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US-Dollar – der Niedergang der Weltleitwährung hat begonnen

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US-Dollar Beispielbild Scheine

Die vorübergehende Stärke des US-Dollar fußte auf falschen Erwartungen und schuldenfinanzierten Konjunkturstimuli. Doch die Rechnung geht nicht mehr auf. Die Währung des größten Schuldners der Welt und der Weltgeschichte wird mehr und mehr entzaubert. Die Tage des Dollars als globale Leitwährung sind gezählt.

US-Dollar – der Kaiser ist nackt

Es ist kaum noch etwas übrig geblieben von den Argumenten pro US-Dollar: Die größte Steuersenkung diesseits und jenseits des bekannten Universums sollte das Wachstum der US-Wirtschaft auf Jahre hinaus beflügeln. Die Zinsen für die noch bedeutendste Währung der Welt sollten sich weiter normalisieren und wie ein Leuchtturm die Minizinsen der anderen Hauptwährungen überstrahlen. Die Schulden der USA wollte Donald Trump bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit Ende 2024 auf null reduzieren. Die USA sollten als Industriestandort reüssieren. Nichts davon hat sich bewahrheitet – im Gegenteil: Das Wachstum geht permanent zurück, ebenso wie die Zinsen. Und als der damals noch Präsidentschaftskandidat Trump Ende März 2016 die Entschuldung der USA ankündigte, standen die US-Staatsschulden bei 19 Billionen US-Dollar. Drei Jahre später steht die Schuldenuhr bei aktuell 23 Billionen US-Dollar, Tendenz weiter stark steigend.

Das US Congressional Budget Office erwartet für das Fiskaljahr 2019/2020 ein Staatsdefizit in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar – 25 Prozent mehr als im letzten Fiskaljahr und dennoch viel zu optimistisch geschätzt. Das Defizit im Außenhandel der USA ist das größte der Welt und hat sich trotz Handelskrieg in den letzten zwölf Monaten lediglich um 0,8 Prozent auf -883,7 Mrd. US-Dollar verringert. Die US-Notenbank Fed erwartet für 2019 ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent, erkauft mit einem gigantischen Defizit im Bundeshaushalt von 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Fed hat seit dem 16. September ihre Bilanz zehnmal stärker ausgeweitet, als die viel gescholtene EZB dies ab 1. November monatlich plant. Vergleicht man die Defizitzahlen der USA mit denen anderer Hauptwährungsräume, dann ist der weitere Weg des US-Dollars vorgezeichnet.

US-Dollar Index

Wie sehr aktuell die Illusionen bezüglich des Wachstums und der Stabilität der US-Ökonomie aus dem US-Dollar ausgepreist werden, sieht man in Ansätzen bereits an der Entwicklung des US-Dollar Währungsindex, der den Wert des Greenback gegenüber Euro, Pfund, Yen, Kanadischem Dollar, Schwedischer Krone und Schweizer Franken misst. Doch dieser Prozess der Erkenntnis hat gerade erst begonnen, obwohl sämtliche ökonomische Parameter seit Jahren das Bild eines Landes zeichnen, dass auf Ebene der Unternehmen sowie der privaten und öffentlichen Haushalte exorbitant über die eigenen Verhältnisse lebt. Doch mit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten und seinem Mantra „Make America Great Again“ war all das vergessen und die Zukunft schien rosig. Nachdem die Trump-Administration nun einen Handelskrieg gegen die Finanziers der eigenen Defizite aus Übersee begonnen hat und mit Sanktionen um sich wirft, als ob ein Lehrer alter Schule ungezügelt Stockhiebe an unartige Kinderchen verteilt, ziehen sich diese sukzessive aus der Rolle der Geldgeber zurück. Dies zwingt die US-Notenbank dazu, die digitalen Gelddruckmaschinen wieder anzuwerfen und die US-Schuldpapiere in einem Rekordtempo mit frisch „gedruckten“ Dollars selbst aufzukaufen.

