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Aktuell: Dax hat 400 Punkte-Crash fast wieder ausgeglichen – bitte nicht zu früh freuen!

Beim Start des Flash Crash gestern Abend in den USA stand der Dax bei 12.550 Punkten. Heute früh ging es dann runter um ziemlich genau 400 Punkte. Bis jetzt hat der Markt diesen Absturz fast komplett wieder…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Beim Start des Flash Crash gestern Abend in den USA stand der Dax bei 12.550 Punkten. Heute früh ging es dann runter um ziemlich genau 400 Punkte. Bis jetzt hat der Markt diesen Absturz fast komplett wieder aufgeholt, und notiert aktuell um die Marke von 12.500 Punkten (mit großen Sprüngen).

Jetzt könnte man annehmen, dass diese schnelle Aufholjagd ein Zeichen von Stärke ist. Wer jahrelang an der Börse tätig ist, weiß: Diese Euphorie kann trügerisch sein. Nach Einbrüchen gibt es gerne mal zügige Anstiege, nach denen dann erneute Abstürze folgen, die mehrere Tage anhalten. Welches Szenario wir aktuell vor uns haben, kann man vorher nicht wissen.

Aber die Amerikaner sind von dem Stand vor dem Flash Crash noch deutlich weiter entfernt als der Dax! Hier beträgt der Abstand im Dow nämlich noch 700 Punkte! Also, Vorsicht bleibt geboten. Nicht sofort wieder in blinde Kauflaune verfallen bitte!

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    6. Februar 2018 16:35 at 16:35

    Guter kommentar!
    Bin ganz ihrer Meinung.

  2. Avatar

    PK

    6. Februar 2018 16:40 at 16:40

    der Dax zeigte schon gestern vor dem Flash Crash relative Stärke und hat sich dann in der Panik mitreissen lassen. Aber der schnellere Rebound im Vergleich zum SPX etc. kommt daher nicht überraschend.
    Ausserdem haben wir einen schwächeren Euro heute.

  3. Avatar

    leftutti

    6. Februar 2018 19:55 at 19:55

    Ende der Woche wird alles wieder beim Alten sein, und danach weiter strong long, die neuen ATHs warten. Leute, einsteigen, aufspringen, das ist eine einzigartige Chance. Kratzt an Geld zusammen, was Ihr noch investieren könnt, an den US-Märkten sind die Möglichkeiten noch viel unbegrenzter!

    • Avatar

      Lausi

      6. Februar 2018 20:09 at 20:09

      Ist das jetzt ironisch gemeint?

      • Avatar

        leftutti

        6. Februar 2018 20:58 at 20:58

        @Lausi, da bin ich mir selbst nicht so sicher. Was die Kaufempfehlung an die Menschen angeht, deren „Altersvorsorge“ heute vernichtet wurde, weil es eben nicht nur Buchverluste waren, sondern reale Verluste, vielfach nicht einmal durch stop losses abgesichert und durch die nachtschlafende Zeit überrascht, ist es eher zynisch.
        Der erste Satz erscheint mir bei Betrachtung des aktuellen Kaufrausches (Korrektur) hingegen schon wieder zu real, um noch ironisch zu sein.
        In der Summe kann man es als ironisch einstufen.

        • Avatar

          Wolfgang M.

          6. Februar 2018 21:46 at 21:46

          @Leftutti. Von wem reden Sie da? Sicher nicht von uns Deutschen. Wir haben über 2,2 Bio € in Festverzinslichen angelegt, während der ganze Dax nur 1,1 Bio € wert (war) und sich zudem stark in ausländischen Händen befindet. Worin muss jemand investiert haben (als Altersvorsorge), wenn bei einem Kursrutsch von 10% alles gefährdet ist? In Hebelprodukten ohne Absicherung und vielleicht auf Kredit? Seltsame Vorstellung von Altersvorsorge. Die US-Indizes befinden sich auf Dezemberniveau und welche Investoren hat es wohl richtig erwischt? Gruß

