Zinswende am Einschlafen: Neue Bundesanleihe auf 30 Jahre mit sinkender Rendite

FMW-Redaktion

Bei der neuesten Emission im Rahmen der Aufstockung einer existierenden Emissionsserie hat der deutsche Staat heute für 1 Milliarde Euro 30 Jahre laufende Bundesanleihen angeboten. Nachfrage gab es im Volumen von 1,01 Milliarden Euro. Unlimitierte Gebote der Kaufwilligen gab es im Volumen von 741 Millionen Euro. Für diesen Betrag waren Käufer also willig theoretisch jeden Preis zu akzeptieren. Letztlich kauften die Anleger für einen Preis von 139,27% (Anleihekurse notieren immer in Prozent).

Somit zahlt man jetzt 39,27% über dem Nominalwert der Anleihe, denn man erhält ja am Laufzeitende nur 100,00% Rückzahlung. Der Zinskupon liegt bei dieser Emissionsserie, die seit 2012 läuft, bei 2,50% pro Jahr. Durch den hohen Kurs und die relativ geringe Verzinsung liegt die Rendite der heutigen Emission bei nur 0,87%. In der Grafik haben wir die Erstrenditen der jeweiligen Emissionen rot markiert. Oben beginnt diese Serie im Jahr 2012 bis ganz unten zur heutigen Emission. 2013 wurde mit 2,64% der Höhepunkt der Renditekurve erreicht.

Wie man ablesen kann, versucht sich die Rendite seit gut einem Jahr wieder hochzuschleichen von 0,62% auf bis 1,04% im Februar. Die aktuellen 0,87% zeigen auch für diese extrem lange Laufzeit: Die Zinswende, die ist in ihrer Entwicklung erst mal eingeschlafen! Der deutsche Staat kann für diese Laufzeit eine spürbar niedrigere Rendite durchsetzen, da vor allem die EZB klar gemacht hat, dass die Sache mit der Zinswende wohl noch eine ganze Weile dauern wird.


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Quelle: Finanzagentur Deutschland GmbH


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