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Wucherzinsen für Fracking-Unternehmen

Im Jahr 2015 rollt eine Refinanzierungs-Welle auf die amerikanischen Shale-Unternehmen („Fracking“) zu: alte Kredite müssen durch neue ersetzt werden. Und es dürfte teuer werden für die Unternehmen der Branche. Wie teuer, zeigt ein Deal der amerikanischen Shale-Firma Resolute Energy mit ihrem Kreditgeber Highbridge Capital Management, einer Tochter von JP Morgan Asset Management.

So muss Resolute Energy für einen Anschlusskredit von 150 Millionen Dollar Zinesen von Libor +10% bezahlen, vorab werden als Gebühr schon einmal 5% der Kreditsumme fällig. Sollte Resolute Energy den Kredit vorzeitig zurück zahlen, muss das Unternehmen an den Kreditgeber eine Extra-Gebühr von 25% zahlen. Wie sich derart horrende Kapitalkosten jemals wieder einspielen sollen, bleibt unklar – es sei denn, der Ölpreis würde massiv nach oben schiessen, was sich derzeit nicht wirklich abzeichnet.

Unterdessen haben Delegierte der arabischen OPEC-Nationen einmal mehr bekräftigt, auch bei einem weiter fallenden Ölpreis die Produktion nicht drosseln zu wollen. Ihre Strategie scheint darauf abzuzielen, durch einen schnellen und heftigen Ölpreisfall die amerikanische Shale-Industrie massiv zu attackieren, ohne dass diese Zeit für Effizienzsteigerungen bekommen kann. Dieses Vorgehen erinnert an die Taktik Saudis-Arabiens im Jahr 1986, als die Saudis die Produktion erhöhten und so den Ölpreis um 67% auf nur noch knapp über 10 Dollar einbrechen ließen. Daraufhin brachen weite Teile der US-Ölindustrie zusammen, die Saudis hatten ihre dominierende Marktstellung wieder zurück erobert.

Die arabischen OPEC-Mitglieder gehen daher davon aus, dass sich der Ölpreis im zweiten Halbjahr 2915 wieder erholen wird – eben weil viele US-Firmen bis dahin aufgeben müssen, so die Kalkulation. Ob aber diese Rechnung aufgeht, ist noch unklar – die Nachfrage nach dem schwarzen Gold reagiert in der Regel erst verzögert auf die Preisentwicklung beim Öl.

Dabei scheinen die arabischen OPEC-Mitglieder von einer alten Weisheit auszugehen, wonach man notwendige Grausamkeiten möglichst früh und schnell begehen müsse. Aber auch für die OPEC-Länder selbst wird das Jahr 2015 wohl kein Zuckerschlecken: beim derzeitigen Ölpreis würden den OPEC-Ländern 257 Milliarden Dollar an Einnahmen wegbrechen. Für Saudi-Arabien ist das kurzfristig kein Problem, wohl aber für jene OPEC-Staaten wie Venezuela, deren Produktionskosten hoch, die finanziellen Reserven aber gering sind. So preisen die Märkte im Fall Venezuela derzeit eine Pleite-Wahrscheinlichkeit von über 90% ein..



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1 Kommentar

  1. Ob 2915die Welt noch Oel braucht, wird wohl eher die Frage sein! SCHERZ!!!

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