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Aktuell Stürme in Nordeuropa Windenergie-Produktion erreicht Rekord – das große Problem dahinter

Wie aktuelle Daten zeigen, erreicht die Windenergie-Produktion heute einen Rekordwert. Da gibt es aber grundsätzlich ein ernsthaftes Problem.

Windräder
Windräder. Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg

Die deutsche Windenergie-Leistung hat heute ein Rekordhoch erreicht, da ein Sturm über Nordeuropa die Erzeugung in der gesamten Region ankurbelt! Wir werden später in diesem Text noch erläutern, warum das zwar auf den ersten Blick eine tolle Sache ist für die Erzeugung von Ökostrom, dass es aber grundsätzlich ein Riesenproblem gibt!

Stromproduktion aus Windenergie mit Rekordwert

Die Produktion der tausenden von Turbinen in Deutschland erreichte um 8 Uhr morgens Berliner Zeit 50.869 Megawatt, so die Daten der European Energy Exchange laut Bloomberg. Damit wurde der bisherige Höchststand von 50.802 Megawatt aus dem Januar übertroffen. Auch in Großbritannien und in den nordischen Ländern stieg die Leistung aus der Windenergie stark an. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Donnerstag vor gefährlichen orkanartigen Böen, insbesondere auf See und im Gebirge. Die Windgeschwindigkeiten können bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichen, da ein Tiefdruckgebiet namens Pia von Schweden und Dänemark aus nach Süden zieht.

Grafik zeigt Rekordmenge bei der Erzeugung von Windenergie

Windenergie ist in Deutschland die wichtigste Quelle für erneuerbare Energien, gefolgt von der Solarenergie. Nach vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der Anteil der grünen Energiequellen in diesem Jahr erstmals bei mehr als der Hälfte der deutschen Stromerzeugung. Im vergangenen Jahr waren es noch 44%.

Gleichzeitig tut sich Deutschland schwer, zusätzliche Kapazitäten zu bauen, da die Entwickler mit höheren Kreditkosten und langsamen Genehmigungsverfahren zu kämpfen haben. Das britische Wetteramt hat für heute eine gelbe Warnung vor starken Winden herausgegeben. Den Netzdaten zufolge deckte die Stromerzeugung aus Turbinen am frühen Donnerstag mehr als 55 % des gesamten Strombedarfs des Landes. In Deutschland dürfte die Leistung heute sogar noch höher ausfallen und um 17 Uhr Ortszeit 58.595 Megawatt erreichen, so ein Bloomberg-Modell.

Das große Problem

FMW: Wir haben heute bereits darüber berichtet: Anfang Dezember gab es eine große Windflaute in Europa, und aus Windenergie kam fast gar nichts. Die Lücke in der Stromproduktion wurde geschlossen durch Kraftwerke mit Kohle und Gas als Brennstoff, welche bis zu 75 % der Stromproduktion lieferten. Diese fossilen Brennstoffe können genau dann Strom produzieren, wenn er gebraucht wird. Windenergie wird nun mal nur dann produziert, wenn der Wind weht. So kann man keine stabile Stromversorgung gewährleisten – wenn man nämlich versucht, quasi immer mehr auf Windenergie und Solarenergie umzusteigen – auch die Sonne scheint Nachts nicht. Will die Bundesregierung immer mehr Kraftwerke im Bereich Kohle zwecks Stromproduktion abstellen? Anfang Dezember sah man mal wieder eindrucksvoll, dass das einfach nicht machbar ist, wenn man ein Industrieland mit großem Strombedarf versorgen will.

FMW/Bloomberg



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13 Kommentare

  1. Sorry aber bitte beschäftigt euch (beide Autoren der heutigen Windkraftartikel) doch mal mit der Physik bzw. Eigenschaften von Kraftwerkstypen und Energieerzeugung. Reflexartig bei ungleichmäßiger Erzeugung von Erneuerbaren auf KKW und Kohle zu zeigen, zeigt einfach nur geringes Wissen auf dem Gebiet.

