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Aktienmärkte: Nasdaq-Korrektur – Zyklus-Ende oder Bereinigung der Überspekulation?

Kurzfristige und heftige Korrekturen der Aktienmärkte, ja – aber was sollen Kapitalsammelstellen machen, mit dem ständig neu ankommenden Anlagekapital, als Aktien zu kaufen?

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Der scharfe Abverkauf der Aktienmärkte, vor allem der Techwerte im amerikanischen Nasdaq, war die letzten Tage in aller Munde. Vergleiche wurden gezogen, mit allerlei Superlativen –  aber diese waren in erster Linie der exponentiellen Entwicklung einiger Highflyer, insbesondere im Monat August, geschuldet. Stichwort Aktiensplit-Euphorie bei Apple und Tesla. Bei dem Verlust von einer Billion Dollar an Marktkapitalisierung durch die „Big Seven“ (ohne Tesla) wurden aber nicht nur die Depots der RobinHoodies in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch ein Investor, an dem man nicht gleich gedacht hätte – die Schweizer Nationalbank.

Aktienmärkte: Der unglaubliche Anstieg der Nasdaqwerte in Zeiten von Corona

Es war ein Anstieg der Superlative: Von seinem Tief Ende März stieg der amerikanische Technologieindex in der Spitze um 78 Prozent bis zu seinem Hoch am 4. September. Deutlich mehr als der S&P 500, in dem auch die großen Techwerte enthalten sind. Die Big Seven – FANGMAN, für Facebook, Amazon, Netflix, Google, Microsoft, Amazon und Netflix – stiegen in dieser Phase in ihrem Marktwert von unter 4,5 Billionen Dollar auf über 8,2 Billionen Dollar – um eben in diesem schnellen 3-Tagesrutsch in eine Korrekturphase von 11 Prozent beim Nasdaq eine Billion Dollar an Wert zu verlieren. Insgesamt verlor der Index sogar um 1,8 Billionen Dollar, denn schließlich fielen viele weitere Werte mit nach unten (vor allem sehr spektakulär: Tesla!).

Wie kann man diese Korrektur der Aktienmärkte nun bewerten, die sich bereits wieder in einer wackligen Gegenbewegung befindet? Natürlich war es eine notwendige Korrektur am Optionsmarkt mit der Überinvestition in Call-Optionen (99 Prozent) und der Tatsache, dass 80 Prozent der Kaufoptionen auf Werte im Nasdaq 100 gerichtet waren. Bis zum großen Verfall am 18. September könnte es hier noch die ein oder andere Bereinigungsphase und amit Turbulenzen für die Aktienmärket geben. Speziell bei einigen Einzelwerten, die Fahnenstangen-Charts ausgebildet haben.

Aber: Durch die 11-Prozent-Korrektur ist der Nadaq mit einem KGV von etwa 30 zwar immer noch sehr teuer, aber im Vergleich mit der Dotcom-Blase und derem KGV von 165 in der Spitze doch noch deutlich davon entfernt. Viele der überspekulierten Werte haben in der heißen Coronaphase ihre Gewinne deutlich ausbauen können (Amazon, Netflix, Zoom). Ich wage jetzt schon zu behaupten, dass das Aktienjahr 2021 für viele Techwerte sehr schwierig werden wird, vor allem deshalb, weil man dann das Superquartal Q2 als Basis für Gewinnsteigerung verwenden muss. Und die Aktienmärkte werden dies vorwegnehmen – Stichwort Branchenrotation, mein derzeitiges Lieblingsthema.

Im Übrigen ist eine Korrektur beim Nasdaq in der jetzigen Größenordnung in den letzten fünf Jahren keine Seltenheit gewesen. Allein am geglätteten Mehrjahres-Chart sind bereits eine Handvoll Korrekturphasen auszumachen, mit anschließender Fortsetzung des Aufwärtstrends. Mit der Interpretation eines Endes des Zyklus sollte man noch etwas vorsichtig sein, wie ich im Fazit noch ausführe. Wer hat unter dem Kursrutsch also besonders gelitten? Natürlich diejenigen, die mit Hebeln agiert haben und dazu waren nicht einmal besonders große erforderlich, sondern natürlich auch Großinvestoren.

