Ein Spiel ohne Grenzen – Draghi druckt Europa in den Bankrott

Ein Kommentar von Matthias Weik und Marc Friedrich

Heute ist ein großer Tag für die Börsen und alle Aktienbesitzer und ein schlechter Tag für viele Sparer und vor allem für die Demokratie. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche schreibt eine Notenbank in Europa Geschichte. Leider keine positive oder besonders ruhmreiche. Ganz im Gegenteil. EZB-Präsident Mario Draghi begeht einen weiteren Tabubruch indem er die Freigabe zum Kauf von Staatsanleihen gegeben hat. Mit Hilfe von Anleihekäufen – auch als quantitative easing (Quantitative Lockerung) oder „QE“ bezeichnet – bringt die EZB noch mehr frisches Zentralbankgeld in Umlauf mit dem Ziel die langfristigen Zinsen im Euroraum drücken, die Wirtschaft anzukurbeln und die geplante Inflation zu erreichen. 1140 Milliarden Euro – diese unvorstellbare Menge an Geld pumpt die EZB nun ins System und kauft damit Anleihen auf um sich, den Banken und den Krisenländern temporär Luft zu verschaffen. Probleme werden damit nicht gelöst. Dies zeigt überdeutlich wie verzweifelt und prekär die Situation ist. Vor allem hilft Super Mario damit den Banken, den maroden Staaten in Südeuropa, die sich damit weiterhin billig Geld besorgen können. Durch dieses waghalsige Notenbankexperiment erwartet die EZB, dass Banken mehr Kredite vergeben, Anleger mehr investieren und somit die Wirtschaft in Gang bringt. Jedoch enteignet das diabolische Gelddrucken uns Sparer, führt die Altersvorsorge ad absurdum, verhindert dringend erforderliche Reformen im Euroraum und fördert Preisblasen an den Aktienmärkten und den hiesigen Immobilienmärkten. Wir sagen ganz klar: Dieses Notenbankexperiment der EZB wird nicht funktionieren und wird in einem Fiasko enden. Niemals zuvor wurden Probleme mit Gelddrucken gelöst. Schon in Japan, England und in den USA haben diese Notenbankinterventionen keine bis sehr mickrige Auswirkungen erzielt. In den USA sogar mit dem völlig absurden Nebeneffekt, daß die US Notenbank FED nun der größte Gläubiger der USA ist.

Der freie Markt wird abgeschafft und die Notenbanken betreiben Planwirtschaft – wir alle wissen, daß Planwirtschaft immer im Desaster geendet ist. So wird es auch dieses mal sein.
Jahrelang konnte Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, den planwirtschaftlichen Irrsinn verhindern. Bereits 2012 lehnte er erfolgreich das geplante OMT-Programm zum Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Staaten ab. Er stimmte mehrmals gegen die Senkung des Leitzinses. Doch seine Stimme verliert immer mehr an Gewicht. Wie kann es sein, dass Deutschlands Stimme genauso viel oder wenig wert ist wie die aller anderen Ländern, wir aber, wenn das Projekt schief geht, mit wesentlich mehr haften als alle anderen. Demokratie sieht für uns anders aus – die Diktatur des Geldes schreitet immer weiter voran.

Finanzminister Schäuble jubelt, denn die schwarze Null ist nun möglich jedoch nicht auf Basis soliden Wirtschaftens, sondern auf Grund der historisch niedrigen Zinsen. Deutschland kann sich an den internationalen Finanzmärkten immer günstiger mit Krediten versorgen. Mittlerweile kann Deutschland fünfjährige Anleihen zu einem Zinssatz von null Prozent platzieren – so billig war Geld noch nie. In Zukunft werden wir noch Geld bezahlen müssen, dafür, dass wir dem Staat Geld leihen. Spätestens jetzt sollten die Lebensversicherer, welche gesetzlich verpflichtet sind zu einem Großteil in Mündelsichere Papiere zu investieren, ihr Geschäftsmodel überdenken. Aber auch ein jeder selbst sollte sich genauestens überlegen, ob das was momentan in der Finanzwelt vor sich geht überhaupt noch Sinn macht.

Haben wir bereits vergessen, dass der Auslöser des letzten Crashs die viel zu niedrigen Zinsen und somit das viel zu viele billige Geld der Notenbanken war? Wieder sind die Notenbanken Brandstifter um sich dann als Feuerwehr aufzuspielen und die selbst entfachten Brände mit Billionen an Euro zu löschen für die jeder Europäer seit September 2012 haftet. Denn damals hat die EZB den Gläubigerstatus aufgegeben. Seitdem haftet die EZB nicht mehr mit ihrem überschaubaren Eigenkapital von ca. 8 Milliarden Euro sondern jetzt haften wir alle dafür. Für uns ist diese Entscheidung eine weitere fatale Entwicklung beim bizarren Milliarden Spiel ohne Grenzen. Erneut wurde eine neue Eskalationsstufe der Krisenpolitik erreicht und ein weiteres verdecktes Bankenrettungspaket verabschiedet sowie durch die Hintertür die eigentlich verbotene monetäre Staatsfinanzierung durchgeboxt.
Das billige Geld der Notenbanken ist wie eine harte, schwer abhängig machende Droge. Offensichtlich können wir nicht mehr ohne sie leben – mit allen Konsequenzen und verheerenden Kollateralschäden. Wir sind bereits schwer abhängig und somit ist der Crash vorprogrammiert. Der Patient ist de facto tot und wird nur noch künstlich am Leben erhalten mit wahnwitzigen Methoden. Beim Spiel ohne Grenzen wird keiner gewinnen.