    Lösung:
    -Als Ausgleich brauchen wir Erzeuger die flexibel/schnell regelbar sind und Speicher haben, wie Gas,Wasser, Akku,…
    -Leitungsausbau um Länderübergreifend auszugleichen
    -Zeit-/Verbrauchssteuerung/-anreize wie in den 60igern die Nachtspeichern,…
    -Dezentralisierung z.B. nicht nur Massenhafte PV sondern auch Windkraft in Bayern,…
    -Technologie (Schwachlicht, Wandlungsverluste,…)
    -…

    -Z-

    1. natürlich ist die Energiewende technisch irgendwie machbar. Allerdings wird sich das niemals auf konkurrenzfähige Weise bewerkstelligen. Die Speicherlösungen, viel zu teuer und in ihrer bisherigen Größenordnung Lichtjahre von der benötigten Menge entfernt. Windkraft in Bayern, möglich aber aufgrund des verhältnismäßig wenigen Winds eine noch größere Geldverschwendung als auf der Nordsee. Allein das notwendige Vorhalten konventioneller Kraftwerke, um Schwanken auszugleichen, ist eine Geldsenke. Und mit der Abkoppelung von russischem Pipelinegas ist der „Ausweg“ über (noch nicht gebaute) Gaskraftwerke auch verstellt.

      1. @Kaviarklaus

        Woher beziehen Sie Ihr glorreiches Wissen über Potenzial und Erträge für Windkraft in Bayern?
        Hier mal eine Übersicht, blau ist schlecht, gelb schon ganz ok, rot gut (je dunkler, desto besser).
        https://www.karten.energieatlas.bayern.de/start/?c=741377,5429888&z=8&l=atkis,f922f037-ca95-4222-9b08-3dc51b1fbb0c,feacc621-b132-4e00-a127-8ac448ffde4b&l_v=true,false,true&t=wind
        Unten rechts bitte das obere runde Icon „Legende“ aktivieren.
        Da dürften sich doch ein paar rentable Fleckchen finden 😉

        1. Beispielsweise durch die Auswertung der Auslastung der Windenergieanlagen, anschaulich gezeigt unter folgendem Link:
          https://www.nzz.ch/visuals/windkraft-in-deutschland-grosse-versprechen-kleine-ertraege-ld.1710681

          1. @Kaviarklaus

            Die typischen Volllaststunden in Bayern und anderswo sind ja nun wirklich kein Geheimnis, sondern seit vielen Jahren Kalkulationsgrundlage für Investoren. Multipliziert mit der Nennleistung ergeben sie den Jahresertrag, der in meinem Link durch unterschiedliche Färbungen gekennzeichnet und in der Legende beziffert ist.
            Die Zahlen stimmen im Prinzip mit denen auf der NZZ-Seite überein.
            Kapazitätsfaktoren von etwa 21 bis 34 % sind im überwiegenden Teil Bayerns (alles von Gelb bis Rot, 1.800 bis 3.000 Volllaststunden) ebenso normal, wie etwa 1.100 bis 1.300 Volllaststunden bei PV (KF von 12,5 bis 15 %).

            Wieso das allerdings nicht rentabel sein soll, bleibt ein großes Mysterium.
            Auch die NZZ weiß dazu nichts zu schreiben und pickt sich zwei oder drei WKAs in Bayern und BW heraus, bei denen in der Vergangenheit mal Probleme aufgetreten sind oder die an besonders ungünstigen Standorten installiert wurden.

            Eine aktuell typische Onshore-WKA mit einer Nennleistung von 4,5 MW führt bei derzeitigen Zinsen und Produktionskosten zu Gesamtkosten von etwa 10 Millionen über eine Dauer von 20 Jahren (Hauptinvestitionskosten + Investitionsnebenkosten + Betriebskosten + Rückbaukosten) = 500.000 € p.a.
            Bei durchschnittlich 2.400 Volllaststunden (Kapazitätsfaktor 27,4 %) erzeugt die WKA 10,8 GWh Strom p.a.
            Daraus ergeben sich Gestehungskosten in einer Spanne von 37 bis 56 €/MWh, an ungünstigen Standorten meinetwegen auch 70 €/MWh (wer allerdings dort investiert, ist selber schuld; die garantierte Mindestvergütung 2023 ist 73,4 €/MWh).

