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Aktuell: Headlines der Brexit-Rede von Theresa May

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

– Therese May kommt ans Rednerpult

– die Briten haben sich entschieden, die EU zu verlassen

– jetzt haben wir die Gelegenheit die Frage zu stellen, was für ein Land wir sein wollen

– meine Antwort ist klar: wir wollen fairer und globalisierter werden

– wir wollen unsere Grenzen kontrollieren

– wir wollen einen besseren Deal für unsere arbeitenden Menschen

– wir werden in unsere ökonomische Infrastruktur investieren

– nur wenn wir einig sind, können wir erfolgreich sein

– unsere Kultur war schon immer international, wir sind einer der multikulturellsten Nationen der Welt

– die Entscheidung zum Brexit bedeutet, dass wir ein wahrhaft globals Großbritannien wollen

– es ist in unserem ureigensten Interesse, dass die EU erfolgreich ist

– wir haben viele Unterschiede zu europäischen Nationen, z.B. keine Verfassung

– die EU hat es versäumt, die Unterschiede der Nationen und deren unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen

– man kann die Dinge nicht zusammenzwingen

– wir wollen nicht unsere Freunde und Nachbarn verlassen oder die Uhr zurück drehen

FMW: jetzt kommen wortgleich Sätze, die die britische Presse schon gebracht hatte

– wir wollen eine neue und gleichberechtigte Parterschaft mit der EU

FMW: jetzt erwähnt sie die „12 obectives“ – ebenfalls schon von der Presse zuvor gebracht

– nun wird das britische Parlament über britische Gesetze entscheiden

– werden den finalen Brecit-Deal zur Abstimmung in beiden Kammern des Parlaments bringen

– werden auch Vorschläge aus Schottland und Wales bekommen zum Brexit bekommen

– wir wollen die besten Handelsdeals auf der Welt abschließen

– wir wollen weiterhin die besten Mitarbeiter in unser Land holen, aber dennoch die Kontrolle über Grenzen wiedererlangen

– die schiere Zahl der Immigranten hat Druck auf unsere Sozialsystem ausgeübt

– wir wollen die Recht der in UK lebenden EU-Bürger garantieren

– wir wollen der beste ANwalt für den Freihandel sein auf der Welt

– wir wollen, dass Unternehmen aus der EU und Großbritannien so viele Handelsmöglichkeiten wie möglich haben, aber wir sind nicht mehr Teil der EU

– wir wollen ein neues Freihandelsabkommen mit der EU

– wir wollen der beste Ort für Forschung und Wissenschaft werden

– ein globales Großbritannien wird in allen wichtigen Bereichen mit seinen europäischen Partner weiter kooperieren, besonders Terror.

– es muss in Zukunft praktikable Zusammenarbeit mit der EU geben im Sicherheitsbereich

– Verhandlungen mit EU können in einigen Bereichen schneller gehen, in anderen länger dauern.

– es sei nicht ihr Job Zeitungsspalten voll zu machen mit möglichen Verhandlungsdetails zwischen UK und EU. Wer über Details spekuliere, handele gegen das nationale Interesse.

– wir respektieren die Sichtweise der EU, dass die Personenfreizügigkeit nicht verhandelbar ist

– freier Handel bedeute mehr Jobs und Wohlstand

FMW-Meinung: May will Freihandel mit EU und gleichzeitig volle Kontrolle über eigene Grenzen. Das wird so nicht funktionieren. Wenn es dabei bleibt, wäre das ein harter Brexit!

– wenn wir vom EU-Binnenmarkt ausgeschlossen werden, steht es uns frei unser „Geschäftsmodell“ zu ändern (Drohung mit Umbau UK´s zur Niedrigsteuer-Oase)

– Beschränkung zum EU-Binnenmarkt könnte auch Beschränkung des UK-Zugangs für EU-Firmen bedeuten

– sie könne sich kaum vorstellen, dass europäisch Anführer den deutschen Angestellten bei Autohersteller, den französischen Bauern, den spanischen Fischern und den Millionen jungen Arbeitslosen beibringen wollten, dass sie ärmer werden, nur weil man UK bestrafen und ein Zeichen setzen wolle

– sie zeigt sich zuversichtlich, dass ein tolles Agreement in beiderseitigem Interesse gefunden wird

– nach dem Brexit-Referendum komme das Land mit seinen 65 Mio Einwohnern jetzt zusammen

– zukünftige Generationen werden darauf gucken, was wir aus dem Brexit gemacht haben

13:34 Uhr: Rede von Theresa May ist beendet.

