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Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Margin-Knall

    18. September 2020 12:26 at 12:26

    Optionen waren einmal als Absicherungen gedacht. Heute werden sie mehr und mehr als reine Spekulation gebraucht und dadurch werden die Schwankungen stark erhöht,( Hebelwirkung) was dem ursprünglichen Zweck widerspricht. Nicht zu vergessen, das Spiel geht auch auf der Abwärtsseite.Wenn niemand mehr verkauft und nur durch Put-Optionen gesichert wird, kann irgendwann eine Riesenlawine losgehen, wenn z.B.bei einem Ereignis die Put Optionen durch Futures gesichert, die normalen Verkäufer und die Margin- Knaller losgehen dann gute Nacht !

    • Avatar

      Martin1

      18. September 2020 14:34 at 14:34

      Ich sehe da kein Problem! Optionen können weiterhin als Absicherung und zum Zocken verwendet werden. Der Zocker braucht dann nicht das Underlying in großen Mengen teuer kaufen.
      Probleme gäbe es, falls der Emittent (Lehman Brothers z. B.) insolvent wird.

      Aber in dem Artikel oben scheint der Autor Futures und Optionen zu verwischen.

  2. Avatar

    Martin1

    18. September 2020 14:30 at 14:30

    Weiß ich nicht… Der Artikel überzeugt mich nicht.
    Ist es so, dass immer die Underlyings gekauft werden??? Kann man das irgendwo nachlesen, dass das jedes Emissionshaus so macht?

    Effektiv sind Optionen Wetten/Versicherungen!
    Oben wurde weggekassen, dass Emissionshäuser auch Put-Optionen anbieten – das hätte aufgerechnet werden müssen.
    Und es ist doch so, dass sie monetär ausgeglichen werden!
    Weder ein engl. Wettbüro würde ein Rennpferd kaufen, noch eine Versicherung ein Haus, welches es versichert hat.

  3. Avatar

    Immobilionär

    20. September 2020 08:29 at 08:29

    @Martin 1, nicht ganz begriffen. Zum Glück gibt es auf dem Immo-Markt noch keine Optionen.Wenn eine fremde Person auf ihr Haus tausend Call Optionen verkaufen würde, müsste diese Person bei steigenden Preisen wohl ihr Haus als Absicherung tausendmal kaufen müssen.
    Der Kauf der Underlyings ist absolut freiwillig, da Absicherung.Es ist wie bei jeder andern Sprkulation, sie können auch bis zum Verfall hoffen dass es gut kommt. Eines ist sicher, Optionen haben eine riesige Hebelwirkung ( wie auf FMW schon erwähnt) Mit tonnenweise gedrucktem Schrottgeld der Notenbanken führt das zu noch nie dagewesen aufgeblähten Volumen.Auch ist es für Manipulatoren ,Insider, Forrunner u.s.w. ein leichtes über Nacht mit riesiger Hebelwirkung grosse Gewinne zu machen oder die Märkte in die gewollte Richtung zu lenken. ( Der Moralhüter USA weiss Bescheid)
    Ich erwarte den Tag ,wo ein grosser Dicker dieses Spiel umdreht und die Gegenseite vom kürzlichen Softbank Beispiel probiert.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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