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Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar schlucken – in bar!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bayer macht Nägel mit Köpfen. Für 62 Milliarden US-Dollar in bar will man Monsanto schlucken – das ist nochmal ein satter Kursaufschlag um den Monsanto-Aktionären das Loslassen schmackhaft zu machen! Normalerweise finden Übernahmen in solch einer Größenordnung statt in Form von Fusionen, oder in Form von teilweise Käufen in Cash und teilweise Bezahlung in eigenen Aktien. Aber es wirkt so als wolle Bayer keine Vermischung von Vorständen und Aufsichtsräten zulassen – ein klarer Deal, Bayer schluckt Monsanto und bestimmt alleine im neu zu schaffenden Konzern. Der Preis ist hoch. 62 Milliarden US-Dollar in Cash, das bedeutet: Verschuldung und der Druck zu Kosteneinsparungen, womöglich Entlassungen usw. Denn nur 1/4 des Kaufpreises will Bayer durch Eigenkapital aufbringen, den Rest durch Schulden. Der Kurs der Bayer-Aktie tut kurz nach Markteröffnung, was man bei so einer zu erwartenden Verschuldungsexplosion erwarten darf: Er bricht weiter ein von am Freitag 89,40 Euro auf aktuell 86,54 Euro (-3,86%). In den Tagen davor hatte der Kurs durch die Spekulationen zur Übernahme ja schon massiv verloren.

Bayer
Die Bayer-Aktie seit Anfang Mai.

Hier die Fakten zur Übernahme, im Wortlaut von Bayer:


Aufgrund anhaltender Marktspekulationen und Stakeholder-Anfragen veröffentlicht Bayer den Inhalt des vertraulichen Angebots zur Übernahme von Monsanto. Bayer hat ein Angebot zum Erwerb aller ausgegebenen und ausstehenden Aktien von Monsanto für 122 USD pro Aktie in bar abgegeben. Das entspricht einer Gesamtbewertung von 62 Milliarden USD. Dieses Angebot basiert auf einer schriftlichen Offerte von Bayer an Monsanto vom 10. Mai 2016 und enthält einen erheblichen Aufschlag:
– 37 Prozent Prämie auf den Schlusskurs der Monsanto-Aktie von 89,03 USD am 9. Mai 2016,
– 36 Prozent Prämie auf den gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen drei Monate,
– 33 Prozent Prämie auf den gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen sechs Monate,
– entspricht dem 15,8-fachen EBITDA Monsantos (bezogen auf die letzten 12 Monate zum 29. Februar).

Die Übernahme von Monsanto bietet eine überzeugende Gelegenheit für Bayer, ein weltweit führendes Unternehmen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz zu schaffen. Gleichzeitig würde Bayer als Life-Science-Unternehmen mit einer gefestigten Position in einer langfristigen Wachstumsbranche gestärkt. Der Zusammenschluss soll bereits im ersten vollen Jahr nach dem Abschluss der Transaktion für die Bayer-Aktionäre einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich leisten und im zweistelligen Prozentbereich danach. Bayer erwartet zunächst jährliche Ergebnisbeiträge aus Synergien von insgesamt rund 1,5 Milliarden USD nach drei Jahren sowie weitere positive Effekte durch das integrierte Produktangebot in den Folgejahren.

„Wir sind seit langem von Monsanto beeindruckt und teilen die Überzeugung, dass durch ein integriertes Geschäft erheblicher Wert für die Aktionäre beider Unternehmen entstehen würde“, erklärte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. „Gemeinsam können wir auf der Erfahrung beider Unternehmen aufbauen, um ein führendes Agrarunternehmen zu schaffen, von dessen Innovationsfähigkeit Landwirte, Konsumenten, unsere Mitarbeiter sowie die Gesellschaft gleichermaßen profitieren.“

Die Transaktion würde führende Plattformen in den Bereichen Saatgut und Pflanzeneigenschaften, Pflanzenschutz, Biologika sowie digitale Landwirtschaft zusammenführen. Insbesondere würden die kombinierten Geschäfte von Monsantos Expertise im Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften sowie von Bayers Pflanzenschutz-Portfolio für eine große Bandbreite an Indikationen und Kulturen profitieren. Auch geografisch würden sich die beiden Unternehmen sehr gut ergänzen, wodurch die langjährige Präsenz von Bayer in Nord- und Südamerika deutlich ausgebaut und die Position in Europa und Asien/Pazifik gestärkt würde. Kunden beider Unternehmen würden vom breiten Produktangebot und der umfassenden gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungspipeline profitieren.

„Als Bayer fühlen wir uns verpflichtet, durch eine nachhaltige Landwirtschaft die weltweite Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit gesunden, sicheren und bezahlbaren Lebensmitteln zu ermöglichen“, erklärte Liam Condon, Vorstandsmitglied der Bayer AG und Leiter der Division Crop Science. „Dieses Ziel können wir nur durch innovative Lösungen für die Landwirtschaft der nächsten Generation erreichen, die den Herausforderungen angesichts begrenzter natürlicher Ressourcen und zunehmender Klimaschwankungen gerecht werden. Indem wir Landwirte aller Betriebsgrößen auf der ganzen Welt unterstützen, positionieren wir das zusammengeführte Geschäft als bevorzugten Partner für integrierte, überlegene Lösungen.“

Für die Mitarbeiter der beiden Unternehmen würde der angestrebte Zusammenschluss attraktive berufliche Entwicklungschancen eröffnen. Der Hauptsitz der weltweiten Saatgutsparte des gemeinsamen Unternehmens sowie die Zentrale für Nordamerika sollen in St. Louis, Missouri, USA, angesiedelt sein. Der weltweite Bereich Pflanzenschutz sowie die Zentrale der Bayer-Division Crop Science sollen ihren Sitz in Monheim, Deutschland, haben. Darüber hinaus soll Crop Science neben Durham, North Carolina, USA, zahlreiche weitere Standorte in den USA und weltweit betreiben. Der Bereich Digital Farming des kombinierten Geschäfts soll seinen Sitz in der Nähe von San Francisco, Kalifornien, USA, haben.

