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Aktienmärkte: Stützen neue Daten die Rally?

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In dieser Woche kommen ein paar Daten, die Aufschluss über die weitere Entwicklung der Aktienmärkte geben können!

Es gibt derzeit kaum ein Gutachten oder eine Analyse von Wirtschaftsinstituten und Banken, die nicht auf eines hinweisen: Produktion pfui, Konsum hui. Oder anders ausgedrückt: Die Daten für das verarbeitende Gewerbe befinden sich in fast allen Industrieländern weltweit im rezessiven Terrain, gleichzeitig halten Dienstleistung und Konsum die Volkswirtschaften an der Schwelle zwischen Wachstum und Schrumpfung.

Die Berichtssaison befindet sich in den USA in vollem Gange, nach den Großbanken kommen jetzt die Berichte aus dem Produktions- und Hightechsektor.

Dazu gibt es weitere Indikatoren und Ereignisse, mit allerlei Brisanz für die Aktienmärkte im Schlussquartal eines bisher außergewöhnlich guten Aktienjahres.

Wegweisend für Aktienmärkte:  die Unternehmensberichte aus Q3

Nachdem die US-Großbanken in der vergangenen Woche die (tiefgesteckten) Erwartungen übertreffen konnten (bis auf Goldman Sachs) ist man natürlich auf den Industriesektor gespannt. Geht es weiter abwärts oder gibt es Licht am Ende des Tunnels?

Hier ein paar ausgewählte Quartalszahlen:

Mittwoch – Caterpillar, Boeing, Microsoft,
Donnerstag – Amazon, Intel, ST Microelectronics, Visa, Twitter

Was wird Caterpillar, der weltgrößte Hersteller von Baumaschinen zur Auftragsentwicklung sagen, zweifelsohne eine wichtige Frühindikation für den gesamten Industriesektor?

In Deutschland berichten am Donnerstag Daimler und BASF. Fallen die Automobilbestellungen weiter und was berichtet der weltweit umsatzstärkste Chemiekonzern in Ludwigshafen über seine Geschäfte in über 80 Ländern zu den Aussichten, als Vorlieferant für zahllose Industriebranchen?

Ifo-Index und Konsumklima

Am Freitag wird ein für Deutschland sehr bedeutsamer Konjunkturindikator veröffentlicht. Man wird einen strengen Blick auf den Ifo Geschäftsklimaindex für den Monat Oktober werfen, nachdem sich dieser im Monat September nach fünf Monaten Rückgang stabilisiert hatte (94,6 nach 94,3 Punkten). Wenn es mit der Industrie in Deutschland weiter bergab geht, müsste es auch mit dem Index vor dem Wochenende wieder nach unten gehen. Und was macht der Konsum?

Wie bereits mehrfach dargelegt, ist die Konsumlaune der Verbraucher der Rettungsanker für die Konjunktur, in den USA, aber auch in Deutschland. Darauf wies auch Wirtschaftsminister Altmaier explizit bei der Vorstellung des Herbstgutachtens der Bundesregierung hin. Am Freitag wird das neue GfK-Konsumklimabarometer für den Monat November präsentiert. Der Oktober brachte einen Anstieg von 9,7 auf 9,9 Punkte, aber werden die Verbraucher den Minister bestätigen und unbeeindruckt von den ständigen Meldungen über die deutsche Rezession und den Entlassungsmeldungen im Automobil- und Bankensektor bleiben?

 

Die Abschiedsveranstaltung von Mario Draghi

Einen Tag zuvor kommt es zur Abschiedsveranstaltung des EZB-Chefs Mario Draghi. Dessen Amtszeit von acht Jahren endet in wenigen Tagen. Was wird die EZB-Sitzung an Verlautbarungen bringen, nachdem sich bereits deutlicher Widerstand gegen die Nullzinspolitik aufgebaut hat – vonseiten der EZB-Rates und erstmalig auch von ehemaligen EZB-Notenbankern? Was wird der manchmal sehr eigenwillige Notenbankchef, der bekannt ist für seine verbalen Alleingänge, neben dem bereits angekündigten Anleihekaufprogramm ab November seiner Nachfolgerin Christine Lagarde noch an „Hypothek“ mit in ihre Amtszeit geben?