Größtes Handelsbilanzdefizit aller Staaten

Das Leben über die eigenen Verhältnisse hat in den USA Tradition: Seit 1975 steigt das Handelbilanzdefizit zügig an und erreichte im Jahr 2018 mit -891 Billionen US-Dollar einen Rekordwert. Unter Berücksichtigung von Dienstleistungen waren es -621 Milliarden US-Dollar. Die Exportschlager der US-Serviceindustrie sind dabei der Onlinehandel sowie Beratungs- und Finanzdienstleistungen für Staaten, Unternehmen und Verbraucher. Die einzigen wettbewerbsfähigen Industrien der USA sind der Flugzeugbau, der momentan unter dem Boeing 737 Max Skandal leidet, der Rüstungssektor, in dem die Russen und Chinesen stark aufholen sowie Baumaschinen. Automobile gehören zwar auch zu den Exportschlagern der USA, in Europa werden diese aber wohl erst dann wettbewerbsfähig werden, wenn die Bundesregierung und die Manager der deutschen Autokonzerne den heimischen Fahrzeugbau endgültig ruiniert haben.

Der einzige Bereich, in dem die USA Fortschritte erzielt haben ist die Eigenversorgung mit fossilen Energieträgern dank der „Drill, Drill, Drill!“-Politik der US-Administrationen für die amerikanische Fracking Industrie. Umso erstaunlicher ist es, dass die USA trotz massiv reduzierter Öl- und Gasimporte ihr Handelsbilanzdefizit kaum verringern konnten. Das spricht dafür, dass die USA auch weiterhin als Produktionsstandort zu teuer oder mangels Fachkräfte schlicht ungeeignet sind, trotz schuldenfinanzierter Steuerreform und brutalem Handelskrieg. Mit dem Handelskrieg verlieren die Vereinigten Staaten von Amerika eine weitere Schlacht um die globale Dominanz.

Fazit

Die USA haben seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Privileg der Weltleitwährung genossen. Sie konnten über Wechselkurs- und Geldpolitik nach Belieben dem Rest der Welt ihre nationalen Interessen aufoktroyieren. Am Ende hat es sie die industrielle Wettbewerbsfähigkeit gekostet und nur Schulden eingebracht. Wenn Sie heutzutage Notenbanker nach ihrer präferierten Reservewährung für Krisenzeiten fragen, heißt die Antwort schon lange nicht mehr US-Dollar. Im Gegenteil, die in Dollar denominierten Vermögenswerte auf den Bilanzen der großen Zentralbanken werden immer öfter mit Gold abgesichert. Der US-Dollar reiht sich damit ein in die lange Tradition von Weltleitwährungen, die alle ausnahmslos dem Bedeutungsverlust anheimfielen. Auch wenn die Briten diese Tatsache für ihr Pfund immer noch nicht akzeptieren wollen. Und so wird es auch beim US-Dollar noch lange die Illusion geben, es handele sich um eine solide Währung. Die Fakten sprechen klar dagegen.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    TM

    21. Oktober 2019 10:51 at 10:51

    „Größtes Handelsbilanzdefizit aller Staaten“

    Naja, in absoluten Zahlen ja – da die USA weiterhin so wie schon Anfang der 1980er und Anfang der 1990er für rund 25% des Welt-BIPs verantworltich sind, ist es auch schwierig für andere Defizitländer, die gleichen Absolutwerte zu erreichen. Im Verhältnis zum BIP weisen eine ganze Reihe anderer Volkswirtschaften höhere, zum Teil deutlich höhere Werte auf. Tatsöchlich ist das Handelsbilanz- oder besser Leistungsbilanzdefizit mit rund 2,5% des BIPs nicht dramatisch hoch.