          • Avatar

            leftutti

            6. Februar 2018 23:07 at 23:07

            @Wolfgang M., bitte beachten Sie, dass „Altersvorsorge“ in Anführungsstrichen steht. Das war tatsächlich ironisch gemeint. Ich hatte vor allem die Amis auf dem Schirm, da greift dann schon eher In Hebelprodukten ohne Absicherung und vielleicht auf Kredit? Seltsame Vorstellung von Altersvorsorge.
            Gruß auch

        • Avatar

          Segler

          6. Februar 2018 23:31 at 23:31

          Stop Loss in eigenen Aktiendepots – geht es noch schwachsinniger ?
          Es gibt genügend Studien, die belegen, dass Stoploss-Setzer zum falschen Zeitpunkt rausfliegen und wenn sie einmal draussen sind zu spät wieder einsteigen.
          Unterm Strich machen sie Verluste und verzichten obendrein auf die in der Zeit fehlenden Dividenden.
          „Vernichtet“ wurde nichts. Gar nichts. Ebensowenig, wie es vorher „Geschaffen“ wurde. Es geht um Buchwerte, mehr nicht.
          Die in USA so beliebte und steuerlich geförderte Altersvorsorge mittels Dividendenstrategie ist doch im Prinzip unabhängig von Indexstand.
          Die Firmen zahlen weiterhin ihre Dividenden, man kann billiger nachkaufen.
          Und es ist aktuell gerade mal der völlig überdrehte Januar-Hype korrigiert worden.
          Mehr nicht. Wer sollte deshalb verkaufen ?
          Und vor allem: Warum ??
          Kein vernünftiger Mensch, der einen Stall voller Milchkühe hat, schlachtet sie in einem Anfall von Panik, nur weil der Preis für Kühe irgendwo in Chicago oder Singapur auf den Preis des vergangenen Monats gefallen ist.
          Das macht doch niemand, der klar bei Sinnen ist.
          Im Gegenteil – man kauft noch die eine oder andere Kuh hinzu.
          Kuh-Sonderangebote ohne Ende – warum in Panik wegrennen ?

          „Melt down“ .. was für ein hysterisches Geschrei um nichts.
          Für Trader und Optionsverkäufer eine grandiose Zeit.
          JETZT macht man Vola Trades !
          Reversal To The Mean heisst die Parole
          JETZT musste man Vola verkaufen.
          Naivlinge mit der Lethargie der sattsamen Short-Vola Strategie hat es einmal erwischt und mit eisernem Besen davongefegt. So what ?
          Selber schuld. Lernen sie draus. Ich habe mit denen nicht die Spur von Mitleid.
          Es war weniger ein Crash in den Aktienmärkten, sondern in den Vola Produkten. Chapeau für PK. Er hat es gut erkannt und gut beschrieben.

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            PK

            7. Februar 2018 08:14 at 08:14

            gestern hatten wir ja einen schönen Trade zusammen.
            ES 2400 Puts verkauft zu 60 Dollar, wirklich keine Stunde später bei 30.
            Muss aber dazu sagen, daß ich persönlich nicht sagen kann wie es nun weitergeht. In der Vergangenheit (Trump, Brexit, etc.) hat es ja der Markt immer verstanden aus solchen Situationen mit V-Erholungen auf neue Hochs zu gehen und man sollte für so eine Entwicklung daher offen sein.
            Aber irgendwie sagt mir mein Bauch, daß wir nochmal ein Leg nach unten sehen werden.
            Das mit den Stops für Langfristinvestments sehe ich zu 100% genauso.
            Der Zeitpunkt, wo bei den Stopfetischisten die Stops fliegen ist fast immer eine günstige EInkaufgelegenheit.
            Anders sieht es natürlich mit Tradingpositionen aus. Aber auch da agiere ich zu 100% OHNE stops. Ein Stop ist ein mentaler Ankerpunkt, und das ist schlecht, man sollte im Prinzip sogar seinen Anschaffungspreis mental löschen können.

