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Aktienmärkte: Der Segen eines Crashs – für die Jungen

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Kann ein Crash der Aktienmärkte ein “Segen” sein?

Wir leben im Zeitalter der finanziellen Repression. Die große Notenbanken dieser Welt halten die Zinsen extrem niedrig, um mittels einer moderaten Inflation und einer Enteignung der Kleinsparer die Staatsschulden „relativ“ zu reduzieren. Dies hat zu einer gewaltigen Hausse der Aktienmärkte geführt, schließlich ist deren Dividendenrendite zumeist höher als die Umlaufrendite des jeweiligen Landes.

Ein Zwiespalt tut sich auf angesichts der Tatsache, dass die weltweiten Aktien, ablesbar am MSCI World, seit dem Tiefpunkt im Jahre 2009 um über 350 Prozent zugelegt haben. Eine Korrektur ist jederzeit möglich und mittelfristig auch zu erwarten. Für die Älteren mit einem Kapitalstock ein ständiges Abwägen für die Kapitalsicherung, für Jüngere im Kapitalaufbau aber eher ein Segen, wie Beispiele aus den letzten Zyklen beweisen.

Aktienmärkte und der Cost Average Effekt, eine Chance für die Jugend

„Wenn sie alt sind, seien Sie vorsichtig mit der aktuellen Börsenbewertung. Wenn Sie jung sind, sollten Sie sich sich einen Crash geradezu herbeisehnen!“ Dies ist ein Rat von erfahrenen Börsianern, die schon mehrere Börsenzyklen aktiv miterlebt und erlitten haben. Wie das? Hierzu die Argumentation.

Immer wieder wird von Börsenskeptikern das Zahlenbeispiel angeführt: Was hätte man denn mit den Aktien nach Steuern und Inflation verdient, wäre man im März 2000 oder im Herbst 2007 bei Dax-Ständen von 8000 in den Markt eingestiegen?

Abgesehen davon, dass dies recht unwahrscheinlich ist, dass viele Anleger ihr ganzes Kapital gerade zu diesem Zeitpunkt in die Aktienmärkte investiert hätten und nicht ein paar Monate oder Jahre später oder früher. Die Rendite wäre äußerst dürftig ausgefallen, wie folgende Zahlen beweisen:

Wer zum Beispiel an der Jahrtausendwende kurz vor dem groben Börseneinbruch bei der Dotcom-Blase in den Dax investiert hätte, wäre bis zum Ende des Zyklus im Jahr 2007 auf eine Rendite von mickrigen 1,9 Prozent pro Jahr gekommen. In diesen Jahren lag eine wahre Achterbahnfahrt, die den Dax von 8064 Punkten (März 2000) bis auf 2202 Punkte im März 2003 fallen ließ. Ein Rekordeinbruch von 72 Prozent.

Hätte man sich nur einen regelmäßigen monatlichen Sparplan zugelegt, der in diesen Zeiten stoisch gekauft hätte, wäre die Rendite vor Gebühren auf sagenhafte 12,9 Prozent pro Jahr geklettert.

Das Gleiche wäre passiert, wenn man kurz vor der Finanzkrise zu sparen begonnen hätte, nur der große Einstieg am Ende des vorherigen Zyklus wäre nicht allzu profitabel gewesen.

Finanzmathematik und Psychologie

Ein Hauptgrund für die Ertragskraft eines dauerhaften Sparplans ist natürlich ein besonderer mathematischer Effekt (der Cost Average Effekt). Der Sparplan kauft mechanistisch in jeder Phase nach, egal wie stark die Kurse der Aktienmärkte eingebrochen sind. Bei einem 50-prozentigen Rückgang bekommt man doppelt so viele Anteile wie am letzten Hoch, ein Mechanismus, der sich bei großer Volatlität auszahlt.