            Die durchschnittlichen Börsenstrompreise 2023 liegen bei 93 €/MWh, 2022 bei 231 €/MWh, 2021 bei 95 € MWh.
            Geht man nur einmal von einem Börsenpreis von 80 €/MWh aus, erzielt eine durchschnittliche Anlage also 864.000 € p.a., bei 95 €/MWh sind es 1,03 Millionen. Davon abzuziehen sind noch die Provisionen für den Direktvermarkter und die Börsen.

            Ich kenne diese Zahlen, weil ich von 2019 bis 2021 in drei Bürgerwindkraftprojekte investiert habe und regelmäßig aktuelle und nachprüfbare Zahlen aus der Realität erhalte.
            Ich muss also nicht schätzen und auf Basis von Software-Modellen spekulieren wie die NZZ.
            Damals waren die Gesamtkosten sogar deutlich geringer und lagen gut 30 % unter den oben genannten aktuellen Summen.
            Die durchschnittlichen Kosten je Projekt liegen damit bei 350.000 p.a., das sind Gestehungskosten von rund 32 €/MWh.

            Die durchschnittlichen gerundeten Erträge der letzten fünf Jahre (Marktprämie plus Börsenerlös minus Provisionen):
            2019: 667.000
            2020: 669.000
            2021: 853.000
            2022: 1,8 Millionen
            2023: 886.000 (bis November)

            Sie sehen also, Windenergie in Bayern ist keine Geldverschwendung und rechnet sich seit 2021 durchaus auch ohne staatliche Förderungen und Subventionen (Marktprämie aus dem EEG-Konto).

      2. @Kaviarklaus
        Was es bedeutet, nicht die notwendige Kapazität an Backup-Kraftwerken vorzuhalten und sich auf eine einzige – nicht sehr zuverlässige – Technologie zu verlassen, hat Frankreich fast ein ganzes Jahr lang eindrucksvoll demonstriert. Und tut das regelmäßig seit mindestens 10 Jahren jeden Winter aufs Neue.
        Schön, dass man sich wenigstens auf die Nachbarn zulasten von deren Strompreisen verlassen kann. Ein derart schlaues Energieversorgungsmodell funktioniert allerdings nur, wenn nicht jeder gleichzeitig so denkt und handelt.

        Ohne die 73 TWh Strom vor allem aus Deutschland, UK, Spanien und Belgien in 2022 hätte es den längsten Blackout in der Geschichte der Menschheit gegeben. Dann wäre es auch ohne Flaute sehr lange kalt und dunkel geworden 😱🥶

      3. das geht, nur der politische Wille fehlt Einfach mal mach und nicht alles zerreden!

    2. Gas macht einen Sinn, Aber LNG ist durch Methanlecks und Schiffstransport klimaschädlicher als Steinkohle und Erdgas bekommen wir keins. Wasser? Scherzkeks, hat einen geringen Anteil in Deutschland und ist nicht regelbar. Akku ? Na wieviel brauchten wir denn. Drei Wochen Dunkelflaute mit mal angenommen 60 GW durchschnittlicher Bedarf sind mal eben (60GWx24stdx21Tage) 30 Terawattstunden 00. Von solchen Batteriespeichern, wie er als „größter Batteriespeicher der Welt“ kürzlich in Bayern ans Netz ging brauchten wir davon schlappe 120.000 Stück. Grüner Wasserstoff: Das bisher größte Wasserstoffelektrolyseprojekt Heide wurde gerade wegen zu hoher Kosten gestoppt, weil man „überraschend“ feststellte, dass die Anlage ja nur bei Überschussstrom also höchstens 1/3 des Jahres laufen kann und ansonsten im Standbybetrieb dasteht und nur Geld kostet. Im reinen Standbybetrieb würden auch die Gaskraftwerke und auch die Netze gebraucht werden. Die deutsche Energiewende ist eine reine grüne Wunschvorstellung und nicht realisierbar. Das wird vertuscht indem man auf grundlastfähige Kraftwerke unserer Nachbarländer zurückgreift, die sich das teuer bezahlen lassen.

  2. Wer sagt das die Unheimlichen den Industriestandort vorsehen für die Neue Zeit?
    Nutztiere sind auch Päh.Der Wolf frisst die 7 Geislein.
    Nun ja, liebe Menschen ziehen wir den Dreck halt selbst aus der …..halt das ist zu viel.
    Liebe Frohe Fresstag……äh Weihnachten.