    “ Entwicklung des US-Dollar Währungsindex“

    gut gewähler Ausschnitt im Diagramm und zudem der Index, der nur den Wert gegenüber den Hauptwährungen widerspiegelt. Der breit basiere USD-Index notiert praktisch auf Allzeit-Hoch, aber das würde wohl nicht gut in die Argumentation passen. https://fred.stlouisfed.org/series/TWEXB

    “ Die einzigen wettbewerbsfähigen Industrien der USA sind der Flugzeugbau, der momentan unter dem Boeing 737 Max Skandal leidet, der Rüstungssektor, in dem die Russen und Chinesen stark aufholen sowie Baumaschinen.“

    Naja und Pharma, Chemie, Software, Unterhaltung, Agrarrohstoffe, Konsumgüter, Medizintechnik….

    „Im Gegenteil, die in Dollar denominierten Vermögenswerte auf den Bilanzen der großen Zentralbanken werden immer öfter mit Gold abgesichert. “

    Seit Trump Präsident ist, ist der Anteil der in USD gehaltenen Weltwährunfsreserven von rund 65% auf 61% gefallen. Das ist aber immer noch deutlich mehr als zwischen Mitte der 1980er und Mitte der 1990er und ähnlich viel wie in den Jahren direkt nach Bretton-Woods.

    „Der US-Dollar reiht sich damit ein in die lange Tradition von Weltleitwährungen, die alle ausnahmslos dem Bedeutungsverlust anheimfielen.“

    Ja, es kam immer zu einem Wachwechsel, sprich eine Währung war dann nicht mehr Weltleitwährung, weil die dazugehörige Volkswirtschaft nicht mehr so dominant war. Allenfalls China könnte die USA bald ablösen, aber der CNY ist nach wie vor nicht frei konvertierbar und kann den USD daher nicht ersetzen. Im Moment ist m.E. daher keine Wachablösung zu erkennen.

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    globalvoterorg

    21. Oktober 2019 16:58 at 16:58

    Die VWL ist ein totgerittenes Pferd! Das wollen die „Experten“ nicht wahrhaben. Knapp vorbei, ist auch daneben! Die Welt, IST, eine IllusionsMatrix, seit die FED geschaffen, Brettons Woods und die Goldbindung 1971 von Nixon aufgegeben wurde! Natürlich, hing das mit dem größten KonsumentenMarkt USA (MilitärMacht + US$) zusammen. What else!? Der Interventionismus ist lediglich die Ausprägung der Dominanz. Die Insolvenzverschleppung, die häßliche Fratze, der Diktatur, über den Rest der Wirtschaftssubjekte (ordinär ausgedrückt: Uns Sklaven). Es zeigt, daß Macht, nur, die Liquidität ist: Die Lizenz zum Gelddrucken! QE. Darum geht es! Die FinanzKrake (eine Sekte) hat bewußt, China aufgebaut, aber es, trotzdem, nicht vom „Zügel“ (Schuldenberg) gelassen. Die USA wollten/sollten gar nichts mehr herstellen, sondern, allein, in IT „machen“.
    Die „Werkbank“ China ist ein Schachzug der Dominanz, dem Alle gehorchen mußten. Die Finanzsekte, der Globalisten, wollte die Pferde wechseln! Die NWO, in der die Sonne nicht untergeht!? Dabei, MÜSSTE die VWL anerkennen, daß das FIAT SchuldgeldSystem einem Geburtsfehler unterliegt. Die exponentielle Wachstumsmatrix des Zinseszinses. DAS Dilemma der FinanzKrake und der Grund für die China „Karte“. Die sogenannten „Patrioten“ (die Kehrseite der gleichen Medaille) Trump/Putin/ Orban/Kurz/Bolsonaro erheben Anspruch! Die ganzen Schulden + Defizite sind, hier, unerheblich, weil das ganze Geld nur eine Illusion darstellt. Deshalb ist der Denkansatz des Autors verkehrt. Trump verhandelt die Weltmachtsführung und die wird, eindeutig, zwischen den USA und China ausgeknobelt. Im „schlimmsten“ Fall gibt es eine GROKO! Die einen haben das Militär und die anderen das Gold! Merke: Es kommt immer anders, als es scheint!

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      Columbo

      21. Oktober 2019 17:41 at 17:41

      @globalvoterorg
      Ich bin beeindruckt, obwohl ich kein Wort verstanden habe. Aber gerade deshalb bin ich so beeindruckt.