Übrigens hätte dieses Prinzip auch in Japan funktioniert, wo der Nikkei 225 von 38.900 Punkten kommend (Dezember 1989), sogar auf gut 7000 Punkte im Jahr 2009 gefallen war – dazwischen Jo-Jo fahrend. Und allein diese im Jahr 2009 gekauften Anteile (über 12 Monate) hätten sich im Wert bis heute fast verdreifacht. In diesem Zusammenhang muss ich immer wieder an einen guten Freund denken, der mich im Frühjahr 2003 anrief, beim Dax-Stand von 2500 Punkten und mir die Frage stellte: „Kann der Dax auf Null fallen?“ Trotz guten Zuredens traute er sich nicht zu investieren, am Ende des Jahres stand der Index bei 4000 Punkten – und heute?

Dieses Prinzip ist bei einer Investition in Einzelwerten jedoch um einiges riskanter. Man muss nur an eine US-Firma Enron oder auch an unsere Deutsche Bank denken. Aber auch hier gibt es Gegenbeispiele:

Eine Allianz-Aktie war im Zuge der Entflechtung der Deutschland-AG in der Dotcom-Krise von 435 Euro auf 45 Euro gefallen, um nach 16 Jahren wieder über 220 Euro zu notieren. Oder was hätte eine sparplamäßige Investition in SAP gebracht, die sich bereits in 30 Jahren wertmäßig verhundertfacht hat? Wie heißt es? Die Rendite von Assets ist direkt korreliert mit der Übernahme von Risiko. Dies gilt für Einzelwerte natürlich weitaus extremer als für Indizes, wo die „faulen Eier“ regelmäßig aus dem Nest entfernt werden.

Fazit

Bei allen Schreckensszenarien: Die Aktienmärkte gehen auch in den größten Krisen nicht unter (das Szenario eines Meteoriteneinschlags einmal ausgenommen), der Goldmarkt auch nicht, Anleihemärkte aber schon.

Im Dax 30 gibt es sogar noch zwei Werte, die schon im 19. Jahrhundert gegründet worden sind. Zugegeben vielleicht ein schwacher Trost für die Gegenwart, aber vielleicht ein Gedankenanstoß für die jüngere Generation es trotz manch Weltuntergangsszenarios mit Aktien als Geldanlage zu versuchen. Dafür eignen sich Sparpläne ganz besonders, denn aktuell mit seinem Angesparten in die Aktienmärkte „all in“ zu gehen, wäre vielleicht nicht der beste Gedanke.

Überall gibt es Staatsfonds, die langfristig das Kapital für die jüngere Generation anlegen. Außer in Deutschland, aber dafür haben wir einen Finanzminister Scholz, der für das Geldsparen auf Girokonten und Sparbüchern wirbt und künftigen Aktienwilligen sogar noch ein paar Steinchen in den Weg legt, oder zu legen versucht!

Für junge Menschen kann ein Crash der Aktienmärkte durchaus vorteilhaft sein

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Bondkenner007

    29. Januar 2020 12:40 at 12:40

    Wie ist das gemeint, Aktienmärkte gehen auch in Krisenzeiten nicht unter, Anleihenmärkte aber schon ?
    Einzelne Aktien können aus Erfahrung jederzeit ,auch in den besten Zeiten 70bis 90% verlieren ( Beispiele haben sie genannt) Bei den Anleihen gibt es auch Riesenunterschiede von Schrott bis Staatsanleihen.
    Bei den letzten Börsencrashes sind z.B. US – Staatsanleihen raketenhaft angestiegen, was auch logisch u.die Regel ist. Alle Bondmärkte zusammen sind immer noch viel grösser als die Aktienmärkte. Kann sich jemand einen Anleihenmarktverfall ohne nachfolgenden Börsencrash vorstellen?
    Gruss von J.Powell der die BBB – Schrottis täglich stützt , um das Kartenhaus zu stützen.

  2. Pingback: Aktienmärkte: Der Segen eines Crashs – für die Jungen – Unser Geld- und Zinssystem

  3. Pingback: Nachrichten vom 31. Januar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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Dax: Stanzl über die aktuelle Corona-Euphorie

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Jochen Stanzl von CMC Markets bespricht im folgenden aktuellen Video den Dax-Start in den Tag, der im positiven Sinne beeinflusst wird durch eine erneute Hoffnung auf ein wirksames Corona-Medikament.

