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Aktien

Aktuell: So reagiert der Markt auf Bankzahlen und Wirtschaftsdaten – spürbare Änderung bei Zinserwartungen

Wird die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen dieses Jahr noch einmal anheben? Nach den heutigen schwachen US-Konjunkturdaten…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Auftakt zur US-Berichtssaison wäre geschafft. Drei der wichtigsten US-Banken haben gemeldet. JP Morgan und Citigroup übertrafen die Erwartungen. Wells Fargo überzeugte nur beim Gewinn. Wie sind ihre Aktien in den offiziellen Handel gestartet?

JP Morgan notiert mit einem Minus von 1,5%. Wie gesagt, die Erwartungen hat man für das 2. Quartal übertroffen. In der Telefonkonferenz von JP Morgan wurde bekannt, dass man die Erwartungen für den Netto-Zinsertrag für das laufende Jahr um 500 Millionen Dollar reduziert habe auf 4 Milliarden Dollar Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Auch hört man von Börsianern, dass die Aktie, die fast am Allzeithoch aus März notiert, basierend auf den heutigen Daten schon gut gelaufen sei.

Die Citigroup überzeugte ebenfalls mit ihren Daten, die über den Erwartungen lagen. Die Aktie verliert im Vergleich zu gestern Abend aktuell 1%. Man interpretiert die Schwäche im Handelsgeschäft wohl als Problem, obwohl es vom Konsumentengeschäft gut ausgeglichen wird.

Wells Fargo ist mit 2,5% im Minus. Hier kann man als Argument anführen, dass der Umsatz die Erwartungen nicht erfüllte. Aber alles in allem wird unterschwellig der Grund für das Minus der drei Aktien wohl sein, dass man befürchtet, dass im Zuge einer anstehenden Konjunkturkrise die Konsumentengeschäfte der Banken das Wachstum nicht mehr weiter durchhalten werden. So konnte man bei Wells Fargo heute in den Details der Zahlen nachlesen, dass das Volumen der neuen Autokredite im Jahresvergleich fast zusammengebrochen ist um 45% auf 4,5 Milliarden Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit 2013, wo Wells anfing diese Daten auszuweisen.

Zinsen

Wird die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen dieses Jahr noch einmal anheben? Nach den heutigen schwachen US-Konjunkturdaten (siehe hier und hier) scheint der Markt verständlicherweise anzunehmen, dass es das erstmal war mit Zinsanhebungen im laufenden Jahr!

Denn wie das verlässliche Fed Watch Tool der Terminbörse CME zeigt, liegen die Wahrscheinlichkeiten für eine Zinsanhebung für die Termine Juli, September und November bei nur noch bei 3%, 8% und 11%. Für die Fed-Entscheidung im Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit aktuell bei 47%, dass die Zinsen auf 1,25%-1,50% angehoben werden. Momentan liegt die Spanne der Fed bei 1,00%-1,25%.

Gestern (also vor den heutigen grottigen Wirtschschaftsdaten) lag die Wahrscheinlichkeit noch bei 54%, vor wenigen Tagen noch über 60%. Und was machen die US-Indizes Dow und S&P 500? Müssten sie nicht eigentlich bei den schlechten Konjunkturdaten fallen? Der Dow stieg seit 14:30 Uhr von 21.560 auf 21.570 Punkte, also ein Plus von 10 Punkten. Der S&P 500 stieg von 2.447 auf 2.451, also +4 Punkte. Warum? Weil man sich freut, dass die US-Zinsanhebungen wohl abgebremst werden, beziehungsweise die nächste Anhebung weiter in die Zukunft verschoben werden könnte. Damit würde die Verteuerung des Geldes erst mal verzögert, wie auch die steigende Attraktivität von Zinsanlagen. Das ist natürlich beides förderlich für den Aktienmarkt.


Der Dow seit heute früh. Unterm Strich haben die US-Indizes die heutigen sehr schwachen US-Daten gut verkraftet (Zeitpunkt 14:30 Uhr eingekreist).