  3. @kaviarklaus Natürlich ist es technisch irgendwie machbar, einen anderen Weg einzuschlagen als den jetzigen. Allerdings glaube ich, dass das noch weniger konkurrenzfähig sein wird.
    Wir machen in der Diskussion m.E. einen Fehler, den kein Depot-Inhaber machen sollte: Wir trauern nicht getroffenen Entscheidungen hinterher. Aber die Zeit kann man nicht zurück drehen. Klar, wenn wir vor 20 Jahren ein paar große Kernkraftwerke gebaut hätten, wäre jetzt der Strom CO2-ärmer und wir müssten nicht Vorreiter bei den Erneuerbaren sein. Stattdessen haben wir in einem breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens Atom und Kohle in den Auslauf geschickt, ohne den entsprechenden Ersatz auf den Weg zu bringen.
    Was aber jetzt günstig und sofort verfügbar ist sind die Erneuerbaren.
    Das Thema Speichertechnologie ist dabei ein valider Diskussionspunkt. Aber mit dem Ziel, dafür eine Lösung zu finden und nicht um das Kind mit dem Bade auf auzusschütten.

    Ich muss los – ich schaue jetzt als erstes nach einem Stromanbieter mit dynamischen Tarifen. Ca. 50% meines Verbrauchs kann ich nämlich bis zu 24h verschieben. #lösungenstattprobleme

    P.S.: ich Frage mich schon ein bisschen, wie ideologisch eine Internetdomain mit dem Namen Finanzmarktwelt sein darf….

    1. Wie kommt man auf den“breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens“ ? Die am lautesten brüllen haben nicht unbedingt Recht wie die Zeit zeigen wird.

  4. Es gibt geographisch kalkulierbare Dauerwinde und Dauermeeresströmungen. In der Passatwindzone der Erde rund um den Äquator nämlich. Der Speicher hier ist, sagen einige Quellen, zum einen die Erdrotation und zum anderen ist es die Corioliskraft. Schön, dass auch in bestimmten Bereichen und größeren Höhen über den Weltmeeren Winde fast unendlich ausdauern sind. Speichern ließe sich recht viel Energie über die Doppelfunktion des Wärmemotors/Wärmegenerators STIRLING. Wenn man jetzt paar begnadete Physiker hätte, die den STIRLINGMOTOR/STIRLINGGENERATOR vom Wirkungsgrad her zweckmäßg aufmotzten, wäre Energiespeicherung per Speicherung von Temperaturdifferenzen (Heiß/Kalt) eine preisgünstig neue Chance. Das weltweit reichlich auffndbare Mineral ZEOLITH könnte sogar Kalt/Heiß Sprung-Effekte generieren. Aber die Wissenschaft Physik ist ja auch in anderen Wirkungslosfeldern exponentielle Defizite. Beispielsweise ersetzen 10 Quadratmeter Flettnerrotor von 1925 gar 100 Quadratmeter Segelfläche. Aber Mensch lässt anstatt Rotorkonstrukte immer noch, immer noch und immer, immer noch ineffizienteste Repeller an WINDKRAFTLOSANLAGEN minimale Elektroenergiemengen aus reichlich mehr kinetischer Windenergie entlehnen.
    So wird der Spott von Wissenschaft als der aktuellsten Form des Irrtums den bei uns hospitierenden ALIENS täglich neu bewiesen.

  5. Stromspeicher gibt es in vielen Formen. wir haben früher schon Atomstrom nach Österreich verkauft und nachts als Grünen Strom aus Wasserpumpwerken zurück gekauft.

    und auch Gas, Öl, Kohle und Uran hat schon für eine Zusammenarbeit zwischen den Staaten gesorgt. warum nicht bei Windkraft, Speicher und solar?

    auch darf man Möglichkeiten von Wasserstoff nicht unterschätzen. oder die Millionen von Speicher die mittelfristig in unseren Autos sind.

    so viele Lösungen, wenn wir nur positiv denken und nicht im ewig gestrigen Festhängen

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