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DAX daily: Der Dax ist ein Paradies für Range-Trader

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Der Dax hat die Korrektur von Montagabend gut verdaut und sich gestern in seiner Range weiter nach oben gearbeitet. Den Handelstag hat er dennoch mit einem Verlust von 102 Punkten (0,80 %) bei 12.697 beendet. Sein Schlusskurs ist zudem das Tageshoch. Das Tagestief wurde bei 12.535 markiert. Der Dax macht zurzeit einen sehr stabilen Eindruck, genauso schnell wie es runter geht, läuft er auch wieder hoch. Seit mehreren Wochen befinden wir uns nun schon im Paradies der Range-Trader.

Wer in den letzten zwei Wochen mehrfach im Bereich der 12.400 long und an der 12.800 short gegangen ist, hat dabei seine Freude gehabt. Solange der Dax das Juni Hoch bei 12.913 nicht rausnimmt und die 13.000 überwindet, kann das Spielchen so weitergehen. Früher oder später kommt es aber zu einem Ausbruch auf der Ober- oder Unterseite der Range. Der Dax wird heute mit einem Gap-Up in den Handel starten, somit könnte ein Test auf der Oberseite erfolgen.

News und fundamentale Situation

Der erste interessante Tag der Berichtssaison ist gestern durchwachsen zu Ende gegangen. Während JP Morgen und Citigroup die niedrigen Erwartungen übertroffen haben, sah es dagegen bei Wells Fargo gar nicht gut aus. Wells Fargo hat demnach das erste Mal seit 2008 einen Verlust ausgewiesen. Außerdem haben Gazprom und Delta Airlines eher mittelprächtige Daten vorgelegt. Bei den ZEW-Konjunkturerwartungen (Jun) gab es zudem einen kleinen Rückschlag – hier nachzulesen.

Heute öffnet United Health das Schwergewicht aus dem Dow die Bücher. Außerdem legen Goldman Sachs, eBay und ASML Holdings Zahlen vor. Im Gegensatz dazu stehen nur wenige Konjunkturdaten auf der Agenda. Für alle Freunde des Öls werden um 16:30 Uhr die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der heutige Handelstag startet mit einem Aufwärts-Gap. Der Dax handelt eine Dreiviertelstunde vor Eröffnung bereits bei 12.835. Damit hat er eine gute Chance die Oberseite der Range zu testen. Kann er das hohe Niveau bei der Eröffnung halten, dann wäre das erste Ziel das Juni-Hoch bei 12.913. Diesen Bereich muss er überwinden, ansonsten droht hier ein Doppeltop. Darüber liegen dann noch die 12.930, 12.961 und die runde Marke bei 13.000. Im ersten Anlauf könnte es für den Dax schwierig werden, diese Marke zu brechen. Schafft er es dennoch, dann liegt der nächste Widerstand an der 13.100.

Zeigt der Dax bei der Eröffnung schwäche, dann liegt die erste Unterstützung an der 12.800. Danach folgt der Bereich an der 12.745. Unterschreitet der Dax auch diese, dann folgen weitere Unterstützungen bei der 12.693 (Pivot Punkt) und der 12.660. Hier könnte der Dax wieder die Aufwärtsrichtung aufnehmen. Ansonsten geht es runter bis auf die 12.590 und in Richtung des Tagestiefs bei 12.535.

Dax Unterstützungen (US):

12.800 – vormals Widerstand

12.745 – 61,8 % Retracement

12.693 – Pivot Punkt

12.590 – 30-Minutenchart

12.535 – Tagestief 14.7.

12.488 – 76,4 % Erholung

Dax Widerstände (WS):

12.858 – Pivot Punkt R1

12.913 – Juni-Hoch

12.930 – außerbörsliches hoch

12.961 – Pivot Punkt R2

13.000 – psychologische Marke

13.100 – 161,8 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Dax daily: Der Dax ist ein Paradies für Range-Trader

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Rüdiger Born: Weiter bergab im Nasdaq?

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Den seit gestern Abend stattfindenden Rückgang im Nasdaq bespreche ich im folgenden Video direkt am Chart. Was ist nun möglich? Geht es weiter bergab? Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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