Auch Staatsfonds, die in Aktienmärkte investieren oder Millionen Anleger, die in den MSCI World investieren, kaufen immer Apple, Microsoft und Co nach, über die Sparpläne. Und sogar eine große Notenbank, die Schweizer Nationalbank SNB, tut dies.

Das Aktienportfolio der SNB

Die Schweizer Nationalbank ist sicherlich so etwas wie ein Exot unter den großen Notenbanken. Nicht nur, dass sie als staatliches Organ sogar an der Börse gelistet ist –  allerdings mit einer seltsam geringen Marktkapitalisierung von gerade mal gut einer halben Milliarde Dollar – auch hält sie, wie die Bank of Japan, Aktien in ihrem Portfolio. Während es in Japan vorwiegend ETFs auf die japanischen Aktienmärkte (Nikkei 225 und Topix) sind, besitzt die Schweizer Zentralbank ein internationales Aktiendepots, welches auch Grundlage eines Fonds sein könnte. Die SNB ist zwar vorwiegend um die eigene Währung bemüht und versucht deren exportschädliche Aufwertung zu unterdrücken. Allerdings legt sie die Währungsreserven nicht wie international üblich in Anleihen an, sondern auch in Aktien, zuletzt sehr stark in US-Hightech-Titeln. Investitionen, die nicht an die große Glocke gehängt werden, die aber dennoch an die amerikanische Wertpapieraufsicht gemeldet werden müssen.

So ist bekannt, dass sich im Portfolio der Zentralbank Werte wie in einem Tech-Fonds befinden, mit großem Schwerpunkt auf US-Titeln. Die Reihenfolge nach Wert lautete zum Ende des zweiten Quartals: Apple, Microsoft, Amazon, Google, Alibaba, Tesla, Nvidia, Adobe, Cisco, Netflix und Paypal. Damit hat man im Sommer richtig Gewinn gemacht, schließlich gingen die zum Quartalsende gemeldeten Titel mit einem dreistelligen Milliarden-Dollar-Gesamtwert noch richtig durch die Decke – aber auch richtig nach Süden bei der vor Kurzem gesehenen Korrektur der Aktienmärkte. Die SNB, Inhaberin eines Hightech-Portfolios – so etwas traut sich ansonten kein Staatsfonds.

Fazit

Auch wenn man trefflich über die akuelle Korrektur der Aktienmärkte spekulieren kann – Zyklusende oder nur eine notwendige Bereinigung über eine Enthebelung am Optionsmarkt – das Grundproblem bleibt. Weltweit steigen die Geldmengen weiter, ebenso sinken die Realrenditen in Rentendepots immer noch, weil Großinvestoren auslaufende Langläufer mit rentierlichen Kupons gegen neu emitierte „Renditekiller“ eintauschen müssen. Monat für Monat. So bleibt zu befürchten – oder zu wünschen, je nachdem wie man investiert ist – dass die richtige Korrektur der Aktienmärkte (erst) durch einen Anstieg der Kapitalmarktzinsen (nicht der Leitzinsen) kommen wird.

Ich habe es in dem Artikel mit dem Titel :„Aktienhausse – gibt es rationale Gründe für das Irrationale?“ schon angesprochen: Bei sinkenden Zinsen, oder bei Nullzinsen, werden künftige Gewinne, die man durch die Aktienmärkte erzielt, immer wertvoller. Ein Vergleich mit der Vergangenheit mit Zinssätzen von fünf Prozent und mehr am Kapitalmarkt (2000 und 2007) muss hinken, ein Ratio Aktienmarkt – Realwirtschaft von 190 Prozent ist dabei eine zwangsläufige Folge.

Kurzfristige und heftige Korrekturen der Aktienmärkte, ja – aber was sollen Kapitalsammelstellen machen, mit dem ständig neu ankommenden Anlagekapital, als Aktien zu kaufen? Selbst der Schweizer Zentralbank fällt nichts Besseres dazu ein.

Der scharfe Abverkauf der Aktienmärkte, vor allem der Techwerte im amerikanischen Nasdaq, war die letzten Tage in aller Munde

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Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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