FMW-Fazit:

May versucht die Quadratur des Kreises, nämlich volle Kontrolle über die Grenzen (keine Freizügigkeit). Gleichzeitig will man echten Freihandel mit der EU haben. Neben warmen Worten droht May der EU aber unverhohlen mit Gegenmaßnahmen für den Fall eines Ausschlusses vom EU-Binnenmarkt. Das würde bedeuten, dass man wohl genau so Importzölle für EU-Produkte einführen würde wie es die EU für UK-Produkte verlangen würde. Sie hat angedeutet, dass sie im Detail versuchen wird einen guten Marktzugang zur EU rauszuschlagen, aber Angela Merkel hat angedeutet, dass die EU bei den großen Themen hart bleiben wird.


Theresa May
Foto: Foto: UK Home Office, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Masud79

    17. Januar 2017 13:22 at 13:22

    Is das jetzt ein Hard oder Soft brexit?

    • Avatar

      columbo

      17. Januar 2017 13:26 at 13:26

      Der Dax steigt, also soft!

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        17. Januar 2017 13:27 at 13:27

        @Colombo, nein, sondern weiterhin: wir wollen von allem das Beste..

        • Avatar

          columbo

          17. Januar 2017 14:08 at 14:08

          @Fugmann, stimmt natürlich, was Sie sagen. Für mich ist es „soft“, weil sie genau das sagte, was die Märkte hören wollten.
          Jetzt befragt sie noch das Parlament,
          dann gibts jahrelange Verhandlungen und am Ende einen Kompromiss.
          Italien macht dann das Gleiche traditionsgemäß noch schlauer. Schaun, was bei diesem Herumgewurschtle herauskommt.

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    Dennis

    17. Januar 2017 13:32 at 13:32

    Klingt nach Hartem. Diese 100 Pünktchen heute Vormittag haben dies wohl mit eingepreist, sodass es jetzt endlich wieder aufwärts gehen kann. Gab es ja schon lange nicht mehr^^ Kranke Welt an der Börse

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    Short-Trader

    17. Januar 2017 13:36 at 13:36

    EU sollte endlich lernen, auf GB und USA zu verzichten und sich voll auf den Rest der Welt und EU-Binnenmarkt zu konzentrieren, wirtschaftlich wohgemerkt.
    USA + GB EU + Rest der Welt

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    elvissimus

    17. Januar 2017 13:39 at 13:39

    wie positioniert man sich nun zum Euro/USD ?

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    Bademeister

    17. Januar 2017 13:42 at 13:42

    May gibt jetzt den Ball an Juncker & Co. weiter, und die werden glauben hart gg. GB bleiben zu müssen. Kluger Schachzug von May….die EU wirds jedoch vergeigen.

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    Peter Dauerer

    17. Januar 2017 13:43 at 13:43

    Warum muss es ein Junktim wischen Freihandel und Aufgabe der Grenzhoheit geben? Ist dies bei CETA, bzw. TTIP auch der Fall? Und wenn nicht, warum besteht die EU dann bei GB darauf? Kann sich Merkel-Deutschland Einschränkungen beim größten (USA) und drittgrößten (GB) Exportmarkt gleichzeitig wirklich leisten? Ich glaube, das wird wieder ein Schuss ins Knie. Aber zur Stärkung des Wirtschaftswachstums können wir dann ja wieder eine Million arme Seelen aufnehmen. Das scheint ja der neue Kontratieff-Zyklus für Deutschland zu werden.

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    Robert14021984

    17. Januar 2017 13:58 at 13:58

    Bei jedem nur kleinsten Rücksetzer bei dax wird gleich wieder nach gekauft..jetzt geht die ganze Schei…. wieder hoch ich fasse es nicht

    • Avatar

      Bademeister

      17. Januar 2017 14:17 at 14:17

      Gapclose erledigt…das wars für heute!

      • Avatar

        Robert14021984

        17. Januar 2017 14:42 at 14:42

        Wenn es danach geht könnten wir ja mal das GAP bei unter 9000 zumachen.. da würd sich der columbo und ich ein zweites Loch in Ar… freuen :-))

    • Avatar

      columbo

      17. Januar 2017 14:20 at 14:20

      @Robert4021984, bin ganz bei Ihnen, Bärenschicksale.