Bayer ist aufgrund fortgeschrittener Gespräche und der Unterstützung der finanzierenden Banken BofA Merrill Lynch und Credit Suisse davon überzeugt, die Finanzierung der Transaktion sicherstellen zu können. Das Angebot steht nicht unter Finanzierungsvorbehalt. Bayer plant die Finanzierung durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital. Der Eigenkapitalanteil soll voraussichtlich rund 25 Prozent des der Transaktion zugrundeliegenden Unternehmenswerts abdecken, vornehmlich durch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung.

Der hohe Cashflow des zusammengeführten Geschäfts und die bewährte Entschuldungsdisziplin von Bayer erlauben wie bei vergangenen Großübernahmen die zügige Rückführung von Verbindlichkeiten nach Abschluss der Akquisition. Bayer strebt ein Investment-Grade-Rating nach Vollzug der Transaktion an, das langfristige Ziel eines „A“-Kreditratings bleibt unverändert. Das Unternehmen hat schon in der Vergangenheit zahlreiche Übernahmen erfolgreich abgeschlossen und dabei lösungsorientiert mit Kartellbehörden zusammengearbeitet. Zudem ist Bayer sehr erfahren in der wirtschaftlichen, geografischen und kulturellen Integration von Unternehmen.

Vorstand und Aufsichtsrat von Bayer haben das Angebot einstimmig beschlossen und wollen die Transaktion konsequent weiterverfolgen. Bayer ist darauf vorbereitet, zügig mit der Unternehmensprüfung zu beginnen, Verhandlungen aufzunehmen und schnell zu einer Einigung über eine Transaktion zu gelangen. Die Transaktion wird üblichen Vollzugsbedingungen unterliegen.

BofA Merrill Lynch und Credit Suisse sind die führenden beratenden Banken von Bayer und unterstützen die Finanzierung dieser Transaktion. Zusätzlich wurde Rothschild als beratende Bank von Bayer mandatiert. Die rechtliche Beratung erfolgt durch Sullivan & Cromwell LLP (M&A) und Allen & Overy LLP (Finanzierung).

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    23. Mai 2016 09:52 at 09:52

    Ach Verschuldung…kein Problem! Draghi machts möglich!

  2. Avatar

    Steven

    23. Mai 2016 09:53 at 09:53

    10% info 90% gesülze, das können die Bayer‘

  3. Avatar

    Kritix

    23. Mai 2016 10:08 at 10:08

    Sargnägel mit Köpfen, Ja! Und für uns gleich mit.

  4. Avatar

    leser

    23. Mai 2016 12:05 at 12:05

    Demnächst dann der schuldenfinanzierte Aktienrückkauf mit Boni-wirksamer „Kurspflege“ a la Apple.

    Der Kurs hat noch viel Luft nach Süden.

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Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Go Big or Go Home – Janet Yellen gibt Vollgas

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Janet Yellen spricht heute ab 16 Uhr deutscher Zeit im US-Kongress. Das kann die Kurse bewegen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Goldman Sachs mit Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet!

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden die Quartalszahlen von Goldman Sachs veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 11,74 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 9,96/Erwartungen 9,50).

Der Gewinn liegt bei 12,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 4,69/Erwartungen 7).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 293 Millionen US-Dollar für das vierte Quartal 2020, 13 Prozent niedriger als im vierten Quartal 2019 und 5 Prozent höher als im dritten Quartal 2020. Das vierte Quartal 2020 enthielt Rückstellungsreduzierungen für Großkundenkredite, laut Goldman Sachs aufgrund einer Stabilisierung im breiteren wirtschaftlichen Umfeld nach den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Dies wurde teilweise aufgehoben durch höhere Rückstellungen aufgrund des Wachstums von Kreditkartenkrediten
im Vergleich zum vierten Quartal 2019.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +2,2 Prozent.

Kommentar vom Chef:

“It was a challenging year on many fronts, and I am deeply proud of how our people helped clients respond to the economic disruption brought on by the pandemic and the extreme market volatility experienced over the past months. Our people responded admirably to a series of professional and personal challenges, while working from home or in offices that were reshaped dramatically. Thanks to their perseverance, we were able to help clients navigate a difficult environment, and, as a result, achieved strong results across the franchise, while advancing our strategic priorities. We hope this year brings much needed stability and a respite from the pandemic, but we remain ready to handle a wide range of outcomes and are poised to meet the needs of our clients.”
– David M. Solomon, Chairman and Chief Executive Officer

Grafik zeigt die Quartalszahlen von Goldman Sachs

Goldman Sachs-Zentrale in New York
Die Goldman Sachs-Zentrale in New York Downtown. Foto: Youngking11 CC BY-SA 3.0

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