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US-Staatsschulden: Die Obszönität des rasanten Anstiegs ist kaum zu glauben

Können Sie sich vorstellen, dass eine Regierung es fertig bringt in nur einem Monat 113 Milliarden Dollar mehr auszugeben als einzunehmen? So kann man aber erklären, dass die US-Staatsschulden in einem obszönen Tempo…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Können Sie sich vorstellen, dass eine Regierung es fertig bringt in nur einem Monat 113 Milliarden Dollar mehr auszugeben als einzunehmen? So kann man aber erklären, dass die US-Staatsschulden in einem obszönen Tempo ansteigen, wie es wohl kein George Bush oder sonst ein Präsident vor Barack Obama geschafft hatte. Alleine im Juli gab die Bundesregierung in Washington 113 Milliarden Dollar mehr aus als sie einnahm (323 Ausgaben gegen 210 Einnahmen). Das geht aus dem aktuell veröffentlichten Monatsbericht des US-Finanzministeriums hervor. Wie man das überhaupt schaffen kann? Wir wissen es nicht. Aber in der Übersicht ganz unten sieht man ja im Ansatz, wo die Gelder hinfließen und wo sie herkommen. Man überlege mal ganz nebenbei, wie die US-Konjunktur aussehen würde ohne das monströse Schuldenmachen der Regierung?

Obama
US-Präsident Barack Obama schafft doch noch einen Rekord in seiner Amtszeit. Foto: White House / Gemeinfrei.

Die USA hatten bis vor wenigen Monaten noch eine Schuldenobergrenze, die nur mit Zustimmung des Kongresses angehoben werden konnte. So gab es in den letzten Jahren mehrfach geschlossene Behörden und nicht ausgezahlte Gehälter für Staatsbedienstete, weil die Schulden immer weiter stiegen, und regelmäßig an die Grenze kamen. Nichts ging mehr, Kongress und Weißes Haus einigten sich jedes Mal auf irgendwelche Sparbeschlüsse, an die man sich eh nicht hielt. Zuletzt wurden die verkrampften Kompromisse immer nerviger – so beschloss man letztlich die Schuldenobergrenze einfach abzuschaffen.

Das Resultat: Seitdem kann Obama die US-Staatsschulden in obszöne Höhen treiben, und niemand scheint sich mehr dafür zu interessieren. Ab irgendeinem Punkt spielen die genauen Zahlen ja auch keine Rolle mehr, oder? Hier der aktuellste Schuldenstand der USA: 19,37 Billionen US-Dollar. Präsident Obama dürfte es inzwischen eh egal sein, dass er seinen Vorgänger beim Schuldenmachen gerade übertrifft. Immerhin etwas, das er vorweisen kann – er wird die Bush-Steigerung von +90% bei den US-Staatsschulden wohl noch übertreffen in seiner Amtszeit! Aber auch Obama kann übertroffen werden. Wie wir gestern berichteten, will Hillary Clinton in den ersten hundert Tagen als neue US-Präsidentin das größte Konjunkturprogramm in den USA auflegen seit Endes des 2. Weltkriegs, für neue Brücken, Straßen etc.

US-Staatsschulden
US-Staatsschulden Stand 10. August. Grafik: US-Finanzministerium.

Die Gelder dafür können natürlich nur aus  höheren Staatsschulden kommen. Und natürlich wird Hillary bestimmt beteuern, dass diese Extra-Schulden selbstverständlich eines Tages bei Vollbeschäftigung und explodierenden Steuereinnahmen locker abgebaut werden können. Hat bisher nicht funktioniert, wird auch unter Hillary nicht funktionieren. Was passieren wird? Entweder werden weiterhin ausländische Geldgeber frisches Kapital in die USA und damit in US-Staatsanleihen pumpen, und so die Maschine am Laufen halten. Oder wenn diese Quelle eines Tages doch wirklich austrocknen sollte, gibt es immer noch die große letzte Bastion. Die US-Notenbank Federal Reserve könnte endgültig einen geschlossenen Kreislauf etablieren und die US-Staatsschulden aufkaufen, in einem viel größeren Ausmaß als bisher geschehen. Dann hätte man ein finanzpolitisches System etabliert, dass selbst die Sowjetunion noch nicht gekannt hatte. Man druck einfach Geld und verleiht es dann an sich selbst!