  3. Avatar

    globalvoterorg

    21. Oktober 2019 17:36 at 17:36

    Wie Thorsten Polleit, gerade, zeitgleich, publiziert. Der Dollar ist mitnichten im Niedergang.
    Wenn, man ihn gegen die anderen Währungen vergleicht. Im Niedergang oder im Dilemma ist das SchuldgeldSystem (FIAT Money), daß alle roten Linien überschritten hat. Der Schuldenberg ist, damit, das alleinige Problem der Gläubiger geworden! Was sagt der Autor richtig, was die USA sind, Schuldner!!! Gläubiger ist die FinanzKrake, die, immer, alles auf die Weltbevölkerung, die Anderen abwälzt

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    Marko

    8. November 2019 19:30 at 19:30

    !Wenn Sie heutzutage Notenbanker nach ihrer präferierten Reservewährung für Krisenzeiten fragen, heißt die Antwort schon lange nicht mehr US-Dollar…“

    „Der US-Dollar reiht sich damit ein in die lange Tradition von Weltleitwährungen, die alle ausnahmslos dem Bedeutungsverlust anheimfielen. Auch wenn die Briten diese Tatsache für ihr Pfund immer noch nicht akzeptieren wollen. Und so wird es auch beim US-Dollar noch lange die Illusion geben, es handele sich um eine solide Währung. Die Fakten sprechen klar dagegen.“

    Das mit dem Pfund sehen wir gerade.

    Und die Fakten beim USD sprechen genauso dagegen, Bravo, Herr Zipfel !

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US-Dollar Index- die Messlatte für die Weltwährung

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US-Dollar Geldscheine

Er ist nur den wenigsten bekannt, dabei gibt es ihn schon seit 1973. Der US-Dollar Index ist ein wichtiges Instrument, um viele andere Handelsinstrumente besser analysieren zu können. Auch die Devisenhändler benutzen ihn gerne für die schnelle Einschätzung, wie sich die Weltwährung, der US-Dollar, verhält. Vielleicht zur Einführung, der US-Dollar Index wird aus einer Art Warenkorb von 6 Währungen gebildet: Dem Euro (57,6%), dem japanischen Yen (13,6%), dem britischen Pfund (11,9%), dem kanadischen Dollar (9,1%), der schwedischen Krone (4,2%) und dem Schweizer Franken (3,6%). Diese sechs Währungen bilden seit 1999 in dieser Form den US-Dollar Index ab. Auffallend ist dabei, dass bei der prozentualen Berechnung der Euro Anteil mit 57,6% überaus groß berücksichtigt wird. Dies kommt aus der Historie, da sich der US-Dollar Index vor der Einführung des Euro auch aus den einzelnen ehemaligen europäischen Währungen wie D-Mark, französischer Franc, etc., berechnete. Aber wieso ist dieser Index so wichtig für den Markt?

Der US-Dollar ist immer noch die Währung Nr. 1 auf unserer Welt

Es gab in der Geschichte viele Anläufe, den US-Dollar als Weltwährung abzulösen (hat der Niedergang jetzt begonnen?) Vielen Gegenspielern der westlichen Welt ist der US-Dollar ein Dorn im Auge. Wer die Kontrolle über die Weltwährung besitzt, in diesem Fall die Federal Reserve in den USA. Sie hat auch die Macht über das Weltwirtschaftssystem. Gerade die Ölförderländer, wie Russland und die arabischen Staaten, versuchten, den wichtigsten Rohstoff, der in US-Dollar gehandelt wird über eine neue Börse in einer anderen Währung, wie den Rubel, handeln zu lassen. Bislang ist dieses Unterfangen gescheitert. Daran kann man erkennen, wie wichtig der Greenback für den Welthandel ist. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass es für die Händler wichtig ist, mit einem Blick erkennen zu können, wie sich der US-Dollar Block zu den anderen wichtigen Währungen verhält. Dies gilt nicht nur für die Devisenhändler, sondern zieht sich durch alle Bereiche unseres globalen Handels.

