vasari

    11. Juni 2019 11:37 at 11:37

    Gibt´s in China heute Freibier für jeden der Aktien kauft?

  3. tm

    11. Juni 2019 13:06 at 13:06

    Auch beim Dow-Vergleich schneidet Trump schlechter ab als Obama: Unter Obama stieg der Dow um durchschnittlich 12% p.a., unter Trump bisher um 11% p.a. – und ich bin sehr sicher, dass es am Ende seiner Präsidentschaft weniger als 11% p.a. sein werden.

  4. hans

    11. Juni 2019 22:41 at 22:41

    Bei Kriegsverbrechern, wie Obama( nach den Genfer Koventionen) freut sich halt die Wallstreet.

    • tm

      12. Juni 2019 11:54 at 11:54

      Freut sich die Wall Street nicht etwa über massive Steuersenkungen und Deregulierungen sowie deutlich steigende Rüstungsausgaben und Ölbohrlizensen in Naturschutzgebieten sowie mehr Drohnentote als Obama in acht Jahren zu verantworten hatte?

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Rüdiger Born: Fed-Entscheidung heute Abend – Chancen im Dow

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Die Fed-Entscheidung heute Abend ist sehr wichtig! Im Dow gibt es eine Chance auf weiter steigende Kurse. Kurzfristig sieht er eher bärisch aus. Dazu mehr im folgenden Video. Die Tesla-Aktie ist aktuell mein „Trade des Tages“. Lesen Sie diese und alle noch folgenden Analysen gratis. Dazu melden Sie sich bitte hier an.

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Schwarze Schwäne und wichtige Termine – geliebter Herbst

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Die noch verbleibenden 14 Handelswochen dieses Jahres versprechen Spannung pur. Allein die schon bekannten Termine bergen enormen Sprengstoff. Und dann gibt es ja noch Schwarze Schwäne, die wieder gehäuft auftauchen. Werfen wir also einen Blick voraus bis zum Jahresultimo.

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Schwarze Schwäne lieben den Herbst

Der Herbst ist historisch betrachtet die spannendste Phase an den Märkten. Nicht umsonst fanden 6 der 11 größten Crashs der Börsengeschichte im September und Oktober statt. Dafür gibt es zwei nachvollziehbare Gründe: Erstens kommt der Börsenhandel nach der Sommerpause wieder in Schwung und etliche Marktteilnehmer bilden sich zunächst ein neues Bild von der Gesamtlage und passen ihre Portfolios dem entsprechend an. Zweitens ist der Herbst ökonomisch betrachtet das Gegenstück zur Frühjahrsbelebung. Dieses Phänomen ist in einigen Bereichen signifikant ausgeprägt und gesamtwirtschaftlich spürbar, z. B. beim Tourismus und der Gastronomie, am Bau und im Immobilienmarkt und sogar bei den Automobilverkäufen. Die Konsumenten halten sich generell bis zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts Mitte November etwas zurück. Ausnahmen sind hier die „Back to School Season“ von Ende August bis Anfang September und Kleiderkäufe für die kalte Jahreszeit. In Summe ist die Zeit vom Ende der Sommerferien bis in den November hinein jedoch von saisonaler wirtschaftlicher Schwäche geprägt.

In diesem Jahr gehen viele Volkswirtschaften bereits geschwächt in die Herbstberuhigung und das könnte die Abschwungdynamik in den nächsten Monaten nochmals verstärken. Unvorhersehbare Ereignisse, die zu Marktturbulenzen führen, finden gehäuft in den letzten Wochen des Jahres statt. Man könnte sagen, dass das Immunsystem sowohl der Wirtschaft als auch der Märkte im Herbst angeschlagen ist. Gestern gab es bereits einen Vorgeschmack auf das, was sich jetzt wieder öfter zeigen könnte: Schwarze Schwäne. Das erste Mal seit der Finanzkrise musste die US-Notenbank den Geldmarkt mit bislang 53,15 Mrd. US-Dollar vor dem Kollaps bewahren. Der Auslöser dafür ist erschreckend banal und sollte in seiner Dimension eigentlich für einen Markt mit „gesunder Finanzmarktstabilität“ (O-Ton der Fed) ohne Weiteres verkraftbar sein. Doch mit der Stabilität scheint es nicht weit her zu sein, wenn lange absehbare Zahlungen von Unternehmenssteuern und die Emission von US-Staatsanleihen in Höhe von 78 Mrd. US-Dollar das gesamte System ins Wanken bringen und die Zentralbank zu Notmaßnahmen zwingen.

Auch auf geopolitischer Ebene drohen Überraschungen, so wie die jüngsten Attacken auf saudische Ölanlagen am vergangenen Wochenende im Zuge der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi Arabien und ihren Koalitionären (China und Russland vs. USA und Israel). Bereits in der kommenden Woche gibt es zu dieser Entwicklung einen sehr wichtigen Termin anlässlich der UN-Generaldebatte in New York. Ein weiteres politisches Großereignis ist der nach wie vor drohende harte Brexit am 31. Oktober. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte nach seinem ergebnislosen Treffen mit Premier Johnson am Montag: „Das Risiko eines harten Brexit ist nun mit Händen zu greifen“. In Deutschland könnte die SPD zum Jahresende für Turbulenzen sorgen, wenn sich die Genossen für eine neue Führungsspitze entscheiden sollten, die die große Koalition ablehnt.

