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Achtung Öl-Trader: Morgen Treffen zwischen OPEC / Non OPEC-Ländern

Es geht wieder los. Nachdem am 30. November durch die OPEC die große und lange erwartete Absenkung von 1,2 Millionen Barrels Fördermenge pro Tag erzielt wurde (ob das ausreicht?), wird sich die...

FMW-Redaktion

Es geht wieder los. Nachdem am 30. November durch die OPEC die große und lange erwartete Absenkung von 1,2 Millionen Barrels Fördermenge pro Tag erzielt wurde (ob das ausreicht?), wird sich die OPEC wie bereits angekündigt morgen mit Nicht OPEC-Ländern wie Russland, Mexiko, Aserbaidschan und vielen anderen in Wien treffen. Wichtig: Man will diese Länder einschwören bitte bitte bitte mitzumachen. Russland hat schon zugestimmt 300.000 Barrels pro Tag zu senken. Was bekannt ist: Damit meint Moskau eine scheibchenweise Absenkung in den ersten 6 Monaten des Jahres 2017! Also möglicherweise pumpt man gerade jetzt noch schnell seine Menge hoch, um dann von höheren Levels absenken zu können – letztlich wäre das dann so, als würde ein Kaufhaus kurz vor einer Rabattschlacht nochmal schnell die Preise anheben, damit für die Schnäppchenjäger rein optisch eine Ersparnis entsteht.

Wie aktuell bekannt wird, treffen sich wichtige Funktionäre schon heute, um für das Treffen morgen schon mal die Positionen abzustimmen. Der Ausgang des morgigen Treffens dürfte die Ölpreis-Entwicklung nächste Woche maßgeblich bestimmen. Es geht um die Erwartung, dass auch wirklich alle wie von der OPEC versprochen bei der Fördermengen-Reduzierung mitmachen. Abgesehen von Ausnahmen wie dem Iran ist bei dem Begriff „Alle“ natürlich nach wie vor die US-Fracking-Industrie ausgenommen, die wohl munter ihre Fördermenge erhöht, sobald der Preis konstant über 50 Dollar bleibt.

Wie man aus Kreisen rund um die OPEC vernehmen kann, soll die Einigung mit Russland und anderen wichtigen Ländern außerhalb der OPEC schon klar sein, dass man sich konsequent an dieses kleine Kürzungsvolumen hält. Szenario: Glaubt man daran, könnte dies ab Montag den Ölpreis weiter stabilisieren (könnte, nicht muss!). Aber wenn man die Zuversicht am Terminmarkt nach dem 30. November gesehen hat, ist ein weiterer vorsichtiger Anstieg durchaus möglich. Hält Russland sich an sein Versprechen von -0,3 Mio Barrels (zumindest offiziell), muss der Rest der Non OPEC-Länder noch weitere 0,3 Mio Barrels pro Tag zusammenkratzen, um die groß angekündigten Erwartungen der OPEC an die Non OPEC-Länder zu erfüllen.

Kasachstan zum Beispiel könnte ein Stein im Schuh sein, da man dort jüngst ein neues großes Ölfeld hochgefahren hat. Man zeigt sich daher abweisend, und wird laut OPEC-Schätzungen nächstes Jahr 210.000 Barrels mehr produzieren als in 2016. Aber insgesamt sieht die allgemeine Stimmung so aus, dass es morgen in Wien zur erwarteten Aussage kommen wird: Ja, Non-OPEC steuert insgesamt -600.000 Barrels pro Tag zur OPEC-Kürzung von -1, 2 Mio dazu.

Handeln Sie Öl? Wenn ja, kann es Sinn machen sich ereignisbezogen jetzt nochmal Gedanken zu machen kurz vor dem Wochenende. Wird am Samstag etwas Weltbewegendes herauskommen? Wenn man das annimmt, geht man aus dem Markt, oder absichtlich in den Markt? Setzt man Einstiegsorders oder für bestehende Positionen Verlustbegrenzungen? Kurz darüber nachdenken kann nicht schaden vor Marktschluss heute Abend! Was passieren wird? Wir wissen es auch nicht. Aber so wie die Gerüchteküche in diesem Augenblick aussieht, werden die erwarteten Kürzungen wohl funktionieren (zumindest offiziell). Wie gesagt: Bleibt es dabei, könnte das tendenziell mehr Stabilität oder leicht steigende Kurse für den Ölmarkt bringen. Der Ölpreis zeigt sich dementsprechend kurz vor dem Wochenende auch optimistisch, und steigt seit gestern Mittag um 1,50 Dollar auf aktuell 51,33 Dollar (Januar-WTI). Zum x-ten Mal unser Kommentar hierzu als Abschluss: „Don´t forget the Frackers“…

oelpreis
Der WTI-Ölpreis seit dem 15. November.



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