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    14. Juli 2017 18:10 at 18:10

    Das altbekannte Spiel, wenn nach jahrelanger Geldschwemme die Märkte nur eine moderate Normalisierung der Zinsen nicht ertragen ist das positiv für die Börsen, bitte alle Finanzlehrbücher neu schreiben, Folgerung: SCHLECHTE WIRTSCHAFT= HOHE BÖRSENKURSE= HÖHER WERT DER FIRMEN ! Ich weiss natürlich schon warum das so abnormal normal ist, aber diejenigen die meinen das sei normal werden sehen ,dass das nicht immer so bleiben wird.

    • Avatar

      gerd

      14. Juli 2017 18:37 at 18:37

      Man k ö n n t e das natürlich auch positiv sehen. Auch für Aktien.

      Die Gewinnsteigerungen der Unternehmen werden womöglich nicht berauschend ausfallen, aber immerhin sie steigen.
      Die Zinsen sind niedrig.
      Das Kapital in den Unternehmen verzinst sich vergleichsweise hervorragend.
      Die Verbraucherausgaben steigen dankenswerterweise nur moderat, was die Inflation im Zaum hält und die FED von größeren Straffungen abhält.

      Ich weiß schon, ich bin selbstlos blöd, wenn ich das so öffentlich schreibe. Schließlich wird das von Millionen potentiellen Anlegern gelesen, oder zumindest von Hunderttausenden. Und die entdecken dann plötzlich auch alle noch die Aktie als hochrentierliche Anlageform.
      Und ich komm nie wieder halbwegs mit nem blauen Auge aus meinen Puts raus.

      Ich glaube, ich schreibe so was künftig auch nicht noch mal.

  2. Avatar

    gerd

    14. Juli 2017 19:13 at 19:13

    vorsorgliche Ergänzung, weil ich gleich weg bin:

    Falls jemand unangenehm ins Auge stechen sollte, dass ich von moderat steigenden Einzelhandelsumsätzen schrieb – obwohl heute ein Rückgang gemeldet wurde – ich sehe das nicht so kurzfristig, sondern im längerem Zeitrückblick. Und da steigen sie eben weiter. Falls jetzt Monat für Monat ein Rückgang zu verzeichnen wäre, würde ich selbstverständlich umdenken.

  3. Avatar

    Beobachter

    14. Juli 2017 21:03 at 21:03

    @Gerd, Situation, hochbewertete Aktien, Dividendenrendite ca.3% Kursverlustrisiko 10-30%
    Wenn Sie überzeugt sind dass Zinsen nicht oder wenig steigen hätten Sie mit US Anleihen die gleiche Rendite ohne Kursverlustrisiko ! !15

    • Avatar

      Gerd

      15. Juli 2017 11:01 at 11:01

      Beobachter, da ist eindeutig was dran, an Ihrem Argument. Und aus amerikanischer Sicht sowieso.
      Ich bin selbst froh, dass mir da auf Anhieb auch nicht so was 100%ig Stichhaltiges einfällt, was ich dagegen halten könnte. Danke sehr.

      P.S.: eine klitzekleine Kleinigkeit vielleicht. Die eventuellen 30% Kursverlust erscheinen mir auf jeden Fall zu hoch. Wenn wir uns da eventuell auf 29% einigen könnten? -:) -:)

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    Beobachter

    15. Juli 2017 18:31 at 18:31

    @Gerd,da ich sehr tolerant bin u.mit Baissen überhaupt nicht verwöhnt wurde in letzter Zeit ( einer schrieb sogar es habe seit ca.1 1/2 Jahren keine Korrektur mehr gegeben die mehr als 2Tage dauerte ? ) wäre ich sogar bereit mich mit einer Korrektur von 15 % zufrieden zu geben, wenn Sie sich mit Yellen,Draghi u.mit den andern Manipulatoren einigen könnten wäre das ok für mich.
    Mein Ziel wäre dann:
    2 grosse S-P Short, Korrektur 15% = ca.360 Punkte
    GEWINN = 180 000 $ , nicht unmöglich,oder? Das sind Visionen die sich in meinem Kopf herumtollen, darum ist mir eigentlich egal ob die staatlich Angestellten Börsentreiber ( NOTENBÄNKER) das Spiel noch weiterspielen ( müssen),ich muss u.will dann einfach dabei sein.Da ich nur ein kleiner Fisch bin u.ich denke dass einige Dickfische ähnliche Ideen mit Gewaltsvolumen haben u.es wird dann richtig knattern.Es gibt da Schreiberlinge die meinen die Notenbanken würden den Bären den Gefallen nicht tun,aber sie tun es eben genau indem sie die Börsen immer höher treiben u.keine Korrektur zulasse!

