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Europa

Deutsche Erzeugerpreise -1,6%, dass ist bitter lieber Mario D.

Die heute früh für Deutschland vermeldeten Erzeugerpreise dürften so manchen Erbsenzähler im EZB-Tower entmutigen. Woher verdammt nochmal soll diese nervige Inflation…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die heute früh für Deutschland vermeldeten Erzeugerpreise dürften so manchen Erbsenzähler im EZB-Tower entmutigen. Woher verdammt nochmal soll diese nervige Inflation endlich kommen? Wo versteckt sie sich bloß? Erstmal das Statistische Bundesamt im Zitat (wichtig ist die Veränderung auf Jahresbasis):

„Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im August 2016 um 1,6 % niedriger als im August 2015. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sanken die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat Juli um 0,1 %. Die Preisentwicklung bei Energie wirkte sich auch im August 2016 am stärksten auf die Entwicklung des Gesamtindex aus. Die Energiepreise waren um 5,5 % niedriger als im Vorjahresmonat. Gegenüber Juli 2016 sanken sie um 0,4 %. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 0,3 % niedriger als im August 2015. Gegenüber Juli 2016 blieben sie unverändert.“

Interessant sind auch folgende Details:

„Metalle kosteten 3,4 % weniger als im August 2015 (– 0,3 % gegenüber Juli 2016). Walzstahl war um 5,7 % billiger als im Vorjahr (– 0,7 % gegenüber Juli 2016). Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus kosteten 1,2 % weniger als im Vorjahresmonat (– 0,6 % gegenüber Juli 2016). Aluminium in Rohform kostete 12,0 % weniger als im August 2015 (+ 0,1 % gegenüber Juli 2016).“

Ohhhhh, knallt da etwa die Billig-Konkurrenz aus China voll rein auf die deutschen Stahlpreise? Denn die Chinesen verkaufen in Europa ihre Überkapazitäten gerne unter den Herstellungskosten – Hauptsache weg damit. Auch wenn die EU inzwischen mit Zöllen dagegen hält – die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig. Wichtig ist vor allem die Info des Amtes, dass selbst ohne Energie die gesamten Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr um 0,3% gefallen sind. Das ist bitter für jeden, der von Inflation träumt. Denn die Erzeugerpreise sind letztlich nur ein Frühindikator für die Verbraucherpreise. Hat die Industrie steigende Preise, muss sie versuchen diese an Großhandel und Endkunden weiterzugeben, was steigende Verbraucherpreise (Inflation) zur Folge hätte.

Wenn die Erzeuger (Autohersteller etc) aber niedrigere Preise und Kosten haben, warum sollen sie bei einem derart scharfen Wettbewerb in allen Bereichen ihren Endverbrauchern höhere Preise (Inflation) aufdrücken? Bei knüppelharter Konkurrenz in Sachen Autos, Fernseher und vielem mehr, warum soll man dem Kunden versuchen höhere Preise abzuknöpfen, wenn man erstens selbst sinkende Kosten, und zweitens so eine knüppelharte Konkurrenz um sich herum hat? Also lieber Mario Draghi, das mit der Inflation (Verbraucherpreise) wird wohl auch in den nächsten Monaten nichts.

erzeugerpreise

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    SMArtTrader

    20. September 2016 10:08 at 10:08

    Woher die Inflation kommen soll? Da darf die EZB gerne mal bei Herrn Flassbeck und Kollegen (makroskop.eu) nachlesen…

    Aber höhere Löhne wären natürlich Teufelszeug für die neoliberale EZB!

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Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

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Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

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