Aktienmärkte im Zeiche von Brexit und Handelsstreit

Bei diesen marktrelevanten Themen dürfte es in dieser Woche eine weitere Fortsetzung der Mixtur aus Verschiebungen und neuen Hoffnungen, insbesondere nach der Abstimmung über den Kompromiss-Vertrag im britischen Unterhaus, geben.

Die Märkte gehen bei beiden „Großbaustellen mit Crashrelevanz“ nach wie vor von einer Lösung der wirtschaftlichen Vernunft aus.

Fazit

Die neue Woche wird für die Beurteilung der Konjunktur, insbesondere wegen der bisherig diametral verlaufenden Entwicklung von Produktion und Konsum, sehr interessant. Aber auf einen Punkt möchte ich noch ausdrücklich hinweisen: Die deutsche Volkswirtschaft ist sehr produktionsabhängig und exportlastig, deshalb ist unser Leitindex DAX so etwas wie ein für Indikator für die Weltwirtschaft. Hatte dieser nicht bereits Anfang 2018 zu fallen begonnen, als die gesamte Welt noch von einem synchronen Aufschwung sprach? Im Übrigen tat dies auch der Ifo-Index schon zwei Monate früher – deshalb habe ich den Dax auch gelegentlich in Aufschwungphasen als „Call für die Weltwirtschaft“ bezeichnet.

Wenn es mit der Wirtschaft weiter bergab geht, müsste sowohl der deutsche Leitindex als auch der Ifo-Index fallen, auch wenn beide in ihrer Indikation bis zu einem halben Jahr in die Zukunft blicken. Seltsamerweise sprechen viele Volkswirte in ihren Gutachten nach der „technischen Rezession“ 2019 von einer Stabilisierung der Wirtschaft in 2020. Vielleicht kriegen wir durch den Ifo-Index am Freitag ein bisschen Klarheit darüber, denn 9000 Unternehmenschefs in Deutschland müssten in ihren Auftragsbüchern eigentlich besser Bescheid wissen, wie die Geschäfte zu beurteilen sind, als Analysten, die alte Datenreihen extrapolieren.

Die nächsten Wochen dürften wegweisend für die Aktienmärkte sein

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Der Aktien-Schröder

Aktienmärkte: Zukunftsprognose – oder nur noch bullshit? Marktgeflüster (Video)

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Was sagen uns die Aktienmärkte eigentlich noch über die Zukunft? Bis zur Finanzkrise waren die Aktienmärkte ein guter Indikator für das, was in der Zukunft passieren wird: sie sagten oft zutreffend Rezessionen oder auch starke Zeiten der Wirtschaft voraus – aber das scheint nun vorbei zu sein. Denn die Aktienmärkte sind zu einer Art Wette auf die Liquidität der Notenbanken degeneriert, die – wenn überhaupt – nur noch sehr eingeschränkt versuchen, in der Gegenwart zukünftige Entwicklungen zu bepreisen. Ursache dafür ist die Abschaffung des Zinses als Signalfunktion für Risiken durch die Notenbanken, deren finanzielle Repression die Herde der Investoren in Risiko-Assets zwingt. Das kommt auch heute wieder beispielhaft zum Ausdruck:  an der Wall Street wieder neue Allzeithochs, und das vor allem deshalb, weil der Staat China offenkundig hochverschuldete, kurz vor dem Kollaps stehende Unternehmen wie die HNA Group retten will. Macht diese Party noch Sinn? Wäre es nicht vielleicht besser, wenn diese Unternehmen nicht gerettet werden müßten?

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