Dax-Stimmung: Was ist bloß mit den Profis los?

FMW-Redaktion

Der Dax gestern mit einem neuen Jahreshoch, der Ego-Shooter Trump bald im Amt, was zu einer unglaublichen Wiederauferstehung der amerikanischen Wirtschaft führen wird, weil Trump doch, laut eigener Aussage, so viele Jobs kreieren wird wie niemand zuvor, seit Gott die Welt geschaffen hat! Ist das nicht eine bezaubernde Aussicht – eine Aussicht, bei der Aktienmärkte doch eigentlich immer steigen müssten, wenn der Herrgott uns einen solchen Trump(el) geschickt hat?

Die Profi-Investoren sehen das aus unerfindlichen Gründen scheinbar irgendwie anders, wenn man dem neuesten Dax-Sentiment der Deutschen Börse Glauben schenkt. Demnach haben nämlich die Bullen ihre Führungsrolle verloren, weil 7% der Optimisten abtrünnig wurden und nun nur noch 38% im Lager der Bullen sind. Gleichzeitig legen die Bären um 1% auf nun 39% zu, die Neutralen gewinnen 6% auf nun 23%. Viele Bullen scheinen also an die Seitenlinie gewechselt zu sein – aber warum bloß?

Joachim Goldberg hat dafür folgende Erklärung:

„Möglicherweise spiegelt das negative Sentiment jedoch keine tiefer gehende skeptische Haltung gegenüber dem DAX wider. Vielmehr kann das Fehlen neuer positiver Impulse – negative Treiber blieben bislang allerdings ebenso Mangelware – zu einer gewissen Ungeduld bei den Investoren geführt haben. Auch wenn jedem klar sein dürfte, dass der US-Präsident ja erst am 20. Januar inthronisiert wird und positive wirtschaftspolitische Maßnahmen für die Finanzmärkte ohnehin nicht von heute auf morgen greifen können, möchten die Marktteilnehmer dennoch schnelle Ergebnisse. Dazu tragen naturgemäß auch Gewöhnungseffekte bei, so dass zunächst als positiv wahrgenommene Impulse peu à peu relativiert werden.“

Die deutschen Privatanleger hingegen sind deutlich weniger skeptisch – zwar verlieren die Bullen auch hier 2%, bleiben aber mit 48% klar in der Mehrheit. Die Bären können davon nicht profitieren und verlieren 1% auf nun 35%, die Neutralen gewinnen 3% auf nun 17%. Es zeigt sich also in den Daten nicht wirklich eine Skepsis, man wechselt eher an die Seitenlinie und harrt der Dinge, die da unter Trump kommen mögen.

In den USA dagegen, das zeigt die neueste AAII-Umfrage, bleiben die Bullen am Drücker: sie verlieren zwar 2,6% im Vergleich zur Vorwoche, bleiben aber mit 43,6% klar dominant – der Wahlsieg Trumps war hier der „game changer“. Die Bären gewinnen 1,7%, bleiben aber mit 27,0% das schwächste Lager. Davor die Neutralen mit 29,4%, einem Anstieg von +0,8% zur Vorwoche.


Kommentare

Dax-Stimmung: Was ist bloß mit den Profis los? — 9 Kommentare

  1. Ja ich denke es liegt daran, daß in Europa sehr negativ über Trump berichtet wird. Seht Euch Euren Artikel oben an. Ich finde Ihn amüsant und voller Satire aber er ist ganz im Mainstream europäischer Meinung. Meiner Meinung nach beeinflußt die ständige Beschallung mit dieser Art von Gedanken auch unser Bewußtsein und Handeln. Beispiel: gestern habe ich mir die auf ntv die PK. live angesehen. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen wie Trump mit den Medien umgegangen ist. In diesem Punkt fand ich die PK echt lustig. Alles andere wird schon kommen das finde ich garnicht so dramatisch. Was hat man erwartet, daß er einmal ein Handtuch schüttel und der Plan für die nächsten Jahre liegt da ausgebreitet. Später der Zusammenschnitt mit Komentar war absolut tendeziös und auch nicht umbedingt daß was wirklich abgelaufen war. Genau das ist es was Meinungsmache bedeutet. Das zieht sich bei uns durch alle Ebenen der Gesellschaft. Viele merken doch garnicht wie sie beeinflußt werden.
    Gruß

    • Klar, negativ ist die Berichterstattung nur in Europa… Es liegt ja ausschließlich an dieser bescheuerten (und, na klar, „Interessengeleiteten“) Berichterstattung… Manchmal frage ich mich, wo bei manchen Leuten der menschliche Kompass abhanden gekommen ist – angesichts eines widerwärtigen, repektlosen, abgeschmackten Egomanen, der sich auch mit Blick auf sein Halbdutzend Firmenpleiten, die er bereits hingelegt hat (Millionenschäden – tausender verlorener Arbeitsplätze bei Lieferanten etc. pp.), nun erdreistet, eines der höchsten Stattsämter auf Erden für seine – natürlich vollkommen eigennützigen – Strategien zu missbrauchen. Welch ein Desaster! Ich kann da nur sagen: Großes Schandmaul, Donald, aber nix dahinter! Garnix!! Aus der weit aufgerissenen Klappe des New Yorker Immobilienraffkes („Mann der kleinen Leute..“) brüllt nichts anderes als das „Gesunde Volksempfinden“. Ups, das gab’s doch schon mal, wenn ich mich nicht irre…

      Nun, und diese brilliant aufgespießten Charakterlosigkeiten eines Donald T. sprechen doch schlicht für sich, nicht…?

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/golden-globe-verleihung-meryl-streep-kritisiert-donald-trump-14611175.html

  2. Ich sage trotzdem na und? Was nützt denn das ganze Gekeife und sich darüber Aufregen. Denken Sie denn des wegen tritt er zurück oder wird irgend etwas an seiner Politik ändern? Es ist doch besser sich auf Trump ein zustellen so wie er ist. Bislang hat mich noch kein Politker so richtig überzeugt. Also was soll es? Es geht doch vielmehr darum zu verstehen was vor sich geht um entsprechend gerüstet zu sein.
    Gruß

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  4. Das ist gut möglich. Wäre ja auch nicht der ertse Präsident der auf sonderbare Weise aus dem Amt gekommen ist. Da gibt es sogar eine ganze Reihe die eines nicht natürlichen Todes gestorben sind. Uns sind ja meistens nur Kennedy und Lincoln bekannt. Waren aber deutlich mehr.

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