Der US-Dollar ist weltweit unter Druck

In dem unten gezeigten Chart ist deutlich der aktuelle Abwärtstrend des US-Dollar Index zur erkennen. Dieser ist auch aus technischer Sicht noch nicht vorbei. Die längerfristigen Trendindikatoren zeigen noch stark in Richtung Süden. Nur die mittelfristigen Oszillatoren befinden sich bereits im überverkauften Bereich und bilden schon, vorsichtig ausgedrückt, erste Kaufsignale (grüne Kreise) aus. Historisch gesehen, sind auch Werte des US-Dollar Index unter der 100er Marke kein gutes Zeichen für die Weltwährung Nr.1. Der aktuell starke Abstieg des US-Dollar Index hat hauptsächlich mit der aktuellen Euro Stärke und der Auflösung der Carry-Trades zu tun.

Durch die schwachen US-Börsen mussten die von europäischer Seite aus auf Kredit gekauften US Aktien verkauft werden, und der Erlös wurde wieder von US-Dollar in Euro konvertiert. Das gab dem Euro den entscheidenden Schub. Aber nicht nur die anhaltende Stärke bei EUR/USD trägt zum fallenden Index bei. Die Corona-Krise tut noch ihr Übriges hinzu. Während bei den europäischen Ländern schon längst die Auswirkungen erkannt worden sind, gab es in den USA immer noch einen Präsidenten, der Corona mit einer normalen und fast harmlosen Grippe verglich. Die wirtschaftlichen Aussichten sind für die USA nicht so gut, wenn nicht sogar grottenschlecht. Die Arbeitslosigkeit wird stark ansteigen und Analysten gehen demnächst von einer Rate von 14-20 Millionen Arbeitslosen aus. Auch der Ölpreis ist gesunken. Das Fracking-Öl lohnt sich nicht mehr. Noch vor kurzem stiegen die USA zu den Erdölexportierenden Ländern auf.

Dies dürfte jetzt erst einmal auf Eis gelegt sein. Es gibt viele Beispiele, die absolut nicht auf eine US-Dollar Stärke verweisen könnten. Da helfen die ermutigenden Worte von Donald Trump auch nicht. Zudem ist es dem Präsidenten sehr entgegenkommend, dass sich der US-Dollar gerade jetzt nicht zu stark entwickelt, um seine Wirtschaft stützen zu können. Aber irgendwann wird auch ein Abwärtstrend gebremst bzw. zur Umkehr gezwungen. Der US-Dollar Index steht kurz vor zwei maßgeblichen Unterstützungen bei 98,30 (roter Kreis) und bei 98,01 (61,80er Fibonacci Retracement). Diese doppelte Unterstützung kann eine ganze Zeit lang halten, oder sogar eine Umkehr erzwingen. Es ist daher davon auszugehen, dass der EUR/USD bald eine Pause in seinem Aufwärtstrend einlegen wird. Das gilt auch für die weiteren 5 Währungen, die sich im US-Dollar Index Korb befinden.

US-Dollar Index im Kursverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Euro vs US-Dollar: Trotz Corona-Krise bleibt der Euro stark

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Euro Geldscheine Beispielfoto

Auch in der gestrigen Handelssitzung hat sich der Euro zum US-Dollar von seiner starken Seite gezeigt. Am frühen Morgen haben die Bären nur einmal versucht, den Preis nach unten zu drücken. Dieser Angriff ist aber schnell gescheitert, da zu viele Kauforders unter der Marke von 1,0900 platziert waren. Die 1,09 „big figure“ wurde ohne Schwierigkeiten genommen und der Euro hat weiter an Stärke zugelegt. Danach bewegte sich der Kurs fast nur noch in die nördliche Richtung. Zwischenzeitlich hat der Euro zum US-Dollar über 150 Pips zugelegt und erreichte am Abend die Marke von 1,1056. Zum Teil wurde der Anstieg der europäischen Leitwährung durch die Euphorie an den Wertpapiermärkten verursacht.