    • Avatar

      PK

      15. Juli 2017 22:02 at 22:02

      „2 grosse S-P Short, Korrektur 15% = ca.360 Punkte
      GEWINN = 180 000 $ , nicht unmöglich,oder?“

      wenn man einen Trade plant, sollte man vor den theoretischen Gewinnen vor allem die theoretischen Verluste durchrechnen. 99% der Trader halten so einen Trade übrigens nur durch, wenn er in die falsche Richtung läuft. Und deshalb verlieren sie. Läuft es tatsächlich in die geplante Richtung, wird meist schon nach einem kleinen Gewinn geschlossen, oder ein Stop so schnell hinterhergezogen (man will ja nicht mehr ins Minus kommen), daß der Trade eh keine Chance hat.

      FALLS du tatsächlich das Top genau erwischst, gehörst DU zu den 1% Tradern, die tatsächlich erst bei 15% glattstellen ? Wir wissen, wieviele Ausreden einem der Markt bietet, einen Trade vorzeitig glattzustellen.

      Aber abgesehen davon, irgendwann landet man dann mal wieder bei der entscheidenden Frage, ob es wahrscheinlicher ist, daß die Märkte hier 15% fallen oder weitere 15% steigen ?
      Genau diese Frage wurde hier seit 2000 Dax Punkten von der Mehrzahl hier in diesem Forum ganz offensichtlich falsch eingeschätzt.

      Es ist ganz sicher so, daß es irgendwann eine 15% Korrektur geben wird, die Frage ist halt, ab welchem Niveau ? Vielleicht erst, wenn wir nochmal 40% drauf gepackt haben ? Es wird leider kein Schild mit „TOP“ an dieser Marke kleben und wie immer wird man es erst hinterher wissen.

  5. Avatar

    Beobachter

    15. Juli 2017 18:53 at 18:53

    Nachtrag zu 18″31
    Bei 15% Korrektur wären wir erst auf dem Niveau wie bei der Trump -Wahl, nicht unmöglich,schliesslich hat man zu dieser Zeit schon erzählt U-S Aktien seien überteuert.Man würde also nur die Trump Illusionen abbauen.

  6. Avatar

    Beobachter

    16. Juli 2017 11:16 at 11:16

    @P.K. Einige Anmerkungen zu Ihrem Kommentar.
    Ihre alte Platte von DAX 2000 könnten Sie langsam vergessen, sonst könnte man nämlich auch erwähnen dass der DAX von ca. 8000 herunterkam = minus 75% das war etwa 2003, dann 2008 wieder von ca.8500 auf 3600 herunter = minus 58 % Seither haben wir die längste Hausse aller Zeiten ,u.jeder weiss warum sie zustande kam, u.jeder der meint es müsse so weitergehen u.von 12900 sei keine grössere Korrektur möglich DER WIRD ES BALD ERLEBEN.
    Zum Thema Einstieg: Ist mir auch klar dass man den Hochpunkt nie erreicht,ich bin ein Langfristanleger u. will einfach die nächste Korrektur mitnehmen, der Einstieg kann auch 2-3% vom Hoch weg sein u.eine Korrektur von 10% reicht mir auch, wir wären dann erst bei DAX ca .11600
    ES WIRD KEIN SCHILD MIT TOP GEBEN,aber es gab schon einige Hinweise das den Notenbanken der gewünschte segensbringende Vermögensgewinn durch hohe Aktien Kurse langsam aus dem Ruder läuft.
    Haben die Permahaussier schon überlegt ab welchem Niveau sie vielleicht ihre Langfristanlagen glattstellen oder verkaufen, nach dieser langen Hausse ohne Korrektur werden diese noch nie DAGEWESENEN Volumen ( viele Aktien auf Kredit ) die Baisse noch verstärken.

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Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Aktien

Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

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