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Zinsen senken? Zeit für Schwenk ist nahe laut Italiens Panetta

Das italienische Ratsmitglied Fabio Panetta ist dafür, dass die EZB die Zinsen bald senken muss. Hier dazu wichtige Aussagen.

EZB-Direktor Fabio Panetta

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Ansicht von Ratsmitglied Fabio Panetta bald damit beginnen müssen, die Zinsen zu senken. “Die makroökonomischen Bedingungen deuten darauf hin, dass die Disinflation bereits weit fortgeschritten ist und die Fortschritte in Richtung des 2%-Ziels weiterhin schnell sind”, sagte der Chef der italienischen Notenbank laut Bloomberg am Samstag auf der jährlichen Veranstaltung des Finanzdienstleisterverbands Assiom Forex in Genua. “Der Zeitpunkt für eine Umkehr des geldpolitischen Kurses rückt immer näher.”

Die Währungshüter haben bereits in Aussicht gestellt, die Geldpolitik im Jahresverlauf zu lockern, wobei die diesbezüglichen Signale aus dem EZB-Rat für einen Beginn der Zinssenkungen im April oder Juni sprechen. Anleger neigen eher zum früheren der beiden Termine für eine Senkung der Zinsen. Das Ergebnis wird von der Inflationsentwicklung abhängen. In den letzten Monaten ist die Teuerung stark zurückgegangen auf zuletzt 2,8 %. Den 2%-Zielwert der EZB wird sie aber wohl erst im nächsten Jahr wieder erreichen. “Die Inflationserwartungen haben sich nicht nach oben verankert, sondern es zeichnen sich eher Abwärtsrisiken ab”, so Panetta. “Auch die Bedenken hinsichtlich der Hypothese einer anhaltend hohen Kerninflation haben sich als unbegründet erwiesen.”

Entwicklung der Inflation in der Eurozone ist zentral wichtig für die Höhe der Zinsen

Mehrere EZB-Räte haben angedeutet, dass sich die Lohnerhöhungen auf die Verbraucherpreise auswirken könnten und die Währungshüter die diesbezüglichen Daten abwarten müsse. Panetta, der zum Taubenlager der Währungshüter gezählt wird, hält eine solche Gefahr für übertrieben. “Es besteht nach wie vor das Risiko, dass die noch immer starken nominalen Lohnanstiege die Inflation wieder anheizen könnte”, sagte Panetta. “Diese Möglichkeit sollte nicht unterschätzt werden, aber ein genauerer Blick auf die Daten zerstreut diese Bedenken.”

“Wenn die Geldpolitik zu lange braucht, um die laufende Desinflation zu begleiten (FMW: Absenkung der Zinsen), könnten Abwärtsrisiken für die Inflation entstehen, die mit dem symmetrischen Charakter des vom EZB-Rat festgelegten Ziels in Konflikt geraten würden”, sagte er.

Einige Währungshüter haben bereits begonnen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Lockerung nach ihrem Start beschleunigen können. Panetta schloss sich seinen Kollegen an, die auf ein schrittweises Vorgehen drängten. “Wir müssen die Vor- und Nachteile abwägen zwischen einer schnellen und allmählichen Herabsetzung der Zinsen und einer späteren und aggressiveren Senkung, die die Volatilität der Finanzmärkte und der Konjunktur erhöhen könnte”, führte er aus.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Bezüglich Zinssenkungen wird‘s wohl Meinungsverschiedenheiten zwischen Süd-und Nordländern geben.

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