US-Staatsschulden 2
Einnahmen und Ausgaben der US-Bundesregierung im Juli. Grafik: US-Finanzministerium

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    AlterSchwede

    12. August 2016 17:08 at 17:08

    Also in den 90ern unter ihrem Mann hat das mit der Rückzahlung tatsächlich funktioniert. Ich kann mich an Einnahmeüberschüsse von jährlich 300-400 Mrd. erinnern. Damals „mussten“ die Indianer aber auch noch nicht überall auf der Welt ein paar Ländern zur Demokrotie verhelfen.

  2. Avatar

    Role

    12. August 2016 18:35 at 18:35

    Bravo!

  3. Avatar

    Trigo

    12. August 2016 18:40 at 18:40

    Da bekommt „Yes we can!“ ein ganz neue Bedeutung!

  4. Avatar

    Sabine

    12. August 2016 20:02 at 20:02

    Mit VW doch das Gleiche:
    a) Einige Milligramm zuwenig in den Testberichten angegeben, was die Ami-SUVs mal so nebenbei im 10-fachen rausblasen, aber VW wird gehängt. Hauptsache Dollars.
    b) Kein Kyoto-Protokoll unterschrieben, stört die Wirtschaft. Umwelt egal.
    c) Und bei Fracking ist die Natur und Grundwasser noch dreimal egal. Hauptsache Dollars.

    Gott sei Dank bei uns noch nicht. Und wenn Trump regiert, stirbt hoffentlich auch TTIP. Dann sind wir gerettet vor der US-Rechtsanwalts-Maschine.

    • Avatar

      Westelbier

      13. August 2016 13:03 at 13:03

      Trump ist schon eine Nummer für sich. Aber in der Gesamtheit gesehen wäre er als Präsident das Beste was den USA und Europa passieren kann.

  5. Avatar

    DiegoBenito

    13. August 2016 01:05 at 01:05

    Naja, der Dollar wird in absehbarer Zeit so tief fallen wie wir es in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen mögen.
    Möge es denen gegönnt sein die schon heute in weiser Voraussicht, sich mit physischem Gold eindecken.
    Prost auf das Finanzsystem.

  6. Avatar

    Annerose

    13. August 2016 02:10 at 02:10

    es gibt noch eine Möglichkeit, wieder „aufzustehen“
    K R I E G

  7. Avatar

    Der B(l)aumann

    13. August 2016 11:36 at 11:36

    Damit ist die größte Gefahr benannt. Wenn das Finanzsystem wackelt muss man einen Krieg führen.
    Das hat für die USA immer funktioniert.
    Nur wo soll / wird es los gehen? Ukraine? Chinesisches Meer? Werden wir dann Politiker in Deutschland / Europa haben die klar sagen: ohne uns? Merkel und die CDU wird mit Sicherheit tun was die USA verlangt.
    Kaum zu glauben, aber dann werden wir uns nach einem Gerhard Schröder sehnen, vermute ich.

  8. Avatar

    oscar

    13. August 2016 14:24 at 14:24

    alle haben so verdammt recht, dass es beschämend und vorallem beängstigend ist. wer zahlt letztendlich die zeche? fr. merkel und ihre helfershelfer sicher nicht ! ja und ihre von amiland geschürte abartige migranteninvasion aber 1000%ig auch nicht. also deutscher lemming, zieh dich warm an und immer schön gehorsam und indoktriniert bleiben……gehört sich so in einer amerikanischen enklaven kolonie like germany !

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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