          • Avatar

            leftutti

            7. Februar 2018 11:43 at 11:43

            @Segler, damit ich das richtig verstehe: Vernichtet wurde gar nichts. Es geht um Buchwerte, mehr nicht. Ich meinte gehebelte Tradingpositionen, keine Depots. Ich habe von all den Naivlingen gesprochen, die im Rausch der Kryptorekorde und täglicher ATHs in den Aktienindizes auch mit dabei sein wollten, wenn es darum geht, sein Geld in 2 Wochen zu verdoppeln. Die alles an echtem, sauer verdientem Geld von ihren Girokonten oder Kreditkarten (inkl. Kreditrahmen) oder Freunden und Verwandten zusammengekratzt haben, um am neuen Hype zu partizipieren. Die schon wieder vergessen haben, was ihrem Geld zuvor schon so etwa alle 9 bis 10 Jahre widerfahren war (1999/2000, 2008). Dieses Mal klappt es, es muss klappen, man ist seither dem Rentenalter schon wieder 18 Jahre näher gerückt!
            Wenn nun jemand, rein hypothetisch, sein ganzes Erspartes und seine in Geld umgesetzten Vermögenswerte dazu verwendet, um große, schön gehebelte Longpositionen zu traden, sagen wir ab 26.000 Punkten im DOW und ab 19.000 den Bitcoin. Zufrieden ob seiner ersten Gewinne geht er eines Nachts zu Bett, und als er morgens voller Vorfreude seine Trading-App checkt, leuchtet alles rot, der Kontostand ist auf NULL, finito, die freie Margin wurde bei 23.200 repektive 6.500 zu gering, der Broker zog die Notbremse.
            Sind das wirklich nur Buchverluste? Wurde nicht sein ganzer Einsatz, sein Geld und sein Vermögen und das seiner Freunde und Verwandten vernichtet?
            Ja wenn das so ist, kann unser hypothetischer Trader noch einmal aufatmen. Und fragt sich jetzt eigentlich nur noch, wie er sein echtes Geld wieder auf die Girokonten und Kreditkarten zurückbuchen kann.

            P.S.: Gleich noch prophylaktisch vorab, nein, dieses ganze Szenario ist nicht mir widerfahren, weder 2000, noch 2008, noch 2018 ;) Allerdings habe ich Kenntnis von einigen Leuten erlangt, bei denen es sich in etwa vergleichbar so abgespielt hat.

  4. Avatar

    Lausi

    7. Februar 2018 09:39 at 09:39

    @PK: Und wann ziehen Sie die Reißleine, wenn es mal nicht wie gewünscht laufen sollte?

    • Avatar

      PK

      7. Februar 2018 10:01 at 10:01

      wenn mir ein Trade nicht mehr gefällt.
      Das kann aber vor Erreichen eines Targets sein genauso wie vor Erreichen eines Stops.
      Ein Stop müsste man ja zum Zeitpunkt der Eröffnung setzen und damit vergibt man sich doch jeder Möglichkeit die Price-Action zu bewerten die sich danach ergibt.

    • Avatar

      Segler

      7. Februar 2018 10:03 at 10:03

      @lausi – welchen der Handelshorizonte meinen Sie denn ?
      Reissleinen werden eigentlich nur von Fallschirmspringern benutzt.
      Und natürlich von Ballonfahrern, wenn nach der Landung final schnell die warme Luft durch grosse „aufgerissene“ Öffnungen entweichen soll.

      • Avatar

        Lausi

        7. Februar 2018 10:44 at 10:44

        @PK: Also bei CFD’s kann man die SL und TP nachträglich noch wunderbar hin- und herschieben. Auch bei anderen Finanzprodukten kann man diese Werte nachträglich anpassen. Für mich als Anfänger / Semi-Profi ist es gelegentlich schon hilfreich, klare Grenzen zu haben. Außerdem kann man so vor unschönen Bewegungen geschützt werden, wenn man mal den PC verlässt.

        @Segler: Meinen Sie mit Handelshorizonte Zeithorizonte? Ich meinte bezüglich des SL-Setzen natürlich das Trading und nicht das langfristige Investieren. Da macht es wohl wirklich keinen Sinn. Und „Reissleine ziehen“ ist doch ein relativ bekannter Begriff, womit natürlich der Fallschirmspringer gemeint ist.