Kursbeeinflussender Termine voraus

Im Folgenden finden Sie eine Liste, die ausgewählte börsenrelevante Termine in den kommenden Wochen und Monaten zeigt:

Schwarze Schwäne Terminliste

Fazit

Es brodelt gewaltig unter der Oberfläche, wie die massiven Umschichtungen und der Dollar-Liquiditätsstress zuletzt wieder gezeigt haben. Früher hätte schon allein der Kollaps der argentinischen Währungen die Alarmglocken der Marktteilnehmer schrillen lassen und sie zu mehr Risikosensibilität veranlasst. Doch diese Selbstschutzreflexe wurden den Marktteilnehmern durch Notenbank-Puts abtrainiert und auch die Algos wissen es nicht besser. Doch der Verlass auf die Zentralbanken und die Ignoranz gegenüber einer sich aufbauenden historischen Risikokulisse lassen Schwarze Schwäne nicht einfach verschwinden. Eher ist es so, dass man Ereignisse, die sich bereits als realistisches Risikoszenario seit Längerem abzeichnen ignoriert und sie dann bei ihrem Auftreten als unvorhersehbar deklariert. So gesehen sind viele Schwarze Schwäne nur eine Entschuldigung für die mangelnde Prognosequalität überbezahlter Analysten. Das gilt auch für die Kaiser der US-Fed, die sich heute wieder in ihrem Palast in Washington treffen. Sie könnten bald gänzlich ohne Kleider dastehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dies genau im Herbst und für viele Marktteilnehmer völlig überraschend passiert. Die bis Jahresultimo anstehenden wichtigen Ereignisse sind jedenfalls diplomatisch formuliert in Summe „herausfordernd“.

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Fed – jüngstes Gerücht: heute Start von QE!

Angesichts des massiven Anstiegs der repo rates macht heute das Gerücht die Runde, dass die Fed heute eine Art „QE light“ starten werde

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Was wird die Fed heute Abend entscheiden? Als sehr wahrscheinlich gilt, dass die US-Notenbank heute den Leitzins (Federal Funds Rate) heute um 0.25% senken wird – aber möglicherweise kommt doch mehr, zumal nach den gestrigen Ereignissen!

Denn gestern passierte Aussergewöhnliches – ein „Cash Crunch“ bei der Dollar-Refinanzierung mit einem fast absurden Anstieg der repo rate auf 10%:

Was ist da passiert? Plötzlich hatten die US-Banken ein akutes Liquiditätsproblem:

Die New York reagierte und pumpte erstmals seit der Finanzkrise Geld in den Repo-Markt (53 Milliarden Dollar), nachdem sie die Aktion nach einer technischen Panne vorher hatte abbrechen müssen. Gleichwohl stiegen die repo rates nach der Injizierung von Cash ins System wieder an:

Heute soll nun eine weitere Liquiditäts-Tranche der New York-Fed folgen im Volumen von ca. 70 Milliarden Dollar – die Ursache des „Cash Crunch“ ist nach wie vor unklar (Abführung von Steuern am kommenden Montag; Flut neuer US-Anleiheemissionen, die Liquidität absaugten sind erste Erklärungsansätze.).

Entscheidend aber ist, dass die Ereignisse über den plötzlichen Anstieg der repo rate die Fed unter Handlungsdruck bringen dürfte – in seinem webcast hatte gestern Bond-King Jeff Gundlach klar gemacht, dass die US-Notenbank wohl gar nicht anders handeln könne, als QE (Anleihekäufe) wieder einzuführen.

Also faktisch jenes Programm wieder zu aktivieren, dass dann die Bilanzsumme der Fed wieder erhöhen würde – und dessen Reduzierung mittels „Autopilot“, wie Jerome Powell einst auf der PK der Notenbank-Sitzung im Dezember 2018 formulierte, einen massiven Absturz der Wall Street auslöste. Auf der Sitzung im Januar 2019 machte Powel dann einen Rückzieher vom Begriff „Autopilot“ – es folgte eine heftige Rally der US-Indizes.

Angesichts des massiven Anstiegs der repo rates macht heute nun mehr und mehr das Gerücht die Runde, dass die Fed heute eine Art „QE light“ starten werde im Volumen von 100 bis 125 Milliarden Dollar pro Jahr:

Käme es so, wäre das für die Aktienmärkte – die sich über jede fudamentale Logik hinwegsetzen aufgrund der Erwartung weiterer Notenbank-Liquidität – ein weiterer Grund für eine Party! Zinssenkungen und QE, was will man mehr – dass die Weltwirtschaft ein Problem hat interessiert da doch eher nur am Rande..


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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