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Ab 2017 weiß ich wie viel Du auf dem Sparbuch hast!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Das Bankgeheimnis endet endgültig 2017. Name, Kontostand, Adresse, Zins- und Dividendenerträge werden von allen Banken an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet. Aber das ist nicht alles. Ihre Bankdaten können dann ganz legal von weltweit dutzenden Regierungen abgefragt werden…

Ab 2017 weiß ich wie viel Du auf dem Sparbuch hast 2

Eine für manche mehr als unangenehme Situation entsteht ab 2017. Ab dann, so hat der Bundestag gestern beschlossen, nimmt Deutschland teil an einem globalen Austausch von Finanzdaten. Was der Bürger auf dem Sparbuch, dem Girokonto oder im Depot hat und was an Zins- und Dividendenerträgen anfällt, muss (!) erstmals rückwirkend für 2016 jede in Deutschland tätige Bank dann ein Mal im Jahr an das „Bundeszentralamt für Steuern“ melden. Dort werden die Daten gespeichert und auch an ausländische Finanzbehörden übermittelt. Für den einzelnen Bürger ist es nicht besonders angenehm dies zu wissen, auch wenn er steuerehrlich ist. Andererseits ist die Jagd nach Steuerhinterziehung durch Fälle wie Zumwinkel und Hoeneß inzwischen deutlich stärker im Fokus der Behörden als der Wunsch vieler Menschen nach dem Schutz ihrer Privatsphäre – denn um es klar zu sagen, dieser globale Austausch und die automatische Meldung der Daten an eine zentrale Stelle bedeutet das völlige Ende des Bankgeheimnisses, wie man es noch bis in die 90er-Jahre kannte.

https://youtube.com/watch?v=FX2SSrLFSY4

Teilnehmen am „Internationalen Finanzdaten-Abgleich“ werden mehr als 51 Nationen – neben den EU-Staaten auch Länder wie die Schweiz, Indien, Argentinien oder die Cayman Islands. Viele Steueroasen werden für deutsche Steuerhinterzieher also trockengelegt. Nun haben viele der Steuerhinterzieher, um die es hierbei ja geht, zwei Möglichkeiten. Entweder sie machen sich „steuerehrlich“, wie es so schön heißt, machen eine Selbstanzeige und deklarieren fortan alle ihre Vermögenswerte von alleine. Oder sie tricksen weiter und buchen ihre z.B. auf den Cayman Islands liegenden Gelder um vom Privatkonto in eine Stiftung, eine Kapitalgesellschaft oder ähnliche Konstrukte. Denn der Finanzdaten-Abgleich funktioniert nur von Namen auf Namen. Wenn der Name der Person auf den Caymans nicht auftaucht, sondern nur der Name einer Stiftung als Kontoinhaber, hat es die deutsche Steuer wieder mal schwer.

Wie so oft sind die „Verbrecher“ (in dem Fall die Steuerhinterzieher) dem Staat einen Schritt voraus. Das wird die nächste große Anstrengung sein, nachdem es Jahre brauchte diese globale Übereinkunft für Privatpersonen hinzubekommen. Um auch die Schlupflöcher des „Versteckens in Stiftungen“ usw zu vermeiden, muss wohl in ein paar Jahren erneut ein weltweiter Kraftakt durchgeführt werden, nämlich der globale Datenaustausch auch für Firmen, Vereine und Stiftungen, bei denen in anderen Ländern lebende Personen als Geschäftsführer, Direktor oder nur als Eigentümer eingesetzt sind. Damit würde man dann erneut einen Riesenschritt vorwärts machen um Steuerhinterziehung wirksam zu bekämpfen.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    leser

    13. November 2015 17:40 at 17:40

    Ein weiterer Schritt zur NWO.
    Und wie immer wird die Beschneidung der Freiheit mit dem guten Zweck begründet. Solange, bis auch der Michel merkt, dass von der Freiheit nichts mehr übrig ist.

    • Avatar

      cheguevara88ch

      15. November 2015 08:46 at 08:46

      Von welcher Freiheit ???

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    Siggi60

    13. November 2015 18:31 at 18:31

    Die grossen Steuerhinterzieher sind vor allem die Konzerne. Aber die will man wohl nicht belästigen, sonst würde man die Steuer da einfordern, wo der Umsatz erbracht wurde.

    Dem Bürger nimmt man einmal mehr einen Teil seiner Freiheit.

    Wer nicht aus dem System aussteigt und seine ersparten Euros außerhalb der Kontrolle, z.B. in Edelmetallen anlegt, ist selbst schuld.