Ein anderer Grund waren auch sicherlich die katastrophalen Arbeitsmarktdaten, die gestern Nachmittag aus den USA veröffentlicht wurden. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe haben sich innerhalb einer Woche verzehnfacht. Während sich die Woche davor 281.000 Menschen arbeitslos gemeldet haben, waren es gestern schon 3.283.000. Prognostiziert war 1 Million.

Diese Zahlen zeigen deutlich, wie dramatisch und mit welcher Geschwindigkeit sich die wirtschaftliche Lage in den USA verschlechtert. Die Zahlen der mit dem Coronavirus infizierten Personen steigen weiter exponentiell an. Inzwischen gibt es schon laut Johns-Hopkins-Universität fast 86.000 bestätigte Fälle. Das ist schon mehr als in China. Fast 1.300 Menschen sind bereits an Covid-19 gestorben. Dass die Dunkelziffer viel höher liegt, ist jedem bewusst. Am schlimmsten scheint die Lage in New York und in New Orleans zu sein. Es gibt aber auch andere Hotspots, wie Kalifornien und Washington. Die Experten vermuten, dass die Westküste so richtig erst in ca. 2 Wochen erreicht wird. Immer mehr Wissenschaftler bestätigen, dass sich die USA jetzt schon zum Epizentrum der Pandemie entwickeln haben.

Obwohl die Lage in Amerika so schlecht ist und die Wirtschaft vor einer Rezession steht, konnte gestern der Dow Jones erneut steigen. Er hat mit einem dicken Plus von 6,38% geschlossen. Warum? Weil viele Investoren fest damit rechnen, dass es demnächst zu weiteren Finanzspritzen kommen muss und kommen wird. Daran sieht man erneut, Geld regiert die Welt. Der US-Dollar konnte jedoch von der Kauflaune der Börsianer nicht wirklich profitieren und musste nicht nur gegenüber dem Euro, sondern auch gegenüber den anderen Majors wie GBP und JPY Federn lassen.

Wird der Euro vs US-Dollar zum Wochenabschluss die 1,1100 Marke sehen?

So wie die Lage aktuell aussieht, hat der Euro zum US-Dollar weiterhin ein wenig Aufwärtspotential. Aktuell (Freitagmorgen) notiert der Major bei ca. 1,1050. Der Markt ist zwar noch ruhig, aber der Kurs bewegte sich weiter leicht nach oben. Im kurzfristigen Bereich sind die Indikatoren jedoch schon ausgereizt und viele Händler werden sicherlich vor dem Wochenende ihre Positionen glattstellen. Es wird also auch zu Gegenreaktionen auf der Unterseite kommen. Es wird heute wichtig sein, wie der DAX in den Handel startet. Sollte er sich heute wieder von der positiven Seite zeigen, kann das auch dem Euro einen Rückenwind verleihen. Die Luft auf der Oberseite wird aber immer dünner, wer also heute den Euro vs USD handeln möchte, sollte wissen, dass es bald zu einer Korrektur auf der Unterseite kommen kann. Die 1,1100 Marke wird heute trotzdem viele anziehen. Es erwartet uns also ein spannender Handelstag. Sollte die 1,1100 erobert werden, kann es zu einer Stopp-Lawine und zu Übertreibungen kommen. Der nächste Widerstand befindet sich bei ca. 1,1135. Der Daily Pivot Point beim Euro vs US-Dollar liegt heute bei 1,0993.

Kursverlauf von Euro vs US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Euro vs US-Dollar: 1,09 Marke geknackt – wie geht es weiter?