  5. Avatar

    Segler

    7. Februar 2018 11:07 at 11:07

    @Lausi – Ich bin halt zehn Jahre lang Ballon gefahren ;-)
    ZEIThorizonte ist der bessere Begriff. Danke für die Richtigstellung.
    Das Thema SL setzen füllt viele Tradingbücher. Eine Diskussion um Details macht an dieser Stelle keinen Sinn.
    Nur soviel, dass es beim längerfristigen Investment unsinnig ist.

  6. Avatar

    DD

    7. Februar 2018 13:15 at 13:15

    Über das Risiko das man eingehen will, sollte man sich vorher!! Gedanken machen.
    Keine Ahnung haben, hoch gehebelt mit geliehenem Geld im Markt agieren, das ist einfach nur Wahnsinn.
    Sogar das Halten über Nacht birgt Risiken. Erinnere mich noch, gab mal den Fall, das jemand, irgendwas mit knapp 10.000€, hoch gehebelt auf fallende Kurse eine Firma spekulierte. Dann in der Nacht die Meldung die Chinesen kaufen. Der Kurs ging durch die Decke und der Broker wollte am Morgen ca. 200.000 Nachschuss.
    Ohne Handel helfen nachts keine Stops.
    Der Unglückliche sammelte dann online damit er sein Haus nicht auch noch verkaufen mußte.

    Buchverluste sind nur Buchverluste, real werden sie erst, wenn man liquidiert, bzw. liquidiert wird.

    • Avatar

      PK

      7. Februar 2018 14:24 at 14:24

      viel viel wichtiger als Stops sind Positionshöhenbegrenzung !
      Viele meinen, daß sie mit großem Hebel arbeiten können, wenn sie nur Stops verwenden. Das ist eben völliger Unsinn.
      Ich glaube ich habe seit Jahren nicht mehr als 3% meines Vermögens in eine einzelne Aktie oder Spekulation gesteckt.
      Damit ist mir völlig bewusst, daß ich niemals ein Topperformer werden kann, aber mein Primärziel ist eben Risikominimierung.

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Dax: Der deutsche Leitindex und die deutsche Wirtschaft

Wie kann es sein, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht?

Wolfgang Müller

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Derzeit wird viel darüber gerätselt, warum es sein kann, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht? Im Bereich der Gastronomie und in vielen Dienstleistungsbranchen herrscht große Not und viele Firmen können sich nur knapp über Wasser halten. Woher also diese Divergenz, spielen die Börse komplett verrückt?

Der Dax und Deutschlands geschrumpfte Wirtschaft

Vor Kurzem wurde die erste Berechnung für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands des Jahres 2020 veröffentlicht. Es ist um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, von 3,44 auf 3,329 Billionen Euro, macht pro Bürger 40.033 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Das Verarbeitende Gewerbe war besonders durch den Totaleinbruch im zweiten Quartal 2020 um 10,4 Prozent gefallen. Der Dienstleistungsbereich mit Handel, Verkehr und Gastgewerbe um 6,4 Prozent, allerdings nur deshalb vergleichsweise wenig, weil der Onlinehandel einen gewaltigen Boom erlebt hat. Die Bauausgaben hingegen nahmen gegenüber dem Vorjahr sogar um 1,4 Prozent zu.

Die Konsumausgaben der Bürger erlebten mit minus 6 Prozent den größten Rückgang seit Jahrzehnten, allerdings wirkten die Ausgaben des Staates mit plus 3,4 Prozent dagegen stabilisierend.

Der Außenhandel mit seinen Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen ging im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders stark natürlich der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

„Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 158,2 Milliarden Euro. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.“ So das Statistische Bundesamt.

Wieso steht der deutsche Leitindex nun knapp über seinem Stand vom Februar 2020, dem Beginn der Corona-Krise?

Die Besonderheit des Dax

Warum also steht der deutsche Leitindex Dax höher als vor der Krise, trotz der schlechten Wirtschaftsdaten? Dafür dürfte es mehrere Ursachen geben.