Die beiden Finanzexperten, Querdenker und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 zusammen den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. Seit April 2014 gibt es eine aktualisierte und überarbeitete Taschenbuchausgabe. Auch mit ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung“, haben Sie wieder das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014 geschrieben. Es steht seit 7 Monaten auf allen Bestsellerlisten. In ihm haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezins bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Auch einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone sowie einen heftigen Börsencrash haben sie darin in Aussicht gestellt. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Am 14. November 2014 ist das Hörbuch zu „Der Crash ist die Lösung“ erschienen. Matthias Weik und Marc Friedrich jetzt auch bei Facebook.


Kommentare

Ein Spiel ohne Grenzen – Draghi druckt Europa in den Bankrott — 11 Kommentare

  1. Sollte der Ezb -Präsident nicht zur Neutralität verpflichtet sein‘ Seit seinem Amtsantritt hat Herr Draghi einseitig die hochverschuldeten Mittelmeerstaaten auf Kosten der vernúnftiger wirtschaftenden nord- und mitteleuropäischen Staaten unterstútzt, die auch jetzt wieder die Hauptlast der waghalsigen Experimente Herrn Draghis schultern müssen.

    • alles richtig was ihr schreibt, aber ihr könnt es nicht mehr ändern und wir machen uns jetzt die taschen richtig voll.Danke ihr gutgläubigen brd bewohner.es ist zu spääääät. ha ha ha

    • Wem hilft das noch, wenn diese Figur vor Gericht gestellt wird, niemand. Das Kind liegt bereits im Brunnen. Diejenigen, die die Costa Euronia an den Felsen gefahren haben, machen es wie der Kapitaen Schettino. In Bruessel sind lauter Schettinos, auch bei uns in Berlin. Die fluechten vom sinkenden Schiff. Absaufen muessen wir alle, denn wir sind die Passagiere.

  2. Die Wachstumshysterie, die von Politikern und Wirtschaftsweisen gleichermaßen geschürt
    wird, beruht einzig auf der Annahme, es sei dauerhaft möglich, den wachsenden Zinsanspruch
    des Vermögens aus dem Wachstum des Volumens der Realwirtschaft zu befriedigen. Weil reale
    Wirtschaft aber eher linear wächst, während die Wachstumskurven des Geldes exponentiell
    verlaufen, ist die grundsätzliche Unmöglichkeit dieses Gedankens hinlänglich bekannt, wird
    aber dessen ungeachtet von den Verantwortlichen solange geleugnet, wie die Schere zwischen
    Geldmengenwachstum und Leistungswachstum mit aller Gewalt noch geschlossen werden kann.
    Der als „Sparen“ bezeichnete Raubbau in den öffentlichen Haushalten und Sozialsystemen,
    den wir derzeit erleben, ist nichts als der Versuch, den Geldhunger von Zins- und Zinseszins auf Kosten des Lebensstandards der Bevölkerung zu befriedigen. Dies wird natürlich bestritten. Jede Maßnahme. die nach erkennen der Liquiditätsfalle zulasten der arbeitenden Bevölkerung ergriffen wird ist insofern ein Verbrechen.

    Dieser Zusammenhang ist VWL 2.Semester und Draghiund die Helfershelfer aus Politik und Wissenschaft werden sich nicht herausreden können nachdem die Umverteilungskanone einpackt werden muss.

    • @ hubi
      Volle Zustimmung, so ist es.
      Diese Wachstumshysterie geht weiter, koste es was es wolle. Der Zinshunger der Vermögenden muß befriedigt werden.
      Wird es nicht mehr erwirtschaftet, dann wird es eben gedruckt. Alles nur noch der pure Wahnsinn.
      Nichts kann ewig endlos wachsen.

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  5. Meine vorsorgliche Konsequenz aus diesen chaotischen Versuchen, war die Entwicklung eines E-Rollers, namens ECKIEok, welcher mich aus der Abhängigkeit dieser modernen Raubritter befreit hat. Nun habe ich bereits den Nachfolger am Schirm und benutze dan Prototyp für alle Wege und Transporte. https://eckieok.wordpress.com/ Mit den isslustrierten Berichten erfährt jeder, um was es geht!

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