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Devisen

Aktuell: Goldpreis über 1.480 Dollar – Anstieg trotz Aktien-Hausse?

Claudio Kummerfeld

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Beispielfoto für Gold Barren

Wir hatten den müden Goldpreis gestern bereits angesprochen, und heute nehmen wir das Thema erneut auf die Agenda. Die Aktien haussieren. Die drei großen US-Indizes notieren auf Rekordständen. Es geht immer weiter nach oben. Parallel dazu müsste eigentlich mustergültig der Schweizer Franken als „Sicherer Hafen“ in Krisenzeiten fallen. Aber er steigt seit Tagen an. In genau einer Woche ist EURCHF von 1,1030 auf jetzt 1,0878 gefallen, und erreicht damit aktuell auch fast das Tief von gestern. Es geht also um eine Franken-Aufwertung, was eigentlich im Sinne des Risk Off Risk On-Trades keinen Sinn ergibt.

Zieht der Goldpreis dem Franken hinterher?

Gestern hatten wir die Frage aufgeworfen, worauf der Goldpreis wartet. Steigt er langsam mal parallel mit dem Schweizer Franken? Das würde auch keinen Sinn ergeben bei den steigenden Aktienkursen. Aber gut, sei es drum. Seit Tagen pendelt der Goldpreis um die Marke von 1.475 Dollar herum. Gestern Abend folgte schon ein Versuch, und heute nimmt er erneut Anlauf gen Norden. Gold in US-Dollar notiert jetzt bei 1.480,55 Dollar. Im Chart sieht man in rot-grün den Goldpreis im Vergleich zum Dow 30 (blaue Linie) im Verlauf der letzten zehn Tage.

Ist es eine ganz simple psychologische Sache? So viele Kommentatoren sehen den Goldpreis auch nächstes Jahr weiter steigen, ein Hort der Sicherheit in Zeiten von Nullzinsen usw. Führt der Sog hin zu Gold so kurz vor Jahresende einfach ein Eigenleben? Geht man jedenfalls nach dem Verhältnis von Risiko-Anlagen (wie den Aktien) und „Sicheren Häfen“ (Gold und Franken), dann macht der Chart keinen Sinn. Bei den so stark steigenden US-Aktien, die Tag für Tag neue Höchstkurse erklimmen, müsste Gold eigentlich schwächeln. Aber es hält sich stabil, und versucht (zumindest in diesem Augenblick) vorsichtig über die 1.480 Dollar-Marke zu klettern. Die Lage bleibt unklar.

Goldpreis vs US-Aktien in den letzten zehn Tagen

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Burberg

    20. Dezember 2019 17:11 at 17:11

    Vielleicht wollen ein paar Investoren den Hype bei den Indizes mitnehmen, benutzen aber Gold als Absicherung. Immerhin billiger als eine Versicherung durch eine Put-Option. Ist ja schließlich großer Verfall und was im neuen Jahr passiert, wenn die Boni unter Dach und Fach sind, ist ja nicht so klar. Ich würde da Gewinnmitnahmen nicht ausschließen.

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    Ice 9

    20. Dezember 2019 18:44 at 18:44

    Finde nicht, dass die Lage unklar bleibt, eher im Gegenteil. Die alten Gesetzmäßigkeiten hat die Geldpolitik der ZBs ausgehebelt. Die konstante Geldflut als einzig verbliebener verlässlich positiver Fundamentalfaktor geht jetzt in alle assets, auch in Gold, als hedge und als Investition. Wenn man die Charts in langfristigen timeframes betrachtet, steigen Aktien und Gold im Mittel parallel zur Geldmengenausweitung. Weiß gar nicht, welcher kleine long-time-investor sich unter diesen Umständen den Nervenkrieg mit Aktien überhaupt noch antut, wo doch EMs kein Gegenparteirisiko besitzen und die ZBs selbst Gold horten.

  3. Avatar

    sabine

    21. Dezember 2019 10:02 at 10:02

    Glaub auch, daß wegen der Geldflut einfach alles steigt. Ein Teil geht in Aktien, ein anderer in Gold, oder manche in beides.
    – Aktien sind ja in 2018/9 auch wegen der großen Aktienrückkäufe so stark gestiegen. Insofern täuscht die Aktienhausse etwas.
    – Und wenn Buffet in Wartestellung auf den Crash viel Cash hortet, dann horten andere eben Gold, was eine ähnlich Funktion hat, noch dazu, wo man bei Nullzinsen keine Angst haben muß, daß der Goldpreis mal wieder runterrauscht.
    – Außerdem kaufen kleine Leute physisches Gold. Wenn man auf die Webseiten von Goldhändlern geht, dann ist dort vieles ausverkauft. Und ein Freund war vor kurzem in München bei einem solchen. Die Schlange reichte bis in die Straße, was eher ungewöhnlich ist! (Goldkauf ist ja eher Wirtschaft angekurbelt als Geld horten. Denn das muß erst aus der Erde geholt, hergebracht, umgegossen usw. werden.)

    • Avatar

      Burberg

      22. Dezember 2019 09:54 at 09:54

      @ Sabine “ Und wenn Buffet in Wartestellung auf den Crash viel Cash hortet, dann horten andere eben Gold, was eine ähnlich Funktion hat,

      Das mit dem Cash horten könnte natürlich auch in die Hosen gehen, wenn z.B. eine starke Inflation einsetzt oder wenn der Euro über den Jordan geht. Zum Glück haben wir hier im Forum ja nicht das Problem von Buffet. Wenn der sein Cash in Gold anlegt, braucht er einen großen Truck, wir können es in der Einkaufstasche transportieren.

    • Avatar

      Wildbiene

      22. Dezember 2019 18:49 at 18:49

      Zusammen werden wir uns gegen Sozialisten erheben, wir werden unsere Nation verteidigen, die großartigste und wunderbarste Republik in der Geschichte der Welt.

      Die Demokratische Partei versucht, unsere Verfassung zu schreddern, unsere Geschichte zu zerstören und die Grenzen unserer Nation auszuradieren.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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