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Symbolbild für den Euro

Wie ich in den letzten Tagen beschrieben habe, befindet sich der Euro zum US-Dollar weiter in einer Erholungsphase. Der Major klettert langsam, aber sicher weiter in die nördliche Richtung. In der gestrigen Session konnte das Währungspaar die Marke von 1,0800 erobern. Anschließend gab es zwar einen kleinen Kursrückgang, doch auf dem Niveau von 1,0788 konnte der Euro aufgefangen werden. Der 120er Moving Average hat die Gegenreaktion auf der Unterseite gestoppt. Das haben die Long-Trader natürlich dazu genutzt, neue Kauforders am Markt zu platzieren. Der Euro hat dadurch einen frischen Rückenwind bekommen und ab dann bewegte sich der Kurs konstant nach oben. Zwischenzeitlich hat der Euro vs US-Dollar gestern über 100 Pips zugelegt und der Kurs erreichte im Hoch die Marke von 1,0893.

In der asiatischen Handelssitzung heute Nacht konnte Euro zum US-Dollar noch weiter an Stärke gewinnen. Der Major hat die 1,0900 „big figure“ geknackt und stieg sogar noch höher bis 1,0932. Es ist aktuell nicht ganz leicht, EUR/USD zu handeln. Die angespannte Lage und die Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus beeinflussen auch den Devisenmarkt. Die Kursschwankungen sind schnell und oft unberechenbar. Die Händler müssen ihr Money-Management und die Risikoparameter ständig aktualisieren. Es ist ratsam in diesen Tagen, den Hebel etwas zu verkleinern und dafür die Stop Loss-Marken weiter zu setzen. So kann man besser verhindern, zu früh aus dem Markt zu fliegen.

Es erreichen uns fast täglich negative Nachrichten aus dem Euroraum. Inzwischen scheint nicht nur Italien mit der Situation überfordert zu sein. Auch Spanien und Frankreich bekommen immer mehr Schwierigkeiten. Auch die osteuropäischen Länder wie Polen oder Tschechien, haben erneut ihre Maßnahmen verschärft. Die Grenzen werden inzwischen auch für die Berufspendler geschlossen. Diese Schritte treffen viele deutsche Unternehmen hart, aber vor allem Krankenhäuser, die auf die ausländischen Arbeitskräfte angewiesen sind. Auch die Erntehelfer aus Osteuropa dürfen nicht mehr über die deutsche Grenze, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Es ist fraglich, ob diese Maßnahmen der deutschen Regierung wirklich sinnvoll sind. Wenn der Plan nämlich nicht aufgeht, kann es zu Ernteausfällen kommen, die dramatische Folgen haben könnten. Es herrscht noch viel Chaos und man sieht an den zahlreichen Beispielen, wie negativ und unberechenbar die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft sein können. Niemand kann das jetzt noch abschätzen, und dementsprechend reagieren auch die Finanzmärkte. Auch beim Euro und den anderen Majors erleben wir aktuell eine echte Achterbahnstimmung, die durch Emotionen geleitet wird.

Der Ausblick auf den Euro am heutigen Tag

Aktuell (Donnerstagmorgen) notiert der Euro zum US-Dollar bei ca. 1,0915. Es wird heute interessant werden, ob EUR/USD seinen Rebound noch weiter ausbauen wird. Der signifikante Widerstand bei 1,0932 kann heute eine große Rolle spielen. Wenn es den Bullen gelingt, diese Marke zu brechen, wird es wahrscheinlich zum nächsten Ausbruch auf der Oberseite kommen. Wer heute also die Long-Seite favorisieren möchte, kann als eine mögliche Strategie, eine Long-Order ab 1,0935 setzen und auf den Break-Out spekulieren. Als erstes Kursziel kann man den Bereich von 1,0955 ins Auge fassen. Hier befindet sich der 38,2% Fibonacci-Retracement, der den Kurs vorerst stoppen kann. Sollte auch diese Marke brechen, wird Euro vs US-Dollar die 1,1000 „big figure“ ansteuern. Auf der Unterseite befindet sich die erste wichtige Unterstützung bei 1,0900. Wenn diese bricht, kann der Kurs weiter bis 1,0869 oder sogar bis 1,0838 fallen. Hier trifft der Kurs auf den 23,6% Fibonnaci-Level. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,0847.

Chartbild im Euro vs US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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