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    Einzahler

    13. November 2015 18:41 at 18:41

    Guten Tag,
    kann mir bitte jemand verraten ob das nur für Banken gilt oder auch für Broker wie Degiro in NL, der ja meines Wissens keine Bankenlizenz besitzt? Wäre für eine kompetente Auskunft sehr dankbar.
    MfG
    Einzahler

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    oscar

    13. November 2015 18:54 at 18:54

    wie einfach und gerecht doch unsere kleine welt funktionieren kann…hans im glück…der hatte nix mehr am ende…und? er war überglücklich. ja außerdem, im perfiden finanzmonopoly wirds ja wirklich mal zeit was zu tun. kann ja nicht sein, dass immer nur unsere hehren, unglaublich ehrlichen politiker, ganze länder, soziales, verbände, lobbys waffenhersteller usw.usw. stützen in altroistischer berufsgerechtigkeit. man, der gierige bürger kann ja wohl auch mal was machen, ausser kohle horten und dem fiskus und den armen neuankömmlingen zu entziehen…aber hallooo. altersvorsorge, altersarmut…na man, das gibts doch alles bald nicht mehr. wird doch alles geregelt durch gebärfreudige neubürger und suuuper fachleuten. und alle sooo verdammt jung und dynamisch. ewiges wachstum juchuuu…na da kann man schon mal was locker machen…privat oder? hauptsache genug glasreinigungsmittel für den gläsernen idoten…ne wie vorredner sagte, den michel…der einfältige lemming. dostojeweski sagte wohl treffend: geld ist geprägte freiheit. wozu brauchts die eigentlich. jeder liebt jeden in verordeneter demokratischen, gemeinsamkeit. da macht sich flux der wohlsand breit…..

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    Eis Zeit

    14. November 2015 15:41 at 15:41

    Ehrlich gesagt ist mir das Wurscht!
    Die wenigen Kröten die die meisten von uns auf dem Konto haben verursachen den Finanzämtern wahrscheinlich mehr Datenmüll als zusätzliche Einnahmen.
    Bleibt nur zu hoffen, dass Staat das „neu erworbene Wissen“ auch richtig zu nutzen weiss und die Kohle endlich da eintreibt wo die Vorkommen am rentabelsten, anstatt bei den Kleinen den Kohlestaub auf zu kehren.

  6. Avatar

    AmiGoHome

    14. November 2015 17:52 at 17:52

    Wozu dann noch eine Bank? Dann heißt es in Zukunft, Lohn sofort abheben und in Edelmetall sparen. Raus aus diesem System, genauso auch nicht mehr alle 4 Jahre das System wählen gehen. Die Politikdarsteller regieren doch eh gegen das Volk und für die Finanzmafia.

    • Avatar

      Habnix

      14. November 2015 20:47 at 20:47

      Da wäre doch die Lohntüte wieder interessant ? Die Lohntüte in der der Nettolohn und die Lohnabrechnung drin sind.

  7. Avatar

    Habnix

    14. November 2015 20:49 at 20:49

    Lohnabhängig und ohne Lohntüte und nur ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis, dann ist das so als wenn mein Portmonnaie bei der Bank irgend ein X-beliebiger Dritter hat, den ich nicht kenne und jeder Gangster sieht rein ob noch was zu holen ist.

    Am 1. April 2005 verschwand das Bankgeheimnis in Deutschland nun vollständig.

    Hauptbetroffene sind Rentner, Erben, Studierende, Empfänger von ALG I+II(HartzIV), Sozialgeld, BAföG, Kindergeld und Wohngeld.

    Ein Anfangsverdacht oder ein richterlicher Beschluss sind dann nicht mehr nötig.

    Fünf Tage vor Weihnachten, am 19. Dezember 2004 wurde dieses Gesetz heimlich still und leise von Hans Eichel im Bundestag eingebracht und vollzogen.

    Wenn damals nur mit der Lohnabhängigkeit Adolf Hitler alles machte, um wieviel mehr lässt sich mit der Kontoabhängigkeit für Regierungen heute erreichen?

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      joah

      16. November 2015 10:31 at 10:31

      Sie sollten das auch etwas besser im rechtlichlichen verstehen: was Sie in ihrem ersten Absatz beschreiben, ist seit jeher der Fall. Sie sind lediglich Kontoinhaber, mehr nicht.
      Bei Besitztumsdefinitionen gibt es drei Arten: Eigentümer, Besitzer und Inhaber. Eine Inhaberschaft ist die allerniedrigste davon, die lediglich ein Anrecht (Anspruch) auf den Bezug darin darstellt, welcher ihnen auch wieder entzogen werden kann. Jetzt überlegen Sie mal, worin Sie noch lediglich Inhaber sind – die Beschreibung mit dem Portemonnaie ist demgemäß sehr treffend.

  8. Avatar

    Leander

    15. November 2015 12:01 at 12:01

    Und wieder eine komplett irre führende Headline! Muss das wirklich sein?

    • Avatar

      joah

      16. November 2015 10:36 at 10:36

      Stimmt: die wissen das ja ohnehin jetzt schon – legalisiert wird es ab 2017.

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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Anmeldestatus

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