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    Walter Schmid

    17. Januar 2017 14:00 at 14:00

    Schwacher Auftritt von May. Diese gebetsmühlenartigen Wiederholungen waren ja kaum noch zu ertragen.

  9. Avatar

    Günter Mertens

    17. Januar 2017 14:00 at 14:00

    Theresa May-Trump ;-) :-)

  10. Avatar

    Dieter G.

    17. Januar 2017 14:12 at 14:12

    So, Plan aufgegangen. Sell the rumor, buy the facts. Oder so ähnlich. Bin in zwei GBP Kursen seit Sonntagabend long. Bevor jetzt das weibliche Geschlecht denkt ich hätte Kohle wie Heu…es sind nur ganz kleine Positionen. Bin ja schließlich nicht bescheuert :-))))))))))))))))))))))))))))))

    Toi…Toi…Toi

    Dieter

    • Avatar

      Günter Mertens

      17. Januar 2017 14:22 at 14:22

      Hahah und amüsier.
      Gehörst zum kleinen Prozentsatz deutscher Männer, die wissen, wie (der Großteil)der Frauen funktioniert…
      :-)

    • Avatar

      KSchubert

      17. Januar 2017 14:23 at 14:23

      Haha, sehr gut! Glückwunsch! Ich hatte auch überlegt den GBP am Spike-Tief zu kaufen…nun ja, dann ging es doch schneller als gedacht (und dann noch in der Nacht!). Haben Sie ein festes Target für die Positionen? Oder erst mal ein paar Tage noch laufen lassen? Letzteres ist sicher keine schlechte Idee…

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      17. Januar 2017 17:10 at 17:10

      @Dieter G.
      sell on rumours – buy on facts. Du hast es auf den Punkt gebracht und genauso habe ich es ebenfalls gehandelt. Auf der 11470 bis 480 – also im Grenzbereich der beiden ranges lagen sehr viele stopps. Dort wurde mit relativ grossem Volumen das Tief bereinigt. MAn sieht es am Point Of Control im Profil.
      Die Stops dort unten wurden heute „abgefrühstückt“.
      Den Shorties, die mit Markttechnik und mit Momentumtrading eingestiegen sind, hat man ordentlich die Füsse angesengt.
      Immer wieder schön, wenn man im Volumenprofil und im tape live genüsslich zuschauen kann, wie die Jungs sich ins eigene Knie, resp. in die anschliessende Liquidation schiessen ;-)
      Beim nächsten Downmove kann es jedoch richtig durchrauschen ohne langen Aufenthalt am jetzigen Support.
      Vor dem Hintergrund all der Katastrophenmeldungen ist der Dax enorm stark.
      Man muss dem Kollegen Riße schon recht geben. Bisher sind kaum Distributionstage zu verzeichnen.
      Weiterhin Range Trading. Musst halt aufpassen, weil viele time/price-basierte Indikatoren im Seitwärtsmarkt Fehlsignale geben.
      Zum Volumen-Profil-Trading gebe ich gelegentlich ein paar Grafiken und Erläuterungen. Ich hatte es dem Markus Fugmann versprochen. Bin jedoch im Stress wegen Messe in Düsseldorf etc.

      • Avatar

        Der Katamaransegler

        17. Januar 2017 18:26 at 18:26

        nochmal kurze Anmerkung:
        Sorry – ich war gedanklich und praktisch beim DAX, hab erst zu spät gesehen, dass Du den GBP gemeint hattest

  11. Avatar

    Mulinski

    17. Januar 2017 14:26 at 14:26

    Und das Pfund geht durch die Decke. Was für ein Dreck, meine ganzen schönen Short-Positionen sind im A…

  12. Avatar

    gerd

    17. Januar 2017 14:44 at 14:44

    Das ist wieder exemplarisch wie relativ alles ist.
    Dieter G. freut sich, Mulinski nicht.

    Jetzt deutet sich an, dass es so kommt, wie im Juni 2016 kurz nach der Abstimmung befürchtet.
    Damals schwankte der DAX ganz grob (aus der Erinnerung) so um die 9000-9500. Heute kommt noch mal die Bestätigung, dass es so ähnlich werden könnte, wie damals befürchtet – und der DAX ist 2000 Pünktchen höher.

    Eben alles relativ. Oder aber auch unverhältnismäßig, wie mans halt betrachtet.

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Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick für die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

Veröffentlicht

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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