Hedgefonds verlieren wie seit Finanzkrise nicht mehr

FMW-Redaktion

Hedgefonds habe im dritten Quartal diesen Jahres so viel Geld ihrer Investoren verloren wie seit der Finanzkrise nicht mehr – das zeigen am gestrigen Abend veröffentlichte Daten der Firma Hedge Fund Research. Demnach gingen die verwalteten Gelder alleine im dritetn Quartal um 95 Milliarden Dollar zurück – das ist ein Rückgang um 3,9%. Insgesamt verwalten die Hedgefonds, die vor allem von wohlhabenden Privatkunden, aber auch von Pensionsfonds mit der Verwaltung von Geldern beauftragt werden, nun noch 2,87 Billionen Dollar zum Ende des dritten Quartals.

Auslöser der herben Verluste waren vor allem der China-Crash bzw. die Reaktion der Märkte auf die Yuan-Abwertung im August sowie der Abverkauf bei Rohstoffen. Auch die Verunsicherung der Märkte über die Frage, ob und wann die Fed die Zinsen anheben wird, scheint den Hedgies nicht gut bekommen zu sein.

Dramatisch für die Hedgfonds-Industrie, die sich vor allem durch hohe Gebühren auszeichnet, sind nicht nur die entstandenen Verluste. Besorgnis dürften in der Branche vor allem die Tatsache auslösen, dass im dritten Quartal lediglich 5,6 Milliarden Dollar zugeflossen sind – im Vorquartal waren es noch 21,5 Milliarden, im ersten Quartal 18,2 Milliarden Dollar.

Durchschnittlich haben Hedgfonds in diesem Jahr bis Ende September 1,5% verloren – so viel wie in keinem Jahr seit dem Jahr 2011 (damals ein Minus von 5,25%). Dennoch lagen sie in diesem Jahr damit noch besser als der S&P 500, der in demselben Zeitraum 7% verloren hatte. Dass Hedgefonds bei starken Marktturbulenzen ihren eigentlichen Zweck, nämlich Risiken zu hedgen (u.a. durch das Eingehen von Shortpositionen), nicht wirklich erfüllen, hatte schon das Krisenjahr 2008 gezeigt, als Hedgefonds durchschnittlich 19% verloren hatten.

Peinlich ist vor allem, dass in diesem Jahr die großen Hedgefonds, gewissermaßen die Dickschiffe der Branche, deutlich stärker verlieren als der Durchschnitt. So verloren „Promis“ der Szene, etwa David Einhorn’s Greenlight Capital 17% in 2015, sowie William Ackman’s Pershing Square Capital Management 12,6%. In den Vorjahren waren beide Hedgefonds noch unter den besseren Performern gewesen.


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