Zum einen blickt der Index bereits weit in das Jahr 2021, also auf die Zeit, in der man glaubt das Virus eingedämmt zu haben und zum anderen ist er kein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft mit seinen vielen exportorientierten Titeln. Dies wird allein schon aus seiner Marktkapitalisierung ersichtlich. Diese beträgt aktuell 1,265 Billionen Euro, im Vergleich zum deutschen Bruttoinlandsprodukt von 3,329 Billionen Euro. Ganz anders die USA, wo allein der S&P 500 mit seiner 40-Billionen-Marktkapitalisierung fast schon das Doppelte der US-Wirtschaftsleistung ausmacht (20,8 Billionen Dollar).

Viele der Branchen, die das deutsche BIP ausmachen, sind gar nicht im Dax repräsentiert, oder gar nicht börsennotiert. Etwa der Mittelstand, oder die derzeit so gebeutelten Dienstleistungsbranchen, wie das Gastgewerbe, oder auch Tourismus und Kultur. Betrachtet man die vielen Pleiten und schmerzhaften Einschnitte in diesen Bereichen, so wird erkennbar, dass diese (zunächst) nicht den deutschen Leitindex tangieren. Beispielsweise Karstadt, Kaufhof, Douglas, Adler, Klier, Arko, Eiles u.v.m.

Die Unternehmen im Dax legen zum Teil schon wieder starke Unternehmensergebnisse vor. Sei es die deutsche Post, die die große Paketflut kaum bewältigen kann, der Spezialchemiekonzern Covestro, oder jüngst der größte Chemiekonzern Europas, BASF. Besonders bedeutsam, weil dieser weltweite Lieferant von Grundprodukten so etwas wie ein Frühindikator der Weltwirtschaft gilt. Die Ludwigshafener sind in nicht weniger als 90 Ländern dieser Erde präsent. Abertausende von Firmeninsidern haben dafür gesorgt, dass der Aktienkurs seit dem Coronatief bereits wieder um 75 Prozent gestiegen ist.

Was wird erst demnächst Infineon für Zahlen liefern, angesichts der großen Nachfrage nach Chips (Automobilbau)?

Unsere Automobilindustrie zeigt deutlich, wo die Corona-Krise bereits überwunden ist, in Fernost. BMW, Daimler und Volkswagen haben sehr von der Erholung der chinesischen Wirtschaft profitiert. Diese Firmen verkaufen bereits 30 bis 40 Prozent ihrer Fahrzeuge in China. Dort gibt es nach Jahren der Schrumpfung wieder einen richtigen Boom im Automobilsektor. Nicht zu vergessen der US-Markt, wo es zumindest 2021 einen schuldenfinanzierten Aufschwung geben sollte. Über die Pläne der neuen US-Administration wurde schon ausführlich berichtet.

So bleibt festzustellen: Die Kurs/Gewinn-Verhältnisse der Unternehmen des Dax liegen bei 20 von 30 Unternehmen für das Jahr 2021 gleich oder besser als der 10-Jahresdurchschnitt.

Fazit

Laut der deutschen Börse ergibt sich für den Dax in den vergangenen 30 Jahren ein durchschnittliches Kurs/Gewinn-Verhältnis von 19, längerfristig von 15. Das aktuelle KGV für das Jahr 2021 wird mit 19 angegeben, sollte es mit der deutschen Wirtschaftserholung tatsächlich so klappen, wie erwartet. Die ersten Ergebnisse der Unternehmen deuten daraufhin, dass es tatsächlich der Fall sein könnte, wenn Volkswagen selbst im Corona-Jahr noch einen Gewinn von 10 Milliarden Euro ausgewiesen hat. Der deutsche Leitindex ist zweifelsohne hoch bewertet, aber seine Kennziffern zeigen kein völliges Auseinanderdriften zur Wirtschaft, wie es zum Beispiel in den USA bei vielen Werten der Fall ist. Aber hier liegen auch die Probleme des deutschen „Performance-Index“. Er ist abhängig von der Entwicklung der großen Volkswirtschaften von China und den USA und von der Wall Street. Wenn dort die Kurse einbrechen, tun es unsere auch, zumal sich der Dax auch noch in Summa in den Händen ausländischer Investoren befindet, zumeist angelsächsischen (Beispiel BlackRock). Aber eines ist er gewiss nicht: Ein Abbild der deutschen Volkswirtschaft.

Spiegelt der Dax die deutsche Wirtschaft wider?

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